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Groups > de.comp.os.unix.linux.misc > #130792
| From | Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.comp.os.unix.linux.misc |
| Subject | Re: Systemeldungen Kernel-Console |
| Date | 2023-05-17 13:49 +0200 |
| Message-ID | <kcjtb7Foc3jU1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | <kc1s54F13gdU1@mid.individual.net> <83r0rkce66.fsf@helmutwaitzmann.news.arcor.de> <kcfdl1F3d7pU1@mid.individual.net> <83pm71b63i.fsf@helmutwaitzmann.news.arcor.de> |
Am 16.05.23 um 00:08 schrieb Helmut Waitzmann:
> Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de>:
>> Am 13.05.23 um 19:52 schrieb Helmut Waitzmann:
>>> Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de>:
>>>> starte hier meinen Rechner (LMDE 5/Debian) stets mit
>>>> Systemmeldungen auf der Kernel-Console.
>>>> Leider bietet diese lauter unschöne und unleserlich zerrissene
>>>> Zeilen beim Runterfahren/Rausgehen aus dem Display- bzw.
>>>> Loginmanager.
>>>
>>> Ich werde aus der Beschreibung der zerrissenen Zeilen nicht
>>> recht schlau, vermute aber, dass bei einem Zeilenvorschub
>>> (line feed) kein Zurückfahren der Schreibposition an den
>>> Anfang der nächsten Zeile (carriage return) erfolgt.
>>
>> Genau.
>
> Ich will mal ein Beispiel geben, um zu zeigen, was ich vermute:
> Angenommen, es soll die erste Strofe des Abendlieds von Matthias
> Claudius angezeigt werden:
>
> Der Mond ist aufgegangen,
> Die goldenen Sternlein prangen
> Am Himmel hell und klar.
> Der Wald steht schwarz und schweiget,
> Und aus den Wiesen steiget
> Der weiße Nebel wunderbar.
>
> Auf einer virtuellen Konsole mit 40 Zeichen pro Zeile, die die
> Zeilen «zerreißt», sieht es dann etwa so aus (Bitte zum Lesen
> eine Festbreitenschrift einstellen, damit alle Buchstaben und
> Leerzeichen gleich breit sind.):
>
> Der Mond ist aufgegangen,
> Die goldenen S
> ternlein prangen
> Am Himmel hell und klar
> .
> Der Wald steht schwarz und schweiget,
> U
> nd aus den Wiesen steiget
> Der weiße Nebe
> l wunderbar.
>
> Beobachtung: Bei jedem Zeilenwechsel wird die Schreibmarke nicht
> an den Zeilenanfang zurückgesetzt, sondern bleibt in der Spalte,
> wo sie war. Wird am rechten Bildschirmrand weitergeschrieben,
> gibt es zwangsläufig einen Zeilenwechsel mit Zurücksetzen der
> Position auf den Zeilenanfang.
>
> Das Symptom tritt dann auf, wenn am Ende jeder Zeile nur ein
> Linefeed‐Zeichen (ASCII 10) ausgegeben wird und das Terminal das
> Linefeed‐Zeichen wörtlich nimmt. Wenn davor noch ein
> Wagenrücklauf‐Zeichen (carriage return, ASCII 13) käme, wäre die
> Sache in Ordnung.
>
> Und das ist genau das, was man mit dem Programm «stty» einstellen
> kann: Man kann damit das Terminal so einstellen, dass es jedes
> Auftreten eines Linefeed‐Zeichens so interpretiert, als wäre
> unmittelbar davor noch ein Wagenrücklauf‐Zeichen aufgetreten.
> Das Shell‐Kommando
>
> stty onlcr
>
> nimmt diese Einstellung vor.
>
>
>>> Kannst du mal ein Beispiel einer solchen zerrissenen Zeile geben
>>> (also abtippen und hier zeigen, wie die von dir beanstandete
>>> Ausgabe aussieht), und, wie sie statt dessen aussehen sollte?
>>
>> Schwer. Ich will ja die Systemmeldungen sehen, daher starte ich
>> die GRUB-Zeile mit 'nosplash' ('quiet' gelöscht). Der
>> Zeilenfehler tritt nur beim Herunterfahren, Abmelden etc.. auf,
>> da sieht man dann die ersten Systemmeldungen zerrissen (ohne
>> Zeilenschaltung), bevor sie wieder normal erscheinen.
>> Habe auch den Eindruck, dass die zerrissenen Zeilen noch vom
>> Start stammen, nicht vom Shutdown. Ist praktisch nur ein
>> Schönheitsfehler.
>
> Das sieht also so aus, dass das Terminal beim Start zunächst die
> Linefeed‐Zeichen nur wörlich nimmt. Erst im Laufe des
> Systemstarts wird das Terminal so umgestellt, dass es sich vor
> jedes Linefeed‐Zeichen noch ein Wagenrücklauf‐Zeichen dazudenkt.
>
>>> Wenn du dich nicht‐grafisch, also an einer virtuellen Konsole
>>> text‐orientiert einloggst, sind dann die Ausgaben, die du
>>> anschließend beim interaktiven Gebrauch des Login‐Shells
>>> erhältst, ebenso zerrissen? Falls ja, starte in so einem
>>
>> Nein. Mit STRG+ALT+F1,F2,F2 ... ist alles normal.
>>
>> Für einen reinen Text-Login müsste ich erst einmal den
>> Login-Manager (Display-Manager) deaktivieren.
>
> Ich vermute, das kommt aufs Gleiche hinaus: Der Unterschied ist
> dann ja nur, dass du nicht zusätzlich noch einen grafischen
> Login‐Manager hast. Die virtuellen Konsolen <Strg>-<Alt>-<F1>
> u. s. f. sind ja in beiden Fällen vorhanden.
Habe ich probiert wie schon geschrieben. Beim Login ohne Login-Manager
(=Display.-Manager) gibt's das Problem nicht!
> Ob und wo man das konfigurieren könnte, dass das Terminal gleich
> beim Systemstart schon richtig eingestellt ist, weiß ich leider
> nicht.
>
>>> Login‐Shell mal das folgende Kommando und poste die Ausgabe:
>>>
>>>
>>> stty -a | tr -- '[:space:]' '[\n*]' |
>>> sed -E -e '/\<o[[:graph:]]*(cr|nl)/!d; s/$/\r/'
>>>
>>> Enthält die Ausgabe das Wort «onlcr» oder «-onlcr»? Behebt das
>>> Kommando
>>>
>>> stty onlcr
>>>
>>> das Problem? Falls ja, müsste man sehen, wo man die virtuelle
>>> Konsole, auf der die zerrissenen Zeilen erscheinen, dem Kommando
>>>
>>> stty onlcr
>>>
>>> entsprechend einstellen kann.
>>>
>>
>> O Gott, was ist das, da müsste ich erst einmal studieren ... :-)
>>
>
> Ist nicht so wild: «stty -a» gibt die Terminal‐Einstellungen
> wieder, unter anderem auch das Wort «onlcr» oder «-onlcr», und
> zwar möglicherweise mehrere Wörter in einer Zeile. Nun wollte
> ich nicht, dass du die Ausgabe, die ihrerseits womöglich ebenso
> zerrissen ist, mit eigenen Augen nach den Wörtern «onlcr» und
> «-onlcr» absuchen musst. Deshalb lasse ich sie filtern und
> behebe das Zerreißen:
>
> «tr» sorgt dafür, dass jedes dieser Wörter in einer eigenen Zeile
> steht (ersetzt also Leerraum durch Zeilenwechsel).
>
> «sed» schließlich wirft erstens genau alle Zeilen (und damit
> genau alle Wörter) weg, die weder die Buchstabenfolge «cr» noch
> die Buchstabenfolge «nl» enthalten. Damit bleiben in der Ausgabe
> des Programms «stty» nur noch die Zeilen übrig, in denen «nl»
> oder «cr» vorkommt.
>
> Zweitens fügt «sed» sicherheitshalber vor jedes Linefeed‐Zeichen
> noch einen Wagenrücklauf ein, damit die Ausgabe auch auf einem
> Terminal, das ein Linefeed‐Zeichen wörlich nimmt, ordentlich
> lesbar ist.
>
> Damit macht «sed» hier als «zweitens» aufgezählt genau das, was
> das Terminal selber macht, wenn man es mit dem Kommando
>
> stty onlcr
>
> entsprechend einstellt.
Deine ausführliche Erklärung in allen Ehren. Aber es dreht sich hier ja
nicht um irgendein Terminal, sondern die Kernel-Console, wenn das die
richtige Bezeichnung ist, die die Boot-Meldungen anzeigt.
Also wo sollte ich das stty unterbringen? Da müsste ich schon das Script
für den Journal-Service von Systemd irgendwie manipulieren, um das
Fehlverhalten zu berichtigen. Da habe ich aber meine Zweifel, das das
der richtige Weg wäre.
Daher ist meine Idee eigentlich, den Service oder das Script
herauszufinden, der/das diesen Fehler erzeugt. Ist ja eigentlich eine
ziemlich unwichtige Angelegenheit, wurmt mich aber ungemein.
Wie schon erwähnt, auf einem anderen PC mit openSUSE Tumbleweed werden
die Meldungen beim Herunterfahren oder Abmelden korrekt angezeigt, keine
zerrissenen Zeilen.
M:
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Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-10 17:39 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Thomas Klix <wotokl@web.de> - 2023-05-10 19:20 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-10 20:29 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Ulli Horlacher <framstag@rus.uni-stuttgart.de> - 2023-05-10 19:05 +0000
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-10 23:43 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Ulli Horlacher <framstag@rus.uni-stuttgart.de> - 2023-05-11 09:14 +0000
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-11 11:40 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Ulli Horlacher <framstag@rus.uni-stuttgart.de> - 2023-05-11 09:47 +0000
Re: Systemeldungen Kernel-Console Joerg Lorenz <hugybear@gmx.ch> - 2023-05-11 14:00 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Gerald E¡scher <Spamer@fahr-zur-Hoelle.org> - 2023-05-11 15:14 +0000
Re: Systemeldungen Kernel-Console Jens Schüßler <j.schuess@nurfuerspam.de> - 2023-05-11 19:11 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Frank Miller <miller@posteo.ee> - 2023-05-12 00:39 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Frank Miller <miller@posteo.ee> - 2023-05-12 00:41 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Marc Haber <mh+usenetspam1118@zugschl.us> - 2023-05-12 13:56 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Detlef Sax <sax@noart.de> - 2023-05-11 09:48 +0000
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-11 13:26 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Helmut Waitzmann <nn.throttle@xoxy.net> - 2023-05-13 19:52 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-15 20:57 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-15 21:52 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-15 23:12 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Helmut Waitzmann <nn.throttle@xoxy.net> - 2023-05-16 00:08 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-17 13:49 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Tim Ritberg <tim@server.invalid> - 2023-05-17 14:04 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-18 01:41 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Tim Ritberg <tim@server.invalid> - 2023-05-18 10:27 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Matthias Gerds <m.gerds@posteo.de> - 2023-05-18 14:45 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console Tim Ritberg <tim@server.invalid> - 2023-05-18 15:06 +0200
Re: Systemeldungen Kernel-Console "Peter J. Holzer" <hjp-usenet3@hjp.at> - 2023-05-17 17:49 +0200
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