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| From | ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Simulationen |
| Date | 2024-03-28 11:40 +0000 |
| Organization | Stefan Ram |
| Message-ID | <Simulation-20240328123842@ram.dialup.fu-berlin.de> (permalink) |
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> schrieb oder zitierte: |Wahrscheinlich ist doch das ganze Universum nur eine Simulation. Laut Wörterbuch ist eine Computersimulation |das Durchrechnen eines in der Zeit ablaufenden Prozesses |durch einen Computer . Für eine Simulation muß es also einen Computer geben. Nun könnte dieser Computer auch wieder nur eine Simulation sein, aber in jedem Fall kommt man so auf eine bestimmtes System von Simulationen, welches dann real wäre. Eine Simulation basiert also immer auf einer zugrundeliegenden Realität. Wir könnten nun diese ganzen (verschachtelten) Simulationen als "unser Universum" ansehen, so daß am Schluß doch wieder alles real wäre! Die Idee einer Simulation verschiebt die Frage nach der Natur des Existierenden also nur etwas, beantwortet sie aber nicht. Der zugrundeliegende mentale Mechanismus ist der der Erklärung von etwas Unverständlichem. Hier ist das Unverständliche unsere Welt, unser Universum. Es gibt dafür im Grunde zwei mentale (Abwehr-)Mechnismen: 1. Erklärung durch etwas scheinbar vertrautes Mechanisches: In den 80ern wurden gerade Festplatten bekannt, und schon trat ein Philosoph auf und erklärte: "Unser Gehirn arbeitet im Prinzip wie eine Festplatte.". 2. Erklärung durch etwas anderes Unverstandenes: Das Bewußtsein verstehen wir nicht. Quantentheorie verstehen wir auch nicht. Also sagen wir: "Das Bewußtsein basiert auf der Quantentheorie!". Da beide Phänomene noch nicht hinreichend verstanden sind, kann das zwar niemand beweisen, aber widerlegen kann es auch niemand. Die Physik tut weder das eine noch das andere. Sie erklärt unser Universum nicht, sondern begnügt sich damit, es zu beschreiben. Dabei wird versucht, die viele Phänomene durch möglichst wenige Annahmen zu beschreiben (zu modellieren).
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