Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]
| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Masken-Nutzung |
| Date | 2020-10-12 08:45 -0400 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <rm1j5h$7tc$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | (3 earlier) <rltoql$ov1$1@dont-email.me> <20201011123929.71e5fb21.dietz-usenet@rotfl.franken.de> <bt5f82fdeai281an3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> <20201011145943.437f12a8.dietz-usenet@rotfl.franken.de> <rm0an7$tm2$1@dont-email.me> |
Salve allerseits, Martin Ebert schrieb: > Die Fern-Touri-Industrie ist auf dem Boden aufgeschlagen. Da bin ich > dann ein kleiner Grüner: Das wird auch mal Zeit. Wenn jeder aus dem > reichen Europa in Afrika einen Elefanten streichelte und in > Australien ein Känguru, dann läuft ernsthaft was schief. +--- <hier abknabbern> --- | Die Corona-Pandemie hat sich wohl auf wenige Branchen so stark | ausgewirkt wie auf den Tourismus. Weltweite Reisewarnungen, | Einreiseverbote, Grenzschließungen, Risikogebiete: All das war | eigentlich jahrzehntelang kein Thema für Urlauber. Jetzt werden | regelmäßig Reisen storniert, aufs kommende Jahr verschoben und Urlaube | statt in der Türkei in Deutschland verbracht. t-online hat mit der | Reiseexpertin Prof. Dr. Ina zur Oven-Krockhaus über die Entwicklungen in | der Tourismusbranche gesprochen. Sie erklärt, ob es künftig noch | All-Inclusive-Urlaub, Billigflüge und Kreuzfahrten geben wird – aber | auch, welche Bedeutung die Lufthansa für Deutschland hat und ob Reisen | nach der Corona-Krise teurer werden könnten. | | *t-online: Wie hat sich das Reiseverhalten der Deutschen in der Corona*- | *Krise verändert*? | | *Prof. Dr. Ina zur Oven-Krockhaus*: Die Deutschen haben ein großes | Sicherheitsbedürfnis und legen jetzt sehr viel Wert darauf, ihre Reisen | flexibel planen zu können. Wichtig ist vielen auch, dass sie bestenfalls | kostenlos stornieren können. Die Corona-Fallzahlen ändern sich ja | täglich und wir befinden uns in einem volatilen Geschäftsumfeld. Kaum | noch etwas ist zuverlässig planbar – das gilt sowohl für die | Leistungsträger als auch für die Kunden. Deshalb wird großer Wert auf | Flexibilität gelegt und auf die Möglichkeit einer kostenlosen | Stornierung. Reiseveranstalter reagieren auf dieses Kundenbedürfnis mit | Flex-Preisen. Auch Sicherheitsaspekte sind ganz wichtig geworden: Viele | achten darauf, welche Hygienekonzepte es gibt und was für die Sicherheit | getan wird. Wie kann ich mich sicher auf Reisen bewegen – aber auch: Was | wird vom Veranstalter für die Sicherheit geboten. | | *Stichwort Massentourismus: Werden die Menschen ihr Reiseverhalten* | *grundlegend ändern oder weiter möglichst billig und All Inclusive* | *verreisen*? | | Das ist eine ganz spannende Frage. Je länger Corona dauert, desto mehr | implementiert sich das natürlich auch im Verhalten. Und Massentourismus | impliziert ja schon eine Hordenbewegung. Hier stellen wir ganz klar | fest, dass Verbraucher vorsichtiger werden und Massen bewusst meiden. | Auf der anderen Seite sind wir Deutschen unheimlich preissensibel. | Lebensmittel-Discounter wurden beispielsweise in Deutschland erfunden. | Wir haben einen Markt mit vielen touristischen Anbietern und da wird es | immer einen Preiswettbewerb geben. Der Verbraucher nimmt günstige | Möglichkeiten für den Urlaub und Flüge gerne an. Daher befürchte ich, | dass einige Anbieter nach wie vor mit Fünf-Euro-Tickets die Nachfrage | beleben wollen. | | *Welche Veränderungen werden sich auch nach Corona noch im Tourismus* | *zeigen*? | | Der Individualtourismus rückt stärker in den Fokus: Die Menschen wollen | nicht mehr so gebunden sondern selbst für sich verantwortlich sein. | Gerade viele jüngere Menschen wissen nicht, ob die klassische | Pauschalreise noch ihren Bedürfnissen entspricht. Hinzu kommen | "erdgebundene" Reisen und dass viele Reisende sich jetzt regional | bewegen. Die Reisewarnungen und die Quarantäneregelungen für | Risikogebiete sind momentan Gift für den internationalen Tourismus. | | Dadurch wird das Reisen extrem eingeschränkt. Obwohl seit 1. Oktober | weltweit wieder differenzierte Reisehinweise gelten, sind viele Länder | als Risikogebiet vom Robert Koch-Institut eingestuft und es gilt nach | wie vor eine Reisewarnung. Das ist eine Katastrophe für die | Tourismusbranche. Die Tourismusbranche hat rund drei Millionen | Arbeitsplätze in Deutschland – zum Vergleich: Die Automobilbranche | beschäftigt rund 800.000 Menschen. Daher ist die Tourismusbranche sehr | wichtig für die Beschäftigung in Deutschland und auf eine rasche | Erholung des Geschäfts ist zu hoffen. | | *Welche Regionen und Branchen profitieren besonders von der Corona-Krise*? | | Die Reisebestimmungen schränken das Reisen momentan vor allem auf | Regional- oder Nationalurlaub ein. Norddeutschland, Ostsee, Nordsee | waren natürlich sehr stark frequentiert in diesem Jahr – dort ist auch | teilweise kaum noch etwas frei gewesen. Aber es gab auch Destinationen, | auf die man vielleicht nicht auf den ersten Blick gekommen wäre, | beispielsweise Städte- und Landschaftsurlaub in Würzburg als Teil der | romantischen Straße Deutschlands oder Hannover mit dem größten Stadtwald | Europas. | | Es boomt aber auch die Reiseform des Campings. Von 2015 bis 2020 legte | der Bestand an Wohnmobilen in Deutschland nach Zahlen des | Kraftfahrt-Bundesamts von gut 390.000 auf knapp 590.000 zu. Das | entspricht einem Zuwachs von 50 Prozent und hat auch mit dem Wunsch nach | Individualtourismus zu tun: Ich bin mit mir selber oder meiner Familie | unterwegs und kann das Geschehen selbst bestimmen. | | *Urlaub in Deutschland war schon immer beliebt – in diesem Jahr aber* | *ganz besonders. Glauben Sie, dass sich dieser Trend fortsetzen wird*? | | Die Corona-Krise ist ein tiefer Einschnitt und vielleicht auch ein | Paradigmenwechsel. Als zweiter Faktor kommt dann noch der Greta-Effekt | dazu. Der Verbraucher überlegt nun bewusster, ob er Fernreisen wirklich | braucht oder ob er doch eher nachhaltiger reisen kann. Die Corona-Krise | hat zudem gezeigt, dass das Reisen in ferne Länder risikobehaftet ist, | wenn plötzlich die Grenzen geschlossen werden und eine Rückkehr | schnellstmöglich notwendig wird. Ich glaube, diese Erfahrungen werden | nachwirken: also mehr erdgebundene Reisen, mehr Individualtourismus. Auf | der anderen Seite sind wir Deutschen Reiseweltmeister – Reisen ist in | unserem Wertesystem fest verankert. Der Deutsche wird auch in der | Zukunft weiter reisen – es bleibt die Frage, wohin sich die Nachfrage | verlagert. Da sehe ich ganz klar erdgebundene Reisen, Ferienwohnungen, | regional, national. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass sich die | Nachfrage nach der Corona-Krise wieder schnell erholt und Reisen rund | ums Mittelmeer und auf der Mittelstrecke wieder gefragt sind. Fernreisen | werden sich dagegen nur langsam erholen. | | *In Deutschland zählen vor allem die Hotels in den Großstädten zu den* | *großen Verlierern der Corona-Krise – wie könnte diese Branche* | *aufgefangen werden? Wie viele Hotels werden Ihrer Meinung nach* | *pleitegehen*? | | Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten etliche Hotels für immer | schließen. Dazu zählen so bekannte Häuser wie das Crowne Plaza in | Heidelberg, aber auch viele kleinere. Beispielsweise ist in Hannover das | Hotelgeschäft zu 80 Prozent von Messen, Geschäftsreisen und Kongressen | geprägt. Alle touristischen Akteure hoffen auf eine baldige Erholung des | Geschäfts. Ein abrupter Zielgruppenwechsel von Geschäftsreisenden zu | Privatreisenden ist nicht möglich, um die Verluste im | Geschäftsreisebereich aufzufangen. Wir können dennoch von einem | Paradigmenwechsel im Geschäftsreisebereich ausgehen – der Markt wird | nicht mehr so aussehen wie vor Corona. Wahrscheinlich werden noch mehr | Hotels der Corona-Krise zum Opfer fallen. Aber eine genaue Prognose ist | da schwierig. | | *Welche Auswirkungen hat die Krise für die Verbraucher – könnten die* | *Preise für Reisen steigen? Welche Reiseziele könnten im kommenden Jahr* | *besonders teuer werden*? | | Durch ein hohes Hotelangebot und wieder aufgestockte Flugkapazitäten | werden die Reisen bei den Veranstaltern im Sommer 2021 tendenziell eher | günstiger. Das liegt daran, dass Destinationen Wettbewerbseinheiten | sind. Die Türkei möchte natürlich genauso wie Griechenland oder Spanien | wieder deutsche Touristen gewinnen, nach dem Motto "Hauptsache, es | kommen wieder Urlauber zu uns". Das konnten wir bei der Türkei auch | schon bei früheren Krisen feststellen. Nach Krisen war der Türkei-Urlaub | sehr günstig. Es könnte natürlich langfristig sein, dass sobald sich die | Branche stabilisiert, vorher bereits angeschlagene Unternehmen den Markt | verlassen. Wenn gleichzeitig die Nachfrage steigt, regeln Angebot und | Nachfrage natürlich den Markt und die Preise könnten steigen. Da spielen | aber ganz viele Faktoren – beispielsweise auch die Arbeitslosenquote und | ausreichend Kaufkraft für Urlaub sowie die Wettbewerbssituation unter | den Reiseanbietern – eine Rolle. | | *Die Kreuzfahrtbranche zählt zu den großen Verlierern des Corona-Jahres*. | *Welche Unternehmen werden die Pandemie überleben und welche nicht*? | | Die Kreuzfahrt ist das am stärksten durch die Pandemie getroffene | Segment in der Touristik. Gerade amerikanische Reedereien wie Carnival | nehmen Schiffe aus dem Markt. Im europäischen Markt halten Anbieter wie | Aida und Tui Cruises an Expansionsplänen fest. Und tatsächlich entfallen | fast die Hälfte aller Umbuchungen auf Kreuzfahrten, zeigt eine Analyse | von "Travel Data+Analytics". Kreuzfahrtkunden sind treue Kunden dieser | Reiseform und wollen weiter auf die Schiffe. | | Hinzu kommt, dass die großen Reedereien wie Aida und Tui Cruises hohe | Rabatte anbieten. Der Flussreiseanbieter Arosa gewährt sogar 30 Prozent | Nachlass für eine künftige Flusskreuzfahrt. Die Boombranche Cruise sieht | sich allerdings mit großen Herausforderungen konfrontiert und wird sich | ändern: Kreuzfahrten polarisieren seit längerem enorm. Megaliner mit | mehr als 6.000 Passagieren erscheinen im Moment wenig opportun. | | Ein Trend könnte daher sein, weg von den Megalinern hin zu kleineren | Schiffen, die übersichtlicher auch im Sinne eines Infektionsgeschehens | sind. Hinzu kommt die Forderung nach stärkeren Bemühungen der | Kreuzfahrtbranche in Richtung Nachhaltigkeit – hier spielt auch der | Greta-Effekt eine Rolle. Insgesamt kann aber davon ausgegangen werden, | dass sich der Kreuzfahrtmarkt wieder erholt und hoffentlich die Krise | als Chance verstanden wird, an für Kunden relevanten Stellen | nachzubessern, wie zum Beispiel Sicherheit und Nachhaltigkeit. | | *Auch die Lufthansa will noch mehr Stellen streichen als zuletzt* | *erwartet. Wird sich die Luftfahrt je wieder erholen*? | | Das ist eine spannende Frage. Prognosen besagen, dass der Flugverkehr im | Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 66 Prozent zurückgehen wird. Nach Ende | der aktuellen Corona-Krise werden bei Lufthansa 150 Flugzeuge weniger | benötigt. Statt rund 760 Flugzeugen wie vor Krise betreibt der Konzern | dann nur noch 600 Maschinen. Europa ist aber ein Kontinent, der den | Hauptanteil der Flugreisen ausmacht – und gerade Lufthansa ist hier ein | wichtiger Player und nutzt die Krise für strukturelle und konzeptionelle | Veränderungen. Die Frage ist aber, mit welchem Schaden – auch an | Arbeitsplätzen – das einhergeht. | | Die Corona-Flaute im Luftverkehr ermöglicht andererseits an den | Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge. Innerhalb von | fünf Wochen ist ein neues Verfahren entwickelt worden, das mehr als | 2.000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeidet. Die Flugbranche wird | sich anpassen und mit weniger Kapazität und kleineren Maschinen fliegen | – der Bedarf an Großraumfliegern wie dem A380 ist nicht mehr gegeben. | Lufthansa ist zudem ein Prestige-Objekt für Deutschland – so lange | andere Airlines von ihren Staaten unterstützt werden, wird auch die | Lufthansa unterstützt. Die Branche wird sich nach der Krise | normalisieren und es könnte auch eine Art Nachholeffekt dazukommen, | sowohl bei Geschäftsreisen als auch bei Privatreisen, wenn länger keine | Fernreise gemacht wurde. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.t-online.de/leben/reisen/id_88697280/urlaub-nach-corona-interview-mit-tourismus-expertin-zu-corona-folgen.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
Back to ger.ct | Previous | Next — Previous in thread | Next in thread | Find similar | Unroll thread
Re: Masken-Nutzung Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-10 20:16 -0400
Re: Masken-Nutzung Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2020-10-11 03:57 +0200
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-10 22:53 -0700
Re: Masken-Nutzung Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2020-10-11 12:39 +0200
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-11 03:53 -0700
Re: Masken-Nutzung Herwig Huener <herwig.huener@t-online.de> - 2020-10-12 02:53 -0700
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-12 02:58 -0700
Re: Masken-Nutzung Herwig Huener <herwig.huener@t-online.de> - 2020-10-12 03:03 -0700
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-12 03:27 -0700
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-11 08:21 -0700
Re: Masken-Nutzung Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2020-10-12 03:15 +0200
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-11 22:16 -0700
Re: Masken-Nutzung Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-12 08:45 -0400
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-12 05:55 -0700
Re: Masken-Nutzung Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2020-10-12 03:20 +0200
Re: Masken-Nutzung Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2020-10-12 22:36 +0200
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-12 14:50 -0700
Re: Masken-Nutzung "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-12 10:01 +0200
Re: Masken-Nutzung "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-12 10:17 +0200
Re: Masken-Nutzung Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-10-12 10:36 +0200
Re: Masken-Nutzung Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-12 02:09 -0700
Re: Masken-Nutzung Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-10-12 10:38 +0200
Re: Masken-Nutzung Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2020-10-11 13:35 +0200
Re: Masken-Nutzung Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2020-10-11 14:05 +0200
Re: Masken-Nutzung Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-10-11 16:54 +0200
Re: Masken-Nutzung Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-10-11 18:01 +0200
csiph-web