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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Nachgefragt |
| Date | 2026-03-06 17:45 +0100 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <10of0bs$pde2$10@dont-email.me> (permalink) |
| References | (11 earlier) <10oe734$198ne$1@solani.org> <10oemjs.794.1@privat.lahls.de> <ff88c5dc-91be-45ec-a744-63bd3361b743@news.goetz.co.uk> <10oetsc.2d0.1@privat.lahls.de> <bccf9225-6e5a-4f35-ad73-fbca5b317ba7@news.goetz.co.uk> |
Salve allerseits, Goetz Schultz schrieb: > On 06/03/2026 15:03, Ruediger Lahl wrote: >> *Goetz Schultz* schrieb: >>> On 06/03/2026 12:59, Ruediger Lahl wrote: >>>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb: >>>> >>>>> Siehe z.B. diesen friedvollen iranischen Raketenkreuzer. Welches Aufheulen >>>>> als diese Hightech Tötungsmaschine jetzt zerstört wurde vor Sri Lanka. >>>>> Hätten die USA warten sollen, bis er in der Straße von Hormus steht und >>>>> Tanker versenkt? >>>> >>>> Ich glaube so blöde sind nicht mal die Iraner dort einen voll geladenen >>>> Öltanker zu versenken. >>> >>> Sicher? >> >> Nein, wie ich schrieb: "Ich glaube..." > > Ja, das habe ich schon gesehen .... den Iranern (IRG) traue ich im > Moment alles zu. > +--- <hier abknabbern> --- | Ein Videoausschnitt, der seit Anfang März in sozialen Netzwerken | kursiert, zeigt eine einzelne deltaförmige Drohne im Landeanflug auf die | US-Marinebasis im bahrainischen Manama – Heimat der 5. US-Flotte. | Sekunden später kollabiert die weiße Kuppel eines Radarsystems unter der | Detonation, schwarzer Rauch steigt auf. | | Was auf dem Video wie ein punktgenauer Treffer wirkt, war in Wahrheit | ein asymmetrisches Kostenereignis historischen Ausmaßes: Ein iranisches | Fluggerät im Wert von schätzungsweise 30.000 US-Dollar hatte, geht es | nach Informationen von Defence Security Asia, ein AN/TPS-59-Radarsystem | im Wert von rund 300 Millionen Dollar zerstört – ein Gerät, das seit | 2004 als zentrales Frühwarnauge der amerikanischen Golfpräsenz gedient | hatte. | | Dieser Treffer war kein Einzelfall. Seit dem Beginn der US-israelischen | Operation "Epic Fury" am 28. Februar 2026 hat Iran nach Angaben des | Open-Source-Analyseunternehmens Mintel World, zitiert von der | Nachrichtenagentur AFP, allein in den ersten beiden Kriegstagen fast 400 | ballistische Raketen und rund 1.000 Drohnen auf die Golfstaaten | abgefeuert. Neun souveräne Staaten – Bahrain, Kuwait, die Vereinigten | Arabischen Emirate, Katar, Jordanien, Saudi-Arabien, Oman, Irak und | Israel – wurden binnen 72 Stunden mit iranischen Waffen angegriffen. | | Im Zentrum dieser Offensive steht ein Waffensystem, das weder neu noch | technologisch besonders ausgefeilt ist: die Shahed-136-Drohne, die seit | Jahren in der Ukraine unter russischer Flagge eingesetzt wird und dort | als Geran-2 bezeichnet wird. | | Dass die USA ihrerseits inzwischen ein nach demselben Prinzip | konstruiertes Gegenstück einsetzen – markiert nach Einschätzung des | Carnegie Endowment for International Peace eine Zäsur in der modernen | Kriegsführung: Technologischer Fortschritt fließt nicht länger nur von | den mächtigsten Staaten nach unten, sondern zirkuliert – und kehrt | mitunter gegen seine ursprünglichen Gegner zurück. | | *Das Waffensystem: Was ist die Shahed*-136? | | Die Shahed-136 ist eine iranische Einwegangriffsdrohne, die zu einem | vorprogrammierten Ziel fliegt und beim Aufprall detoniert. Mit 3,5 | Metern Länge, 2,5 Metern Spannweite, einem Sprengkopf von rund 50 | Kilogramm und einer Reichweite von 2.000 Kilometern ist sie technisch | einfach konstruiert; ihr Kolbenmotor erzeugt ein charakteristisches | Geräusch, das ihr in der Ukraine den Spitznamen "Moped " eingebracht hat. | | Entwickelt vom iranischen Shahed Aviation Industries Research Center | fand sie ab Herbst 2022 in der Ukraine massenhaften Einsatz. Der Iran | besitz inzwischen deutlich weiterentwickelte Varianten – darunter die | jetangetriebene Shahed-238 mit 600 km/h sowie das fernsteuerbare Modell | MC-236. Ihr entscheidender strategischer Vorzug bleibt der Preis: | zwischen 20.000 und 50.000 US-Dollar pro Stück. | | *Industrielle Basis: Produktion, Dispersion und Härtung* | | Israels Geheimdienst schätzt Irans Bestand auf bis zu 80.000 | kampfbereite Shahed-Drohnen bei einer Produktionsrate von 400 Einheiten | täglich – mit russischer Unterstützung. Ob diese Zahlen exakt zutreffen, | lässt sich nicht unabhängig verifizieren; die strategische Richtung, auf | die sie verweisen, ist jedoch durch mehrere Quellen gestützt. | | Die industrielle Grundlage dafür ist bewusst dezentral und angriffsfest | gestaltet. Aus geleakten Dokumenten, die Haaretz vorliegen, geht hervor, | dass jede iranische Produktionsanlage über zwei Ausweichstandorte | verfügt; Endmontage und Qualitätskontrolle finden in einem geheimen | Tunnel unter den Bergen nahe Teheran statt. | | Der Rüstungsexperte Francis Tusa erklärte gegenüber The National News, | ein einziger Ingenieur könne unter Idealbedingungen in einer | Zehnstundenschicht zwölf Drohnen zusammenbauen – die Produktion ist | damit praktisch in jeder größeren Werkstatt möglich. | | Russland hat diese Fähigkeiten erheblich mitfinanziert und ausgebaut. | Laut denselben Haaretz-Dokumenten kaufte Moskau mindestens 6.000 | Shahed-136 und investierte insgesamt 1,75 Milliarden US-Dollar – | einschließlich des Aufbaus einer eigenen Produktionslinie in der | Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan. | | Der Technologiefluss verlief dabei nicht nur in eine Richtung. In den | iranischen Drohnen, die die britische RAF-Basis in Akrotiri trafen, | wurden jetzt russische "Kometa"-Antennenmodule gefunden – ein digitale | Phasenarray-Antennen mit Glonass-Fähigkeit, die ukrainische Störsender | weitgehend unwirksam machen. Russland hat demnach nicht nur iranische | Drohnen gekauft, sondern seine im Ukraine-Krieg gewonnenen Erkenntnisse | in Form von Technologie zurückgeliefert. | | *Einsatzdoktrin: Wie Iran die Shahed im aktuellen Krieg einsetzt* | | Iran verfolgt im aktuellen Konflikt eine klare Arbeitsteilung zwischen | seinen Waffensystemen. Ballistische Raketen werden primär gegen Israel | eingesetzt, während die Drohnen gegen die Golfstaaten zum Einsatz | kommen. Israel wurde demnach von über 50 Drohnen angegriffen, die | Golfstaaten von wahrscheinlich mehr als 1.000. | | Die Ziele im Golf sind dabei sorgfältig gewählt. In Katar wurde das | AN/FPS-132-Frühwarnsystem auf der Al-Udeid-Basis – der größten | US-Militärbasis im Nahen Osten, Wert rund 1,1 Milliarden US-Dollar – | nach Angaben des katarischen Verteidigungsministeriums durch einen | Präzisionsangriff vollständig zerstört. | | In Saudi-Arabien traf eine Drohne die Ras-Tanura-Raffinerie, die größte | des Landes, und zwang sie zur Teilabschaltung. Ebenfalls in | Saudi-Arabien wurde die US-Botschaft zweimal getroffen. Der Flughafen | Kuwait International Airport wurde beschossen; am Hafen Jebel Ali in | Dubai, der rund 40 Prozent des VAE-Außenhandels abwickelt, war auf | Satellitenbildern Rauch zu sehen. Selbst die britische RAF-Basis | Akrotiri auf Zypern wurde erreicht – Channel News Asia berichtet von | einem Treffer auf die Landebahn. | | Die Drohnen werden dabei überwiegend als Einzelgeschosse eingesetzt, | nicht in den koordinierten Großschwärmen, die aus der Ukraine bekannt | sind, wie der Guardian festhält. | | *Die Kostenkriegsführung: Ökonomische Logik hinter der Drohnenstrategie* | | Der strategische Kern von Irans Drohneneinsatz ist ökonomischer Natur: | Eine Shahed-136 kostet zwischen 20.000 und 50.000 US-Dollar, während | allein eine Flugstunde der abfangenden Kampfjets diesen Betrag | übersteigt – Abfangraketen sind sogar ein Vielfaches teurer und können | siebenstellige Kosten verursachen. | Verteidigung: Was funktioniert, was fehlt | | Die Abfangquoten klingen zunächst beeindruckend: Die VAE schossen laut | Guardian 645 von 689 Drohnen ab, rund 93 Prozent. Doch diese Zahlen | verschleiern das eigentliche Problem. Die Golfstaaten sind auf diese Art | der Bedrohung schlicht nicht vorbereitet. | | Ein europäischer Rüstungsbranchenvertreter bringt es auf den Punkt: In | der Ukraine ist das Territorium mit akustischen Detektionssystemen und | Anti-Drohnen-Drohnen durchzogen, die Shaheds kostengünstig abfangen – im | Golf existiert nichts Vergleichbares. Die Lehren aus der Ukraine, so | derselbe Vertreter, seien nicht gezogen worden, "insbesondere von den | Amerikanern". | | Als kurzfristige Gegenmaßnahmen empfehlen Analysten eine geschichtete | Verteidigung: Kampfjets wie Rafale, F-16 oder Typhoon als | Vorwärtsabwehr, ergänzt durch mobile Flakgeschütze wie den deutschen | Skyranger 35 mit 35-Millimeter-Revolverkanone sowie kostengünstige | Lenkraketen wie die amerikanische APKWS II zum Preis von rund 20.000 | US-Dollar pro Stück. | | Die USA haben zudem A-10-Angriffsflugzeuge in die Region verlegt, deren | Bordkanone sich ebenfalls gegen Drohnen einsetzen lässt. Elektronische | Kriegsführung durch Jamming und Spoofing ist zwar möglich, die | entsprechenden Kapazitäten der Golfstaaten gelten jedoch als schwach – | mit dem Risiko, dabei die eigenen Verteidigungssysteme zu beeinträchtigen. | | *Die Drohne als strategisches Instrument* | | Die Shahed-136 ist ein Werkzeug der Erschöpfung, der Abschreckung und | des politischen Drucks. Ihr eigentliches Ziel ist die Erzeugung von | Risiko: Iran beschießt zivile Flughäfen, um durch anhaltenden Druck den | Flugverkehr zum Erliegen zu bringen, Raffinerien und Häfen, um die | Wirtschaft zu stören, und US-Militäreinrichtungen, um die amerikanische | Machtprojektion in der Region zu schwächen. | | Dabei ist es aufschlussreich, die iranische Einsatzdoktrin von der | russischen zu unterscheiden. Russland setzt seine Geran-2-Drohnen mit | dem Ziel ein, die Ukraine durch systematische Zerstörung ziviler | Infrastruktur zu erschöpfen und niederzuringen. | | Gegen die Golfstaaten verfolgt der Iran einen begrenzteren Ansatz: | Störung, Risikoerzeugung und politischer Druck – in der Hoffnung, dass | diese ihrerseits Washington zur Deeskalation drängen. Dazu reichen | zurzeit gelegentliche Einzelstarts oder Kleinwellen, um dieses Ziel zu | erreichen. Gleiches Waffensystem, unterschiedliche strategische Logik. | | Sollten sich allerdings die Abwehrmöglichkeiten der USA und Israels | erschöpfen, wird sich die Einsatzdoktrin vermutlich grundlegend | verändern: Aus dem Störwerkzeug wird eine Flächenwaffe, die ungehindert | kritische Infrastruktur treffen kann. | | Dabei ist das Problem für die USA und Israel die strukturelle | Unangreifbarkeit des Systems selbst. Produktion und Abschuss sind | praktisch störungsfest: Die Fertigung kann dezentral in Garagen, | Werkstätten und Tunneln stattfinden, der Start von verdeckten, kleinen | Rampen, Waldlichtungen, LKW und sogar von gewöhnlichen Fahrzeugen. | | Weder die Produktionskette noch die Abschussvorbereitungen hinterlassen | Signaturen, die sich zuverlässig aus der Luft identifizieren und gezielt | bekämpfen ließen. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.telepolis.de/article/Ukraine-Krieg-als-Blaupause-Irans-Drohnenstrategie-trifft-die-Golfstaaten-11201430.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Nachgefragt (was: Was passiert, wenn man die FDP raus wirft?) Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-03-06 08:27 +0100
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Re: Nachgefragt Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-03-06 10:23 +0100
Re: Nachgefragt Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-03-06 17:55 +0100
Re: Nachgefragt (was: Was passiert, wenn man die FDP raus wirft?) Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-03-06 09:30 +0000
Re: Nachgefragt (was: Was passiert, wenn man die FDP raus wirft?) Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-03-06 09:34 +0000
Re: Nachgefragt Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-03-06 09:55 +0000
Re: Nachgefragt Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-03-06 10:04 +0000
Re: Nachgefragt Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-03-06 10:10 +0000
Re: Nachgefragt Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-03-06 11:14 +0100
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Re: Nachgefragt Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-03-06 16:03 +0100
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Re: Nachgefragt Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-03-06 17:45 +0100
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Re: Nachgefragt Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-03-07 20:58 +0100
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Re: Nachgefragt Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-03-08 11:06 +0000
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Re: Nachgefragt Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-03-06 12:39 +0100
Re: Nachgefragt Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-03-06 18:55 +0100
Re: Nachgefragt Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2026-03-06 22:37 +0100
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