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Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ...

From Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ...
Date 2017-12-02 17:50 +0100
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <ovulk3$1sv$1@dont-email.me> (permalink)
References (4 earlier) <ovte9v$to2$1@news.albasani.net> <f8ff9hFc7uhU2@mid.individual.net> <ovu2ov$5ks$1@news.albasani.net> <f8ft0oFfgfsU1@mid.individual.net> <ovuher$92j$2@news.albasani.net>

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Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Am 02.12.17 um 15:52 schrieb DonCaron:
>> Am 02.12.2017 um 12:28 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>
>>>>> schon seit geraumer Zeit auf den aktuell eher niedrigen Stand des
>>>>> niederländischen Medizinsystems hinweise...
>>>> warum das? zumindest haben die die Krankenhauskeime halbwegs im Griff.
>>>>
>>> Es gibt keine ambulante Facharztmedizin mehr.
>> 
>> wieso mehr?
>> Ich habe 20 Jahre in den NL gewohnt, Augenarzt gabs z.B. nur im
>> Krankenhaus.
> 
> Es gab aber zuvor einige. Vor etwa 10, 12 Jahren mit einem
> Federstrich beendet. Daher sehe ich die GroKo Verhandlungen mit
> großem Unbehagen. Sowas geht.

--- <hier abknabbern> ---
Cem Özdemir ballt eine Faust. Nur seinen Zeigefinger spreizt er ab wie
eine Lanze. "Wir wollten unnötige Bürokratie abschaffen, damit Gründer
und Startups sich mit ihren Ideen beschäftigen können und nicht mit
Papierkram", ruft der Grünen-Chef. Seine Finger-Lanze lässt er dabei
durch die Luft schießen, als wolle er seinen politischen Gegner nicht
nur verbal treffen, sondern durchbohren. "Ich würde gern vom
Startup-Verband mal hören, wie sie denn jetzt stehen zur FDP, die die
Chance hatte, diesen Startups zu helfen und im entscheidenden Augenblick
weggelaufen ist."

Es ist Ende November, Özdemir steht auf der Bühne des Grünen-Parteitags
in Berlin und die Frequenz seiner Finger-Stiche wird immer höher: "Wir"
Stich. "Sind" Stich. "Die Heimat für Startups in diesem Lande ab jetzt."
Stich, stich, stich, stich. Die 850 Delegierten johlen.

Noch ist nicht klar, wie es politisch in der Bundesrepublik weitergeht.
Kommt die nächste Große Koalition? Führt künftig eine
Minderheitsregierung das Land? Gibt es Neuwahlen? Sicher scheint: Die
Grünen werden in jeder möglichen Konstellation Jagd auf die FDP machen.
Sie stellen die Liberalen als verantwortungslos dar. Özdemir und seine
Truppen hoffen darauf, die Liberalen damit bei ihrer Kernklientel zu
treffen, der Wirtschaft, die bekanntlich auf Stabilität und Planbarkeit
setzt. Kann das gelingen?

*Und der Kanzler der Startup-Szene heißt* …

Ein Anruf beim Vorsitzenden des Bundesverband Deutscher Startups. "Ehm,
nein …", antwortet der Vorsitzende Florian Nöll auf die Frage, ob
Özdemir sich bei ihm gemeldet habe, um herauszufinden, wie sein Verband
denn nun wirklich zur FDP stehe und ob die Grünen nach den gescheiterten
Sondierungen tatsächlich "die Heimat für Startups" in Deutschland sind.
"Wir hatten seit dem Grünen-Parteitag keinen Kontakt."

Also alles nur Wahlkampfgetöse? Nöll schiebt gleich hinterher, dass
Dieter Janecek, der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion,
statt Özdemir zu seinem Geburtstag gekommen sei. "Und da war das dann
schon ein Thema." Immerhin.

Im Hintergrund sind Stimmen zu hören, es hallt, Nöll ist auf einer
Veranstaltung, ein Mann mit vollem Terminkalender. "Wir haben Jamaika
als Chance gesehen - generell für die junge Generation in Deutschland
und speziell für Startups", sagt er. Besonders an die FDP, die sich
selbst als Startup inszeniert hat, habe die Szene große Erwartungen
gehabt. Erwartungen, die jetzt nicht erfüllt würden, weil sie nicht
regiert. Doch das ist nur die eine Hälfte seiner Antwort.

FDP-Chef Christian Lindner, den die Grünen nur noch abfällig "Mini-Me"
nennen, schätzt Nöll noch immer als den "Kanzler der Startups" ein. "Mit
einem Statement auf einem Parteitag wird man diese Stimmung nicht drehen
können." Er appelliert aber an die Grünen, dranzubleiben. "Wir nehmen
wahr, dass sich die Grünen in den letzten Monaten - vereinzelte
Grünen-Politiker auch schon in der vergangenen Legislatur - in großen
Schritten auf uns zubewegt haben. Wir freuen uns über den Wettbewerb."

*Jenseits des gebildeten Besserverdieners*

Wie groß ist das Potenzial? In Deutschland hält sich hartnäckig die Mär,
dass FDP und Grüne um dieselbe Wählerschaft buhlten. Wer das behauptet,
verweist gern darauf, dass beide Parteien über die Anhänger mit dem
höchsten Einkommen und der formal höchsten Bildung verfügen. Doch
kulturell liegen zwischen den Parteien Welten. Ein völlig anderes
Wertegerüst, eine gänzlich andere Altersstruktur. Die Grünen etwa ziehen
die jüngsten, die Liberalen die ältesten Wähler an.

Aber eine gewisse Durchlässigkeit, die gibt es schon. Die Grünen
verdanken rund 50.000 ihrer 4,2 Millionen Stimmen bei der Bundestagswahl
ehemaligen FDP-Wählern, die Liberalen 160.000 ihrer 4,9 Millionen
Stimmen einstigen Anhängern der Öko-Partei.

Auch bei jungen Unternehmern gibt es offenbar Schnittmengen. Jeder hat
irgendwann im Bundestagswahlkampf eine Geschichte von einem grünen
Kollegen gehört, der wegen der als fortschrittlich wahrgenommenen
Digitalisierungsstrategie der Liberalen darüber nachdenkt, mal etwas
anderes auszuprobieren. Die Grünen greifen die FDP nicht nur an, sie
verteidigen sich auch gegen sie. Wie sieht das Schlachtfeld jenseits der
Gründerszene aus?

*Unternehmer verstehen Strategie der FDP nicht*

Aus der Metallindustrie in Niedersachsen sind Stimmen zu hören, die
viele dort so kaum vermutet hätten. "Wer sich wählen lässt, muss auch
regieren wollen", sagt Volker Schmidt vom Arbeitgeberverband
Niedersachsenmetall. "Die Strategie der Bundes-FDP erschließt sich nach
meinem Eindruck derzeit vielen Unternehmern nicht." Schmidt hätte von
den Liberalen mehr Durchhaltevermögen in den Sondierungen erwartet, um
dem Land "diese Hängepartie" zu ersparen. Er geht noch weiter und sagt,
dass die FDP das Land "schlicht und ergreifend im Stich" gelassen habe.

Das Image der FDP hat in Teilen der Industrie Schaden genommen. Nur
bedeutet das noch lange nicht, dass Özdemir und Co. davon profitieren.
"In Ländern wie Baden-Württemberg sind die Grünen in der Mitte der
Gesellschaft angekommen", sagt Schmidt und nennt neben dem einzigen
grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann auch noch
Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck als "pragmatische"
Stimme. "Aber die Lage bei uns ist eine etwas andere", sagt der
Niedersachsenmetall-Chef. Vor allem der prominenteste Grüne aus dem
Bundesland bereitet ihm Kopfschmerzen: Jürgen Trittin.

Der, so heißt es, ließ schon 2013 die schwarz-grünen
Koalitionsverhandlungen platzen. Kurz bevor die Jamaika-Sondierungen
scheiterten, erschien ein Interview Trittins in der "Bild am Sonntag",
das laut Verhandlern voller "Bomben" war. FDP-Chef Linder hatte das
Blatt dabei, als er am letzten Verhandlungstag auf Union und Grüne traf.
"Mehr Kretschmann und Habeck und weniger Trittin - dies würde den Grünen
in Zeiten nachlassender Parteienbindung sicherlich Chancen eröffnen,
auch in der Wirtschaft Akzeptanz und Gehör zu finden", sagt Schmidt.
Potenzial ist da: Schmidt spricht davon, "die Gräben zwischen Ökonomie
und Ökologie einzuebnen". Der Kampf um die Kernklientel der FDP tobt
auch hier.

*Ausufernde "Staatsagententätigkeit*"

Als eine Bastion der Liberalen gelten die "Reichen". Dass die Partei
nach vier Jahren in der außerparlamentarischen Opposition mit einer
derart durchgestylten Kampagne in den Bundestagswahlkampf ziehen konnte,
liegt wahrscheinlich auch daran, dass die FDP gemessen an ihrer Größe im
Geld schwimmt. Dank großzügiger Unterstützer. Allein 2017 bekam die
Partei bisher knapp 1,8 Millionen Euro an Großspenden. Können die Grünen
die Liberalen auch hier bedrängen?

Lutz Helmig ist ein großer Name in der Welt der Medizin. Der Arzt
gründete die Asklepios- und die Helios-Kliniken. Sein Vermögen - das
Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzt es auf 1,6 Milliarden US-Dollar -
verwaltet er nun vor allem in der Aton-Beteiligungsgesellschaft.
Mitglied in der FDP ist er nicht. Im Januar überwies er der Partei
trotzdem 300.000 Euro. Und jetzt? Haben die Liberalen alles richtig
gemacht mit ihrem Ausstieg aus den Sondierungen? Ist das viele Geld gut
angelegt?

"Sie brauchen sich keine Notizen zu machen", sagt Helmig. "Das geht ganz
schnell." Helmig holt kurz Luft. "Ja und Ja." Von
Verantwortungslosigkeit könne überhaupt keine Rede sein. "Staatstragend
ist die FDP und nicht die, die sich verbiegen", sagt der Unternehmer und
meint damit auch Kanzlerin Angela Merkel und die CDU.

Helmig macht sich offensichtlich Sorgen um Deutschland, aber nicht wegen
der FDP. Zunehmende Kommunalisierung, unnötige Strafrechtsverschärfungen
und ein viel zu kompliziertes Steuerrecht, er spricht von einer
"ausufernden Staatsagententätigkeit". Die FDP habe er nicht dafür
gewählt, in die Regierung zu gehen, sondern, um sich für eine
"vernünftige sachbezogene Politik" einzusetzen. Er setzt auf eine
Minderheitsregierung und sagt: "Das Experiment können sich die Deutschen
leisten."

*Eine neue Protestpartei*?

Cem Özdemir hat die Parteitagsbühne verlassen. Anton Hofreiter steht auf
dem Podium. Sein Kopf läuft rot an, so sehr redet er sich in Rage. Der
grüne Fraktionschef nennt es einen "Mythos", dass die FDP einst eine
böse neoliberale Partei gewesen sei, die eine wundervolle Verwandlung
durchlief. Digitalisierung und Bildung, nicht mehr nur Steuersenkungen?
Von wegen. "Diese Partei haben wir nicht getroffen in den Sondierungen",
schimpft Hofreiter. Die Linder-FDP unterscheide sich nur von den
Liberalen unter Guido Westerwelle, weil diese jetzt auch noch
europafeindlich sei und die CSU rechts überhole. Der Saal tobt. Die
Grünen stimmen sich darauf ein, die FDP künftig als populistische
Protestpartei zu brandmarken. Verfängt das nach dem Ausstieg aus den
Sondierungsgesprächen womöglich auch beim harten Kern der liberalen
Anhängerschaft?

Hans Georg Näder ist mit 2,2 Milliarden US-Dollar laut "Forbes" noch
reicher als Lutz Helmig. Der 56-Jährige führt die Geschäfte des
Orthopädie-Riesen Ottobock. Nachdem sich Näder 2015 durch die Union
wirtschaftspolitisch nicht mehr vertreten fühlte, fing er an, die FDP zu
unterstützen. Allein in diesem Jahr spendete er 200.000 Euro.
--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.n-tv.de/politik/Die-Gruenen-wildern-im-liberalen-Revier-article20161624.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-11-29 08:02 -0800
  Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-11-29 17:16 +0100
    Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2017-11-30 08:45 +0100
    Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-12-01 12:04 -0800
      Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-12-01 15:45 -0800
        Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-12-02 06:39 +0100
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                Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-12-02 15:03 +0000
                Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-12-02 16:39 +0100
                Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-12-02 17:50 +0100
                Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Hanno Foest <hurga-news2@tigress.com> - 2017-12-03 02:50 +0100
          Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> - 2017-12-02 15:35 +0000
    Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-12-01 15:32 -0800
    Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-12-02 06:40 +0100
  Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2017-11-29 17:19 +0100
  Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2017-11-29 17:19 +0100
    Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2017-11-29 18:11 +0100
      Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-11-29 18:14 +0100
        Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-11-29 10:28 -0800
      Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... point@tipota.de (Siegfrid Breuer) - 2017-11-29 23:39 +0100
        Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Wolfgang  Εnzinger <we_usenet@nurfuerspam.de> - 2017-11-30 01:09 +0100
          Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... point@tipota.de (Siegfrid Breuer) - 2017-11-30 05:09 +0100
        Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2017-11-30 10:27 +0100
          Re: GetränkeVerbot in GerichtsSälen ... point@tipota.de (Siegfrid Breuer) - 2017-11-30 14:57 +0100

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