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Re: Star Gate von Amazon

From Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Star Gate von Amazon
Date 2025-11-21 14:15 +0000
Message-ID <10fps6v$efl5$1@solani.org> (permalink)
References <10fn61n$ar68$1@solani.org> <10fp5q5$3gn7k$1@dont-email.me> <mob98bFccd1U2@mid.individual.net> <10fprk9$ciqo$1@solani.org>

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Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
> Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> wrote:
>> Hallo,
>> 
>> Am 21.11.25 um 08:53 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
>>> Salve allerseits,
>>> 
>>> Dr. Joachim Neudert schrieb:
>>>> 
>>>> Hollywood Faustregel: man kann jeden Stoff, der einmal erfolgreich war,
>>>> alle 20 Jahre wieder neu für ein nachgewachsenes, neues Publikum verfilmen.
>>>> 
>>> /Like A Complete Unknown/, /Thunderbolts*/, /The Brutalist/,
>>> /Nosferatu – Der Untote/, /Blood & Sinners/ und /Warfare/ würde
>>> ich BTW durchaus weiterempfehlen! Ansonsten empfehle ich, sich hierzu
>>> /The Critical Drinker/ zu Gemüte zu führen! Vor allem seine Einschätzung
>>> des Jahres 2025¹...								(⊙_◎)
>>> 
>>> M.f.G.
>>> 
>>> ___
>>> ¹<https://www.youtube.com/watch?v=z7oa_FifWk4>
>> 
>> Ich will auch mal;-)
>> 
>> Nach >30 Jahren Kinoabstinenz werde ich mir
>> *Eddington* antun. Sofern er hier ankommt.
>> 
>> Trailer:
>> <https://www.youtube.com/watch?v=oL6jZqExlIk>
>> 
>> Beschreibung:
>> <https://de.wikipedia.org/wiki/Eddington_(Film)>
>> 
>> Das war's auch schon...
>> 
>> Ciao
>> Walter
>> 
>> 
> 
> Die SZ hat den Film gestern verrissen. Hauptkritik war daß von den ca. 10
> Hauptpersonen kein einziger sympathisch ist oder irgendeinen Tiefgang hat.
> Only idiots.
> 
> Das war schon der Grund warum mir Game of Thrones am A.. vorbei ging.
> Lauter machtgeile gewalttätige verrohte, gewissenlose schäbig-verdreckte
> mittelalterliche Feudalherrscher. Mir doch egal wer sich von denen
> durchsetzt. 
> 

Hier:

Film „Eddington“ über die Corona-Pandemie mit Joaquin Phoenix und Emma
Stone

"Fühlt sich an wie Brain Fog."
​
 Zusammenfassen
​
16. November 2025, 13:03 Uhr
Frühling 2020 in New Mexico: Sheriff Cross (Joaquin Phoenix) setzt zur
Rebellion gegen die Maskenpflicht an, Bürgermeister Garcia (Pedro Pascal)
kommt zum High Noon.
Frühling 2020 in New Mexico: Sheriff Cross (Joaquin Phoenix) setzt zur
Rebellion gegen die Maskenpflicht an, Bürgermeister Garcia (Pedro Pascal)
kommt zum High Noon. (Foto: Leonine Studios)
Eigentlich ist es kein Wunder, dass es dem amerikanischen Filmemacher Ari
Aster für seinen neuen Film „Eddington“ gelungen ist, einen solch
eindrucksvollen Cast zusammenzutrommeln: Joaquin Phoenix, Emma Stone, Pedro
Pascal. Liegt am Thema: „Eddington“ ist ein Western, der in einer
Kurzbeschreibung so klingt, als könne das Genre mit ihm zu neuen und
modernen Höchstleistungen auflaufen. Mai 2020, Eddington in New Mexico,
2453 Einwohner. Die Pandemie hat die USA im Griff, alle sind im Lockdown.
Sheriff Joe Cross (Phoenix), ein behäbiger Mann mittleren Alters, der es
nicht so weit gebracht hat wie sein Vater, beschließt: Jetzt ist Mittag,
High Noon. Er muss den Bösewicht niederkämpfen, der sich in der Stadt
breitgemacht hat. Das ist nicht das Virus, in Eddington hat eh niemand
Covid. Zum Showdown treten an: Cross gegen die Maskenpflicht.

Klingt lustig? „Eddington“ fängt tatsächlich verheißungsvoll an. Cross
fährt schon deswegen dauernd Patrouille durch die menschenleeren Straßen,
damit er nicht zu Hause sein muss. Gerne wäre er bei seiner zarten und
zartbesaiteten Frau Louise (Emma Stone), die er innig liebt. Aber wegen des
Lockdowns haust im Wohnzimmer jetzt seine schrille Schwiegermutter, und die
geht ihm auf die Nerven. Sie sitzt stundenlang vor ihrem Laptop und
verbreitet anschließend die wüstesten Verschwörungsmythen. Draußen wird er
aber auch nicht glücklich: Es gibt Krach im Supermarkt, weil der
Asthmatiker Cross einen alten Mann verteidigt, der keine Maske aufsetzen
will, und dann selbst, kraft seines Amtes, auch mit freigelegtem Gesicht
einkauft. Und dann legt er sich mit den Polizisten vom Nachbarort an,
Pueblo, das ist auf dem Land der Ureinwohner in Selbstverwaltung, mit
eigenen Polizisten. Die setzen die Maskenpflicht gnadenlos durch, auch bei
Leuten, die mit ihrem Atem ganz allein sind. Sheriff Cross setzt zur
Rebellion an. Und gibt dann nach.


Vielleicht wäre die Zeit reif für einen Pandemie-Film, aber dann vielleicht
für einen, zu dem man den Humor nicht selbst mitbringen muss. „Eddington“
hätte eine schöne Satire werden können über Spaltung im Allgemeinen und im
Besonderen. Über Verschwörungsideologen und Menschen, die andere genüsslich
schikanieren, gern auch im vermeintlichen Dienst einer guten Sache, die sie
eigentlich gar nicht so sehr interessiert. Einem der Pueblo-Polizisten
beispielsweise hängt die Nase aus der Maske, obwohl er, anders als der
Sheriff, nicht allein im Auto sitzt.

Aber in „Eddington“ geht bald alles durcheinander, und dann ist die
Traumbesetzung plötzlich doch erstaunlich. Der Bürgermeister (Pedro Pascal)
will ein KI-Datenzentrum genehmigen, weil es angeblich der Stadt nützt, vor
allem aber ihm selbst. Cross will selbst als Bürgermeister kandidieren,
wegen der Maskenpflicht und weil er Korruption wittert. Also benutzt er
sein Sheriffbüro, inklusive Personal, als Wahlkampfzentrale. Die Kids der
Stadt schließen sich der „Black Lives Matter“-Bewegung an und stürmen die
Straßen, vielleicht aus Langeweile, vielleicht auch als Tiktok-Challenge –
man weiß es nicht. Ein New-Age-Guru (Austin Butler), der besessen ist von
Kindesmissbrauch, wittert in der Pandemie ein neues Geschäftsfeld und
verführt dann Louise. Die Schwiegermutter entpuppt sich als völlig klarer,
aber zynischer und geldgieriger Machtmensch. Der Sheriff ist bald
unangenehmer (und tödlicher) als tausend Masken übereinander getragen. Und
dann taucht auch noch ein mysteriöses Killerkommando auf, dessen Ursprung
im Dunkeln bleibt. Fühlt sich an wie Brain Fog.

Eine gute Szene, dann biegt der Film ab und verfährt sich

„Eddington“ ist ein konfuses Sammelsurium der Weltübel und führt in einen
Gewaltexzess. Satire braucht scharfsinnige Beobachtungen, Überspitzung und
Witz. Der einzige Moment in diesem Film, der in diese Richtung zielt, ist
jene Szene, in der die Pueblo-Polizisten den Sheriff schikanieren – und die
hat mit dem restlichen Film eigentlich gar nichts zu tun. Der biegt kurz
danach ab und verfährt sich.

Ari Aster, der vorher „Hereditary“ und „Midsommar“ gemacht hat, eilt der
Ruf voraus, er habe sich auf Horrorfilme spezialisiert, weil er selbst von
Ängsten geplagt sei. Er hatte jedenfalls bei „Eddington“, keine Angst, sich
zu verheben: Künstliche Intelligenz, Missbrauch, Covid, Drohnenangriffe,
dazu noch eine Mordserie und ein bisschen Splatter – Aster nimmt alles mit
rein und hat am Ende, nach immerhin zweieinhalb Stunden, zu nichts etwas zu
sagen. Die ungefähr zehn Figuren im Zentrum der Geschichte sind alle
wahnsinnig, dumm, empathielos, korrupt oder richtig böse, manchmal alles
zusammen, aber keine von ihnen hat genug Tiefe, um eine Motivation zu
erkennen. Das ist ein Kardinalfehler.

Wenn man sich als Zuschauer dafür interessieren soll, ob Eddington von
Drohnen, der Pandemie oder einem Serienkiller entvölkert wird, sollte man
sich für irgendwen dort interessieren dürfen. Vielleicht ist die Emotion,
die Asters Film bedient, ein diffuser Generalhass auf alles und jeden. Das
wäre ein hässliches Gefühl. Vor allem aber führt es nirgendwohin. Wenn
nämlich alle Menschen furchtbar sind, ist auch alles egal.

Eddington, USA 2025 – Regie und Buch: Ari Aster. Kamera: Darius Khondji.
Mit: Joaquin Phoenix, Emma Stone, Pedro Pascal, Austin Butler, Deirdre
O’Connell. Verleih: Leonine, 145 Minuten. Kinostart: 20. November.

-- 
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Star Gate von Amazon Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-20 13:45 +0000
  Re: Star Gate von Amazon Goetz Schultz <ng.expire1230@goetz.co.uk> - 2025-11-20 14:10 +0000
  Re: Star Gate von Amazon Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-11-21 08:53 +0100
    Re: Star Gate von Amazon Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-21 14:54 +0100
      Re: Star Gate von Amazon Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 14:06 +0000
        Re: Star Gate von Amazon Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 14:15 +0000
          Re: Star Gate von Amazon Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-21 16:21 +0100
            Re: Star Gate von Amazon "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 16:30 +0100
        Re: Star Gate von Amazon Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-21 16:16 +0100
          Re: Star Gate von Amazon "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 16:21 +0100
            Re: Star Gate von Amazon Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-22 15:54 +0100
              Nachtrag (was:Re: Star Gate von Amazon) Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-22 15:58 +0100
              Re: Star Gate von Amazon Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-11-24 13:42 +0100
        Re: Star Gate von Amazon Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2025-11-21 17:02 +0100
          Re: Star Gate von Amazon "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 17:05 +0100
            Re: Star Gate von Amazon Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2025-11-21 18:24 +0100
          Re: Star Gate von Amazon "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-21 17:05 +0100
          Re: Star Gate von Amazon Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-22 16:03 +0100
            Re: Star Gate von Amazon Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-11-24 14:01 +0100
        Re: Star Gate von Amazon Joerg Walther <joerg.walther@magenta.de> - 2025-11-21 17:36 +0100

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