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Re: Behandlungskosten Trumps

From Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Behandlungskosten Trumps
Date 2020-10-08 09:14 -0400
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <rln3cc$sp7$1@dont-email.me> (permalink)
References (2 earlier) <rlkq84$tfo$1@solani.org> <hu6aq5Fsf0hU1@mid.individual.net> <rlkt0d$gf$1@solani.org> <rll1rj$19sn$1@gioia.aioe.org> <hu8fktFbip8U1@mid.individual.net>

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Salve allerseits,

Bernd Schwegmann schrieb:
> Am 07.10.20 um 20:36 schrieb Sebastian Wolf:
>> Am 07.10.2020 um 19:13 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>> Am 07.10.20 um 19:05 schrieb Johannes Leckebusch:
>>>> Am 07.10.2020 um 18:26 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>>
>>>>> Ich vermisse übrigens unfälschbare Lebens- und Vitalitätszeichen von
>>>>> ihm. Twittern kann ja jeder aus seinem Team in seinem Namen. Aber Video
>>>>> oder Audio-Files sah ich seit Montag nicht mehr...
>>>>
>>>> Du willst aber keine falschen Hoffnungen ...
>>>
>>> Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.Eher drei.
>>>
>>> Als ich ihn da stehen sah in diesem Youtube Video, seine Schmerzen und
>>> seine Angst unterdrückend, wie er versucht aufrecht zu stehen, sich
>>> gerade zu halten, nicht zu husten, seine Angst nicht zu zeigen- da tat
>>> er mir richtig leid. Erstmals.
>>>
>>> Dann ist meine professionelle Seele als Arzt. Die ihm Genesung wünscht,
>>> wie jedem anderen kranken Menschen. Selbstverständlich.
>>>
>>> Und da  sitzt aber noch eine klitzekleine dritte Teufelchen-Seele auf
>>> meiner  Schulter... für die ich mich wohl schämen muß...
>>>
>> Yoh. Werden allmählich böse Charakterdefizite offenbar. Bei einige hier. 
>> Manche erwartungsgemäß. Arschlöcher
> 
> Das ist der Mescalero in uns allen, auch bei dir!
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Als der pensionierte Priester Michael Povey von Massachusetts runter
| nach Florida zog, um seinen Lebensabend zu geniessen, konnte er nicht
| wissen, dass er in einer Stadt landen würde, die auf eigentümliche Weise
| mit dem Aufstieg des Donald J. Trump verbunden sein würde.
|
| Povey hatte Florida nie gemocht, der ewige Sonnenschein, das Pastellige,
| das Feuchte, das «Altersheim» der Nation. Aber als er im Januar 2006
| Freunde in Sarasota besuchte, dachte er, dieses Städtchen von 58’000
| Einwohnern sei vielleicht gar nicht so übel. Im Juni desselben Jahres
| zog er um, und seither lebt er in einer Siedlung, die den Vorteil hat,
| recht günstig zu sein, und den Nachteil, dass man sich jederzeit sehr
| konzentrieren muss, um das eigene Haus zu finden, weil die Erbauer sich
| offenkundig überlegt hatten, dass es eine gute Idee sei, Hunderte Male
| das exakt gleiche Haus vor die exakt gleiche Auffahrt zu stellen.
|
| *Swing-State Florida*
|
| Die Wahlen am 3. November werden in wenigen Bundesstaaten entschieden,
| in Pennsylvania, Wisconsin oder Michigan zum Beispiel – und eben in
| Florida. Die Demokraten könnten immer noch gewinnen, wenn Florida erneut
| an Trumps Republikaner fiele, aber wenn sie den Staat tatsächlich
| erobern könnten, dann stünde die Tür zum Weissen Haus weit offen für
| ihren Kandidaten Joe Biden. Präsidentschaftswahlen in Florida gehen
| notorisch knapp aus, es kommt, so abgedroschen das klingt, auf jede
| Stimme an. Der Staat hat 21,5 Millionen Einwohner. 2016 gewann Trump mit
| einem Vorsprung von gerade mal 113’000 Stimmen. Die als zuverlässig
| geltende Website Real Clear Politics sieht Biden in nationalen Umfragen
| mit durchschnittlich 9 Prozentpunkten vorne. In Florida beträgt der
| Vorsprung derzeit hingegen nur 3,5 Prozent.
|
| Als ehemaliger Prediger hat Povey noch immer ein Sensorium für die
| Stimmung im Ort. Er hat, obwohl er als Ruheständler nach Sarasota kam,
| zehn Jahre lang ehrenamtlich in einer Gemeinde als Aushilfspriester
| gearbeitet, er kennt, nun ja, Gott und die Welt in der Stadt. Auf die
| Frage, wer seinem Gefühl nach in Sarasota das Rennen macht, sagt Povey:
| «Ich habe nicht die leiseste Ahnung.»
|
| Das liegt daran, dass Sarasota im Kleinen so unberechenbar ist wie
| Florida im Grossen. Im Grundsatz neigt die Gegend den Republikanern zu,
| aber 2008 hat der Demokrat Barack Obama mit lediglich 211 Stimmen
| Rückstand verloren. Joe Biden ist hier keineswegs chancenlos. Poveys
| Stimme hat der demokratische Kandidat sicher. Allerdings würde Povey
| eher für einen rostigen Hamsterkäfig stimmen als für Trump. Eine
| Gemütslage, die er mit vielen Demokraten im Ort teilt.
|
| *Dystopische Demokraten*
|
| Zum Beispiel mit der 70 Jahre alten Anwältin Susan Chapman. Wie die
| meisten Demokraten in Sarasota nimmt sie das Coronavirus ernst (dem Gros
| der Republikaner ist es völlig schnuppe), weshalb sie den Besucher am
| anderen Ende eines fünf Meter langen Tischs platziert. Aus der sicheren
| Entfernung entwirft sie mit leiser Stimme und ausladender Gestik das
| Bild eines untergehenden Landes, eine Schilderung, die in den Satz
| mündet: «Es fühlt sich an wie Rom, kurz bevor Rom fiel.»
|
| Viele Demokraten sind besorgt, aber was Chapman erzählt, hat eine
| besonders dunkle Färbung. «Ich bereite mich auf einen Bürgerkrieg vor»,
| sagt sie, «ich lese seit Wochen Bücher über den Widerstand. Zum Beispiel
| über den Widerstand gegen Hitler.» An der Oberfläche sei Sarasota eine
| freundliche Gemeinde, geprägt von Kunst, sagt Chapman. «Aber unter einer
| dünnen Schicht lauert der tiefe Süden mit all seinen Vorurteilen, und
| der tritt immer entschiedener und offener nach oben.»
|
| Wenn einem nach weniger dystopischen Gesprächen zumute ist, muss man
| sich bei den Republikanern im Ort umhören. Martin Hyde hat vier
| Trump-Schilder in seinem Vorgarten aufgepflanzt. Ursprünglich war es nur
| eines, aber nachdem das geklaut worden war, stellte er vier auf. Und
| wenn die geklaut werden, sagt er, wird er 16 Schilder aufstellen. Dabei
| ist er gar nicht mal ein Fan von Trump. «Dieser Mann sollte nicht
| Präsident sein», sagt er, «er war mehrmals bankrott, er ist zum dritten
| Mal verheiratet, und er hat bekanntlich gesagt, er könne Frauen nach
| Belieben an die Muschi fassen. Aber die Alternative ist unwählbar.»
| «Warum?» Hyde sagt: «Joe Biden lebt in einem Keller und ist vielleicht
| dement.»
|
| Martin Hyde ist sicher, dass sich bei den Wahlen das Phänomen von 2016
| wiederholt. Die Demokraten führen in den Umfragen? «Völlig unerheblich»,
| sagt er, «ich schätze, dass es ungefähr 12 Prozent stiller Trump-Wähler
| gibt, die von den Umfragen nicht erfasst werden.» Woher er diese Zahl
| hat, sagt er nicht, aber in der Tat berichten viele Medien über das
| unsichtbare Reservoir an Trump-Wählern.
|
| Hydes Freund Jose Fernandez glaubt sogar an einen Erdrutschsieg der
| Republikaner. Seine Familie ist 1962 aus Kuba in die USA eingewandert.
| Fernandez gehört zur für Trump wohl wichtigsten Wählergruppe des
| Bundesstaates. Die Mehrheit der Latinos unterstützt die Demokraten, aber
| die Mehrheit der kubanischstämmiger Amerikaner stimmt für die
| Republikaner. Das hat unter anderem damit zu tun, wie Fernandez sagt,
| dass sie einem sozialistischen Staat entkommen seien und deshalb immer
| für das Gegenteil votieren würden.
|
| *Die Maske neben der Pistole*
|
| Fernandez ist Fragen gegenüber zugänglicher als Hyde. Deshalb also
| diese: Heisst das nicht, dass die gebürtigen Kubaner für einen Mann
| stimmen, der sich mit Autokraten versteht, der Menschen aus
| Lateinamerika verunglimpft, der gegen Einwanderer wettert? «Wir stimmen
| für einen Mann, der Amerika immer an die erste Stelle setzt», sagt
| Fernandez. Und als wäre es nicht klar geworden, schiebt er hinterher:
| «Ich halte auch viel von Donald Trump persönlich.»
|
| Wie viele Kubaner der älteren Generation ist Fernandez so amerikanisch
| geworden, wie es nur geht. Das kleinste Beispiel dafür ist, dass er die
| Akzente in der Schreibweise seines Namens gestrichen hat. Er glaube
| daran, sagt er, dass der amerikanische Traum für jeden greifbar sei, der
| sich bemühe, der arbeite. Und alle anderen müssten sehen, wo sie blieben.
|
| «Sich um andere zu kümmern?», fragt er und antwortet selbst: «Nein. Das
| liegt nicht in der menschlichen Natur. Jeder muss es für sich schaffen.
| Wenn du ein Problem hast, löse es.» Seiner Ansicht nach solle der Staat
| sich aus allem raushalten. Wer keine Krankenversicherung habe, der habe
| eben keine. Ausser, das schränkt er ein, man sei körperlich oder geistig
| behindert – dann solle der Staat helfen. Aber nur dann. «Ich habe es
| auch allein geschafft», sagt er, «und ich habe mit nichts angefangen.»
|
| Fernandez erzählt, er habe Luftfahrttechnik studiert und anschliessend
| vor allem für ein Chemieunternehmen gearbeitet. Dabei sei er wohlhabend
| geworden. «Letztlich geht es um persönliche Verantwortung», sagt er,
| «und das gilt auch für das Virus. Ich will mir nicht vorschreiben
| lassen, wie ich mich zu verhalten habe.» Die Maske, die er neben sein
| Telefon auf den Tisch gelegt hat? «Kommt gleich wieder ins Handschuhfach
| meines Autos», sagt er und fügt, gewissermassen als Pointe all seiner
| Ausführungen an: «Gleich neben die Pistole.»
|
| *Ein bepinselter Elefant*
|
| Die Anwältin Susan Chapman seufzt, als sie von Fernandez’ Ausführungen
| hört. «Das Problem aus demokratischer Sicht ist, dass die Kubaner
| Superwähler sind», sagt sie, «viele Latinos wählen nicht, aber die
| Kubaner wählen alle.» Es ist eine kleine Stadt, sie kennt Fernandez. «Er
| ist so ein lieber Kerl, aber seine politischen Ansichten sind
| grauenvoll.» Und noch etwas sagt sie zum Abschied: «Vergessen Sie nie,
| dass Sarasota eine Zirkusstadt ist. Vieles hier ist surreal.»
|
| Was sie meint: Im Jahr 1927 hatte der landesweit bekannte «Ringling
| Bros. & Barnum and Bailey Circus» sein Winterquartier nach Sarasota
| verlegt. Bekannt war der Zirkus unter anderem dafür, dass sogenannte
| Freaks auftraten, also kleinwüchsige oder gross gewachsene Menschen.
| Frauen mit Bart. Männer voller Tätowierungen. Ausserdem gab es, wichtig,
| die Elefantennummern. In gewisser Weise scheinen beide Aspekte, das
| Präsentieren von ungewöhnlichen Menschen und von Elefanten, die Stadt
| bis heute nicht loszulassen.
|
| Im Jahr 2012 beschloss der Vorsitzende der örtlichen Republikaner, Trump
| den Titel «Sarasota Staatsmann des Jahres» zu verleihen. Als Trump für
| die Präsidentschaft kandidierte, trat er 2015 in der Stadt auf.
| Währenddessen schritt ein leibhaftiger Elefant durch die Strassen, auf
| dessen Körper in Grossbuchstaben gepinselt stand: «Trump – Make America
| Great Again.» Jetzt war der Zirkus wirklich zurück.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.tagesanzeiger.ch/die-entscheidung-faellt-im-altersheim-201782378077>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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Behandlungskosten Trumps "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-07 12:25 +0200
  Re: Behandlungskosten Trumps Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2020-10-07 03:38 -0700
    Re: Behandlungskosten Trumps "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-07 12:44 +0200
      Re: Behandlungskosten Trumps Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2020-10-07 03:52 -0700
        Re: Behandlungskosten Trumps Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-10-07 14:36 +0200
          Re: Behandlungskosten Trumps Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2020-10-07 15:31 +0200
            Re: Behandlungskosten Trumps Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-07 06:52 -0700
            Re: Behandlungskosten Trumps Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-10-07 16:17 +0200
          Re: Behandlungskosten Trumps Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2020-10-08 08:58 +0200
  Re: Behandlungskosten Trumps Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-10-07 14:35 +0200
    Re: Behandlungskosten Trumps Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-07 09:16 -0400
      Re: Behandlungskosten Trumps Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-10-07 16:19 +0200
        Re: Behandlungskosten Trumps Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-07 10:51 -0400
          Re: Behandlungskosten Trumps Sebastian Wolf <invalid@invalid.com> - 2020-10-07 20:10 +0200
    Re: Behandlungskosten Trumps Frank Graf <f.graf@firemail.de> - 2020-10-08 07:18 +0000
  Re: Behandlungskosten Trumps Goetz Schultz <ng.expire1220@goetz.co.uk> - 2020-10-07 16:39 +0100
    Re: Behandlungskosten Trumps "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-07 18:26 +0200
      Re: Behandlungskosten Trumps "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-10-07 19:13 +0200
        Re: Behandlungskosten Trumps Goetz Schultz <ng.expire1220@goetz.co.uk> - 2020-10-07 19:34 +0100
          Re: Behandlungskosten Trumps Goetz Schultz <ng.expire1220@goetz.co.uk> - 2020-10-08 11:46 +0100
        Re: Behandlungskosten Trumps Sebastian Wolf <invalid@invalid.com> - 2020-10-07 20:36 +0200
          Re: Behandlungskosten Trumps Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-08 09:14 -0400
        Re: Behandlungskosten Trumps Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-10-07 15:16 -0400
        Re: Behandlungskosten Trumps Dorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net> - 2020-10-09 18:20 +0200
          Re: Behandlungskosten Trumps Johannes Leckebusch <jlnospam@johannes-leckebusch.de> - 2020-10-09 18:30 +0200
          Re: Behandlungskosten Trumps Ulf.Kutzner@web.de - 2020-10-09 09:33 -0700

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