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Groups > ger.ct > #474610 > unrolled thread
| Started by | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| First post | 2020-11-12 19:29 +0000 |
| Last post | 2020-11-13 19:40 +0100 |
| Articles | 20 — 7 participants |
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Re: Arbeitszeiten Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-11-12 19:29 +0000
Re: Arbeitszeiten Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2020-11-13 07:50 +0100
Re: Arbeitszeiten "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-11-13 08:47 +0100
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 09:18 +0100
Re: Arbeitszeiten "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-11-13 09:22 +0100
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 10:13 +0100
Re: Arbeitszeiten Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-11-13 09:15 +0000
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 09:41 +0100
Re: Arbeitszeiten "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-11-13 09:50 +0100
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 10:09 +0100
Re: Arbeitszeiten spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2020-12-05 19:34 +0100
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 11:29 +0100
Re: Arbeitszeiten Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2020-11-13 15:05 +0100
Re: Arbeitszeiten Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-11-13 15:32 +0100
Re: Arbeitszeiten Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-11-13 15:31 +0000
Re: Arbeitszeiten Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> - 2020-11-13 11:17 +0100
Re: Arbeitszeiten Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2020-11-13 20:09 +0100
Re: Arbeitszeiten Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> - 2020-11-13 22:11 +0100
Re: Arbeitszeiten Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> - 2020-11-13 22:19 +0100
Re: Arbeitszeiten Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2020-11-13 19:40 +0100
| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-12 19:29 +0000 |
| Subject | Re: Arbeitszeiten |
| Message-ID | <rok2ff$2qq$1@solani.org> |
Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: > Markus Luft <01-2020@news.marquee-moon.de> writes: > >> Es ist viel schlimmer. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, >> verschiebt sich ihr angeborener Chronotyp für Jahre zum Spättyp hin. >> Und für den Großteil unserer Gesellschaft ist der Schul- oder >> Arbeitsbeginn um 8:00 einfach zu früh. > > Da werden dir viele Recht geben. Das Problem ist aber nicht, dass die > Arbeit schon um 8:00 anfängt, das Problem ist, dass sie schon Montag > anfängt. > "Ein weiterer Tag täte dem Wochenende ganz gut“ -- please forgive my iPhone typos
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| From | Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 07:50 +0100 |
| Message-ID | <pum18hxn68.ln2@diedrich.ddnssec.de> |
| In reply to | #474610 |
Stefan Ram meinte: >>"Ein weiterer Tag täte dem Wochenende ganz gut“ > > Die ersten fünf Tage der Arbeitswoche sind immer die unangenehmsten. Lasst uns konsequent sein - auch das Verhältnis von lediglich 6 Wochen Urlaub zu 46 Wochen Arbeit ist unerträglich. Also: - 5 Tage Wochenende, 2 Tage Arbeit - und zwar nur in 6 Wochen im Jahr; der Rest ist Freizeit. Natürlich muss dann ein Ausgleich her für den Nachteil für die Arbeitnehmer her, dass viele Feiertage jetzt plötzlich in die freie Zeit und nicht mehr in die Arbeitszeit fallen! -- gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4 fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4 HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 08:47 +0100 |
| Message-ID | <roldnd$vv0$3@solani.org> |
| In reply to | #474637 |
Am 13.11.20 um 07:50 schrieb Diedrich Ehlerding:
> Stefan Ram meinte:
>
>>> "Ein weiterer Tag täte dem Wochenende ganz gut“
>>
>> Die ersten fünf Tage der Arbeitswoche sind immer die unangenehmsten.
>
> Lasst uns konsequent sein - auch das Verhältnis von lediglich 6 Wochen
> Urlaub zu 46 Wochen Arbeit ist unerträglich. Also:
>
> - 5 Tage Wochenende, 2 Tage Arbeit
> - und zwar nur in 6 Wochen im Jahr; der Rest ist Freizeit.
>
> Natürlich muss dann ein Ausgleich her für den Nachteil für die
> Arbeitnehmer her, dass viele Feiertage jetzt plötzlich in die freie
> Zeit
und nicht mehr in die Arbeitszeit fallen!
>
Das hab ich schon 2001 als Manifest geschrieben:
http://gerct.de/html/halloffame/zukunft.html
Mehr Geld und Freizeit den Menschen. Die Arbeit den Robotern und Computern!
Komisch, schon damals war angeblich Krise (November 2001)
=======================
Die Wirtschaft, die Arbeit und die Krise.
November 2001:
> Warum gibt es in D so wenig Teilzeitarbeit? Außer in den Pflege- und
> anderen körperlich schweren Berufen, in denen man ohne Teilzeit
> einfach nicht genügend willige Kräfte fände, gibt es das kaum.
> 630DM-Jobs sind auch keine Alternative. Warum kann die Politik keine
> Rahmenbedingungen dafür schaffen? Die SPD, zwischen braven
> Familienvätern und Großkapital aufgerieben, tut da gar nichts.
>
Vorausschicken möchte ich, daß ich politisch eigentlich aus der
konservativen Schiene komme. Als braver Bayer war ich sogar jahrelang
CSU-Mitglied, bin aber ausgetreten weil ich gemerkt habe, ich tu nichts für
die, und die tun nichts für mich. Gegenseitiges freundliches Desinteresse
(ich war immer nur Karteileiche).
Das sag ich deswegen, damit niemand glaubt hier spricht ein Altkommunist.
Meine These:
Die Leute brauchen keinen Arbeitsplatz.
Die Leute brauchen stattdessen ein geregeltes großzügiges Einkommen.
Nicht mehr Arbeit. Mehr Geld muß in breite Bevölkerungsschichten gepumpt
werden.
"Arbeit" ist eine Sekundärtugend. Die Leute wollen und brauchen primär Geld.
Lets face it: Die Produktionsmethoden in Landwirtschaft, Industrie und
Technik usw. sind so gut geworden, daß man längst nicht mehr die
Arbeitsleistung aller verfügbaren Menschen braucht, um alle verfügbaren
Menschen sehr gut zu versorgen. (nur im Quartärsektor brauchen-und suchen!-
wir weiter viele Menschen)
Es nützt nichts, den Faktor Arbeit immer weiter zu verbilligen, den
Kündigungsschutz aufzuheben ("flexibel"), damit immer mehr Leute in immer
mehr lausig bezahlten Jobs gegen Roboter und Asiaten konkurrieren.
Die haben anschliessend ein real immer weiter sinkendes Einkommen, und
kaufen nichts mehr von den so mühelos produzierten Gütern. Diese
Abwärtsspirale nimmt gerade Tempo auf.
Der Hauptgrund für die jetzige Wirtschaftskrise ist das gesunkene
Verbrauchervertrauen. Als der US-Verbraucher noch fest an die Seifenblasen
der New Economy glaubte und sein vorhandenes Geld sorglos ausgab, florierte
die Wirtschaft tatsächlich!
Soviel Geld kann Bill Gates gar nicht verfressen, und soviel Gimmicks und
Gadgets kann er nicht in sein Haus einbauen, um als Verbraucher wahrgenommen
zu werden. Seine 100 Milliarden $ Privatvermögen sind der Wirtschaft
weitgehend nutzlos entzogen. Mit den anderen immer reicher werdenden
Großaktionären ist es ähnlich. Als Verbraucher sind sie wertlos.
Und aus der Wirtschaftskrise können nur viele glückliche sorglose
Kleinverbraucher führen.
Eigentlich müssten wir längst im Fast-Paradies leben können, und Arbeit nur
mehr der ausüben, dem sie Spaß macht und der sich darin bestätigt und
verwirklicht sieht (mir als Arzt z.B. macht es tatsächlich Spaß, ich würde
weiter tätig sein wollen, vom jetzt noch notwendigen Brotverdienst mal ganz
abgesehen).
Die Versorgung der Bevölkerung in den Industrienationen kann dank Computer,
Roboterfabriken usw. wirklich vollzogen werden, ohne den letzten Mann (und
die letzte Frau) unbedingt ins Erwerbsleben zu pressen.
Stattdessen lassen wir immer weniger Leute immer heftiger rotieren
("Effektivitätssteigerung"), und geben 4 Millionen Menschen (in Wirklichkeit
wären es mehr, sicher 8-10 Millionen ohne diese Fixation der Politik auf
"Arbeitsplätze schaffen") das Gefühl nutzlos zu sein, stürzen sie in die
Depression.
Bezahlen müssen wir sowieso für die im Produktionsprozess nicht mehr
benötigten Menschen. Warum sie noch demoralisieren?
Da ist eine Menge schief gelaufen in den letzten 30 Jahren.
Aber im 3. Jahrtausend wird es erlaubt sein, mal wieder grundsätzlich
nachzudenken.
Mehr Geld für die Mehrheit der Verbraucher. Die Arbeit den Robotern und
Computern.
Gruß
JN
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 09:18 +0100 |
| Message-ID | <rolfgf$jmb$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474640 |
Am 13.11.2020 um 08:47 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Die Leute brauchen keinen Arbeitsplatz.
Lieber einen festen Stammtisch als einen wackligen Arbeitsplatz!
> Lets face it: Die Produktionsmethoden in Landwirtschaft, Industrie und
> Technik usw. sind so gut geworden, daß man längst nicht mehr die
> Arbeitsleistung aller verfügbaren Menschen braucht, um alle verfügbaren
> Menschen sehr gut zu versorgen.
Das war schon vor 2.000 Jahren so. Die Arbeitsproduktivität der Römer
war so hoch, daß die es sich leisten konnten, praktisch die Hälfte der
Tage des Jahres zu irgendwelchen Feiertagen zu erklären und mehr oder
weniger rauschende Feste zu feiern. (Bei deren Göttervielfalt keine
große Kunst.)
> (nur im Quartärsektor brauchen-und suchen!-
> wir weiter viele Menschen)
Durch diese zahlreichen Feste wurde dann wieder ausreichend Geld in den
Quartärsektor umverteilt, so daß auch jener versorgt war.
Goldene Zeiten.
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 09:22 +0100 |
| Message-ID | <rolfnh$1uc$1@solani.org> |
| In reply to | #474645 |
Am 13.11.20 um 09:18 schrieb Lars Gebauer: > Am 13.11.2020 um 08:47 schrieb Dr. Joachim Neudert: >> Die Leute brauchen keinen Arbeitsplatz. > > Lieber einen festen Stammtisch als einen wackligen Arbeitsplatz! > >> Lets face it: Die Produktionsmethoden in Landwirtschaft, Industrie und >> Technik usw. sind so gut geworden, daß man längst nicht mehr die >> Arbeitsleistung aller verfügbaren Menschen braucht, um alle verfügbaren >> Menschen sehr gut zu versorgen. > > Das war schon vor 2.000 Jahren so. Die Arbeitsproduktivität der Römer > war so hoch, daß die es sich leisten konnten, praktisch die Hälfte der > Tage des Jahres zu irgendwelchen Feiertagen zu erklären und mehr oder > weniger rauschende Feste zu feiern. (Bei deren Göttervielfalt keine > große Kunst.) > >> (nur im Quartärsektor brauchen-und suchen!- >> wir weiter viele Menschen) > > Durch diese zahlreichen Feste wurde dann wieder ausreichend Geld in den > Quartärsektor umverteilt, so daß auch jener versorgt war. > > Goldene Zeiten. > Ja, zu Zeiten des römischen Imperiums war es nicht schlecht, Römer zu sein. Der Niedergang begann übrigens erst, als sie mit der Dekadenz aufhörten und bieder werden wollten.
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 10:13 +0100 |
| Message-ID | <rolin0$7pb$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474646 |
Am 13.11.2020 um 09:22 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Am 13.11.20 um 09:18 schrieb Lars Gebauer:
>> Goldene Zeiten.
>>
> Ja, zu Zeiten des römischen Imperiums war es nicht schlecht, Römer zu sein.
Logisch. Ist auch heute besser, Milliardär zu sein als Hartz-IV-Empfänger.
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 09:15 +0000 |
| Message-ID | <rolird$4fl$1@solani.org> |
| In reply to | #474655 |
Lars Gebauer <lgebauer@live.de> wrote: > Am 13.11.2020 um 09:22 schrieb Dr. Joachim Neudert: >> Am 13.11.20 um 09:18 schrieb Lars Gebauer: >>> Goldene Zeiten. >>> >> Ja, zu Zeiten des römischen Imperiums war es nicht schlecht, Römer zu sein. > > Logisch. Ist auch heute besser, Milliardär zu sein als Hartz-IV-Empfänger. > Und gesund! Gesund sein braucht es schon auch noch! Jung, und schön. Berühmt auch. Dann hätten wir die Bedürfnispyramide schon ziemlich gut aufgestellt. -- please forgive my iPhone typos
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 09:41 +0100 |
| Message-ID | <rolgqq$rnc$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474645 |
Am 13.11.2020 um 09:24 schrieb Dietz Proepper:
> Lars Gebauer <lgebauer@live.de> wrote:
>> Am 13.11.2020 um 08:47 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>> Lets face it: Die Produktionsmethoden in Landwirtschaft, Industrie
>>> und Technik usw. sind so gut geworden, daß man längst nicht mehr die
>>> Arbeitsleistung aller verfügbaren Menschen braucht, um alle
>>> verfügbaren Menschen sehr gut zu versorgen.
>>
>> Das war schon vor 2.000 Jahren so. Die Arbeitsproduktivität der Römer
>> war so hoch, daß die es sich leisten konnten, praktisch die Hälfte
>> der Tage des Jahres zu irgendwelchen Feiertagen zu erklären und mehr
>> oder weniger rauschende Feste zu feiern. (Bei deren Göttervielfalt
>> keine große Kunst.)
>
> Nicht zu vergessen der stete Geldfluss aus den Provinzen ... Dem
> gemeinen, gallischen Bauern ging es deutlich weniger gut.
Das ist schon richtig. Aber auch dem ging es auch bei weitem nicht so
schlecht, wie allgemein oft angenommen wird. Provinzstädte wie Colonia
Claudia Ara Agrippinensium hatten eine enorme wirtschaftliche
Strahlkraft, von der auch das Umland stark profitierte. Wer mit Rom
seinen Frieden machte, traf nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung.
Natürlich gab es soziale Unterschiede. Nicht nur bei den Bürgern unter
sich sondern auch im Verhältnis Provinz zu Rom. Aber das oft gezeichnete
Bild "hier die armen Unterdrückten - dort die reichen Ausbeuter" stimmt
/so/ einfach dann doch nicht.
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 09:50 +0100 |
| Message-ID | <rolhcf$362$1@solani.org> |
| In reply to | #474650 |
Am 13.11.20 um 09:41 schrieb Lars Gebauer: > Natürlich gab es soziale Unterschiede. Nicht nur bei den Bürgern unter > sich sondern auch im Verhältnis Provinz zu Rom. Aber das oft gezeichnete > Bild "hier die armen Unterdrückten - dort die reichen Ausbeuter" stimmt > /so/ einfach dann doch nicht. "Und den Aquaeduct! Die Schulen! Die medizinische Versorgung! Und die Frauen können nachts erstmals auf die Strassen!" "Ach halt die Klappe!"
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 10:09 +0100 |
| Message-ID | <rolif2$697$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474650 |
Am 13.11.2020 um 09:52 schrieb Dietz Proepper:
> Lars Gebauer <lgebauer@live.de> wrote:
>> Am 13.11.2020 um 09:24 schrieb Dietz Proepper:
>>> Lars Gebauer <lgebauer@live.de> wrote:
>>>> Das war schon vor 2.000 Jahren so. Die Arbeitsproduktivität der
>>>> Römer war so hoch, daß die es sich leisten konnten, praktisch die
>>>> Hälfte der Tage des Jahres zu irgendwelchen Feiertagen zu erklären
>>>> und mehr oder weniger rauschende Feste zu feiern. (Bei deren
>>>> Göttervielfalt keine große Kunst.)
>>>
>>> Nicht zu vergessen der stete Geldfluss aus den Provinzen ... Dem
>>> gemeinen, gallischen Bauern ging es deutlich weniger gut.
>>
>> Das ist schon richtig. Aber auch dem ging es auch bei weitem nicht so
>> schlecht, wie allgemein oft angenommen wird.
>
> Bzw. es hängt auch stark von "wann" ab. Ab vllt. 400 wurde es auch in
> Gallien tendenziell ungemütlich.
Ja. Da setzte dann so langsam die Völkerwanderung ein, die Rom mächtig
unter Druck brachte. Aber auch für die Völkerwandernden war Rom, gerade
auch wegen seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, ein attraktives
Ziel. Zu einem Großteil wollten die einfach mitprofitierten. Aber in
Summa führte das schlußendlich zum Zusammenbruch des weströmische
Reiches. (Zu dem natürlich alle möglichen innerrömischen Querelen ebenso
beitrugen, schon klar.)
>> Provinzstädte wie
>> Colonia Claudia Ara Agrippinensium hatten eine enorme wirtschaftliche
>> Strahlkraft, von der auch das Umland stark profitierte. Wer mit Rom
>> seinen Frieden machte, traf nicht unbedingt die schlechteste
>> Entscheidung.
>
> Keine Frage. Wobei das "Frieden machen" lange Zeit eher von römischer
> Seite ausging.
Es bedeutete für die Unterworfenen zuerst einmal die Aufgabe ihrer
Autonomie. Das war den einfachen Bauern vielleicht noch relativ egal.
Aber deren Mächtigen schmeckte die Idee gar nicht so recht.
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) |
|---|---|
| Date | 2020-12-05 19:34 +0100 |
| Message-ID | <1p0yctd.y7umvb1ijahcfN@marc.my-fqdn.de> |
| In reply to | #474650 |
Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> wrote: > Und wir müssen uns immer fragen, was haben uns die Römer gebracht? > (Abgesehen von usw. usw..) https://www.youtube.com/watch?v=FrMFE_RZJ2s -- In a world without walls and fences, who needs windows and gates?
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 11:29 +0100 |
| Message-ID | <roln57$dh$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474645 |
Am 13.11.2020 um 11:26 schrieb Stefan Froehlich:
> On Fri, 13 Nov 2020 09:18:46 Lars Gebauer wrote:
>> Die Arbeitsproduktivität der Römer [und ihrer Sklaven] war so
>> hoch, daß die [Römer] es sich leisten konnten, praktisch die
>> Hälfte der Tage des Jahres zu irgendwelchen Feiertagen zu erklären
>> und mehr oder weniger rauschende Feste zu feiern. (Bei deren
>> Göttervielfalt keine große Kunst.)
>
> Ich hab' einmal ein paar versehentlich vergessene Worte eingefügt.
Die habe ich nicht versehentlich sondern gar nicht vergessen. HTH
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 15:05 +0100 |
| Message-ID | <4fg28hxbl5.ln2@diedrich.ddnssec.de> |
| In reply to | #474640 |
Dr. Joachim Neudert meinte: >> > Das hab ich schon 2001 als Manifest geschrieben: > > http://gerct.de/html/halloffame/zukunft.html Alle Achtung. Das ist in der Tat ein guter und richtiger Text, Damnalks war ich hier noch nicht anwesend. Den Text ann ich jederzeit unterschreiben. Ich hätte dich nicht so einsortiert (aber das hast du ja 2001 schon selber befürchtet). Genau so ist es: nicht die Arbeit, nicht der Arbeitsplatz sind Selbstzweck; das Ergebnis der Arbeit ist das, worauf es ankommt. Und Arbeitsplatzvernichtung durch Rationalisierung und Automatisierung ist nichts Böses, wofern es nur gelingt, den dadurch erzielten Produktivitätsgewinn auch zu verteilen (und nicht die Arbeitslosen beim Sanhaufenumschaufeln oder anderen 1€-Jobs nur um des siebeschäftigenwillens zu piesacken). An Letzterem hakt es aber; wie du vor 20 Jahren schon geschrieben hast: die einen drehen Däumchen, die anderen rennen im Hasterrad. Und die Hamsterraddreher werden immer mehr angetrieben. -- gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4 fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4 HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 15:32 +0100 |
| Message-ID | <rom5dn$4qu$1@dont-email.me> |
| In reply to | #474711 |
Am 13.11.2020 um 15:05 schrieb Diedrich Ehlerding:
> Dr. Joachim Neudert meinte:
>> Das hab ich schon 2001 als Manifest geschrieben:
>>
>> http://gerct.de/html/halloffame/zukunft.html
>
> Alle Achtung. Das ist in der Tat ein guter und richtiger Text, Damnalks
> war ich hier noch nicht anwesend. Den Text ann ich jederzeit
> unterschreiben. Ich hätte dich nicht so einsortiert (aber das hast du ja
> 2001 schon selber befürchtet).
>
> Genau so ist es: nicht die Arbeit, nicht der Arbeitsplatz sind
> Selbstzweck; das Ergebnis der Arbeit ist das, worauf es ankommt.
1992 sagte ein Türke zu mir: "Ihr Deutschen lebt um zu arbeiten. Wir
Türken arbeiten um zu leben."
> An Letzterem hakt es aber; wie du
> vor 20 Jahren schon geschrieben hast: die einen drehen Däumchen, die
> anderen rennen im Hasterrad. Und die Hamsterraddreher werden immer mehr
> angetrieben.
Das liegt zu einem sehr großen Teil daran daß die, die im Hamsterrad
rennen, im Hamsterrad rennen *wollen*. Viel und fleißig zu arbeiten gilt
immer noch als große Tugend. Schlichte Faulheit ist schwer verpönt. Über
die Konsequenzen dessen denkt kaum einer nach.
--
"Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen."
--Mark Twain
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 15:31 +0000 |
| Message-ID | <rom8td$mst$1@solani.org> |
| In reply to | #474711 |
Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> wrote: > Dr. Joachim Neudert meinte: > >>> >> Das hab ich schon 2001 als Manifest geschrieben: >> >> http://gerct.de/html/halloffame/zukunft.html > > > Alle Achtung. Das ist in der Tat ein guter und richtiger Text, Damnalks > war ich hier noch nicht anwesend. Den Text ann ich jederzeit > unterschreiben. Ich hätte dich nicht so einsortiert (aber das hast du ja > 2001 schon selber befürchtet). > > Genau so ist es: nicht die Arbeit, nicht der Arbeitsplatz sind > Selbstzweck; das Ergebnis der Arbeit ist das, worauf es ankommt. Und > Arbeitsplatzvernichtung durch Rationalisierung und Automatisierung ist > nichts Böses, wofern es nur gelingt, den dadurch erzielten > Produktivitätsgewinn auch zu verteilen (und nicht die Arbeitslosen beim > Sanhaufenumschaufeln oder anderen 1€-Jobs nur um des > siebeschäftigenwillens zu piesacken). An Letzterem hakt es aber; wie du > vor 20 Jahren schon geschrieben hast: die einen drehen Däumchen, die > anderen rennen im Hasterrad. Und die Hamsterraddreher werden immer mehr > angetrieben. Danke! Wahrscheinlich war es gut, ihn schon damals auf die Webseite zu setzen... -- please forgive my iPhone typos
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| From | Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 11:17 +0100 |
| Message-ID | <fe8b529c-c3a6-aef6-8477-5f385e7b460d@news.einzel.de> |
| In reply to | #474637 |
Am 13.11.2020 um 07:50 schrieb Diedrich Ehlerding: > Stefan Ram meinte: > >>> "Ein weiterer Tag täte dem Wochenende ganz gut“ >> >> Die ersten fünf Tage der Arbeitswoche sind immer die unangenehmsten. > > Lasst uns konsequent sein - auch das Verhältnis von lediglich 6 Wochen > Urlaub zu 46 Wochen Arbeit ist unerträglich. Also: > > - 5 Tage Wochenende, 2 Tage Arbeit > - und zwar nur in 6 Wochen im Jahr; der Rest ist Freizeit. > > Natürlich muss dann ein Ausgleich her für den Nachteil für die > Arbeitnehmer her, dass viele Feiertage jetzt plötzlich in die freie > Zeit und nicht mehr in die Arbeitszeit fallen! Ja, Wünsche der Arbeitnehmer nach weniger Arbeitszeit werden so ähnlich oft von manchen Arbeitgebern versucht ins lächerliche zu ziehen. Bist du leitender Angestellter/GF oder Leiter in deiner eigenen Firma? Das https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/ wird teilweise versucht zu ignorieren, was unterhalb des Mittelstandes sicher ein Problem ist. Es ist aber geltendes Recht. -- Thomas
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| From | Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 20:09 +0100 |
| Message-ID | <v8238hxhla.ln2@diedrich.ddnssec.de> |
| In reply to | #474669 |
Thomas Einzel meinte: > Bist du > leitender Angestellter/GF oder Leiter in deiner eigenen Firma? Nein, bin ich nicht und war ich auch nie. Ich war Zeit meines Berufslebens Indianer und habe nie einen Status als Häuptling, Leiter oder auch nur Halbleiter angestrebt; dazu habe ich viel zu viele reale Schulbeispiele der Endplazierung im Sinne des Peter-Prinzips kennenlernen müssen. Aber darf ich auch mat mitraten? [x] du bist Gewerkschaftler [x] deine Batterien sind alle -- gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4 fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4 HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
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| From | Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> |
|---|---|
| Date | 2020-11-13 22:11 +0100 |
| Message-ID | <bcdec05c-4428-f831-b673-3fa66cf85e57@news.einzel.de> |
| In reply to | #474759 |
Am 13.11.2020 um 20:09 schrieb Diedrich Ehlerding: > Thomas Einzel meinte: > >> Bist du >> leitender Angestellter/GF oder Leiter in deiner eigenen Firma? > > Nein, bin ich nicht und war ich auch nie. Ich war Zeit meines > Berufslebens Indianer und habe nie einen Status als Häuptling, Leiter > oder auch nur Halbleiter angestrebt; dazu habe ich viel zu viele reale > Schulbeispiele der Endplazierung im Sinne des Peter-Prinzips > kennenlernen müssen. > > Aber darf ich auch mat mitraten? > > [x] du bist Gewerkschaftler > [x] deine Batterien sind alle :-) weder noch, noch nie, auch kein BR -- Thomas
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| From | Thomas Einzel <usenet-2020@einzel.de> |
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| Date | 2020-11-13 22:19 +0100 |
| Message-ID | <10a9625a-540e-e613-789e-2542c0111241@news.einzel.de> |
| In reply to | #474775 |
Am 13.11.2020 um 22:11 schrieb Thomas Einzel: > Am 13.11.2020 um 20:09 schrieb Diedrich Ehlerding: ... >> Aber darf ich auch mat mitraten? >> [x] du bist Gewerkschaftler >> [x] deine Batterien sind alle > > :-) weder noch, noch nie, auch kein BR JFTR: vor ca. 30 Jahren war ich mal in einer Gewerkschaft, als zahlendes Mitglied (IIRC IG Metall) -- Thomas
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| From | Martin Ebert <mx300@gmx.net> |
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| Date | 2020-11-13 19:40 +0100 |
| Message-ID | <romjuu$9os$3@dont-email.me> |
| In reply to | #474637 |
Am 13.11.20 um 07:50 schrieb Diedrich Ehlerding: > Lasst uns konsequent sein - auch das Verhältnis von lediglich 6 > Wochen Urlaub zu 46 Wochen Arbeit ist unerträglich. Also: In der Tendenz wird es ... lass Dich ein Jahr krank- schreiben, dazu hast Du dann den Urlaubsanspruch darauf. Mt
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