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Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals

From "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals
Date 2025-11-14 07:35 +0100
Message-ID <10f6iik$77n$2@solani.org> (permalink)
References <10f4hh6$le9$1@solani.org>

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Am 13.11.25 um 13:04 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Soll das heißen, die Ausrede, "aber in China!" gilt nicht mehr und wir
> müssten gar selber auch unsere CO2 Emissionen senken?
> 
> Oh, da werden einige schwer daran zu knabbern haben.
> 
> 
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/china-co2-ausstoss-solar-100.html



Chinas CO2-Emissionen sinken erstmals trotz höherem Verbrauch
​

​
Trotz wachsendem StromverbrauchChinas CO2-Emissionen sinken überraschend

16.05.2025 | 16:14
Chinas CO2-Emissionen sinken erstmals trotz wachsender Stromnachfrage - 
dank Wind, Sonne und Atomkraftwerken. Trotzdem ist fraglich, ob China 
die Pariser Klimaziele erreichen kann.

Eine Luftaufnahme zeigt Solarmodule neben Rapsfeldern in einem Dorf in 
Taizhou in der ostchinesischen Provinz Jiangsu.
China investiert stark in erneuerbare Energien - auch Solaranlagen 
werden in großer Zahl gebaut.
Quelle: AFP
China ist der weltweit größte Energieverbraucher - getrieben von 
rasantem Wirtschaftswachstum, Industrialisierung und einer Bevölkerung 
von über 1,4 Milliarden Menschen. Jahrzehntelang stützte sich das Land 
auf Kohle, um seinen gewaltigen Strombedarf zu decken. Doch es hat ein 
Wandel begonnen: Im ersten Quartal 2025 ist Chinas Ausstoß von CO2 
erstmals gesunken, obwohl die Stromnachfrage weiter gestiegen ist.

Der Ausstoß sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,6 Prozent, wie 
Lauri Myllyvirta, Analyst am Forschungszentrum für Energie und saubere 
Luft (Crea) aus Finnland, am Donnerstag mitteilte. Derartige Rückgänge 
hatte es in der Vergangenheit bereits gegeben, allerdings waren diese 
konjunkturell bedingt, etwa wegen eines Einbruchs des Strombedarfs 
während der Corona-Pandemie oder durch die Finanzkrise 2009.

Diesmal gab es einen Rückgang trotz eines Anstiegs der 
Gesamtstromnachfrage um 2,5 Prozent im ersten Quartal, erklärte Myllyvirta.

Das Wachstum der sauberen Energieerzeugung übersteigt nun das 
durchschnittliche, aktuelle und langfristige Wachstum der Stromnachfrage 
und verringert so die Nutzung fossiler Energieträger.
„
Lauri Myllyvirta, Forschungszentrum für Energie und saubere Luft (Crea)
Es sei also das erste Mal, "dass ein solcher Rückgang hauptsächlich auf 
das Wachstum der sauberen Stromerzeugung zurückzuführen ist".

CO2-Ausstoß gesunken: Wie hat China das geschafft?


China investiert massiv in erneuerbare Energie. Seine installierte 
Leistung an Wind- und Solaranlagen ist doppelt so hoch wie die aller 
anderen Länder zusammen. Nach Berechnungen des Crea verursachte die 
chinesische Stromerzeugung nun im ersten Quartal 5,8 Prozent weniger 
Emissionen - und das, obwohl der Stromverbrauch im gleichen Zeitraum um 
2,5 Prozent gestiegen ist.

Roboter mit erhobenen Händen vor gelbem a
Chinesischer High-Tech dominiert weltweit. Sei es KI, Robotik, oder 
Elektromobilität – in unzähligen Zukunftstechnologien ist die 
Volksrepublik führend oder hat einen Vorsprung.
16.04.2025 | 17:59 min
Die sehr CO2-intensive Kohle spielt zwar weiterhin eine wichtige Rolle 
im chinesischen Energiemix, die Stromerzeugung aus fossilen Quellen ging 
aber um 4,7 Prozent zurück. Der Anteil erneuerbarer Energien nahm 
dagegen deutlich zu. Modernisierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung in 
Kohlekraftwerken trugen ebenfalls dazu bei, dass die Emissionen gesunken 
sind. Dabei ist auch zu bemerken, dass China auch Atomenergie als 
erneuerbare Stromquelle einstuft und ausbaut.

In anderen Sektoren stiegen die Emissionen jedoch noch. Besonders in der 
Chemie- und Metallindustrie nahm der Kohleeinsatz zu. Der Bau- und 
Immobiliensektor schwächelte dagegen, daher sinkt der Zementverbrauch 
leicht.

"Du ziehst nach Peking? Da ist doch die Luft so schlecht!" Das habe ich 
oft gehört, als ich Ende 2022 meine Korrespondenten-Stelle in Peking 
angetreten bin. Natürlich kannte auch ich die Fernsehbilder: dicke 
gelb-orange Smog-Schwaden hingen regelmäßig über den Straßen von Chinas 
Hauptstadt. Man konnte kaum 20 Meter weit sehen. Meine Kollegen hatten 
mir bei meiner Ankunft erzählt, dass ihre Kinder auf dem Spielplatz des 
Kindergartens immer Masken tragen mussten. Keine zehn Jahre ist das her. 
Heute ist der Himmel über Peking meistens blau, Smog-Tage kann man an 
einer Hand abzählen.

Was mich in Peking auch fasziniert: Wie ruhig diese 
20-Millionen-Einwohner-Stadt doch ist! Dafür braust jeden Tag eine 
gigantische Welle von E-Scootern über die Straßen, die Taxis und Busse 
sind elektrisch, knapp die Hälfte aller neu zugelassenen PKW sind es 
auch. Für Verbrenner - egal ob PKW, LKW oder Motorrad - gibt es 
tageweise Fahrverbote und strenge Regulierungen.

Verlässt man Chinas Hauptstadt Richtung Norden, Richtung Innere 
Mongolei, fallen bald die mit unzähligen Solarpaneelen gepflasterten 
Berge auf. Auch in Chinas Wüsten stehen heute massive Solarfarmen, an 
den Küsten fallen sofort die vielen Windräder auf. Daneben baut China 
auch neue Atomkraftwerke. Zur Wahrheit gehört, dass die Volksrepublik 
weiter auch auf Kohlekraftwerke setzt und dass der Pekinger Smog 
teilweise in andere Gebiete "verlegt" wurde, weil Kohlekraftwerke weiter 
in den Norden umgesiedelt wurden. Doch insgesamt geht der Ausbau der 
Erneuerbaren hier rasant voran.

- Elisabeth Schmidt, Korrespondentin im ZDF-Studio Peking

Wendepunkt oder nur Momentaufnahme?


Ob Chinas Emissionen ihren Höhepunkt überschritten haben, bleibt offen: 
Der Ausstoß liegt derzeit nur ein Prozent unter dem bisherigen 
Höchststand. Entscheidend wird sein, ob der Ausbau sauberer Energie 
anhaltend stärker wächst als der Strombedarf, so die Analyse der 
finnischen Forscher. Derzeit deutet vieles darauf hin: 2025 werden 
erneut Rekordwerte beim Zubau von Wind- und Solarkapazitäten erwartet.

Eine Rolle könnten dabei auch die von US-Präsident Donald Trump 
verhängten Strafzölle spielen: Diese führten zu einem Rückgang der 
Industrieexporte, was die Emissionen ebenfalls kurzfristig gesenkt hat. 
Peking reagiert darauf mit Konjunkturmaßnahmen, die stärker auf 
Binnenkonsum und saubere Technologien abzielen sollen. Dies könnte den 
langfristigen Energieverbrauch Chinas senken.

Klimaziele trotzdem in Gefahr


Trotz positiver Entwicklungen verfehlt China derzeit seine Klimaziele: 
Peking hatte sich im Rahmen des Pariser Abkommens verpflichtet, seine 
CO2-Intensität - also die Emissionen pro Einheit Wirtschaftsleistung - 
bis 2030 deutlich zu senken. Konkret sollte dieser Wert bis 2025 spürbar 
sinken, um das 2030-Ziel noch erreichbar zu machen. Doch die Realität 
sieht anders aus: Zwischen 2020 und 2023 kam der Fortschritt fast zum 
Stillstand. Auch im Jahr 2024 lag der Rückgang der CO2-Intensität mit 
3,4 Prozent deutlich unter dem Tempo, das notwendig wäre.

Das Pariser Klimaabkommen hat das Ziel, die Erderwärmung auf klar unter 
zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit - und möglichst auf nur 
1,5 Grad - zu begrenzen. Damit sollen die schlimmsten Folgen der 
Klimakrise vermieden werden - etwa häufigere und heftigere Hitzewellen, 
Dürren, Waldbrände sowie Unwetter und Überschwemmungen.

Quelle: dpa

Für 2025 hat die chinesische Regierung erstmals kein konkretes Ziel zur 
CO2-Intensität mehr im Regierungsplan verankert - ein deutliches 
Zeichen, dass das Thema aktuell keine politische Priorität genießt.

Selbst wenn die Emissionen nun kurzfristig leicht fallen, erlaubt die 
derzeitige Zielsetzung offiziell noch bis Ende des Jahrzehnts steigende 
Gesamtemissionen. Die übergeordneten "Dual-Carbon"-Ziele - ein 
Emissionspeak vor 2030 und Klimaneutralität bis 2060 - reichen daher 
allein nicht aus, um Chinas Paris-Verpflichtung zu erfüllen.

heute journal - der Podcast mit Helene Reiner und Christian Sievers
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit - 
warum es für Klimaschutz noch nicht zu spät ist.
18.04.2025 | 42:29 min


-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-13 12:04 +0000
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        Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Carlo XYZ <carloxyz@invalid.invalid> - 2025-11-13 19:55 +0100
          Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-13 19:11 +0000
            Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Carlo XYZ <carloxyz@invalid.invalid> - 2025-11-13 21:01 +0100
              Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2025-11-14 07:18 +0100
  Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-11-13 15:12 +0100
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        Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-11-13 18:06 +0100
        Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2025-11-13 18:50 +0100
          Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Peter Veith <veith@snafu.de> - 2025-11-13 18:54 +0100
            Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2025-11-14 00:30 +0100
        Re: Die chinesischen CO2-Emissionen sinken erstmals Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2025-11-14 12:41 +0100
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