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| From | Carla Schneider <carla_sch@yahoo.com> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: SZ Artikel: Neusiedler See |
| Date | 2022-07-19 08:46 +0200 |
| Organization | Gurken & Wasserstoff |
| Message-ID | <62D6533C.CDFDDBDA@yahoo.com> (permalink) |
| References | <1pvb098.1av4dy1zde4h5N@marc.my-fqdn.de> |
Marc Stibane wrote: > > Hat jemand hier Zugriff auf SZ+ und könnte mir den Artikel > > <https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/reise/oesterreich-wie-der-klimawandel-dem-neusiedler-see-zu-schaffen-macht-e758337/> Keine Ahnung was da steht, aber der "Klimawandel" hat dem Neusiedlersee schon immer zu schaffen gemacht: https://de.wikipedia.org/wiki/Neusiedler_See#Neuzeit -------- Im Laufe der Jahrhunderte stieg und fiel der Seespiegel wiederholt bis zu Extremwerten, was auch das Leben rund um den See beeinflusste: 1740, 1773, 1811-1813 und 1864-1870 trocknete der See (fast) völlig aus, andererseits wies er 1741/1742, 1786, 1797-1801, 1838 und 1941 die größten Ausdehnungen auf. .... 1838 führte der See aber wieder Hochwasser und zerstörte viele landwirtschaftliche Kulturen. Zum Schutz der Landwirtschaft wurde der Ingenieur Karl Kecskés mit der kompletten Trockenlegung des Sees beauftragt. Der sumpfige Hanság wurde großteils mit Kanälen und Dämmen entwässert und damit der Wasserstand des Sees reduziert. In der Folge gefror der See im Winter bis auf den Grund, alle Fische verendeten, und das Projekt wurde aus Geldmangel fallengelassen. .... Bei der letzten Austrocknung von 1864 bis 1870 wurde im trockenen Seebett Reis angebaut. Bis 1871 verblieb nur mehr ein schmaler Streifen Wasser. Der Boden härtete aus und verkrustete. Der Wind trug den salzigen Staub in die umliegenden Orte und vor allem in die Weingärten. Der Seeboden selbst war aber landwirtschaftlich kaum nutzbar, und es siedelten sich salzresistente Pflanzen an, die sonst nur an der Meeresküste vorkommen. Wege zwischen den Seegemeinden, zum Beispiel von Illmitz nach Mörbisch, wurden angelegt. Bereits 1872 war der See wieder voll. Für 1878 vermerkt das Handbuch Statistik von Österreich-Ungarn hingegen, dass der See neuerlich beinahe vollständig ausgetrocknet war. In der Folge wurde die Raabregulierungsgesellschaft gegründet, die die Aufgabe hatte, den See für immer trockenzulegen. So wird 1885 mit der Planung eines Kanals von Pamhagen zur Rabnitz begonnen und 1895 mit dem Bau des Einser-Kanals begonnen, der 1909 fertiggestellt wurde. Durch ständige Verschlammung und Verlandung diente er bestenfalls zur Regulierung des Sees, aber nicht zur Trockenlegung. ------------- Wenn er jetzt wieder austrocknen wuerde waere das nichts ungewoehnliches. Auch die Menschengemachte Seeregulierung tut ihr uebriges: ------- Durch den wehrgesteuerten Einser-Kanal wird winterliches Hochwasser über die Rabnitz in die Donau abgeführt, um Überschwemmungen im Frühjahr zu vermeiden. Wenn der See, so wie im Frühjahr 1996, doch einmal über seine Ufer tritt, werden neben den Gebäuden und Anlagen in Ufernähe auch die Kläranlagen in ihrem Betrieb gestört. Das überflüssige Wasser lässt sich später im Jahr aber auch nicht mehr über den Einser-Kanal ableiten, da die Flüsse dahinter dann ebenfalls Hochwasser führen. Wird im Winter aber zu viel Wasser abgeleitet, leiden im Sommer Tourismus und Landwirtschaft durch das Niedrigwasser. Außerdem sind solche Eingriffe aus ökologischer Sicht bedenklich. ________
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Re: SZ Artikel: Neusiedler See Carla Schneider <carla_sch@yahoo.com> - 2022-07-19 08:46 +0200
Re: SZ+ Artikel: Neusiedler See Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-07-22 06:13 +0000
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