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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! |
| Date | 2021-04-16 10:49 -0400 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <s5c85u$avm$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <idp3igFnkohU1@mid.individual.net> |
Salve allerseits, Johannes Leckebusch schrieb: > > Ich wollte es ja kaum glauben - und hatte Recht: Markus Söder hat seine > überall verkündete Teilnahme in der Sendung von Sandra Maischberger "Die > Woche" (grade eben) abgesagt! > +--- <hier abknabbern> --- | Mal angenommen, eine Professorin der Politikwissenschaft gibt ihren | Studenten folgende Aufgabe: Sie sollen eine Vorgehensweise ersinnen, mit | der die CDU in der Unionsfamilie maximal geschwächt wird. Das Ergebnis | könnte so aussehen: Da eine Organisation am härtesten getroffen wird, | wenn Angriffe aus dem Inneren kommen statt von außen, wäre ein Vorstoß | der Schwesterpartei CSU besonders effektiv. Wichtig wäre es auch, einen | Moment für den Angriff zu wählen, in dem die große Schwester sich in | Sicherheit wiegt. Drittens ist ein Treffer dann besonders schmerzhaft, | wenn die Entschlossenheit des Angreifers unterschätzt wurde. | | Kurzum: Die Studenten hätten ein Szenario entwerfen können, wie das | derzeit vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder im Kampf um die | Kanzlerkandidatur vorgeführte. Ein Angriff aus dem Süden ist zwar nichts | Neues. Aber dass er ausgerechnet fünf Monate vor einer Bundestagswahl | von dem Mann kommt, der nach dem Streit über die Asylpolitik seit zwei | Jahren predigt, wie wichtig der Frieden in der Union ist, gewährleistet | ein maximales Überraschungsmoment. Dass Söder über Monate trotz | ausgezeichneter Umfragewerte so getan hat, als habe er kein Interesse an | der Kanzlerkandidatur, verstärkt die Überraschung noch. | | Einmütig sprachen sich CDU-Präsidium und -Vorstand am Montag für eine | Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet aus und waren fest davon | überzeugt, Söder werde das so akzeptieren, wie er es am Sonntag zugesagt | hatte. Schon am Donnerstag zeigten sich – nicht nur beim | sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff – erste | Zweifel, ob diese (Vor-)Entscheidung gegen das Anrennen des mit Stapeln | von Umfragen bewaffneten Söder zu halten sein würde. Fragte man in der | CDU, was sich denn von Montag bis Donnerstag an den Fakten geändert | habe, so lautetet die Antwort, man habe nicht gedacht, dass der | CSU-Vorsitzende die Sache mit solcher Härte betreibe. | | Auch diejenigen in der CDU, die Söders Vorgehen gar nicht gut finden, | wissen, dass da kein wildgewordener Politikamateur mit Tunnelblick und | weiß-blauem Baseballschläger das christdemokratische Porzellan | zerdeppert. Wenn einer in der Disziplin des Machterwerbs und -erhalts | ein kalter Profi ist, dann Markus Söder. Man darf ihm also unterstellen, | dass er mit voller Absicht das Konrad-Adenauer-Haus und die gesamte | Führungsetage der CDU unter Feuer nimmt. | | Vollendet Söder die „Zerstörung der CDU“? So hatte der Youtuber Rezo vor | zwei Jahren ein Video mit scharfer Kritik an den politischen Inhalten | der CDU benannt. Als es millionenfach abgerufen wurde, ahnte man im | Konrad-Adenauer-Haus, dass es einen Nährboden für solche Phantasien | gibt. Söder weiß, dass sein Vorgehen der CDU schaden kann. Warum also | macht er es? Er will doch Bundeskanzler werden, daran kann inzwischen | kein Zweifel mehr bestehen. Aber er will es ebenso offenkundig mit einem | anderen System, als demjenigen, das vor allem Helmut Kohl, aber | letztlich auch Angela Merkel angewandt haben. Beide haben sich in ihren | 16 Jahren Kanzlerschaft auf die Partei gestützt. | | *Söder sieht sich als in Bayern beheimateter Volkstribun* | | Söder scheint zu glauben, ohne Parteien zurechtkommen zu können. Ein | erfahrener CDU-Mann sagt, der CSU-Chef habe seine eigene Partei entkernt | und versuche nun, die CDU zu enthaupten. Der bayerische | Ministerpräsident ist selbstbewusst genug zu meinen, dass er mit Hilfe | des Wahlvolks und unter Übergehen der von ihm verachteten | Parteifunktionäre das Land regieren kann, heiße es nun Bayern oder | Deutschland. Insofern war es ein Missverständnis, sein Mantra „mein | Platz ist in Bayern“ als Desinteresse an der Kanzlerschaft zu | interpretieren. Er sieht sich als in Bayern beheimateten Volkstribun, | der Deutschland regieren will. | | Es gibt inzwischen einige Vorbilder dafür, dass dieses Modell in | westlichen Demokratien funktionieren kann, wenn ein Politiker in der | Wählerschaft nur genügend Begeisterung hervorruft. Ob es der | österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ist, der ehemalige | amerikanische Präsident Donald Trump oder der französische Präsident | Emmanuel Macron. Ihr System, sich über und gegen die Parteien zu | stellen, die bisher Kanzler und Präsidenten getragen haben, trug sie ins | Amt. | | Wie lange man in einer freiheitlichen Demokratie auf diese Weise an der | Macht bleiben kann, ist noch ungewiss, weil die Methode nicht | ausreichend erprobt ist. Kurz hat nicht einmal vier, sehr unruhige | Regierungsjahre hinter sich, in denen er vom Koalitionspartner FPÖ zu | den Grünen geschwenkt ist. Ein Beleg dafür, dass Parteien mit ihren | Funktionären und Programmen für ihn nachrangig erscheinen. Trump ist bei | der Wiederwahl knapp gescheitert, aber eher an seiner Person als an | seiner Vorgehensweise beim Machterwerb und der Machtausübung. | | *Es geht um den Fortbestand der CDU als Volkspartei* | | Die Wiederwahl von Macron im kommenden Jahr ist ungewiss. Seine | Herausforderin Marine Le Pen will ihn von rechts – methodisch betrachtet | – mit seinen Waffen schlagen. Sie legte kürzlich den Parteivorsitz | zumindest vorübergehend nieder, weil sie überzeugt scheint, besser ohne | Partei die Sympathien der Franzosen auf sich ziehen zu können. So | verängstigt ist Macron inzwischen, dass er die Ecole National | d’Administration schließen lässt, Säule und Sinnbild des französischen | Establishments. | | Die CDU, so sehen es die erfahrenen Analytiker in der Partei, kämpft | nicht in erster Linie für Armin Laschet, wenn sie für Armin Laschet | kämpft. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/machtkampf-in-der-union-will-markus-soeder-die-cdu-zerstoeren-17296906.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Johannes Leckebusch <jlnospam@johannes-leckebusch.de> - 2021-04-14 23:02 +0200
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2021-04-14 23:47 +0200
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2021-04-15 10:08 +0200
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2021-04-15 12:15 +0200
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-04-16 10:49 -0400
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2021-04-16 20:33 +0200
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-04-17 09:18 -0400
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-04-17 07:38 -0700
Re: Bei Maischberger: Markus Söder kneift! spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2021-04-18 17:44 +0200
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