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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Putout Putin |
| Date | 2022-03-03 10:23 -0500 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <svqmh8$cot$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <svoukb$21bg2$1@solani.org> <j8b6jeFfr4vU1@mid.individual.net> <svq5pu.co4.1@privat.lahls.de> |
Salve allerseits, Ruediger Lahl schrieb: > *Michael Bode* schrieb: >> Ned Kelly <ned.kelly@nefkom.net> writes: >> >>> Kann der Kerl überhaupt mit demokratischen >>> Mitteln entsorgt werden? >> >> Wie kommst du im Zusammenhang mit Russland auf 'demokratische Mittel'? > > Jenau, der kriegt ne neue Unterhose und gut ists. > +--- <hier abknabbern> --- | Der russische Präsident sprach das Offensichtliche aus, und es gab | keinen Grund, ihm zu widersprechen. Grosny sehe "einfach schrecklich" | aus, sagte Wladimir Putin 2004 nach einem Flug über die Hauptstadt | Tschetscheniens. Russland hatte den zweiten Krieg gegen die Separatisten | im Kaukasus für beendet erklärt, und Putin nahm eine Stadt in | Augenschein, die zum modernen Symbol für russische Kriegsführung | geworden war. Was die Bewohner Grosnys erlebten, könnte nun auch den | Bewohnern von Kiew und Charkiw drohen, befürchtet man nicht nur in der | Ukraine. | | Nach zwei Kriegen war Grosny weitgehend verwüstet. Im ersten | Tschetschenien-Krieg 1994/1995 hatte die russische Armee die Stadt | wochenlang belagert und dabei tagelang mit Artillerie beschossen. Auch | aus der Luft griffen die russischen Streitkräfte die Stadt an. Dabei | starben nach Schätzungen 25.000 Menschen. | | Im zweiten, kürzeren Tschetschenienkrieg ab Mitte 1999 wurde die Stadt | erneut aus der Luft und mit Artillerie angegriffen und Anfang 2000 von | russischen Truppen eingenommen. 2002 bezeichnete die UN Grosny als die | am schwersten zerstörte Stadt der Welt. | | Die Folgen für die Zivilbevölkerung, sagt der Kaukasus-Experte Uwe | Halbach, "waren in den massiven Kriegsphasen verheerend". Die Zahl der | Todesopfer wird, beide Kriege zusammengenommen, auf zwischen 100.000 bis | annähernd 200.000 Menschen geschätzt. Damit, so Halbach, "bildeten die | Tschetschenienkriege die schlimmsten Gewaltereignisse im | postsowjetischen Raum". | | "*Brachialer Ansatz*" | | Müssen sich die Bewohner Kiews nun auf dieses Szenario einstellen? "Die | russische Streitkräfte sind zuallererst eine Artillerie-Armee", sagt der | Wiener Militäranalyst Franz-Stefan Gady. Die russische Armee setze "auf | Feuerkraft", die - zusammen mit Luftangriffen und großflächigen | Bombardements - die Bevölkerung einschüchtern und den eigenen Truppen | den Weg bahnen solle. Diesen "frontalen, brachialen Ansatz" werde man | auch in Kiew sehen, befürchtet Gady. | | Der russischen Armee gehe es vor allem darum, einen längeren Kampf in | der Stadt zu vermeiden, analysiert er - und hier spiele auf Seiten der | Angreifer auch die Erinnerung an die Tschetschenien-Kriege, aber auch an | den Georgien-Krieg von 2008 eine Rolle. | | *Hilflos wie in Afghanistan* | | In Tschetschenien hatte sich die russische Armee im ersten Krieg überaus | verwundbar gegen den Guerilla-Taktik der tschetschenischen Kämpfer | gezeigt. "Die russische Armee war dem Partisanenkampf wie schon in | Afghanistan kaum gewachsen", ruft Uwe Halbach in Erinnerung. Im zweiten | Tschetschenienkrieg habe sie dann die Bekämpfung der Separatisten ab | 2001 mehr und mehr den lokalen Streitkräften unter Führung des | Kadyrow-Clans übertragen. | | 2008 habe sie starke Defizite in der Gefechtsführung, in der | Kommunikationssicherheit und in der Kommunikations zwischen den | einzelnen Einheiten gezeigt, sagt Gady - phasenweise sei die kleinere | georgische Armee den russischen Streitkräften überlegen gewesen. Am Ende | habe sie "die Masse der russischen Streitkräfte erdrückt". | | *Die Probleme bleiben* | | Militärische Beobachter erkennen einige dieser Probleme - zu ihrem | Erstaunen - auch jetzt im Ukraine-Krieg. Der frühere NATO-General | Hans-Lothar Domröse wunderte sich in Hart aber fair darüber, dass zu | Kriegsbeginn nicht alle Teilstreitkräfte koordiniert und massiv | eingesetzt wurden. | | Auch Militäranalyst Gady ist überrascht, dass sich die Armee bei diesem | "Kampf der verbundenen Waffen" "relativ schwach" gezeigt und offenbar | aus den vergangenen Kriegen "nicht mehr Lektionen gelernt" habe. Es | deute sich an, dass die Armee doch nicht die Erfahrung im Kampf "im | urbanen Gelände" habe, wie man es vielleicht erwartet hätte. | | *Belagern und schießen* | | Gady schließt daraus, dass die russischen Streitkräfte auch in Kiew den | brachialen Ansatz wählen werden und entwickelt dieses Szenario: Um die | Stadt könne ein Belagerungsring gebildet werden, um dann die Bevölkerung | mit gezielten Bombardements und Artilleriebeschuss einzuschüchtern. Ihr | würde dann über humanitäre Korridore die Chance gegeben, die Stadt zu | verlassen, "um die internationale Reputation Russlands nicht komplett zu | zerstören" - aber auch, um den Kampf im städtischen Gelände zu | erleichtern. | | Denn die russische Armeeführung könne kein Interesse an einem langen | innerstädtischen Kampf haben - darin sind sich westliche Militärexperten | einig. Durchgängig wird auf die hohe Motivation der Ukrainer verwiesen, | die Defizite der russischen Armee und den strategischen Vorteil, den | selbst unerfahrene Kämpfer in einer Verteidigungsposition haben. | | Erfahrungsgemäß brauche eine angreifende Arme für einen Verteidiger bis | zu fünf Kämpfer, in einer Stadt wie Kiew könne dieses Verhältnis sogar | auf bis zu zehn zu eins anwachsen. "Diese Anzahl an Kämpfern hat | Russland einfach nicht", stellt Gady fest. | | Das wiederum verstärke das Dilemma der Angreifer. Denn die russische | Armee müsse auf verstärkten Artilleriebeschuss setzen. Zerstörte Gebäude | aber seien "perfekte Verteidigungsanlagen". Und der Kampfwille auf | ukrainischer Seite sei sehr hoch - vielleicht auch, weil man gar nicht | wisse, was ein Kampf im urbanen Gelände wirklich bedeutet, der für Gady | "die brutalste Art des Krieges" darstellt. | | *Tschetschenen als Abschreckung*? | | Vielleicht macht auch deshalb schon in den ersten Kriegstagen das | Gerücht die Runde, die russische Armee wolle im Kampf gegen die Ukrainer | auch tschetschenische Einheiten einsetzen. Sie gelten seit den beiden | Kriegen als besonders skrupellos. | | Der französische Russland- und Kaukasus-Experte Jean-François Ratelle | sieht dafür noch keine Anzeichen - er hält solche Gerüchte für einen | Teil psychologischer Kriegsführung. Es gehe darum, die Ukrainer "glauben | zu machen, was in Tschetschenien passiert ist, werde auch in der Ukraine | geschehen: dass sie in der Stadt Amok laufen werden, dass geplündert, | vergewaltigt und getötet werde", zitiert die Zeitschrift "Foreign | Policy" den Franzosen. | | Tatsächlich eingetreten ist bislang der Dauerbeschuss der Städte, teils | mit Streumunition. Versuche, Metropolen wie Charkiw einzunehmen, konnten | zunächst zurückgeschlagen werden. Doch die Angriffe nehmen an Intensität | zu und treffen zunehmend Zivilisten, während Russland seine Truppen | weiter verstärkt. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.tagesschau.de/ausland/europa/kiew-grosny-101.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Putout Putin Ned Kelly <ned.kelly@nefkom.net> - 2022-03-03 00:32 +0100
Re: Putout Putin Mike Grantz <invalid@invalid.invalid> - 2022-03-03 00:47 +0100
Re: Putout Putin "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-03-03 01:37 +0100
Re: Putout Putin Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-03-03 16:15 +0000
Re: Putout Putin "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 17:26 +0100
Re: Putout Putin Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-03-03 17:23 +0000
Re: Putout Putin Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 17:37 +0000
Re: Putout Putin Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-03-03 20:00 +0100
Re: Putout Putin Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 19:46 +0000
Re: Putout Putin Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-03-04 08:13 +0100
Re: Putout Putin Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-03-04 08:24 +0000
Re: Putout Putin Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-03-04 09:29 +0100
Re: Putout Putin Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2022-03-04 09:46 +0100
Re: Putout Putin "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 09:57 +0100
Re: Putout Putin "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 09:55 +0100
Re: Putout Putin Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 08:34 -0800
Re: Putout Putin "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-03-03 00:48 +0100
Re: Putout Putin hc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann) - 2022-03-03 07:45 +0100
Re: Putout Putin Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-02 23:17 -0800
Re: Putout Putin Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-03-03 07:47 +0100
Re: Putout Putin Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-03 10:37 +0100
Re: Putout Putin Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-03 10:23 -0500
Re: Putout Putin "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 16:28 +0100
Re: Putout Putin Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 07:37 -0800
Re: Putout Putin Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-03-03 18:50 +0100
Re: Putout Putin Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-03 21:31 +0100
Re: Putout Putin Peter Veith <veith@snafu.de> - 2022-03-03 07:55 +0100
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