Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]
| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle |
| Date | 2026-04-02 13:54 +0200 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <10qllei$12e71$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | (10 earlier) <n35d3jFjq0U1@mid.individual.net> <10qkqo5$uq4s$1@solani.org> <n36d7lF5bmmU1@mid.individual.net> <n36pnpF77mdU2@mid.individual.net> <5233ee20-7a77-4363-9c9d-5098c917a2c3@news.goetz.co.uk> |
Salve allerseits, Goetz Schultz schrieb: > On 02/04/2026 10:03, Hermann Riemann wrote: >> Am 02.04.26 um 07:30 schrieb Michael Bode: >>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes: >>>> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: >>>>> Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> writes: >>>>> >>>>>> Ja, da wurden schon Änderungen am Gesetz gefordert. Irnkwas is ja >>>>>> immer... Frag mich nur, wie die Österreicher mit der Regelung seit >>>>>> Jahren leben können. >>>>> >>>>> Offenbar nicht so gut. Haben sie die nicht gerade geändert? >>>> >>>> Ja. Nochmal verschärft haben sie es. >>> >>> Ich habe ja schon den Vorschlag gemacht, einfach den 3. Dienstag im >>> Monat zum Fuel-Day zu machen. Da wird die monatliche Spritpreiserhöhung >>> um 15:00 damit gefeiert, dass sich die Leute ab dem Morgen in die >>> Tankstellenschlange einreihen. Da bringt man dann Kartoffelsalat und >>> hartgekochte Eier mit, und macht Picknick im Auto. So ähnlich wie die >>> Amis beim Superbowl auf dem Stadionparkplatz. Das wird super. >> >> Sollte man nicht Vergleichbares für den Strom Spotmarkt und die >> Aktienkurse einführen? > > Willst Du wirklich allen Händlern vorschreiben wann sie was zu machen > haben? Wann zu kaufen/verkaufen oder Preise kalkulieren? Kommt mir > bekannt vor und hat nicht so wirklich funktioniert. > +--- <hier abknabbern> --- | Suhar, eine Hafenstadt im Sultanat Oman, gut 100 Seemeilen vor der | Einfahrt in die Straße von Hormus: Die Brandung rauscht, die Möwen | kreischen, an der Hafenpromenade sitzt der Autor und Unternehmer Ahmed | Al-Shezawi, 50, vor einem Strandcafé. | | »Sehen Sie die vielen kleinen Punkte dort?«, fragt er und deutet auf den | Horizont des Golfs von Oman hinaus. »Das sind nur ein paar von all den | Schiffen, die auf die Durchfahrt warten. Die Tanker leer, die | Containerschiffe voll mit Gütern.« | | Als Oman vor Jahren begann, das beschauliche Suhar zu einem großen | Industriehafen auszubauen, hätten sich manche seiner Landsleute gefragt, | ob das eine gute Idee sei. Am anderen Ende der Meerenge, drüben in den | Vereinigten Arabischen Emiraten, gebe es doch schon viele große Häfen. | »Nun ist die Straße von Hormus zu«, sagt Shezawi. »Heute fragt keiner | mehr, warum wir diesen Hafen gebaut haben.« | | Ein paar Stunden später in Dubai, der Vier-Millionen-Metropole am | Persischen Golf: Es ist schwül und diesig auf Palm Jumeirah, der | künstlichen Halbinsel vor der berühmten Skyline. Tagsüber ist am | Horizont nicht viel zu erkennen. | | Doch als die Sonne untergeht und die Wolkenkratzer an der Küste in allen | Farben erstrahlen, werden auch draußen vor Dubai kleine Punkte sichtbar, | gelbe, rote und grüne – die Positionslichter der Schiffe, die auf dieser | Seite ankern, rund 200 insgesamt. Hier sind die Tanker voll. | | Kaum einer kommt rein, kaum einer raus: Iran hat einen der wichtigsten | Flaschenhälse der Weltenergieversorgung dicht gemacht. Nahezu nichts | geht mehr zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean. Hält die | Blockade an, sitzen in Asien demnächst Millionen Menschen im Dunkeln. In | Thailand hat sich der Preis für Bootsdiesel fast verdoppelt, auf den | Philippinen wird der Treibstoff für die Sammeltaxis knapp, in Australien | das Kerosin. Scott Charlton, der Vorstand des Flughafens Sydney, sagte | auf einer Konferenz: »Wir werden sehr schnell daran erinnert, wie eng | Energie, Luftfahrt und Geopolitik miteinander verzahnt sind.« | | *Ist das der Anfang vom oft beschworenen Ende des Ölzeitalters*? | | Ist das der Anfang vom oft beschworenen Ende des Ölzeitalters? Ist das | der Schock, der anstößt, was 30 Weltklimakonferenzen in 30 Jahren nicht | vermochten – den globalen Durchbruch der erneuerbaren Energien, die sich | durch keine Blockade abstellen lassen? | | Der Schock von Hormus ist die schwerste Energiekrise seit mehr als 50 | Jahren. Zum ersten Mal seit dem arabischen Ölboykott von 1973 wird | Ländern auf beiden Seiten der Meerenge wieder bewusst, wie riskant es | ist, ihre Volkswirtschaften auf Ressourcen zu bauen, denen über Nacht | der Weg abgeschnitten werden kann. | | Der Gas-Engpass, den Europa nach Russlands Überfall auf die Ukraine | erlebte, wirkt in der Rückschau fast wie ein Vorspiel. Damals waren vor | allem etablierte Industriestaaten in einem langsam wachsenden | Wirtschaftsraum betroffen. Die Blockade von Hormus trifft den | energiehungrigen Asien-Pazifik-Raum. Dort leben 60 Prozent der | Weltbevölkerung und erwirtschaften rund 60 Prozent des globalen | Wachstums – von Japan bis Bangladesch, von Südkorea bis Australien. | | Zugleich trifft sie die Petrostaaten am Golf, die die Welt seit mehr als | 80 Jahren mit Treibstoff versorgen und sich damit noch abhängiger vom | Öl- und Gasgeschäft gemacht haben als ihre Kunden. Etwa zwei Drittel der | Staatseinnahmen der sechs Golfstaaten stammen noch heute aus diesem | Sektor. | | Wenn Konsumenten und Produzenten gleichermaßen Verlierer sind, wer sind | dann die Gewinner dieser Krise? Kurzfristig könnten das die beiden | Weltmächte Russland und die USA sein – Russland, weil es von den hohen | Ölpreisen profitiert, die USA, weil sie sich der Nachfrage nach ihrem | heimischen Öl und Gas bis auf Weiteres sicher sein können. | | *Peking hat sich auf genau diese Art von Krise vorbereitet* | | Langfristig allerdings sehen Experten ausgerechnet jenes Land als | Gewinner, das zugleich der größte Konsument und Produzent von Energie | ist – China. Denn Peking hat sich auf genau diese Art von Krise | vorbereitet: erstens, indem es so viel Öl und Gas gebunkert hat, dass es | sogar gegen eine monatelange Blockade der Straße von Hormus gewappnet | wäre. Zweitens, indem es seit Jahren nicht nur den Ausbau der | erneuerbaren Energien vorantreibt, sondern vor allem die Herstellung all | dessen, was man zur Nutzung dieser Energien benötigt, von Solarpanels | und Windturbinen über Speicherbatterien bis zu Elektroautos und den | Komponenten eines effizienten Stromnetzes. Mit Weltmarktanteilen von 70 | bis 85 Prozent dominiert China diese Sektoren inzwischen fast im | Alleingang. Das hebt die Frage nach Gewinnern und Verlierern der | aktuellen Krise auf eine geopolitische Ebene. | | »Die Nachfolge der liberalen Weltordnung«, schreibt der US-Historiker | und Modernisierungsforscher Nils Gilman in einem Essay für das Magazin | »Foreign Policy«, werde »weder in Genf ausgehandelt noch in Den Haag | entschieden. Sie wird davon abhängen, wer die Energieflüsse, die | Bodenschätze und die technischen Systeme kontrolliert, von denen das | gesamte moderne Leben heute abhängt«. | | Gilman sagt einen »ökologischen kalten Krieg« voraus, in dem eine von | den USA und Russland dominierte »Achse der Petrostaaten« einem von China | angeführten »Block von Elektrostaaten« gegenübersteht. Nicht die | Rivalität zwischen Kapitalismus und Kommunismus wie im 20. Jahrhundert | werde diesen kalten Krieg prägen, sondern »ein Wettstreit zwischen | konkurrierenden Metabolismen«, also den unterschiedlichen | Energiestoffwechseln dieser beiden Blöcke. | | Wenn das stimmt, was bedeutet das dann für den Rest der Welt, für die | kleinen Staaten und Mittelmächte, die zwischen diesen Lagern stehen? | Müssen sie sich künftig nicht mehr nur entscheiden, welchem politischen | und gesellschaftlichen System sie den Vorzug geben, sondern auch, | welchem Energieblock sie angehören wollen? | | *Das Problem: Der Petrostaat* | | Oman, wo der Unternehmer und Autor Ahmed Al-Shezawi lebt, ist ein | beneidenswertes Land, wirtschaftlich, geografisch und was seine | Energiesicherheit betrifft. Das Sultanat war seit Jahrzehnten in keinen | militärischen Konflikt verwickelt. Der Arabische Frühling, der vor 15 | Jahren ganze Regime hinwegfegte und in dem sich auch Shezawi engagierte, | hat Oman eher am Rande gestreift. So konnte die Regierung weiter ihrem | Plan nachgehen, die Wirtschaft zu modernisieren. | | Das Land fördert etwa 800.000 Barrel Rohöl pro Tag, das entspricht rund | einem Viertel der Fördermenge der benachbarten Vereinigten Arabischen | Emirate (VAE). 85 Prozent seines Öls exportiert das Land, den größten | Teil davon nach China, den Rest nach Japan, Südkorea und Indien. Anders | als alle anderen Golfstaaten betrifft die Blockade der Meerenge Oman | nicht. Die Häfen des Sultanats liegen wie Suhar alle am Golf von Oman | und damit am Indischen Ozean. | | Seinen Strom erzeugt Oman überwiegend aus eigenem Erdgas. Der Anteil an | erneuerbaren Energien wächst von einem niedrigen Niveau ausgehend rasant | und hat sich im vergangenen Jahr von etwa 5 auf 10 Prozent verdoppelt. | 2030 soll die Zahl bei 30 Prozent liegen, 2050 bei nahezu 100 Prozent. | So sieht es der Entwicklungsplan vor. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so | ehrgeizig, sind die Blaupausen der Nachbarländer, die »Saudi Green | Initiative« etwa oder die Energiestrategie der VAE. Der Grundgedanke | lautet: Warum das eigene Gas verbrennen, wenn man es so teuer verkaufen | kann? | | *E-Autos in einem Ölstaat: Warum auch nicht*? | | Ahmed Al-Shezawi ist ein kritischer Geist, er saß deshalb auch schon | einmal im Gefängnis. Doch diesen Plan seiner Regierung unterstützt er. | »Ich bin der Einzige in meiner Familie, der noch einen Verbrenner | fährt«, sagt er fast entschuldigend. »Alle anderen fahren bereits | Elektroautos.« E-Autos in einem Ölstaat: Warum auch nicht? | | So entspannt können das die meisten von Omans Ölkunden nicht sehen. | Japan zum Beispiel, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, bezieht 95 | Prozent seines Rohöls aus den Golfstaaten, Südkorea etwa 70 Prozent, | ebenso wie Taiwan. Das wirtschaftlich ungleich schwächere Bangladesch | ist ebenfalls von Öllieferungen aus Saudi-Arabien, den VAE und Irak | abhängig. | | Dabei ist die Straße von Hormus nur einer von mehreren | Energiekorridoren, denen im Krisenfall die Schließung drohen könnte. | Sollten die Huthi-Milizen im Jemen an der Seite Irans den Krieg | eskalieren, könnten sie mit dem Bab al-Mandab die Verbindung zwischen | dem Roten Meer und dem Indischen Ozean kappen, über die Saudi-Arabien | zurzeit eine reduzierte Menge an Öl und Gas ausführt. | | Die größte Sorge ostasiatischer Länder gilt, mit Blick auf einen | möglichen Konflikt um Taiwan, der Straße von Malakka zwischen dem | Indischen Ozean und dem Südchinesischen Meer. Dort wird mit mehr als 23 | Millionen Barrel pro Tag sogar noch mehr Öl verschifft als an der Straße | von Hormus. | | Welche nachhaltigen Folgen die Blockade von Öl- und Gaskorridoren haben | kann, weiß man spätestens seit dem Sechstagekrieg von 1967. Der Konflikt | zwischen Israel und mehreren arabischen Ländern führte zu einer mehr als | acht Jahre währenden Schließung des Suezkanals. Die dadurch und durch | den 1973 folgenden Ölboykott der Opec-Staaten ausgelöste | Wirtschaftskrise brachte den früheren US-Präsidenten Jimmy Carter schon | damals auf den Gedanken, ob es nicht krisenfestere Möglichkeiten gäbe, | die Welt mit Energie zu versorgen: »Niemand kann die Sonne | boykottieren«, sagte er 1979 auf einer Veranstaltung, die für die | Nutzung der Solarenergie warb. | | Vertreter der Ölwirtschaft machen dagegen die Förderung der Erneuerbaren | für die Engpässe verantwortlich. Es sei fatal, dass sich die Weltbank, | die Internationale Energieagentur und die G7-Staaten gegen weitere | Investitionen in die Öl-, Gas- und Kohleförderung ausgesprochen hätten, | argumentiert Brenda Shaffer, Energiespezialistin für die Denkfabrik | Atlantic Council und früher Beraterin des staatlichen Ölkonzerns von | Aserbaidschan. | | So seien etwa große Öl- und Gasreserven, die vor gut einem Jahrzehnt in | Afrika entdeckt wurden, ungenutzt geblieben. Hätte der Westen investiert | und diese Schätze gehoben, so Shaffer in einem Kommentar für das »Wall | Street Journal«, dann »hätte sich Afrika zu einem wichtigen | Energielieferanten entwickeln und das größere Angebot außerhalb des | Nahen Ostens die Auswirkungen der aktuellen Energieversorgungsengpässe | abmildern können«. | | *Die Lösung: Der Elektrostaat* | | Als der Umwelt-und-Energie-Experte Li Shuo vor drei Jahren zur | Vorbereitung der 28. Klimakonferenz in die Vereinigten Arabischen | Emirate reiste, musste er sich dort ein Uber bestellen. Der Wagen kam, | und Li stutzte: Das Auto war ein »Hongqi«, eine außerhalb Chinas nur | Insidern bekannte Marke. Hongqi, wörtlich: »Rote Fahne«, produziert seit | Jahrzehnten die schweren Staatskarossen, mit denen sich chinesische | Machthaber an Militärparaden vorbeikutschieren lassen. | | Doch Li Shuo sollte noch ein zweites Mal überrascht werden: Als der | Wagen losfuhr, bemerkte er, dass der Hongqi ein Elektroauto war. Der | Klimaexperte, früher bei Greenpeace in Peking und mittlerweile bei der | Denkfabrik Asia Society in Washington beschäftigt, zog zwei Schlüsse aus | seiner Erfahrung und vielen Gesprächen in der Region: »Erstens: Die | Führungen am Golf denken offenbar sehr strategisch. Und zweitens: Die | kommen mir ziemlich chinesisch vor.« | | Das eine passt zum anderen: Strategisch ist auch China vorangegangen, um | seine Energiepolitik neu auszurichten. Im Sommer 2014, kaum zwei Jahre | im Amt, beklagte Staatschef Xi Jinping, dass Chinas Energiesystem | »technisch rückständig« sei, und ordnete eine radikale Modernisierung | an. Was folgte, war laut »Financial Times« eine »Hydra von Maßnahmen«, | sie katapultierte das Land binnen zehn Jahren an die Spitze der | Produktion erneuerbarer Energien. | | *China erzeugt so viel Strom aus erneuerbaren Energien wie alle Länder* | *Europas und Nordamerikas zusammen* | | China erzeugt heute ungefähr so viel Strom aus Sonnen-, Wind- und | Wasserkraft wie alle Länder Europas und Nordamerikas zusammen. Allein im | Jahr 2025 installierte Peking 318 Gigawatt (GW) neue Solarkapazität. Das | ist mehr als die gesamte installierte Kraftwerksleistung von Deutschland | und Österreich, nicht erneuerbare Energien eingeschlossen. Die EU hat | insgesamt etwa 340 GW Solarkapazität akkumuliert. Der Sektor der | Erneuerbaren macht inzwischen etwa ein Zehntel der gesamten chinesischen | Wirtschaftsleistung aus und trägt etwa ein Viertel zu deren Wachstum bei. | | Obwohl Peking nach wie vor am meisten Öl, Gas und Kohle verbrennt und | der mit Abstand größte Emittent von Treibhausgasen ist, gilt China | inzwischen als »Elektrostaat«, eine neue Kategorie von | Volkswirtschaften. Gemeint ist ein Staat, der Elektrizität als primären | Energieträger vorantreibt und dabei vor allem auf erneuerbare Energien | und Kernkraft setzt statt auf fossile Quellen. Für China trifft das nur | der Tendenz nach zu. Was die Verwendung des Begriffs trotzdem | rechtfertigt, ist die Richtung, die das Land eingeschlagen hat und die | unaufhaltsam scheint. | | In der akuten Notlage, die die Blockade der Straße von Hormus ausgelöst | hat, ist die Idee eines effizienten Elektrostaats, der auf alternative | Energiequellen baut, jedenfalls attraktiver denn je. Selbst wenn Länder, | die über die nötigen Reserven verfügen, unter dem Druck der Ereignisse | kurzfristig sogar wieder mehr Kohle verstromen dürften – langfristig | scheinen saubere und politisch krisenfeste Energieträger wie Sonne und | Wind vielversprechender als Rohstoffe, deren Lieferung nicht garantiert | werden kann. | | *Von einer Abhängigkeit in die nächste*? | | Für Chinas Führung war das Motiv zum Aufbruch in den Elektrostaat nie | vorrangig der Umweltschutz – einer der Gründe, warum Pekings Vertreter | auf den Klimakonferenzen oft so hartleibig auftreten. Das Hauptargument | ist das der nationalen Sicherheit, das Ziel der Unabhängigkeit der | Energieversorgung von äußeren, vor allem politischen Einflüssen. | | Die groß angelegte Elektrifizierung der zweitgrößten Volkswirtschaft der | Welt entfaltet unerwünschte Nebenwirkungen – sowohl in China selbst wie | auch global. Eine dieser Nebenwirkungen ist die durch massive | Subventionen hervorgerufene Überproduktion an Solarpanels, Windrädern | und vielen anderen Komponenten des Elektrostaats, die nun die Märkte | überschwemmen. Chinas Handelspartner in Europa und den USA haben darauf | mit scharfen Zöllen reagiert. Denn was Peking da ins Rollen gebracht | hat, ist nicht der Aufbau einer fair austarierten Energiewende, von der | am Ende alle profitieren. Kraft seiner enormen industriellen Basis hat | China ein großes Ungleichgewicht geschaffen. | | »Für Europa ist es langfristig sicherer, auf Elektrotechnik aus China | angewiesen zu sein, als auf Öl und Gas aus Russland oder den Vereinigten | Staaten« | | Jim Krane, Experte für Energie und Geopolitik des Nahen Ostens an der | Rice University, Houston, Texas | | Manche Experten sehen aber selbst in diesem Missstand einen Vorteil. | Dass die USA und Europa chinesische Solaranlagen mit Zöllen belegt | haben, biete den Entwicklungsländern »eine fantastische Gelegenheit, | diese Anlagen nun billig zu kaufen und damit die Elektrifizierung | voranzutreiben, bei der sie erhebliche Defizite haben«, sagt Jim Krane, | Professor für Energie und Geopolitik an der Rice University in Houston. | »Sie können diese saubere Technologie nutzen, um einen größeren Teil | ihres Strombedarfs zu decken, und damit gleichzeitig ihre Abhängigkeit | von importiertem Öl und Gas verringern.« | | Das gelte nicht nur für arme Länder: Selbst für Europa sei es | »langfristig sicherer, auf Elektrotechnik aus China angewiesen zu sein, | als auf Öl und Gas aus Russland oder den Vereinigten Staaten«, sagt | ausgerechnet der im US-Ölstaat Texas lehrende Wissenschaftler. | | Aber bedeutet das nicht, dass Länder, die zwischen diesen beiden | Energieblöcken stehen, nur von der einen Abhängigkeit in eine andere | geraten könnten? Peking hat nie gezögert, seine wirtschaftliche Macht | als politisches Druckmittel einzusetzen, wie zuletzt seine | Ausfuhrbeschränkungen für die in der modernen Industrie unverzichtbar | gewordenen seltenen Erden gezeigt haben. | | Der frühere Greenpeace-Mann Li Shuo antwortet auf diese Frage mit einem | gewagten Vergleich: »Das ist wie der Unterschied zwischen einem | Drogenhändler und einem Autohändler«, sagt er. »Russisches Öl und Gas | sind wie eine Droge. Chinesische Solarpanels und Windräder sind eher wie | Autos: Wenn du dir ein Auto kaufst, hast du erst einmal 20 Jahre Ruhe.« | Den Treibstoff, in diesem Fall vor allem Sonne und Wind, liefere | letztlich die Natur. | | *China, ein harmloser E-Auto-Händler in einer akuten Energiekrise*? | | China, ein harmloser E-Auto-Händler? Das wäre eine beruhigende | Vorstellung – wenn Peking mit seinen hochautomatisierten und vernetzten | Fahrzeugen und anderen Geräten nicht noch ganz andere Ziele verfolgte. | Das Sammeln von enormen Datenmengen zum Beispiel, den Erwerb ganzer | Stromnetze rund um die Welt und, wie die Expertin Brenda Shaffer | vermutet, eine schleichende »Deindustrialisierung« Europas. Auch dafür | macht die Verteidigerin der Ölindustrie neben China selbst die Vorliebe | der Europäer für neue Energien verantwortlich. | | Das Ölzeitalter ist noch lange nicht zu Ende. China selbst beweist durch | die Verstromung von Unmengen Koks, dass noch nicht einmal das | Kohlezeitalter wirklich zu Ende ist. Die Petrostaaten werden noch in | Jahrzehnten Öl und Gas fördern und verschiffen, weil diese Rohstoffe | neben der Energieerzeugung auch | werden, zur Produktion von Dünger und Lebensmitteln zum Beispiel und in | der chemischen Industrie. | | Aber wenn die Welt je einen Anlass hatte, ihren Stoffwechsel auf saubere | und krisenfeste Energien umzustellen, dann ist es der Krieg im Nahen | Osten mit der Blockade einer der Lebensadern der Globalisierung. Das | »fossil betriebene alte Regime«, wie der Zukunftsforscher Nils Gilman | die »Achse der Petrostaaten« auch nennt, wird das Feld nicht freiwillig | räumen. China, das seinen globalen Einfluss über Jahre systematisch | ausgebaut hat, wird mit Kraft, vielleicht sogar mit Gewalt dagegenhalten. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.spiegel.de/ausland/irankrieg-der-kampf-um-die-energie-der-zukunft-hat-begonnen-a-a2872723-d2ff-4477-87b3-a54b61fb7d15> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
Back to ger.ct | Previous | Next — Previous in thread | Next in thread | Find similar | Unroll thread
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 12:14 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-04-01 12:35 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-04-01 12:58 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 13:29 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 15:16 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-01 14:44 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 17:37 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-04-01 17:49 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2026-04-01 18:01 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-01 19:01 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 21:19 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-01 22:22 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-02 05:45 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-02 08:57 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-02 04:19 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-02 07:30 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-02 07:59 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-02 11:03 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Goetz Schultz <ng.expire1230@goetz.co.uk> - 2026-04-02 10:12 +0100
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-02 13:54 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2026-04-04 02:40 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-04 04:46 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-02 09:13 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-04-02 07:35 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-02 10:49 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2026-04-04 02:43 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-04 09:38 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-04 11:46 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-04 12:37 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-04 10:53 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-04 12:05 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-04-05 14:20 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-04-04 12:09 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-04 18:47 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Thomas Einzel <usenet-2026@einzel.de> - 2026-04-04 22:12 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-04-04 22:45 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2026-04-05 03:07 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-04-05 06:55 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2026-04-05 10:25 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-05 09:32 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-04-05 10:36 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-04-05 14:26 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-04-03 19:32 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-04-05 15:06 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-04-05 19:55 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-04-05 18:52 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle gunter-kuehne <gunter-kuehne@mail.de> - 2026-04-05 21:52 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-04-06 12:24 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-04-06 16:58 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-06 19:07 +0000
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-06 08:28 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-01 20:00 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-01 21:20 +0200
Re: Preiserhöhung nur noch einmal täglich an der Tankstelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-04-26 22:28 +0200
csiph-web