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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … |
| Date | 2026-07-10 22:30 +0200 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <112rkoa$1heft$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | (8 earlier) <112e4rg$1v2u$1@solani.org> <112e5hl$18k2u$3@dont-email.me> <112e6ma$20ae$1@solani.org> <112fcel$2hip$1@solani.org> <112fdjb$2i6u$1@solani.org> |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > > Die Leute werden unruhig. > +--- <hier abknabbern> --- | Am Stadtteich von Jekaterinburg leuchtet die Fassade des | Sewastjanow-Hauses in Weiß, Schwimmbadgrün und Terrakotta – ein | Märchenschloss im Osten des Ural. Hier traf Russlands damaliger | Präsident Dmitrij Medwedew schon die Staats- und Regierungschefs von | Brasilien, Indien und China. Auch Angela Merkel war als Bundeskanzlerin | zu Gast. | | In all ihrer Pracht ist die Residenz wie geschaffen für wichtige | Veranstaltungen, Veranstaltungen mit Außenwirkung. Am 10. Dezember 2024 | jedoch sollte Alexander Woronzow hier ein Geheimtreffen eröffnen. Der | 60-Jährige leitet die einflussreiche erste Direktion des »Föderalen | Diensts für militärtechnische Zusammenarbeit«, Russlands Schaltstelle | für internationale Rüstungsdeals. | | Draußen fiel an diesem Tag leichter Schnee. Drinnen besprachen rund 80 | hochrangige Vertreter aus Russland und China den Kampf ihrer Nationen | gegen den Westen, Militärs, Vertreter von Rüstungsunternehmen und | Behörden, manche wichtig genug, um mit einer Regierungsmaschine zum | Tagungsort gebracht zu werden. | | Zum vierten Mal tagte das »Russisch-Chinesische Forum für | Militärtechnik«, ein öffentlich bislang unbekannter Zirkel. Selbst | vielen Experten in westlichen Geheimdiensten blieb er lange verborgen. | | *Dresscode und Geheimhaltung* | | Bis ins kleinste Detail war das Treffen durchgeplant, sogar die | Kleiderordnung wurde vorab geregelt: Militärs hatten ihre Winteruniform | zu tragen, Zivilisten Anzug und Krawatte. Vor allem aber war auf strikte | Geheimhaltung zu achten. »Es ist untersagt, Informationen über den | Inhalt des Forums weiterzugeben«, so steht es in einem Schreiben, das | die Teilnehmer vorab erhalten haben, »Interviews in den Medien zu geben | oder Informationen jeglicher Art weiterzureichen.« Auch die | Programmbroschüre musste am Ende der Konferenz zurückgegeben werden. | | Jahrelang hat die Geheimniskrämerei funktioniert, doch nun wurden dem | SPIEGEL, dem russischen Investigativmedium »The Insider« und der | französischen Tageszeitung »Le Monde« Dokumente zu der Kooperation | zugespielt. »Die russisch-chinesische Militärzusammenarbeit entwickelt | sich, auch wenn China das bestreitet«, hieß es in einer ersten kurzen | Begleitnotiz eines Informanten dazu. | | Nach Monaten gemeinsamer Recherche liegen dem SPIEGEL und seinen | Partnern Dutzende weitere Seiten interner Präsentationen zu gemeinsamen | Kriegswaffen- und Rüstungsprojekten Moskaus und Pekings vor, dazu eine | Vereinbarung infolge mehrerer Arbeitsgruppentreffen und Listen mit | Teilnehmern. | | Die Recherche entlarvt auch Chinas Behauptung, sich im Ukrainekrieg | neutral zu verhalten. Schon Anfang 2023 enthüllte der SPIEGEL Gespräche | zwischen einer chinesischen Firma und dem russischen | Verteidigungsministerium zur Fertigung von Kamikazedrohnen für Russlands | Streitkräfte. Die Nachricht ging damals um die Welt. In der Folgezeit | gab sich die chinesische Führung Mühe, ihre Unterstützung kleinzureden. | | Die neuen Dokumente belegen eine bislang unbekannte Tiefe und Qualität | der militärischen Zusammenarbeit. Ging es in der Öffentlichkeit noch um | die klandestine Lieferung von Dual-Use-Gütern, also jene Waren, die sich | zivil erklären lassen, aber militärisch verwendet werden können, | erörtern Vertreter Moskaus und Pekings Angriffsszenarien auf zentrale | westliche Infrastruktur. | | Mehrere europäische Nachrichtendienste haben zudem Erkenntnisse darüber, | dass russische Soldaten an chinesischen Drohnen ausgebildet wurden. Nach | SPIEGEL-Informationen begann das Training für Operateure im vergangenen | Jahr an sechs chinesischen Standorten. Mindestens 200 der Teilnehmer | kehrten an die Front in die Ukraine zurück. Vergangene Woche zitierte | das Auswärtige Amt deshalb den chinesischen Botschafter in Berlin zu | einem dringlichen Gespräch. | | *Russland und China wähnen sich umzingelt* | | Die seit mehreren Jahren stattfindenden Geheimtreffen des Militärforums | sind eine wichtige Plattform für diese Kooperationen. Im Kern geht es | nach den Recherchen des SPIEGEL und seiner Partner darum, die | militärische Überlegenheit der USA zu brechen, beseelt sind die | Zusammenkünfte vom gemeinsamen antiamerikanischen Geist. | | So hieß es etwa bei einem der Treffen in der südchinesischen Metropole | Guangzhou im November 2023, Amerika habe China und Russland »umzingelt«. | 550 Tarnkappenjets vom Typ F-35 seien in Europa stationiert, hielt eine | Powerpoint-Präsentation damals fest, die Folien sind jeweils auf | Russisch und Chinesisch verfasst. Ausgearbeitet hat den Vortrag einer | der wichtigsten Männer der chinesischen Flugzeugentwicklung. Die von den | USA und dem Westen »fortwährend eskalierte militärische Drohkulisse« und | die strategische Einkreisung seien die größten Herausforderungen, vor | denen China und Russland stünden. Die beiden Länder müssten kooperieren, | um die amerikanische Luftüberlegenheit zu beenden. | | Auch am Boden wähnen sich Russen und Chinesen im Nachteil. In einer | weiteren Präsentation werden die neuesten Panzer des Westens | ausdrücklich gelobt: amerikanische AbramsX, der KF51 alias »Panther« aus | der deutschen Waffenschmiede Rheinmetall und die deutsch-französische | Koproduktion EMBT. | | Das offenbar brennendste Anliegen der russischen und chinesischen | Militärexperten waren allerdings die Starlink-Satelliten des | Unternehmens SpaceX von Elon Musk. Sie sind für die Ukraine im Krieg | gegen Russland unersetzlich. | | Gleich zu Kriegsbeginn hatte der damalige ukrainische Minister für | digitale Transformation und heutige Verteidigungsminister, Mychajlo | Fedorow, den reichsten Mann der Welt um Zugang zum Internet aus dem All | gebeten. Musk ließ Zehntausende der mobilen Sender und Empfänger, | sogenannte Starlink-Terminals, in die Ukraine liefern. Zum Zeitpunkt des | russisch-chinesischen Geheimtreffens im November 2023 in Guangzhou waren | bereits mehr als 40.000 dieser Systeme in der Ukraine aktiv – und zur | wichtigsten Kommunikationsinfrastruktur dieses Krieges geworden. | | Das ukrainische Militär steuert mithilfe von Starlink Drohnen, | koordiniert darüber Sanitätseinsätze an der Front und nutzt das | Satelliteninternet bei der Aufklärung russischer Ziele. »Starlink ist | inzwischen tatsächlich das Blut unserer gesamten | Kommunikationsinfrastruktur«, sagte Fedorow im Sommer 2023. | | Zum Missfallen Russlands und Chinas. Denn so wie die Ukraine könnte auch | Taiwan den Satellitendienst im Falle einer Auseinandersetzung mit der | Volksrepublik einsetzen. | | Die chinesische Delegation stellte 2023 weitreichende Maßnahmen vor, um | Starlink einzuhegen. Als Referenten traten Huang Hui und Ren Jie auf. | Sie arbeiten bei der China Aerospace Science and Technology Corporation, | einem staatlichen Konzernverbund, der Satelliten baut, Trägerraketen | herstellt und maßgeblich am bemannten chinesischen Raumfahrtprogramm | beteiligt ist. Die beiden Fachleute forderten eine russisch-chinesische | »Anti-Starlink-Allianz«. | | *Methoden gegen Starlink-Satelliten: Abschießen? Hacken*? | | Die Präsentation der Chinesen beginnt mit einer Darstellung von Musks | Trägerraketensystem Starship. Es verschaffe den USA einen | »asymmetrischen« Transportvorteil, um etwa Satelliten ins All zu | bringen, heißt es darin. Durch gemeinsame Forschung und Entwicklung an | »hochleistungsfähigen, wiederverwendbaren | Flüssigkeitsraketentriebwerken« müsse versucht werden, den Rückstand | aufzuholen. | | Auch in ihrer Beschreibung von Musks Weltrauminternet klingen Neid und | Anerkennung durch. In der »russischen Spezialoperation«, wie die | Chinesen den Angriffskrieg der Russen in ihrer Präsentation nannten, | könnten Kyjiws Kampfeinheiten auf dem Schlachtfeld dank Starlink | Informationen in Echtzeit austauschen. Das sei ein »Gefechtsvorteil«, | insbesondere wenn das GPS-System nicht mehr funktioniere – etwa durch | russische Störsignale. All das sei ein »revolutionärer Wandel in der | Gefechtsfeldkommunikation«. | | Um auf diese »amerikanische Highend-Kriegsführung« und die | »Starlink-Bedrohung« künftig vorbereitet zu sein, brauche es | »Gegenmaßnahmen«. Man könne Starlink stören, verlangsamen – oder die | »gegnerischen Satelliten im Orbit zerstören«. | | Das könne den Folien zufolge durch Cyberangriffe auf Musks | Satelliten-Infrastruktur geschehen: etwa mit einer Methode, die in | Fachkreisen »Spoofing« genannt wird, um Zugang zu erhalten. Das Ziel, | das Netzwerk zu »lähmen«, lasse sich erreichen, wenn es gelänge, Viren | einzuschleusen, heißt es in der Präsentation. | | Einiges spricht dafür, dass an den Anti-Starlink-Plänen intensiv | weitergearbeitet wurde. In China erschienen diverse Publikationen, teils | aus dem Umfeld der Volksbefreiungsarmee, die konkrete | Bekämpfungsszenarien erörterten – von Laser- bis zu Mikrowellenwaffen. | | Auch aus Russland wurden seither entsprechende Bemühungen bekannt. So | haben Geheimdienste aus Nato-Mitgliedstaaten Hinweise auf ein System, | das die Solarpanels und damit die Energieversorgung der Musk-Satelliten | beschädigen könnte. Der Nachteil: Damit würden auch andere Satelliten | gefährdet, etwa chinesische. | | Zielgenauer wirkt ein neues Gerät zur elektronischen Kriegsführung, das | Starlink-Terminals am Boden offenbar in einem Gebiet von bis zu 20 | Quadratkilometern stören kann. | | *China hilft Russlands Armee mit Internetzugang für Drohnen* | | Wie schmerzhaft der Ausfall des schnellen Internetzugangs über Starlink | sein kann, wissen die Truppen des Kreml aus eigener Erfahrung: Im | Februar sperrte Starlink der russischen Armee in der Ukraine den Zugang. | Inzwischen behilft Russland sich deswegen mit einer chinesischen Lösung. | Entlang der Frontlinie entstand ein Netzwerk aus Funkmasten und Drohnen, | über das die Truppen sich mit dem Internet verbinden können. So kann | Moskau intelligente Drohnenschwärme in die Ukraine schicken, die ihre | Ziele noch während des Flugs ändern können – dank Peking. | | Nicht nur für die Ukraine, sondern für viele westliche Armeen könnte ein | erfolgreicher Angriff auf das Starlink-System dramatische Folgen haben. | »Die Nutzung von Starlink ist ein voll integrierter Bestandteil unserer | Streitkräfte«, sagt ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Streitkräfte. | »Wenn ein Gegner es abschalten kann, ist das ein immenses Problem für | unsere Kommunikation und unsere Aufklärungsfähigkeiten.« | | Vor allem aber könnte eine solche Attacke eine schwere militärische | Eskalation darstellen: Nicht nur die physische Zerstörung von Starlink, | schon ein schwerwiegender Cyberangriff auf einen Nato-Mitgliedstaat kann | nach der Doktrin der Nordatlantikallianz den Bündnisfall auslösen. | | Historisch selbstverständlich ist die Nähe zwischen Russland und China | nicht. Zwar verbindet beide Länder heute der autoritäre Machtanspruch | ihrer Führungen und das Misstrauen gegen die amerikanisch geprägte | Weltordnung. Im Kalten Krieg aber waren Moskau und Peking erbitterte | Rivalen. Nach dem Bruch zwischen Mao Zedong und Nikita Chruschtschow | stritten die kommunistischen Bruderstaaten um Ideologie und | Grenzverläufe. 1969 standen sie am Ussuri kurz vor einem Krieg. Erst | Ende der Achtzigerjahre normalisierten sich die Beziehungen wieder. | Unter Wladimir Putin und seinem Amtskollegen Xi Jinping sind sie nun so | gut wie wohl nie zuvor. | | Die Recherchen des SPIEGEL und seiner Partner zeigen: Zwischen Moskau | und Peking bildet sich eine arbeitsteilige Militärpartnerschaft heraus, | in der beide Seiten ihre Lücken schließen: Russland bringt die Erfahrung | eines realen Abnutzungskriegs ein, China die Elektronik, die Halbleiter | und Maschinen. Was Russland in der Ukraine lernt, kann China mit Blick | auf Taiwan nutzen, was China entwickelt, kann Russland an der Front | einsetzen. | | »Es gibt Industriekataloge, in denen steht, wer was produziert«, sagt | Pavel Luzin von der Saratoga Foundation, einem Thinktank für | Sicherheits- und Russlandfragen mit Sitz in Washington. Seit Jahren | verfolgt Luzin den russisch-chinesischen Handel von Dual-Use-Gütern. | »Manche Dinge aus dem Katalog kann man offen kaufen, andere nicht – | dafür organisiert man offenbar Veranstaltungen wie das | russisch-chinesische Forum.« | | Bei aller technisch-militärischen Abhängigkeit von chinesischen Gütern | hat Russland einen anderen entscheidenden Vorsprung. Einen der makabren | Natur. Die Volksrepublik hat seit den Achtzigerjahren keinen | militärischen Konflikt mehr geführt. Damals gab es Grenzscharmützel mit | Vietnam. Russland hingegen eskaliert seinen Angriffskrieg seit mehr als | vier Jahren. Seine Militärs können ihre Erfahrung auf dem Schlachtfeld | in der Ukraine in die Partnerschaft einführen. Sie hat Hunderttausende | Menschen das Leben gekostet. | | Erst kürzlich konnten sich chinesische Offiziere davon ganz persönlich | ein Bild machen. Nach SPIEGEL-Informationen entsandte die | Volksbefreiungsarmee gleich mehrere hochrangige Soldaten an die Front in | der Ukraine. Als Beobachter, versteht sich. | | *Wadephul: Erkentnisse äußerst besorgniserregend* | | »Die Erkenntnisse über den erheblichen Umfang chinesischer Unterstützung | für das russische Militär sind äußerst besorgniserregend«, sagt | Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), nachdem er von den Grundzügen | der Recherche erfahren hat. »China muss wissen, dass das den absoluten | Kernbereich europäischer Sicherheitsinteressen verletzt.« Jede | Unterstützung für Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die | Ukraine verlängere den Krieg und schaffe nur weiteres, unermessliches | Leid. | | Die chinesische Botschaft in Berlin teilt hingegen schriftlich mit: »Die | entsprechenden Behauptungen entbehren jeder faktischen Grundlage und | stellen nichts anderes als Verleumdung und Diffamierung dar.« Die | Zusammenarbeit zwischen China und Russland richte sich »weder gegen | Dritte«, noch werde sie »von Drittparteien beeinflusst«. Den russischen | Angriffskrieg gegen die Ukraine bezeichnet die Botschaft als | »Ukrainekrise«. China nehme dabei »stets eine objektive und gerechte | Haltung« ein, setze sich für eine politische Lösung ein und bemühe sich | auf eigene Weise darum, »Frieden zu fördern und Gespräche | voranzubringen«. Weder die russische Botschaft noch die an dem Forum | beteiligten Unternehmen beantworteten Bitten um Stellungnahme. | | Die Allianz von Russlands Präsidenten Putin und Chinas Staats- und | Parteichef Xi treibt auch den Bundeskanzler um. Als Friedrich Merz im | Februar 2026 nach Peking reiste, warb er im persönlichen Gespräch mit | Machthaber Xi nicht nur für die Vertiefung der bilateralen Beziehungen, | sondern sprach direkt die chinesische Unterstützung für Russlands | Angriffskrieg gegen die Ukraine an. Zunächst, so berichten es mit dem | Treffen Vertraute, sei Xi ausgewichen. Doch Merz sei auf das Thema | zurückgekommen: Es sei wichtig. | | Wie wichtig, zeigt ein Dokument über russisch-chinesische Planungen zur | Forschung an neuartiger Militärtechnik, das dem SPIEGEL und seinen | Partnern vorliegt. Demnach berieten von Ende Mai bis Anfang Juni 2023 in | Moskau 16 chinesische und 13 russische Vertreter über die gemeinsame | Entwicklung »integrierter Waffensysteme« zur Abwehr ballistischer Raketen. | | Das geht aus einem sechsseitigen Dokument zu dem Treffen hervor, das | Absatz für Absatz abwechselnd auf Russisch und Chinesisch die Ergebnisse | festhält. Jede Seite davon trägt eine Paraphe, es ist mehr als ein | Sitzungsprotokoll und weniger als ein Vertrag. Man kann es als | Vereinbarung bezeichnen. Beide Seiten verabreden laut dem Papier | »vertiefte technische Zusammenarbeit im Bereich der Flug- und | Raketenabwehr« und betonen die Bedeutung für die »Stärkung der | umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und Russland«. | | Chef der chinesischen Delegation ist Oberst Tong Xiaofeng, der für die | Zentrale Militärkommission arbeitet. Die chinesische | Volksbefreiungsarmee ist keine staatliche Streitkraft, sondern | untersteht direkt der Kommunistischen Partei Chinas. Oberbefehlshaber | ist Xi Jinping, und zwar in seiner Funktion als Vorsitzender der | Zentralen Militärkommission. | | *Die Blackbox in Chinas Armee* | | Die Kommunistische Partei, unken Chinaexperten oft, sei eine Blackbox, | von außen nur schwer zu ergründen. Die Militärkommission aber ist eine | Blackbox in der Blackbox, geführt wie ein Geheimbund in einer ohnehin | geheimnisvollen Umgebung. Seinen Sitz hat dieser Apparat im | Verteidigungsministerium im Westen Pekings, an der Fuxing Lu, einem | hermetischen Militärbau. Gleich daneben liegt das Militärmuseum. Gezeigt | werden dort etwa amerikanische U-2-Spionageflugzeuge, die im Kalten | Krieg abgeschossen wurden. | | In den vergangenen Monaten ist die Militärkommission selbst enorm unter | Druck geraten. Von den sieben Mitgliedern, die auf dem Parteitag im | Herbst 2022 ernannt wurden, sind nur noch zwei im Dienst. Alle anderen | wurden ihrer Ämter enthoben oder verschwanden aus der Öffentlichkeit, | meist unter dem Vorwurf der Korruption. | | Oberst Tong ist von diesen Verwerfungen offenbar verschont geblieben. Er | ist stellvertretender Bereichsleiter in der Abteilung für | Rüstungsentwicklung der Zentralen Militärkommission. Diese Einheit | entscheidet über Planung, Forschung, Tests und Beschaffung militärischen | Equipments. | | Im Protokoll des Geheimtreffens erscheint auch immer wieder das Zeichen | »Rong«, es ist der Nachname von Rong Xiaoyang, dem Russlandvertreter der | China Precision Machinery Import and Export Corporation. Der staatliche | Waffenexporteur ist seit Jahren von der amerikanischen Regierung | sanktioniert. Zu seinem Portfolio gehört etwa das Boden-Luft-System | FD-2000, mit dem sich Flugzeuge, Marschflugkörper oder Drohnen abfangen | lassen. | | Zu dem Treffen in Moskau reisten also Vertreter der Stellen an, die | Rüstung planen, Waffen exportieren, Sensoren entwickeln, Flugabwehr | optimieren und militärische Kommunikation absichern. Ähnliches gilt für | die russische Seite: Dort saßen Repräsentanten der staatlichen | Monopolfirma für Rüstungsexporte Rosoboronexport am Tisch sowie des von | der Europäischen Union mit Sanktionen belegten staatlichen | Rüstungskonzerns Almaz-Antey, der das Gros der Flugabwehr für die | russischen Streitkräfte produziert. | | Die chinesischen Gäste bekamen eine Führung im | Tichomirow-Forschungsinstitut für Gerätebau in Schukowskij am | südöstlichen Stadtrand von Moskau. Dort werden Radare und | Feuerleitanlagen für Kampfjets und bodengestützte Flugabwehrsysteme | entwickelt. Die Russen wollten offenbar zeigen, was sie technisch | können. Die Chinesen, so heißt es in dem Schriftstück, drückten »ihre | Dankbarkeit für den offenen Empfang« aus. | | Dann ging es ans Eingemachte: Die Delegationen besiegelten die | »Entwicklung eines Luft- und Raketenabwehrsystems der nächsten | Generation«, das manövrierfähige ballistische Raketen und sogar | Hyperschallraketen bekämpfen können soll. An solchen Waffen arbeiten vor | allem die Vereinigten Staaten. Die Volksbefreiungsarmee bereitet sich | seit Jahren gezielt auf eine militärische Auseinandersetzung mit den | Amerikanern im Pazifik vor. | | Gemeinsam gebaut werden sollen demnach Führungs- und | Kontrolleinrichtungen für bodengebundene Raketen sowie ein | »hochmanövrierfähiger Lenkflugkörper für eine integrierte | Luftverteidigung«. Das System soll Hyperschallraketen in der letzten | Flugphase in einer Höhe von bis zu 40 Kilometern bekämpfen können und | ballistische Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 4000 | Kilometern. | | Das kann im Westen lediglich die modernste Variante des | US-Luftverteidigungssystems Patriot oder die Thaad-Raketenabwehr der | Amerikaner. Das geplante russisch-chinesische Pendant würde auch alle | bei der russischen Armee im Einsatz befindlichen Systeme übertreffen, | ebenso wie jene der Volksbefreiungsarmee. | | Das Projekt wirke, »als sei es durch den Wunsch motiviert, Waffen wie | den neuen bodengestützten Hyperschallflugkörper der US-Streitkräfte | frühzeitig abzufangen«, sagt Justin Bronk vom Royal United Services | Institute in London. Ziel sei offenbar, sowohl China als auch Russland | vor Präzisionsschlägen aus großer Distanz zu schützen. Das Projekt | dürfte darauf ausgerichtet sein, um das Jahr 2030 Einsatzbereitschaft zu | erreichen. | | *Auffällige Reisebewegungen* | | Die Dimension der Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau überrascht | selbst Experten. Kernfähigkeiten wie Luftverteidigungs- und | Raketenabwehrsysteme sowie Frühwarnradare behielt Russland bislang für | sich. »Das ist das Allerheiligste – etwas, das weder Russland noch die | Sowjetunion jemals teilen wollten«, sagt Pavel Luzin, der den Handel von | Dual-Use-Gütern seit Jahren dokumentiert. »Jetzt ist Russland dennoch | dazu bereit.« | | Das Treffen 2023 in Moskau war nicht die erste Zusammenkunft, wie aus | den Aufzeichnungen hervorgeht. Dort wird ein Entwurf erwähnt, den beide | Seiten bei einem vorherigen Treffen paraphiert hätten. Auf dieser | Grundlage seien technische Details präzisiert worden. Sie entsprächen | den »geänderten Anforderungen der chinesischen Seite«. | | Das Projekt befand sich damals erkennbar in einer frühen Phase, es ging | aber schon um die Umsetzung. Gesprochen wurde über den Bau von | Prototypen. Arbeitsgruppen wurden eingesetzt und regelmäßige | Videokonferenzen beschlossen, »mindestens einmal pro Quartal, über eine | sichere Leitung«. Die finalen Vertragsverhandlungen wurden für das | vierte Quartal 2023 in Peking anberaumt. | | Welchen Verlauf das Projekt seitdem genommen hat, lässt sich aus den | Unterlagen nicht rekonstruieren. Auffällig ist jedoch, dass Vertreter | beider Seiten regelmäßig hin und her reisen: Für den Verhandlungsführer | der russischen Seite, Rosoboronexport-Manager Andrej Kowaljow, sind von | Dezember 2023 bis Januar 2025 acht Flüge zwischen Russland und Peking | sowie Hongkong verzeichnet. Für Zhao Tingting, eine leitende Angestellte | eines staatlichen chinesischen Rüstungskonzerns finden sich in | einschlägigen Datenbanken seit ihrer Rückkehr von dem Treffen in Moskau | zehn weitere Flüge zwischen Peking und dem Flughafen | Moskau-Scheremetjewo. Der jüngste Russlandbesuch von Zhao ist erst | wenige Tage her: Sie reiste am 21. Juni in die russische Hauptstadt. | | Die nächste Gelegenheit, die Planungen fortzuführen, dürfte sich im | vierten Quartal des laufenden Jahres ergeben, dann soll nach | Informationen des SPIEGEL und »The Insider« das sechste | russisch-chinesische Geheimtreffen stattfinden – diesmal nicht in | Jekaterinburg oder Guangzhou, sondern im russischen Sankt Petersburg. | | Für Deutschland und die Nato ergibt sich daraus eine neue strategische | Lage. Indem Peking Russlands Krieg stützt, Drohnen liefert, Soldaten | ausbildet und gemeinsam mit Moskau neue Waffen entwickelt, verschmelzen | zwei Konflikträume, die lange getrennt betrachtet wurden: die Ukraine | und Taiwan, Europa und Asien. Eine formelle Allianz brauchen Moskau und | Peking dafür nicht. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.spiegel.de/ausland/china-und-russland-recherchen-zeigen-ausmass-der-militaerkooperation-a-46fa7894-0b2c-411b-ba21-cc7c6b053c3f> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-02 21:55 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-07-02 22:24 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-07-02 22:35 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2026-07-03 18:54 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-07-04 04:25 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-07-04 13:17 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2026-07-04 20:07 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-04 21:39 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-07-05 00:37 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-07-05 13:35 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-05 19:21 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-06 08:52 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-07-06 09:23 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-06 09:37 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-07-06 09:57 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-06 12:30 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-07-06 12:36 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-07-06 10:45 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-07-06 14:00 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2026-07-06 14:59 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2026-07-06 11:43 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-07-06 14:04 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-06 16:25 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-07-05 13:39 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-05 19:35 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-07-05 17:38 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-05 19:50 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-07-05 18:10 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-05 20:28 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-07-06 14:10 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-06 17:29 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-07-06 17:28 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-07-06 20:48 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-07-07 18:09 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Carlo XYZ <carloxyz@invalid.invalid> - 2026-07-07 20:25 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-07-07 19:37 +0000
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Carlo XYZ <carloxyz@invalid.invalid> - 2026-07-07 22:29 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-07-07 20:40 +0200
Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung … Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-07 22:20 +0200
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Re: Mega-Strike auf Kiew: Selenskyj droht mit Vergeltung Heinz Brückner <Ha-He-Brueck@t-online.de> - 2026-07-09 20:25 +0200
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