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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Es lebe das Fax |
| Date | 2021-01-02 11:35 -0500 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <rsq7cn$grm$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <i58u7uFgnr7U5@mid.individual.net> <pan$4bf6$a1c0b8f5$baea0197$a1ec38a1@news.marquee-moon.de> <16ype66h33av4.dlg@kimmeringer.de> <pan$5bbf8$6da28c2d$2732205e$811d7d4@news.marquee-moon.de> |
Salve allerseits, Markus Luft schrieb: > Am Sat, 02 Jan 2021 10:46:02 +0100 schrieb Lothar Kimmeringer: >> Markus Luft wrote: >> >>>| Die Dringlichkeit für eine bundesweite Einführung betonen auch der >>>| Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit, die Björn Steiger Stiftung >>>| und ein Zusammenschluss von deutschen Technologiemanagern (CIO >>>| Corporate Citizens) in einem Zehn-Punkte-Plan zur Entlastung der >>>| Gesundheitsämter. Darin rechnen sie vor, dass der Arbeitsaufwand je >>>| Fall bei bis zu 10 Stunden liegt, wobei ein großer Teil auf die >>>| analoge Übermittlung eigentlich digital vorliegender Daten entfalle. >>> >>> Mit der analogen Übermittlung ist wohl nicht zufällig der Zeitaufwand >>> für das telefonische Befragen der Kontaktpersonen gemeint? >>> Das Vereinfacht SORMAS so erheblich? >> >> Damit duerfte eher die Uebermittlung der Zahlen, etc. gemeint >> sein. Die duerften in sowas wie einem Spreadsheet (sei es direkt >> in Excel oder was anderem) vorliegen, das wohl derzeit ausgedruckt >> und durch ein Fax gejagt wird. Auf der Empfaengerseite sitzt dann >> wiederum jemand, der die Zahlen vom Fax in ein Spreadsheet eintraegt. >> > So stelle ich mir das auch vor, nur bringt es nix bei der > Pandemiebekämpfung. Die wird ja vor Ort gemacht und nicht beim RKI. > Ob in Berlin Daten nund ein paar Stunden früher eintrudeln oder nicht > oder ob in Castrop-Rauxel ne Currywurst auf den Boden fällt. > +--- <hier abknabbern> --- | Das zu Ende gehende Jahr wird gern als das Jahr gesehen, das der | Durchbruch für die Digitalisierung in Deutschland war. Viele arbeiten im | Homeoffice, Schüler lernen digital, und selbst immer mehr Kommunen | beeilen sich, Bürgern Formalien wie den Antrag auf Elterngeld in Zukunft | online anbieten zu können. Der externe Schock durch die Corona-Pandemie | hat viel bewegt. | | „Die Krise als Chance begreifen“ – dieser Satz ist vermutlich in keinem | Jahr häufiger gefallen als 2020. Aber ob Unternehmen und Organisationen | in Deutschland diese Chance wirklich ergreifen, ist noch längst nicht | ausgemacht. | | Beispiel Videokonferenzen: Sie verlegen analoge Prozesse in den | digitalen Raum – aber sie verändern nichts am System. Damit der | Corona-Schock zu einer nachhaltigen Digitalisierung führt, muss 2021 | noch deutlich mehr passieren. | | Das zeigt auch eine Studie, die der Digitalverband Bitkom im November | veröffentlichte. „Die Corona-Pandemie ist eindeutig ein | Digitalisierungstreiber für die deutsche Wirtschaft“, sagte | Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die gute Nachricht ist: Die Unternehmen | wollen etwas tun und die Digitalisierung vorantreiben. Die schlechte | Nachricht: Längst nicht alle sind dazu in der Lage.“ | | Dabei bezog er sich auf notwendige Investitionen für Digitalisierung: | Weil vielen Unternehmen das Geschäft wegbrach, sinkt der Spielraum für | Investitionen in die Technik. Allerdings sind die Ambitionen vielerorts | auch bescheiden: Den meisten Managern geht es der Studie zufolge bei | ihren Digitalisierungsbemühungen darum, durch die Krise zu kommen oder | für eine nächste gewappnet zu sein. Nur 46 Prozent der Befragten planen, | die Digitalisierung zu nutzen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. | | der Befragten einer Bitkom-Studie wollen die Digitalisierung nutzen, um | neue Geschäftsfelder zu erschließen. | | *Lebenszyklus von Produkten ist irgendwann vorbei* | | Anders gesagt: Im Jahr 2020 sieht die Hälfte der deutschen Wirtschaft | die Digitalisierung offenbar immer noch als Mechanismus für die | Optimierung des Bestehenden, aber nicht als Chance für etwas Neues. | Oftmals wird diese Haltung dem deutschen Ingenieurgeist zugeschrieben, | bei dem der immer effizientere Ressourceneinsatz und die immer | ausfallsicherere, schnellere Produktion im Vordergrund stehen. | | Lange wurde in Deutschland etwa der Benziner optimiert. Diese nicht zu | unterschätzende Tugend hat uns international viel Anerkennung und damit | auch Wohlstand gebracht. Aber irgendwann ist ein altes Produkt | vielleicht zu Ende optimiert, und es ist Zeit für ein neues. | | Und so enttarnt sich bei genauerer Betrachtung die | „Digitalisierungsoffensive“ des ein oder anderen Unternehmens – und dazu | zählen ausdrücklich auch Großkonzerne – mehr als Bemühung, Verpasstes | aufzuholen. Es werden Laptops für Mitarbeiter angeschafft, VPN-Clients | eingerichtet, damit das Homeoffice sicher ist und Software gemietet, die | die Zusammenarbeit auf Distanz erleichtert. All das gibt es seit Jahren, | manches seit Jahrzehnten. Besser spät als nie, aber echte | Digitalisierung ist anders. | | Gleichzeitig ist sogar in diesen noch etwas zarten | Digitalisierungsbemühungen zumindest bisher zu beobachten: Nach | anfänglichem – durchaus positivem – Aktionismus lässt der Enthusiasmus | nach. Im ersten Lockdown haben die meisten schnell auf Videokonferenzen | umgestellt. Die Lernkurve war zunächst sehr steil, kaum einer hatte sie | vorher so intensiv genutzt. | | Doch wurden bisher oft nur Abläufe digitalisiert, nicht die Prozesse | hinterfragt. So kommt eine Studie der Initiative D21, die Anfang | Dezember veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, dass nur 26 Prozent der | Personen, die im Homeoffice arbeiten können, Kollaborationstools für das | gemeinsame Arbeiten in Dokumenten nutzen. | | Stattdessen werden Videokonferenzen optimiert: Es gibt nun besseres | Licht und virtuelle Hintergründe, damit die Kollegen nicht mehr den | Wäscheständer im Arbeitszimmer sehen. Statt gemeinsam zu arbeiten, teilt | man seinen Bildschirm, damit die anderen sehen, woran man allein | gearbeitet hat. Die Lernkurve flacht ab. | | Dabei sind diese Tools eine Möglichkeit, all die kulturwandelnden | Methoden, die in so vielen Unternehmen seit Jahren gepredigt werden, sei | es „lean“ oder „agile“, für Teams oder Tribes, auch tatsächlich im | Alltag umzusetzen. Ein Miro-Board allein bringt zwar noch keinen | Kulturwandel, aber es hilft. | | Dabei muss sich Deutschland bei der Digitalisierung beeilen. Der | Rückstand unseres Landes gerade bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit | wird immer größer. Das mahnte nicht zuletzt Bundeskanzlerin Angela | Merkel (CDU) beim Digital-Gipfel Anfang Dezember an. Die Feststellung | ist nicht neu, darüber diskutieren, manchmal streiten die | Digitalexperten seit Jahren und trotzdem passiert wenig. | | *Skepsis gegenüber Veränderungen* | | Es gibt ohne Frage Vorreiter in der Digitalisierung, Mittelständler, die | ihr gesamtes Geschäft transformieren oder Großkonzerne, die sich für die | digitale Industrie der Zukunft neu aufstellen. Doch das sind | Einzelfälle. Zu viele sind erst am Anfang eines langen Weges. | | Wichtig ist: Hinter großen Entscheidungen, auch in der Wirtschaft, | stecken immer Menschen und die tun sich mit großen Veränderungen | mitunter schwer. Dafür ist unter anderem der sogenannte Status-quo-Bias | verantwortlich, der grob beschrieben aussagt, dass Menschen gern beim | Gewohnten bleiben, selbst wenn die Veränderung einen positiven Effekt | für ihr Leben hätte. | | Der Grund: Sie scheuen Risiken und bleiben lieber beim Status quo. | Dieses Phänomen wurde bereits Ende der 80er von William Samuelson und | Richard Zeckhauser beschrieben. Und offenbar ist der Status quo gerade | in Deutschland bei vielen in den betreffenden Positionen sehr komfortabel. | | Neueren Studien zufolge verstärkt sich dieser Effekt des Status-quo-Bias | noch, je mehr Entscheidungen getroffen werden müssen. Damit könnte die | Digitalisierung mit ihren vielen Möglichkeiten für viele als noch höhere | Hürde gesehen werden. Doch nur weil etwas möglich ist, heißt es nicht, | dass es auch sinnvoll ist. Ein Bäcker muss sich vielleicht nicht mit | VR-Touren durch die Filialen beschäftigen. Ein Autohändler aber | vielleicht schon. Vielleicht muss der Bäcker aber das Wetter besser | vorhersagen, weil die Kunden bei Regen keine Teilchen kaufen wollen. | | In einer Werbeagentur ist es vielleicht wichtig, dass die Menschen dort | arbeiten können, wo sie sich kreativ fühlen. In einem Industriekonzern | ist es auch gut, wenn die Buchhaltung aus dem Homeoffice arbeiten kann, | aber noch viel wichtiger ist die Digitalisierung der Maschinen und der | Produkte, um zum Beispiel flexibel auf Nachfrageveränderungen reagieren | zu können. | | Die wichtigste Frage bei der Digitalisierung ist damit die gleiche wie | sonst auch: die Sinnfrage. Oder anders ausgedrückt: Warum machen wir das | überhaupt? Und mit dieser Frage rückt sofort der Mensch in den | Mittelpunkt – der Schüler, die Einwohnerin, die Kundin. Denn klar ist: | Ein Angebot wird seine Nachfrage finden, wenn es ein Problem löst oder | einen Wunsch erfüllt zu dem Preis, den Menschen bereit sind, dafür zu | bezahlen. Je einfacher und intuitiver, desto besser. | | Und genau da gibt uns die Digitalisierung die Chance, Antworten zu | finden. Mithilfe von mittlerweile teils recht günstiger Technologie, die | Daten sammelt und auswertet – kleine Sensoren und Clouds etwa –, können | Unternehmen viel besser verstehen, was ihre Kunden brauchen oder wollen. | Sie können – wie so oft versprochen – den Menschen tatsächlich in den | Mittelpunkt stellen. Dann können sie klare Ziele definieren und Wege, | wie sie deren Bedürfnisse und Wünsche befriedigen. Dann verliert die | Digitalisierung ihren Sisyphus-Status. | | *Der Markt verändert sich* | | Die Technologie kann und wird dabei helfen, sogar wenn wir nicht konkret | danach suchen. Künstliche Intelligenz kann Zusammenhänge erkennen, die | uns helfen werden zu verstehen. Sie kann zum Beispiel einen Zusammenhang | zwischen Staus auf der Straße und Umsatz sehen, selbst das für den | Ladenbesitzer nicht sichtbar ist. Dafür brauchen wir Daten – sauber | aufbereitet und immer mit der Prämisse, dass die Privatsphäre der | Menschen geschützt ist. Und die können wir bekommen: aus den | Maschinenparks, von den Straßen, aus den Böden, Flüssen, Wäldern, der | Luft, dem Stromnetz, den Flugzeugen, aus den Laboren. | | Diese Antworten werden auch zunehmend eingefordert. Der Markt verändert | sich. Durch die Digitalisierung hat sich auf Kundenseite schon mehr | getan als auf Anbieterseite: Die Menschen sind durch die verfügbaren | Informationen mündiger und gleichzeitig bequemer geworden. Und weil | viele digitale Angebote günstiger sind oder nicht mit Geld, sondern mit | persönlichen Daten abgegolten werden, hat sich auch die | Zahlungsbereitschaft verändert. | | Zunehmend steuert nicht mehr das Angebot den Markt, sondern die | Nachfrage. Deswegen ist es essenziell, diese Nachfrage zu verstehen. | Wenn uns das gelingt, optimieren wir nicht nur den Bestand, sondern | können Neues schaffen. Dann sollte uns auch die Digitalisierung nicht | mehr aufgrund ihrer Möglichkeiten überwältigen. Dann sind wir | resilienter für kommende Krisen. | | All das hat das Jahr 2020 noch nicht mit sich gebracht. Allein die | vielen Fragezeichen bei Unternehmen rund um die europäische | Cloud-Initiative Gaia X zeigt: Viele Unternehmen sehen sie als | Möglichkeit, ihre Daten sicher im europäischen Datenraum zu speichern. | Aber noch nicht als Chance, einen Teil ihrer Daten mit anderen zu | verknüpfen und daraus einen Mehrwert zu kreieren. Nach einem Jahrzehnt | der Diskussion um den Nutzwert von Daten sind wir noch nicht weit genug | gekommen. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.handelsblatt.com/technik/digitale-revolution/digitale-revolution-der-digitalisierungsschub-durch-corona-ist-ein-mythos/26753354.html?ticket=ST-23934923-ZgT9Wgg6SrfSW0mfQQgS-ap5> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Es lebe das Fax Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2021-01-01 16:42 +0100
Re: Es lebe das Fax Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2021-01-01 16:40 +0000
Re: Es lebe das Fax Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2021-01-01 18:06 +0100
Re: Es lebe das Fax Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2021-01-02 00:04 +0100
Re: Es lebe das Fax Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-02 12:36 -0500
Re: Es lebe das Fax Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-02 12:44 -0500
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Re: Es lebe das Fax Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-01-02 11:46 -0800
Re: Es lebe das Fax Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-02 16:34 -0500
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Re: Es lebe das Fax Sebastian Wolf <invalid@invalid.net> - 2021-01-03 20:42 +0100
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