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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew |
| Date | 2022-03-27 10:29 -0400 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <t1psce$6ar$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <t1l6d8$lgp6$1@solani.org> <Scheitern-20220325210303@ram.dialup.fu-berlin.de> <Kommentatoren-20220325220902@ram.dialup.fu-berlin.de> <t1lc5r$m8pd$1@solani.org> |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Stefan Ram <ram@zedat.fu-berlin.de> wrote: >> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes: >>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> zitierte: >>> >>> Igor Girkin (ehemals leitende Tätigkeiten in der russischen Arme >>> und dem FSB) soll kürzlich (heute?) im russischen Fernsehen in >>> einem Interview gesagt haben: >>>| 29 days of the special operation are over. There was no >>>| strategic success anywhere, in any direction. >> >> In russischen Fernsehen soll der politische Analyst Vitaly >> Tretyakov (englische Umschrift) kürzlich (heute?) gesagt haben: >> >>| We have to admit that there was no psychological breakthrough in >>| our operation, where the opposing side would lose their will to >>| resist... The resistance from the Ukrainian side is neither >>| stopping nor weakening > > Hat man die Liebe zu Russland einfach nicht reinbomben können in die > Leute aus der Ukraine? Sowas aber auch. > +--- <hier abknabbern> --- | Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die USA für einen historischen | Moment die einzig verbliebene Supermacht, und es schien, als könnten sie | den Globus nach ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modell neu | ordnen. Das Wort vom "Ende der Geschichte", dem endgültigen Sieg | demokratischer und marktwirtschaftlicher Ordnungen gegen autokratische | Systemvorstellungen, machte die Runde. | | Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. In der Regierungszeit von | George W. Bush überspannten die USA ihre Kräfte. Vor allem aber | verspielten sie viel von ihrem "Soft Power"-Kapital, ihrer | Anziehungskraft als liberales Vorbild, da sie sich selbst nicht an die | internationalen Regeln und Werte hielten, die sie dem Rest der Welt, oft | auch mit militärischem Nachdruck, mit ihrer "hard power", empfahlen. | | Amerikas Sendungsbewusstsein bleibt trotz dieser zweifelhaften Bilanz | ungetrübt - trotz fehlgeschlagener Interventionen wie in Afghanistan | oder im Irak, trotz Guantánamo und Abu Ghraib und trotz des Sturms auf | das Kapitol am 6. Januar 2021, als die amerikanischen | Sicherheitsbehörden und Militärs einen von ihnen befürchteten "Coup" des | widerwillig scheidenden Machthabers Donald Trump verhindern mussten. | | Trumps Nachfolger Joe Biden bemüht weiterhin Amerikas Einheit und | Vorbildrolle. Die nicht mehr so Vereinigten Staaten von Amerika sind | jedoch tief gespalten. Die Republikanische Partei, die einst den Kampf | gegen den "gottlosen Kommunismus" führte, beugt sich einem Führer, der | Putin ein "Genie" nennt. Wo es gälte, sich der russischen Aggression | entschieden zu widersetzen, belobigen Trumps Anhänger bewaffnete | Aufständische, die das Parlament in Washington angegriffen haben. | Zusätzlich schleifen die Republikaner das Wahlrecht, um Trump eine | zweite Amtszeit zu ermöglichen. | | *Für die USA wäre ein Bündnis von Russland und China ein Alptraum* | | Die von Trump nach wie vor dominierten Republikaner, von denen selbst | die Mehrzahl ihrer Repräsentanten im Kongress den neu ins Amt gewählten | Joe Biden nicht als ihren legitimen Präsidenten anerkennen, sind sich | mit den Demokraten in fast nichts mehr einig - es sei denn, es geht | gegen China. | | Amerikas Abwendung von Europa und seine "Hinwendung nach Asien" wurde | schon von Donald Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama | eingeläutet. Und Obamas damaliger Vizepräsident Joe Biden führt diesen | Kurs nun umso entschiedener fort, um dem Rivalen China zu begegnen, der | in Ostasien Washingtons Hegemonie herausfordert. Amerikas Anspruch, | trotz zunehmend knapper werdender Ressourcen eine Weltordnung | amerikanischer Prägung aufrechtzuerhalten, dürfte die innerlich | geschwächte Weltmacht dazu verleiten, künftig Europas | Sicherheitsinteressen noch mehr zu vernachlässigen. | | Strategisch denkende US-Sicherheitsexperten befürchten schon seit | Längerem, dass Sanktionen gegen Russland, besonders solche im | Energiebereich, den USA selbst schaden, weil sie Russland gewissermaßen | zwingen, sich noch stärker nach Asien zu orientieren. Für die | Weltenplaner in Washington ist ein festes strategisches Bündnis zwischen | Russland und China ein sehr bedrohliches Szenario. | | Bereits heute wären die USA nicht mehr in der Lage, einen | Zweifrontenkrieg, also gegen Russland in Europa und gegen China in | Asien, zu gewinnen. Das war bereits 2019 die Befürchtung von | amerikanischen Verteidigungsbeamten und Militäranalysten. In Planspielen | der Rand Corporation, des größten und renommiertesten amerikanischen | Think-Tanks, in denen Großmachtkonflikte simuliert wurden, wäre in einer | gleichzeitigen Auseinandersetzung mit Russland und China eine Niederlage | für die USA programmiert. | | *Europa könnte einem "Deal" geopfert werden* | | Insofern ist es selbst nach Putins Waffengang in der Ukraine durchaus | denkbar, dass sich die amerikanische Russland-Politik in Zukunft wandelt | und damit die Europäer erneut vor Probleme stellt - allerdings vor | völlig anders geartete. Analog zum machtpolitischen Kalkül des damaligen | US-Sicherheitsberaters Henry Kissinger, der Präsident Nixon nahelegte, | die Verbindung mit dem damals schwächeren China zu suchen, um die | mächtigere Sowjetunion einzudämmen, könnte es heute ratsam sein, | Russland zu umgarnen, um dem aufsteigenden und für die USA immer | bedrohlicher werdenden China zu begegnen. | | So fordert etwa Charles Kupchan, der am Council on Foreign Relations | außenpolitische Ideen schmiedet und als Professor an der Georgetown | University lehrt, schon seit Längerem eine Kurskorrektur von der | Biden-Regierung. Anstatt Russland und China mit einer moralbasierten | Wertepolitik zusammenzudrängen, sollten Biden und seine europäischen | Verbündeten ganz pragmatisch versuchen, Russland nach Westen zu locken. | Obwohl dies nach Putins völkerrechtswidrigem Angriff auf die Ukraine | nicht einfacher werden dürfte, haben die USA laut Kupchan "eine | beeindruckende Bilanz" auch mit "unappetitlichen Regimen" eine | gemeinsame Basis zu finden. | | Der Geopolitiker Putin, dem aktuell die Unzulänglichkeit seiner | Militäroffensive in der Ukraine vor Augen geführt wird und der ebenso | daran interessiert ist, Chinas raumgreifende Aktivitäten in Zentralasien | einzudämmen, könnte von Washingtons Geostrategen weitere Anreize | erhalten, indem etwa westliche Sanktionen - die vor allem auch der | amerikanischen Wirtschaft selbst schaden - nach einem für beide Seiten | akzeptablen Friedensschluss mit der Ukraine wieder gelockert werden, um | russisches Wohlverhalten in anderen, für Amerika wichtigeren Regionen zu | erwirken. | | Europa insgesamt könnte so eine Erfahrung machen, mit der die | osteuropäischen Staaten historisch bereits vertraut sind, nämlich dass | die eigenen Interessen einem "Deal" größerer Mächte geopfert werden. | Sollte Donald Trump erneut ins Weiße Haus einziehen, würde diese Gefahr | noch größer werden. | | *Europa muss sich selbst verteidigen können* | | Künftig könnte für uns also die Frage überlebenswichtig werden, wie sich | eine glaubwürdige Abschreckung ohne Washington aufrechterhalten lässt. | Um Europas Sicherheit und Zusammenhalt strategisch zu gewährleisten, | gilt es bereits heute vorauszudenken und dementsprechend mutig zu | handeln. Vertrauen in andere ist gut, eigene Verteidigungsfähigkeit ist | besser, könnte eine für Europas Staaten zeitgemäße Abwandlung eines | russischen Sprichwortes lauten. | | Es ist höchste Zeit, dass die Europäer nicht mehr nur über die für eine | europäische Friedensordnung weiterhin nötigen vertrauensbildenden | Maßnahmen gegenüber Russland nachdenken, sondern sich auch über eigene, | von den USA unabhängige militärische Fähigkeiten Gedanken machen - im | konventionellen wie im nuklearen Bereich. Das Ziel muss sein, möglichen | Erpressungsversuchen oder gar Aggressionen der russischen Führung | vorzubeugen. | | Weil China als militärischer Rivale zu den USA aufgestiegen ist und die | USA sich verstärkt nach Asien orientieren, sollte Europa darauf | hinarbeiten, sich selbst verteidigen zu können. Deutschland und Europa | sollten sich deshalb nicht länger der transatlantischen Illusion | hingeben, dass die "Schutzmacht" USA für die Sicherheit und den | Wohlstand der Alten Welt mit sorgt. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Vom-Ende-zum-Kollateralschaden-der-Geschichte-article23225256.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Trauben hängen zu hoch: Kiew Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-25 19:50 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-03-25 21:54 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-25 17:09 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-25 21:28 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-27 10:29 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-27 11:10 -0700
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-03-25 22:06 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-03-26 00:14 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-26 05:26 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-03-26 07:41 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-26 08:52 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-26 11:04 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-26 04:03 -0700
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2022-03-26 21:39 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-27 08:32 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2022-03-27 15:00 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-27 16:48 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2022-03-27 17:23 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-26 10:57 +0100
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-27 11:46 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-27 15:49 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-27 15:51 +0000
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-27 12:38 -0400
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Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-27 11:49 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-29 16:27 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-29 16:50 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-29 17:00 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-30 09:10 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-30 09:23 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-03-30 18:15 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-30 12:37 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-29 13:01 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2022-03-29 19:05 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-29 11:27 -0700
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-03-30 08:49 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-30 09:40 -0400
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-03-29 19:44 +0200
Re: Trauben hängen zu hoch: Kiew Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-29 17:48 -0400
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