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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% |
| Date | 2025-12-25 10:08 +0100 |
| Message-ID | <10iiuug$252qv$1@solani.org> (permalink) |
| References | (3 earlier) <10ig9kj$stq0$1@dont-email.me> <mr28sdF23lU2@mid.individual.net> <10igr3k$25mmr$1@solani.org> <mr2cddFti7U1@mid.individual.net> <10iisjm$1npop$3@dont-email.me> |
Am 25.12.25 um 09:28 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > Salve allerseits, > > Michael Bode schrieb: >> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes: >>> Am 24.12.25 um 14:41 schrieb Walter Brill: >>> >>>> Am Radio hiess es noch: "1 Programmierer + KI würden 10 IT-ler ersetzen". >>> >>> Eher 20 oder 30, meinst Du? >> >> So what? Vor 100 Jahren gab es im Deutschen Reich um die 22 Millionen >> Erwerbstätige. Danach gab es wohl einige Rationalisierungswellen durch den >> technischen Fortschritt. Das Ergebnis war eine Reduktion der Arbeitsplätze von >> 22 Millionen auf 46 Millionen in 2025. Falls jemand damals wahlweise die >> Massenarbeitslosigkeit oder das wir-werden-nicht-mehr-arbeite-müssen >> prophezeit hat, lag er grandios daneben. >> > +--- <hier abknabbern> --- > | Vor einigen Monaten habe ich an dieser Stelle beschrieben, wie > | künstliche Intelligenz die Softwareentwicklung verändert und warum > | bestimmte Tätigkeiten in diesem Berufsfeld mittelfristig wegfallen > | werden. Die Reaktionen darauf waren gemischt: von Zustimmung über > | Skepsis bis hin zu offener Ablehnung. Doch eine Frage tauchte in den > | Kommentaren und in Gesprächen auf Konferenzen immer wieder auf: Wenn KI > | tatsächlich Code schreiben kann, was bleibt dann für Menschen übrig? > | > | Diese Frage ist berechtigt. Sie verdient eine ehrliche Antwort. Und > | diese Antwort führt uns zu einem Thema, das in der Debatte um KI in der > | Softwareentwicklung oft zu kurz kommt: die Rolle der Architektur, des > | Domänenwissens und der konzeptuellen Arbeit. Meine These lautet: Diese > | Bereiche werden nicht weniger wichtig, sondern wichtiger. Die > | Wertschöpfung verschiebt sich von der Umsetzung zur Konzeption. Und > | genau das hat weitreichende Konsequenzen für alle, die in diesem Feld > | arbeiten, von der Entwicklerin am Anfang ihrer Karriere bis zur > | Führungskraft, die Investitionsentscheidungen trifft. > | > | *Was KI heute kann und was nicht* > | > | Beginnen wir mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme dessen, was moderne > | KI-Systeme im Bereich der Softwareentwicklung leisten. Die Fortschritte > | der letzten zwei Jahre sind beeindruckend, und wer sie leugnet, macht > | sich etwas vor. LLMs (Large Language Models) können heute Funktionen, > | Klassen und ganze Module auf Zuruf generieren. Sie erkennen Muster in > | bestehendem Code und wenden Best Practices an, ohne dass man sie > | explizit darauf hinweisen muss. Sie schreiben Tests, die tatsächlich > | sinnvolle Randfälle abdecken. Sie erstellen Dokumentation, die oft > | besser ist als das, was überarbeitete Entwickler um 23 Uhr produzieren. > | Sie schlagen Refactorings vor, die technische Schulden reduzieren. > | > | Wer heute mit GitHub Copilot, Claude, ChatGPT oder ähnlichen Werkzeugen > | arbeitet, erlebt täglich, wie viel Routinearbeit diese Systeme abnehmen > | können. Eine REST-API mit Standard-CRUD-Operationen, die früher einen > | halben Tag gekostet hätte, entsteht in dreißig Minuten. Ein > | Datenmigrationsskript, für das man früher Stack Overflow durchsucht > | hätte, generiert sich fast von selbst. Das ist real, das ist nützlich, > | und es wird noch besser werden. > | > | Das ist die beeindruckende Seite. Und sie wird noch beeindruckender > | werden. Die Modelle werden besser, die Integration in > | Entwicklungsumgebungen wird nahtloser, die Anwendungsfälle werden > | breiter. Wer glaubt, dass wir den Höhepunkt dieser Entwicklung bereits > | erreicht haben, unterschätzt das Tempo des Fortschritts. > | > | Doch es gibt auch blinde Flecken, die bei aller Euphorie nicht übersehen > | werden dürfen. Und diese Flecken werden nicht kleiner, wenn die Modelle > | größer werden – denn sie sind struktureller Natur. > | > | KI-Systeme arbeiten auf der Ebene von Syntax und Mustern. Sie haben > | gelernt, welche Codezeilen typischerweise auf welche anderen folgen. Sie > | wissen, wie ein Repository-Pattern in C# aussieht, weil sie Zehntausende > | davon gesehen haben. Aber sie wissen nicht, warum ein bestimmtes System > | dieses Pattern verwenden sollte, oder ob es überhaupt das Richtige ist. > | Sie kennen die Form, nicht die Bedeutung. > | > | Das zeigt sich besonders deutlich bei Halluzinationen. Ein LLM kann eine > | Funktion generieren, die syntaktisch korrekt ist, alle Konventionen > | einhält und auf den ersten Blick vernünftig aussieht, aber inhaltlich > | falsch ist. Nicht, weil das Modell lügt, sondern weil es gar nicht weiß, > | was „richtig“ in einem bestimmten fachlichen Kontext bedeutet. Es > | optimiert Wahrscheinlichkeiten für Zeichenfolgen, nicht für > | Geschäftslogik. Es produziert, was statistisch plausibel ist, nicht was > | sachlich korrekt ist. > | > | Hinzu kommt das Problem des lokalen Optimums: KI optimiert das > | Offensichtliche. Wenn Sie nach einer Lösung für ein Problem fragen, > | bekommen Sie die wahrscheinlichste Lösung basierend auf den > | Trainingsdaten. Das ist oft eine gute Lösung. Aber es ist selten die > | beste Lösung für Ihren spezifischen Kontext, denn den kennt das Modell > | nicht. Es weiß nicht, dass Ihr Team nur aus zwei Personen besteht und > | keine Zeit für eine Microservices-Architektur hat. Es weiß nicht, dass > | Ihre Datenbank-Performance der eigentliche Engpass ist. Es weiß nicht, > | dass der Fachbereich nächstes Jahr alles umwerfen wird. > | > | Die Schlussfolgerung daraus ist einfach: KI ist ein hervorragendes > | Werkzeug für die Umsetzung. Aber das setzt voraus, dass jemand weiß, was > | umgesetzt werden soll. Die entscheidende Frage verschiebt sich damit von > | „Wie schreibe ich diesen Code?“ zu „Welchen Code sollte ich überhaupt > | schreiben?“. Und diese Frage kann KI nicht beantworten. > | > | *Die Rolle des Architekten neu betrachtet* > | > | Damit sind wir bei der Architektur. Und hier lohnt es sich, zunächst zu > | klären, was dieser Begriff eigentlich bedeutet, denn er wird (zu) oft > | missverstanden. > | > | Architektur ist nicht das Diagramm mit den großen Boxen und Pfeilen, das > | in jeder Projektdokumentation auftaucht und nach dem Kick-Off nie wieder > | angeschaut wird. Architektur ist auch nicht die Entscheidung für ein > | bestimmtes Framework oder eine bestimmte Cloud-Plattform. Architektur > | ist vielmehr die Summe der Entscheidungen, die schwer zu ändern sind. Es > | sind die Entscheidungen über Struktur, über Kommunikationswege, über > | Grenzen zwischen Komponenten, über Verantwortlichkeiten. Es sind die > | Entscheidungen, bei denen eine Änderung später teuer wird, sei es > | technisch, organisatorisch oder beides. > | > | Diese Entscheidungen sind aus mehreren Gründen nicht automatisierbar. > | Und diese Gründe werden auch nicht verschwinden, wenn die Modelle größer > | werden. > | > | Erstens erfordern Architekturentscheidungen Kontextwissen, das nicht im > | Code steht. Um zu entscheiden, ob ein System als Monolith oder als > | verteiltes System gebaut werden sollte, muss man die Organisation > | kennen, die es betreibt. Wie groß ist das Team? Wie sind die > | Deployment-Zyklen? Welche Teile des Systems ändern sich häufig, welche > | selten? Wie sieht die bestehende Infrastruktur aus? Welche Kompetenzen > | sind vorhanden, welche fehlen? Diese Informationen stehen in keinem > | Repository. Sie existieren in Köpfen, in Gesprächen, in der gelebten > | Praxis einer Organisation. > | > | Zweitens erfordern Architekturentscheidungen Abwägungen zwischen > | konkurrierenden Zielen. Soll das System maximal performant sein oder > | maximal wartbar? Soll es schnell ausgeliefert werden oder langfristig > | stabil sein? Soll es flexibel erweiterbar sein oder einfach zu > | verstehen? Diese Trade-offs haben keine objektiv richtige Antwort. Sie > | hängen von Prioritäten ab, die Menschen setzen müssen, basierend auf > | Geschäftszielen, Ressourcen und Risikobereitschaft. > | > | Drittens erfordern sie Voraussicht. Was könnte sich in zwei Jahren > | ändern? Welche Annahmen, die wir heute treffen, werden sich als falsch > | herausstellen? Welche Teile des Systems müssen flexibel bleiben, welche > | dürfen in Beton gegossen werden? Wo lohnt sich Investition in > | Abstraktion, wo ist sie Over-Engineering? Diese Fragen erfordern > | Erfahrung, Intuition und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Sie > | erfordern das, was erfahrene Architekten „Bauchgefühl“ nennen: eine > | internalisierte Mustererkennung, die sich nicht in Regeln fassen lässt. > | > | Viertens erfordern sie Dialog. Architektur entsteht nicht im stillen > | Kämmerlein. Sie entsteht im Gespräch mit Fachbereichen, mit > | Stakeholdern, mit dem Entwicklungsteam. Sie erfordert die Fähigkeit, > | zuzuhören, nachzufragen, zwischen verschiedenen Welten zu übersetzen. > | Ein Architekt muss verstehen, was der Vertrieb meint, wenn er von > | „flexiblen Rabatten“ spricht, und das in eine technische Struktur > | übersetzen. Diese Übersetzungsleistung ist zutiefst menschlich. > | > | Es gibt noch einen fünften Punkt, der oft übersehen wird: > | Architekturentscheidungen sind soziale Akte. Sie formen Teams, sie > | definieren Schnittstellen zwischen Menschen, sie beeinflussen, wer mit > | wem zusammenarbeiten muss. Die Entscheidung, ein System in drei Services > | aufzuteilen, ist nicht nur eine technische Entscheidung. Sie ist auch > | eine Entscheidung darüber, wie die Arbeit verteilt wird, welche Teams > | entstehen, wie Kommunikation fließt. Diese organisatorischen > | Implikationen zu verstehen und zu gestalten, erfordert > | Einfühlungsvermögen und politisches Gespür. All das sind Eigenschaften, > | die kein Sprachmodell besitzt. > | > | Ein LLM kann das Observer Pattern implementieren. Aber es kann nicht > | entscheiden, wann dieses Pattern die richtige Wahl ist. Es kann > | Microservices generieren. Aber es kann nicht beurteilen, ob > | Microservices für eine bestimmte Organisation überhaupt sinnvoll sind, > | oder ob sie die Komplexität nur verlagern, statt sie zu reduzieren. Die > | wertvollste Architekturentscheidung ist oft die Entscheidung, etwas > | nicht zu bauen. Und genau diese Entscheidung liegt außerhalb dessen, was > | ein generatives Modell leisten kann. > | > | *Kein LLM kennt die Domäne* > | > | Das führt uns zum zweiten Bereich, der durch KI nicht ersetzt wird: das > | Domänenwissen. > | > | Jede Software existiert, um ein Problem in einer bestimmten Domäne zu > | lösen. Ein Bestellsystem löst Probleme im E-Commerce. Eine Patientenakte > | löst Probleme im Gesundheitswesen. Eine Handelssoftware löst Probleme an > | den Finanzmärkten. Eine Produktionssteuerung löst Probleme in der > | Fertigung. Die Software ist nie Selbstzweck. Sie ist immer Mittel zu > | einem fachlichen Zweck. Diese Erkenntnis klingt banal, wird aber in der > | Praxis erstaunlich oft vergessen. > | > | Um gute Software zu bauen, muss man diesen Zweck verstehen. Man muss die > | Domäne verstehen. Und genau hier stößt KI an eine fundamentale Grenze, > | die sich nicht durch größere Modelle oder bessere Trainingsdaten > | überwinden lässt. > | > | LLMs wurden auf öffentlich verfügbarem Text trainiert. Sie kennen, was > | über Domänen geschrieben wurde. Sie kennen die allgemeinen Konzepte von > | Bestellungen, Patienten, Handelspositionen, Fertigungsaufträgen. Aber > | sie kennen nicht die spezifische Logik eines bestimmten Unternehmens. > | Sie wissen nicht, dass in Ihrem Unternehmen eine „Bestellung“ drei > | verschiedene Zustände haben kann, die nirgendwo dokumentiert sind, weil > | das historisch so gewachsen ist. Sie wissen nicht, dass der Begriff > | „Kunde“ in der Buchhaltung etwas anderes bedeutet als im Vertrieb. Sie > | wissen nicht, dass bestimmte Produkte aus regulatorischen Gründen anders > | behandelt werden müssen als andere. > | > | Die richtige Frage ist nicht „Wie baue ich ein Bestellsystem?“. Die > | richtige Frage ist: „Was bedeutet eine Bestellung in diesem Geschäft? > | Wann beginnt sie? Wann endet sie? Was passiert, wenn sie storniert wird? > | Was passiert, wenn sie teilweise geliefert wird? Wer darf sie ändern, > | und unter welchen Bedingungen? Welche Ereignisse in der Domäne sind > | relevant, welche nicht?“ > | > | Diese Fragen lassen sich nicht durch Prompt-Engineering beantworten. Sie > | erfordern Gespräche mit Fachexperten. Sie erfordern das geduldige > | Herausarbeiten von implizitem Wissen, das oft nicht einmal den > | Fachleuten selbst bewusst ist. Es ist Wissen, das in Routinen steckt, in > | Ausnahmen. In den Geschichten, die erzählt werden, wenn etwas > | schiefgelaufen ist. Dieses Wissen sichtbar zu machen, erfordert Methoden > | wie Event-Storming oder Collaborative Modeling, bei denen Menschen > | gemeinsam an einem Whiteboard stehen und rekonstruieren, was in ihrer > | Domäne eigentlich passiert. > | > | Das ist zutiefst menschliche Arbeit. Es ist Arbeit, die Geduld > | erfordert, die Ambiguitätstoleranz verlangt, die manchmal frustrierend > | ist, weil die Antworten nicht sofort klar sind. Es ist Arbeit, die man > | nicht beschleunigen kann, indem man schneller tippt. Und genau deshalb > | wird sie durch KI nicht obsolet, sondern im Gegenteil: Je mehr die > | Umsetzung automatisiert wird, desto wichtiger wird es, das Richtige > | umzusetzen. Und um das Richtige zu identifizieren, benötigt man > | Domänenwissen. > | > | Ich erlebe in meiner Beratungsarbeit regelmäßig, dass Projekte > | scheitern, nicht weil die Technik schlecht wäre, sondern weil niemand > | die richtigen Fragen gestellt hat. Das neue System wurde gebaut, es > | funktioniert technisch einwandfrei – aber es bildet die falschen > | Prozesse ab, verwendet die falschen Begriffe, macht die falschen > | Annahmen. Das sind keine Fehler, die KI verhindern wird. Es sind Fehler, > | die entstehen, wenn man die Domäne nicht versteht. Und sie werden > | häufiger werden, wenn die Illusion entsteht, dass schnelle > | Codegenerierung auch schnelles Verstehen bedeutet. > | > | *Die neue Arbeitsteilung* > | > | Was bedeutet das alles für die Praxis? Wie verändert sich die > | Arbeitsteilung in der Softwareentwicklung? Diese Fragen höre ich oft, > | und die Antworten sind weniger düster, als manche befürchten. > | Vorausgesetzt, man versteht die Richtung der Veränderung. > | > | Zunächst das Offensichtliche: Routineaufgaben werden schneller und > | günstiger. Code, der früher Stunden gebraucht hat, entsteht heute in > | Minuten. Die Einstiegshürde „etwas zu bauen“ sinkt dramatisch. Das ist > | grundsätzlich positiv. Es demokratisiert den Zugang zur > | Softwareentwicklung und ermöglicht schnellere Experimente. Ideen können > | ausprobiert werden, bevor man sich auf eine teure Implementierung > | festlegt. > | > | Aber es birgt auch eine Gefahr: die Gefahr, das Falsche sehr effizient > | zu bauen. Wenn es einfach wird, Code zu generieren, besteht die > | Versuchung, sofort loszulegen, ohne vorher gründlich nachzudenken. Das > | Ergebnis sind Systeme, die technisch funktionieren, aber am eigentlichen > | Bedarf vorbeigehen. Oder Systeme, die kurzfristig funktionieren, aber > | langfristig nicht wartbar sind. Die Geschwindigkeit der Codegenerierung > | kann eine trügerische Sicherheit vermitteln. Man fühlt sich produktiv, > | obwohl man eigentlich nur schneller in die falsche Richtung läuft. > | > | Bestimmte Fähigkeiten werden in dieser neuen Welt wichtiger: > | > | • Abstraktionsfähigkeit: die Fähigkeit, das Wesentliche vom > | Unwesentlichen zu trennen, komplexe Sachverhalte auf ihre Kernstruktur > | zu reduzieren. > | > | • Kommunikationsfähigkeit: die Fähigkeit, zwischen Fachbereich und > | Technik zu übersetzen, Anforderungen zu verstehen und technische > | Implikationen zu erklären. > | > | • Urteilsvermögen: die Fähigkeit zu entscheiden, wann KI hilft und wann > | sie schadet, wann man ihrem Output vertrauen kann und wann eine > | manuelle Prüfung nötig ist. > | > | • Systemdenken: die Fähigkeit, Wechselwirkungen zu verstehen, nicht nur > | einzelne Komponenten isoliert zu betrachten. > | > | Andere Fähigkeiten verlieren an Bedeutung. APIs und Syntax auswendig zu > | kennen, wird weniger wertvoll, wenn man jederzeit nachfragen kann. > | Boilerplate-Code zu schreiben war nie besonders erfüllend und wird > | künftig noch weniger nötig sein. Routine-Debugging bei Standardproblemen > | lässt sich zunehmend automatisieren. Das ist kein Verlust, sondern eine > | Befreiung, vorausgesetzt, man nutzt die gewonnene Zeit für wertvollere > | Tätigkeiten. > | > | Eine besondere Warnung möchte ich an dieser Stelle aussprechen: Hüten > | Sie sich vor der Prompt-Engineering-Illusion. Die Vorstellung, dass man > | nur „die richtige Frage stellen“ müsse, um von KI perfekte Ergebnisse zu > | bekommen, ist gefährlich. Ja, gute Prompts führen zu besseren > | Ergebnissen. Aber wer die richtige Frage nicht kennt, bekommt > | bestenfalls plausible Antworten auf die falsche Frage. Prompt > | Engineering ersetzt kein Domänenwissen. Es setzt es voraus. Wer nicht > | versteht, was gebaut werden soll, kann auch nicht sinnvoll danach fragen. > | > | *Was jetzt zu tun ist* > | > | Lassen Sie mich mit konkreten Empfehlungen schließen. > | > | Für Entwicklerinnen und Entwickler: Nutzen Sie KI als Werkzeug, nicht > | als Ersatz für das Denken. Lassen Sie sich Routinearbeit abnehmen, aber > | geben Sie die Verantwortung für das Ergebnis nicht ab. Prüfen Sie > | generierten Code kritisch, verstehen Sie ihn, bevor Sie ihn committen. > | Investieren Sie in Architektur und Domänenwissen, nicht nur in > | Technologie. Lernen Sie, mit Fachbereichen auf Augenhöhe zu sprechen. > | Kultivieren Sie die Fähigkeit, Anforderungen zu hinterfragen, statt sie > | blind umzusetzen. Die Frage „Warum benötigen wir das?“ ist wertvoller > | als die Frage „Wie bauen wir das?“. > | > | Für Führungskräfte und Unternehmen: Widerstehen Sie der Versuchung, > | „alles mit KI zu machen“. Die Technologie ist mächtig, aber sie ist kein > | Ersatz für Nachdenken. Erkennen Sie Architektur- und Domänenkompetenz > | als strategisches Asset. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht kurzfristig > | einkaufen oder durch Tools ersetzen. Sie entstehen über Jahre, durch > | Erfahrung, durch Fehler, durch intensive Beschäftigung mit einer Domäne. > | Investieren Sie in Menschen, die verstehen, nicht nur in Tools, die > | generieren. Und stellen Sie sich regelmäßig die Frage: Wissen wir > | eigentlich, was wir bauen wollen? Wenn die Antwort unklar ist, wird auch > | die beste KI nicht helfen. > | > | Für die Ausbildung: Der Fokus auf Syntax und Programmiersprachen wird > | weniger wichtig. Konzepte, Modellierung und Abstraktion werden > | wichtiger. Interdisziplinäres Denken sollte gefördert werden, also die > | Fähigkeit, technische und fachliche Perspektiven zu verbinden. Und vor > | allem: die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Denn in einer Welt, in > | der sich Technologie schnell verändert, ist die Bereitschaft zum > | lebenslangen Lernen wichtiger als jedes spezifische Wissen. Die > | Absolventen von heute werden in ihrer Karriere Technologien nutzen, die > | heute noch nicht existieren. Was bleibt, sind die Grundlagen: logisches > | Denken, Abstraktion, Kommunikation. > | > | *Der Mensch als Bedeutungsgeber* > | > | Die Entwicklung, die wir gerade erleben, ist keine Bedrohung, sondern > | eine Verschiebung. Dabei wandert die Wertschöpfung von der Umsetzung zur > | Konzeption. Die Frage ist nicht mehr „Können wir das bauen?“, denn das > | können wir fast immer, und es wird immer einfacher. Die Frage ist: > | „Sollten wir das bauen? Und wenn ja, was genau? Für wen? Mit welchem > | Ziel?“ > | > | Diese Fragen zu beantworten, erfordert etwas, das KI nicht hat: ein > | Verständnis von Bedeutung. Software ist nicht nur Code. Sie ist ein > | Ausdruck von Geschäftslogik, von Prozessen, von menschlichen > | Bedürfnissen. Sie bildet ab, wie Menschen arbeiten, wie sie > | kommunizieren, wie sie Entscheidungen treffen. Den Sinn hinter dem Code > | zu verstehen und zu gestalten, das bleibt menschliche Arbeit. > | > | Architekten, Domänenexperten und konzeptuelle Denker werden in dieser > | neuen Welt nicht weniger gebraucht. Sie werden mehr gebraucht. Denn je > | leichter es wird, irgendetwas zu bauen, desto wichtiger wird es, das > | Richtige zu bauen. Die Fähigkeit, das Richtige zu identifizieren, wird > | zur Kernkompetenz. Und diese Kompetenz ist nicht angeboren. Sie lässt > | sich entwickeln. Wer heute anfängt, in Architekturdenken und > | Domänenverständnis zu investieren, wird in fünf Jahren einen erheblichen > | Vorsprung denen gegenüber haben, die nur auf das nächste Tool warten. > | > | Software war nie Selbstzweck. Sie war immer Mittel zu einem Zweck. Und > | den Zweck definieren Menschen. Das war vor dreißig Jahren so, das ist > | heute so, und das wird auch in zehn Jahren noch so sein – egal, wie > | leistungsfähig die Modelle dann geworden sind. > | > | Die gute Nachricht ist: Wer diese Verschiebung versteht und sich darauf > | einstellt, hat eine glänzende Zukunft. > +--- </hier abknabbern> --- > > ©<https://www.heise.de/blog/KI-macht-Entwickler-ersetzbar-aber-gute-Architekten-nicht-11097760.html?seite=all> > > M.f.G. > Alles nur klassische Rückzugsgefechte. Wetten, während dieser Artikel ersonnen, geschrieben, redigiert und publiziert wurde, ist schon wieder einer der zitierten Bausteine an die KI gefallen? -- Ammersee Meer braucht's ned
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US-Wirtschaftswachstum 4,3% "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-23 16:26 +0100
US-Wirtschaftswachstum (was: US-Wirtschaftswachstum 4,3%) ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2025-12-23 16:00 +0000
Re: US-Wirtschaftswachstum "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-23 17:21 +0100
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Re: US-Wirtschaftswachstum Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-23 17:29 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2025-12-23 19:46 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2025-12-23 20:04 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-23 20:31 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-23 21:21 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2025-12-24 10:15 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-24 10:34 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2025-12-23 22:36 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-23 22:58 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-27 10:32 +0000
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Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-24 15:45 +0100
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Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-25 10:08 +0100
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Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-12-25 12:47 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-25 12:54 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-12-25 14:55 +0100
Entwickler und KI (was: US-Wirtschaftswachstum 4,3%) Ulrich D i e z <ud.usenetcorrespondence@web.de> - 2025-12-26 17:05 +0100
Re: Entwickler und KI (was: US-Wirtschaftswachstum 4,3%) Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-12-26 18:55 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2025-12-30 13:54 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2025-12-30 13:46 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-30 14:58 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-30 15:14 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-12-30 15:16 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-30 15:29 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2025-12-30 19:27 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-12-30 19:17 +0000
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2025-12-30 20:28 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-12-30 19:51 +0000
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2025-12-31 09:19 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2025-12-24 19:20 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-25 09:27 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-25 10:17 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-12-25 10:26 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-25 12:01 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-12-25 15:00 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-12-25 14:56 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Alfred <Dez.2025@anon.invalid> - 2025-12-25 20:57 +0100
Re: US-Wirtschaftswachstum 4,3% Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-25 18:12 +0100
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