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Re: Elektrogerät mit Spannung auf dem Gehäuse

From Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Newsgroups de.sci.electronics
Subject Re: Elektrogerät mit Spannung auf dem Gehäuse
Date 2026-06-16 23:05 +0200
Organization MB-NET.NET for Open-News-Network e.V.
Message-ID <110sdq1$1ut71$1@gwaiyur.mb-net.net> (permalink)
References <1rwt6v5.16nn99y6nxzmN%R.Kiefer.SPAEM@gmx.de>

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Am 16.06.26 um 18:46 schrieb Ralf Kiefer:
> eine weniger wissenschaftliche, eher praktische Frage zum Fehler einer
> Schlagbohrmaschine: das Gerät ist von Metabo und hat viele
> Betriebsstunden problemlos absolviert. Das ist insbesondere kein CE
> (Chinese Engineering)-Produkt. Dieses Gerät hat ein Gehäuse aus
> Kunststoffteilen, gummierten Teilen (Griff) sowie Metallgehäuse rund um
> Motor, Getriebe und Schlagwerk. Aber dieses Gerät hat nur einen
> zweipoligen "Schuko"-Stecker ohne Schutzerde, was mich etwas erstaunt,
> und weswegen ich den Hersteller betonte.

So eine haben wir auch noch. Dürfte rund 45 Jahre auf dem Buckel haben.
Eigentlich waren es mal zwei, aber bei einer (mit noch mehr 
Betriebsstunden) ist vor gut 10 Jahren der Schalter zerbröselt - leider 
wenige Monate nachdem Metabo die Ersatzteile für die alte Serie entsorgt 
hat.

Diese Stecker sind Konturenstecker. Die verwendet man, wenn die 2,5A der 
Eurostecker nicht sicher ausreichen, aber das Gerät trotzdem 
Schutzklasse II ist.

> Meine bisherige Annahme dazu war, daß solch ein Gerät selbstverständlich
> mit PE verbunden sei alleine um den Fall abzudecken, daß ich beim Bohren
> unabsichtlich eine spannungsführende Leitung treffe, um dadurch den
> Schutzschalter (Sicherung/FI) auszulösen.

Ich kenne eigentlich keine Handbohrmaschine mit Schutzklasse I.


> Also erstmal Kabel angeschaut (optisch fehlerfrei), andere Steckdose
> probiert und Voltmeter geholt. Fakt: auf dem Metallgehäuseteil liegt
> Wechselspannung von rund 3V oder 60 bis 70V an je nach Richtung vom
> Stecker in der Steckdose gemessen gegen Schutzerde.

Mit Spannungsmessung kommst du da nicht weit. Die Impedanz ist sehr 
hoch, so dass bei Berührung des Metallgehäuses sofort ein Kurzschluss 
entsteht und die Spannungsmessung einbricht.

In der Sache ist es ein Kriechstrom. Solange er nicht zu groß ist, ist 
das erst mal ungefährlich. Zulässig wären 500µA. Davon geht kein Mensch 
kaputt, aber das spürt man schon deutlich.


> Was könnte die Ursache sein?

Kohlenabrieb in Kombination mit klebrigem Gimmel der Jahrzehnte, der 
selbigen an Ort und Stelle hält.

Mach die Kiste auf und reinige sie mal etwas. Danach sollte wieder Ruhe 
einkehren.

> Die weitergehende Frage zielt natürlich auf die Wirtschaftlichkeit eines
> Reparaturversuchs: direkt entsorgen oder schrauben?

Eindeutig schrauben. Die alten Metabos sind nahezu unkaputtbar.
Guck gleich auch mal, wie weit die Kohlen runter sind. Nicht dass da 
gleich die nächste Überraschung lauert.


Marcel

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