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Re: Panzer-Museum zur Ukraine

From Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Panzer-Museum zur Ukraine
Date 2022-03-28 10:57 -0400
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <t1sidi$tmr$1@dont-email.me> (permalink)
References (7 earlier) <20220319000936.130bc669.dietz-usenet@rotfl.franken.de> <1nkd0ni3nnjm6.175bpev3vujsr$.dlg@40tude.net> <t15nu7$8c8$1@dont-email.me> <t16bql$j5o$1@dont-email.me> <jadvqvF3hn4U1@mid.individual.net>

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Salve allerseits,

Frank Nitzschner schrieb:
> Martin Ebert schrieb :
> 
>> Du sagst das so als ob es das Normalste der Welt sei. Nennen wir es
>> beim Namen: Das ist ein Kriegsverbrechen!
>>
> "Not everything unpleasant is a war crime" (Geklaut bei Nicolas
> Moran) Oder einfach in Sebastian Haffners " Anmerkungen  zu Hitler"
> den Abschnitt über Verbrechen lesen:
> | Bombenangriffe auf Wohngebiete widersprechen also nicht den
> | allgemein anerkannten Kriegsgesetzen und -gebräuchen.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Es ist ja nicht so, als könnte Wladimir Putin sich seine Strategie in
| diesem Krieg noch irgendwie aussuchen. Wenn in diesen Tagen gerätselt
| wird, ob sich an seinen Zielen etwas ändert, dann sicher nicht, weil der
| russische Präsident plötzlich anderes im Sinn hat als zu Beginn seines
| Angriffs auf die Ukraine: die Vernichtung eines Staats, der in seiner
| Welt nicht existieren darf.
|
| Wenn in Kiew also jetzt Geheimdienst und Regierung vermuten, er könne es
| auf eine Teilung des Landes abgesehen haben, ist das eher die
| Feststellung dessen, was der russischen Seite überhaupt gerade gelingen
| könnte. Gleiches gilt für die jüngsten russischen Ankündigungen, man
| werde sich fortan auf die "Befreiung" der Donbass-Region in der
| Ostukraine konzentrieren: ja, notgedrungen. Die Einnahme der Hauptstadt,
| der Sturz des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der schnelle Vormarsch
| bis zum Sieg – all das scheint er kurzfristig nicht mehr zu erreichen.
| Der Widerstand ist zu stark, die russischen Truppen physisch wie
| psychisch zu ausgedünnt. Es bleibt eine Momentaufnahme, doch Putin
| gewinnt diesen Krieg vorerst nicht.
|
| Was nicht bedeutet, dass er jetzt weich würde und sein Heil in
| Verhandlungen suchen müsste. Das wäre der falsche Blick auf die neue
| Runde von Gesprächen, die jetzt in Istanbul laufen sollen – das erste
| persönliche Treffen von Unterhändlern seit Wochen, nachdem zuletzt
| nahezu endlose Videoschalten keinen Fortschritt gebracht hatten. Der
| Krieg macht dafür keine Pause, die Verbrechen gehen weiter, mag es auch
| keine substanziellen russischen Geländegewinne mehr geben oder auf der
| anderen Seite entscheidende ukrainische Siege, auch wenn die ukrainische
| Armee einige Gegenangriffe führt.
|
| Der eigenen Bevölkerung muss Putin ohnehin signalisieren, die Operation
| laufe weiter nach Plan, also alles, was militärisch passiert, sei
| genauso gewollt. Darauf zielen die Äußerungen über eine vermeintliche
| Befreiung des Donbass sicher viel mehr, als dass sie Rückschlüsse auf
| die endgültigen Kriegsziele zuließen. Zugleich ist es für Putin ein Wert
| an sich, wenn immer mal wieder der Eindruck entsteht, er könne sich mit
| weniger zufriedengeben als einer "demilitarisierten" und
| "entnazifizierten" Ukraine.
|
| Solange regelmäßig die zynische Hoffnung aufkeimt, der russische
| Präsident könnte geneigt sein, auf dem Verhandlungswege seine Gewinne
| einzustreichen, und die Invasion ruhen lassen, nützt ihm das: Bloß jetzt
| nicht übertreiben mit den Waffen und den Sanktionen, damit die
| Diplomatie eine Chance hat, werden dann wieder einige fordern – völlig
| losgelöst davon, was die Ukraine gewillt wäre zu akzeptieren oder was
| daraus folgen würde.
|
| "*So schnell wie möglich Frieden*"
|
| Denn was wäre ein solcher Frieden anderes als die Legalisierung aller
| Verbrechen, die Russland in der Ukraine seit 2014 begangen hat? Von der
| Annexion der Krim bis zur Zerstörung der Hafenstadt Mariupol, die Putin
| augenscheinlich auf jeden Fall noch mitnehmen will, bevor ein neuer
| Status quo vorläufig gefestigt wäre. Alles unterhalb eines kompletten
| Abzugs russischer Truppen wäre die Anerkennung einer maßlosen
| Schreckensherrschaft in den eroberten Gebieten, zudem die Ermunterung,
| das erträumte russische Imperium weiter mit Gewalt zu errichten, sobald
| Nachschub und Kampfkraft erneuert sind.
|
| So ist die aktuelle Einschätzung der ukrainischen Seite, es könne auf
| eine Teilung des Landes hinauslaufen, denn auch eher eine Warnung als
| die Beschäftigung mit einem möglichen Kompromiss. Was die Verhandlungen
| angeht, bleibt Selenskyj bei seinen "roten Linien": "Die Souveränität
| und territoriale Integrität der Ukraine stehen nicht in Zweifel", sagte
| er zuletzt in einer Videobotschaft. "Wirksame Sicherheitsgarantien für
| unseren Staat sind zwingend."
|
| Gleichzeitig weiß der ukrainische Präsident, dass auch sein Land diesen
| Krieg gerade nicht gewinnt, sich mit verbissenem Verteidigungswillen und
| halbwegs hilfreichen Waffenlieferungen letztlich nur der Niederlage
| entgegenstemmen kann: "Wir verstehen, dass es unmöglich ist, alle
| Gebiete mit Gewalt zu befreien", räumte er ein. Und nähert sich damit
| gedanklich eben doch bereits einem Punkt an, der ihm keine Wahl mehr
| lassen wird, als sich mit der drohenden Teilung zu arrangieren. Sein
| Ziel, "so schnell wie möglich Frieden und die Wiederherstellung des
| normalen Lebens in unserem Heimatland", klingt in diesem Kontext wie
| eine verzweifelte Durchhalteparole.
|
| *Kein Moment der Ruhe*
|
| In einem Interview mit unabhängigen russischen Medien signalisierte
| Selenskyj noch einmal nachdrücklich, über eine Neutralität und einen
| nuklearwaffenfreien Status der Ukraine könne man reden, wenn Putin zu
| einem persönlichen Gespräch bereit sei. Aus Russland kam prompt die
| übliche Ansage: Erst wenn die Unterhändler in allen wichtigen Punkten
| eine Einigung erzielt hätten, könnten die Präsidenten gemeinsam die
| konkreten Ergebnisse festhalten. Die Ukraine wolle Gespräche nur
| vortäuschen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow – das
| dürfte allerdings weiterhin eher Putins Spiel sein. Die Veröffentlichung
| des Selenskyj-Interviews wurde in Russland verboten.
|
| So schlecht die Invasion für Wladimir Putin auch läuft, scheint derweil
| eines klar: An Rückzug denkt er nicht. Wie auch immer eine Teilung oder
| ein vereinbarter Stillstand aussähe, es wäre für ihn wohl eher eine
| Unterbrechung denn ein Abbruch. Es wäre für die Ukraine und auch den
| Westen kein Moment der Ruhe, sondern die gefährlichste Phase, in der
| jedes Nachlassen bestraft würde. Bis dahin ist mit einem harten
| Zermürbungskrieg zu rechnen, der noch lange dauern kann, oder Putin
| eskaliert seinen Terror ins Unvorstellbare.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-03/ukraine-krieg-russland-teilung-verhandlungen-verteidigung>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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Panzer-Museum zur Ukraine Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-12 20:35 +0100
  Re: Panzer-Museum zur Ukraine Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2022-03-13 08:20 +0100
    Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Nitzschner <nospam@nitzschner.de> - 2022-03-13 14:33 +0100
    Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-13 21:49 +0100
  Re: Panzer-Museum zur Ukraine Wilhelm Ernst <newstrap@t-online.de> - 2022-03-13 19:59 +0100
  Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-18 09:42 +0100
    Re: Panzer-Museum zur Ukraine "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-18 10:00 +0100
      Re: Panzer-Museum zur Ukraine Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-18 15:06 -0700
        Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-19 22:31 +0100
          Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-19 19:11 -0400
            Re: Panzer-Museum zur Ukraine Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-03-20 05:50 +0100
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-20 07:51 +0100
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-20 17:41 -0400
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-03-21 05:04 +0100
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-21 11:08 -0400
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2022-03-20 14:28 +0100
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-20 17:32 -0400
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Nitzschner <nospam@nitzschner.de> - 2022-03-28 16:42 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-28 10:57 -0400
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Thomas Hochstein <thh@thh.name> - 2022-03-28 19:14 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-28 14:07 -0400
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Thomas Hochstein <thh@thh.name> - 2022-03-28 20:22 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-28 14:38 -0400
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-28 15:14 -0400
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2022-03-29 07:32 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-29 07:38 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-03-29 18:38 +0200
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-29 13:14 -0400
            Re: Panzer-Museum zur Ukraine Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-20 05:58 +0000
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-20 06:01 +0000
                Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-20 17:53 -0400
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-19 23:34 -0700
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-20 17:50 -0400
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-29 12:49 -0400
            Re: Panzer-Museum zur Ukraine Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2022-03-20 07:11 +0100
              Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-20 18:02 -0400
    Re: Panzer-Museum zur Ukraine Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-18 09:41 -0400
      Re: Panzer-Museum zur Ukraine Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2022-03-18 15:29 +0100
      Re: Panzer-Museum zur Ukraine Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-19 22:36 +0100
        Re: Panzer-Museum zur Ukraine Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2022-03-20 07:07 +0100
  Re: Panzer-Museum zur Ukraine Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-03-23 20:43 +0100

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