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Groups > ger.ct > #656603

Zustand des Universums

From ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Newsgroups ger.ct
Subject Zustand des Universums
Date 2026-02-08 21:25 +0000
Organization Stefan Ram
Message-ID <Zustand-20260208222116@ram.dialup.fu-berlin.de> (permalink)

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Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> schrieb oder zitierte:
:„Wir müssen also den gegenwärtigen Zustand des Universums als Folge eines
:früheren Zustandes ansehen und als Ursache des Zustandes, der danach kommt.
:Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt, mit
:denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie
:zusammensetzen, und die überdies umfassend genug wäre, diese Kenntnisse der
:Analyse zu unterwerfen, würde in der gleichen Formel die Bewegungen der
:größten Himmelskörper und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Nichts
:wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren
:Augen.“[1]
:
:Die Heisenbergsche Unschärfekorrelation hat dem Laplaceschen Dämon und
:damit deinem Bedürfnis nach Objektivität aber bereits ein Ende gemacht.

  In der Quantentheorie wird zwischen dem /Zustand eines Systems/ und
  /Werten von Messungen/ an dem System unterschieden.

  Die Heisenbergsche Unschärferelation begrenzt die Genauigkeit, mit der
  Meßwerte durch den Zustand bestimmt sind, aber sie begrenzt nicht die
  Genauigkeit der Entwicklung des Zustands selber.

  Dein obiges Zitat bezieht sich auf den "Zustand des Universums",
  und der Zustand eines geschlossenen Systems ist auch in
  der Quantentheorie durch den früheren Zustand genau bestimmt.
  Es ist aber umstritten, ob man vom "Zustand des Universums"
  sprechen kann, weil normalerweise Quantensysteme immer noch
  etwas außerhalb ihrer selbst voraussetzen, etwa bei Messungen an
  ihnen. Auch "gegenwärtiger Zustand" des Universums ist schwierig,
  weil es nicht klar ist, ob es eine "globale Gegenwart" gibt.

  Dann spricht das Zitat die "gegenwärtige Lage der Gebilde" an.

  Hierzu kann man sagen, daß das Ergebnis einer Ortsmessung immer
  - egal ob in der Quantentheorie oder in der klassischen Physik - eine
  begrenzte Genauigkeit hat. Dies bedeutet, daß man den Zustand eines
  Systems durch Messungen nicht genau bestimmen kann. Daher kann man
  dann seine weitere Entwicklung erst recht nicht genau bestimmen,
  egal ob in der klassischen Physik oder der Quantenphysik.

  Die Frage der Objektivität ist in der Quantentheorie noch
  nicht genau geklärt. Es ist umstritten, ob der Zustand eines
  Systems nur unser Wissen über das System ausdrückt oder eine
  von uns unabhängige Realität. Daher kann die Quantentheorie
  solche philosophischen Grundfrage derzeit schlecht beantworten.

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