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| From | Jochen Kremer <jochen.news@kremerweb.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | FYI: habituelle Lügner |
| Date | 2023-05-17 15:04 +0200 |
| Organization | - |
| Message-ID | <kck1ngFp824U1@mid.individual.net> (permalink) |
Zugegebenermaßen konnte ich mit dem Begriff bisher nix anfangen, aber ein IMO interessanter Artikel von Prof. Dr. Volker Eichener wird sicherlich auch anderen diverse Déjà-vus bescheren: "... Ein Russe hat vranyo einmal mit folgenden Worten definiert: „Du weißt, dass ich lüge, und ich weiß, dass du es weißt, und du weißt, dass ich weiß, dass du es weißt, aber ich mache ohne mit der Wimper zu zucken weiter und du nickst ernsthaft und machst dir Notizen.“ Diese Definition passte präzise auf das Verhältnis von Wladimir Putin und Angela Merkel. Merkel war in ihren Jugendzeiten als Mitglied der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft und durch ihre Reisen nach Moskau und Leningrad mit der russischen Art, Politik zu betreiben, vertraut. Merkel kannte natürlich auch die vranyos Wladimir Putins. Nach Stefan Meister, Osteuropa-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, wusste Merkel immer, wann Putin sie anlog. Aber wie in der angeführten Definition hat sie nie die Konsequenzen daraus gezogen, sondern, im Gegenteil, die deutsche Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen weiter vorangetrieben (man mag darüber spekulieren, was ihre Motive dafür waren). Vranyos sind oft derartig plump oder aberwitzig, dass sie vollkommen unglaubhaft sind, was signalisiert: ich verachte meinen Gesprächspartner derart, dass ich mir gar keine Mühe gebe, eine glaubhafte Ausrede zu erfinden. Solche vranyos zu erzählen, ist eine derart habituelle Strategie der russischen Regierung geworden, dass die russische Sprache ein neues Kompositum dafür entwickelt hat: gosvranyo – Regierungslügenmärchen. Der Schriftsteller Wladimir Kaminer über die Verlautbarungen der russischen Botschaft in Berlin, die er regelmäßig zur Kenntnis nimmt: „Das russische Botschaftspersonal lügt, wie es atmet, und wird dabei nicht einmal rot.“ Da hatten zwei russische Geheimdienstagenten im englischen Salisbury einen Dissidenten mit dem Gift Novichok ermordet – und behauptet, sie seien lediglich in Salisbury gewesen, um sich die Kathedrale anzusehen. Da brach Russland den Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew nach großen Verlusten ab und behauptete dennoch, die militärische Operation verliefe nach Plan. Zu den Bildern von Gräueltaten russischer Soldaten wurde erklärt, diese Szenen seien mit schauspielerischen Mitteln gestellt worden. Da ist das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte von zwei ukrainischen Raketen getroffen worden – aber die russische Regierung behauptete, es sei nur aufgrund eines Feuers an Bord gesunken (im Staatsfernsehen bezeichnete man die Versenkung dagegen als feindlichen Akt – man bemühte sich also noch nicht einmal um eine einheitliche Story). Da bezeichnete Russland die Räumung der besetzten Schlangeninsel als Geste des guten Willens – ohne zu erwähnen, dass fortgesetzte ukrainische Angriffe die russische Besatzung vertrieben hatten. Die vranyos waren derart unglaubhaft, dass sich westliche Foristen inzwischen einen Spaß daraus machen, den Russen selber vranyos nahezulegen: Das Flaggschiff sei nicht versenkt worden, sondern sei zu einem U-Boot mutiert. Man habe eigene Munitionslager selbst in die Luft gesprengt – als Geste guten Willens etc. Der langjährige russische Außenminister Lawrow hat es zu einer Meisterschaft gebracht, vranyos mit einem spöttischen Unterton zu erzählen: Denkt ihr, ich sage euch die Wahrheit? Natürlich erzähle ich euch ein Märchen – und einige von euch sind auch noch dumm genug, es zu glauben. Vranyos sind zum Ritual geworden: Westliche Medien oder Regierungen beschuldigen Russland, ein (Kriegs-) Verbrechen begangen zu haben, und Russland erzählt ein vranyo. Zum vranyo-Ritual gehört, der Gegenseite ebenfalls ein vranyo zu unterstellen, so dass vranyo gegen vranyo steht. Vranyos werden nicht nur eingesetzt, um die Medien und die Bevölkerung in die Irre zu leiten. Als der französische Staatspräsident am 20. Februar 2022, also vier Tage vor Kriegsausbruch, mit dem russischen Präsidenten telefonierte, erzählte Putin vranyos am laufenden Band. Die größte Lüge war, dass Putin zu diesem Zeitpunkt längst entschlossen war, den Angriff zu starten, aber sagte, die Truppen würden bereits abgezogen. ..." <https://www.ruhrbarone.de/russlands-krieg-gegen-die-ukraine-kann-man-mit-habituellen-luegnern-verhandeln/211240/> Schöne Grüße Jochen
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FYI: habituelle Lügner Jochen Kremer <jochen.news@kremerweb.de> - 2023-05-17 15:04 +0200
Re: FYI: habituelle Lügner Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-05-17 22:38 +0200
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Re: FYI: habituelle Lügner Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2023-05-17 23:48 +0200
Re: FYI: habituelle Lügner Jochen Kremer <jochen.news@kremerweb.de> - 2023-05-18 06:34 +0200
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Re: FYI: habituelle Lügner Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-05-18 10:43 +0200
Re: FYI: habituelle Lügner Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-05-18 00:20 +0200
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Re: FYI: habituelle Lügner Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-05-18 13:53 +0200
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