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Groups > ger.ct > #463061 > unrolled thread

Maske mit HakenKreuz?

Started byHerwig Huener <herwig.huener@t-online.de>
First post2020-08-24 04:43 -0700
Last post2020-08-25 11:08 +0200
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Contents

  Maske mit HakenKreuz? Herwig Huener <herwig.huener@t-online.de> - 2020-08-24 04:43 -0700
    Re: Maske mit HakenKreuz? Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2020-08-24 14:43 +0200
    Re: Maske mit HakenKreuz? Dorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net> - 2020-08-24 14:59 +0200
    Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-24 14:02 +0100
      Re: Maske mit HakenKreuz? Ulf.Kutzner@web.de - 2020-08-24 06:28 -0700
        Re: Maske mit HakenKreuz? Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-08-24 15:36 +0200
          Re: Maske mit HakenKreuz? Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2020-08-24 15:55 +0200
          Re: Maske mit HakenKreuz? Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2020-08-25 00:02 +0200
            Re: Maske mit HakenKreuz? Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2020-08-25 00:31 +0200
              Re: Maske mit HakenKreuz? Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-08-24 18:48 -0400
                Re: Maske mit HakenKreuz? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2020-08-25 09:49 +0200
                  Re: Maske mit HakenKreuz? Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2020-08-25 12:09 +0200
                  Re: Maske mit HakenKreuz? Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-08-25 09:31 -0400
            Re: Maske mit HakenKreuz? point@tipota.de (Siegfrid Breuer) - 2020-08-25 05:12 +0200
              Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-25 09:09 +0100
                Re: Maske mit HakenKreuz? Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2020-08-25 12:15 +0200
                  Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-25 12:45 +0100
                    Re: Maske mit HakenKreuz? Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2020-08-25 16:14 +0200
                      Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-25 15:49 +0100
                        Re: Maske mit HakenKreuz? Ulf.Kutzner@web.de - 2020-08-25 07:53 -0700
                          Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-25 15:58 +0100
                            Re: Maske mit HakenKreuz? Ulf.Kutzner@web.de - 2020-08-25 08:02 -0700
            Re: Maske mit HakenKreuz? Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-08-25 11:25 +0200
              Re: Maske mit HakenKreuz? Ulf.Kutzner@web.de - 2020-08-25 02:49 -0700
                Re: Maske mit HakenKreuz? Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-08-25 13:34 +0200
            Re: Maske mit HakenKreuz? Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2020-08-25 15:49 +0200
              Re: Maske mit HakenKreuz? Goetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de> - 2020-08-25 15:14 +0100
    Re: Maske mit HakenKreuz? Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2020-08-24 15:40 +0200
      Re: Maske mit HakenKreuz? Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-08-26 13:59 -0400
    Re: Maske mit HakenKreuz? Bonita Montero <Bonita.Montero@gmail.com> - 2020-08-25 11:08 +0200

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#463061 — Maske mit HakenKreuz?

FromHerwig Huener <herwig.huener@t-online.de>
Date2020-08-24 04:43 -0700
SubjectMaske mit HakenKreuz?
Message-ID<4d15f497-56bf-487c-95ea-6e4a2ee7b575o@googlegroups.com>
2020-08-24 13:44:00 +0200

Ein Reisender im ÖPNV führt eine Maske mit sich,
trägt sie aber nicht. Dann wird er von
BundesPolizei oder BahnMitArbeiter aufgefordert,
die Maske aufzusetzen. Dabei stellt sich heraus,
dass die Maske mit HakenKreuz oder anderen
Nazi-Symbolen bedruckt ist.

Wie ist die rechtliche Bewertung?

In diesem GedankenExperiment schliessen wir mal
aus, dass ErsatzMasken frei verfügbar sind.
(Soweit ich gehört habe, gibt es jetzt in Bussen
und Bahnen für den NotFall ErsatzMasken.)

Herwig (morning reboot)

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#463062

FromLothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de>
Date2020-08-24 14:43 +0200
Message-ID<1iwkmuxgnjehh$.dlg@kimmeringer.de>
In reply to#463061
Herwig Huener wrote:

> 2020-08-24 13:44:00 +0200
> 
> Ein Reisender im ÖPNV führt eine Maske mit sich,
> trägt sie aber nicht. Dann wird er von
> BundesPolizei oder BahnMitArbeiter aufgefordert,
> die Maske aufzusetzen. Dabei stellt sich heraus,
> dass die Maske mit HakenKreuz oder anderen
> Nazi-Symbolen bedruckt ist.
> 
> Wie ist die rechtliche Bewertung?

Solange er nicht darstellen kann, wie das unter §86c faellt,
duerfte §86a StGB zur Anwendung kommen.


Gruesse, Lothar
-- 
Lothar Kimmeringer                E-Mail: spamfang@kimmeringer.de
               PGP-encrypted mails preferred (Key-ID: 0x8BC3CD81)

Always remember: The answer is forty-two, there can only be wrong
                 questions!

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#463063

FromDorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net>
Date2020-08-24 14:59 +0200
Message-ID<hqhrt5Fe522U1@mid.individual.net>
In reply to#463061
Am 24.08.20 um 13:43 schrieb Herwig Huener:

> Ein Reisender im ÖPNV führt eine Maske mit sich, trägt sie aber
> nicht. Dann wird er von BundesPolizei oder BahnMitArbeiter
> aufgefordert, die Maske aufzusetzen. Dabei stellt sich heraus, dass
> die Maske mit HakenKreuz oder anderen Nazi-Symbolen bedruckt ist.

> Wie ist die rechtliche Bewertung? 

Vielleicht eher in einer Rechts-NG statt ger.ct nachfragen?


Außerdem gibt es Erklärungen, Links, Paragraphen, usw. - z.B.:

https://www.rodorf.de/03_stgb/bt_01.htm#01

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__86a.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Verwenden_von_Kennzeichen_verfassungswidriger_Organisationen
"verfassungswidriges Symbol"


Dorothee, aber das weißt Du ja

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#463064

FromGoetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de>
Date2020-08-24 14:02 +0100
Message-ID<ri0dot$m8m$1@dont-email.me>
In reply to#463061
On 24/08/2020 12:43, Herwig Huener wrote:
> 2020-08-24 13:44:00 +0200
> 
> Ein Reisender im ÖPNV führt eine Maske mit sich,
> trägt sie aber nicht. Dann wird er von
> BundesPolizei oder BahnMitArbeiter aufgefordert,
> die Maske aufzusetzen. Dabei stellt sich heraus,
> dass die Maske mit HakenKreuz oder anderen
> Nazi-Symbolen bedruckt ist.
> 
> Wie ist die rechtliche Bewertung?
> 
> In diesem GedankenExperiment schliessen wir mal
> aus, dass ErsatzMasken frei verfügbar sind.
> (Soweit ich gehört habe, gibt es jetzt in Bussen
> und Bahnen für den NotFall ErsatzMasken.)
> 
> Herwig (morning reboot)
> 

Bekannter ist Buddhist und hat HK ueber den ganzen Koerper verteilt
(Tattoos). Er wollte nach D zu Besuch und ist sich bewusst das es in D
nicht so gerne gesehen wird. Ich habe dann mal bei den lokalen Blauen
nachgefragt wie die es handhaben:
Erst wenn jemand daran Anstoss nimmt, wird man ihn fragen die zu bedecken.


Cheers
   G.

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#463066

FromUlf.Kutzner@web.de
Date2020-08-24 06:28 -0700
Message-ID<00ff1abb-ed16-4bb9-9148-28e43bb5d41fo@googlegroups.com>
In reply to#463064
Am Montag, 24. August 2020 15:02:21 UTC+2 schrieb Goetz Schultz:

> Bekannter ist Buddhist und hat HK ueber den ganzen Koerper verteilt
> (Tattoos). Er wollte nach D zu Besuch und ist sich bewusst das es in D
> nicht so gerne gesehen wird. Ich habe dann mal bei den lokalen Blauen
> nachgefragt wie die es handhaben:
> Erst wenn jemand daran Anstoss nimmt, wird man ihn fragen die zu bedecken.

Er möge alle Swastiken bedecken,
auch in öffentlichen Badeanstalten.

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#463067

FromFrank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com>
Date2020-08-24 15:36 +0200
Message-ID<1c0fugjmtuk0t$.16hfg9w8wf2j9$.dlg@40tude.net>
In reply to#463066
Am Mon, 24 Aug 2020 06:28:34 -0700 (PDT) schrieb Ulf.Kutzner@web.de:

> Am Montag, 24. August 2020 15:02:21 UTC+2 schrieb Goetz Schultz:
> 
>> Bekannter ist Buddhist und hat HK ueber den ganzen Koerper verteilt
>> (Tattoos). Er wollte nach D zu Besuch und ist sich bewusst das es in D
>> nicht so gerne gesehen wird. Ich habe dann mal bei den lokalen Blauen
>> nachgefragt wie die es handhaben:
>> Erst wenn jemand daran Anstoss nimmt, wird man ihn fragen die zu bedecken.
> 
> Er möge alle Swastiken bedecken,
> auch in öffentlichen Badeanstalten.

In Japan kommst Du mit (egal welchen) Tattoos erst gar nicht in die
Badeanstalt oder Sauna rein.

Die sind dort gesellschaftlich geächtet, weil Tattoos ein Zeichen der
Zugehörigkeit zu einem Yakuza-Syndikat sind.

Das gilt auch für westliche Ausländer mit völlig harmlosen Tattoos (auch
mit Delfinen und bunten Herzchen auf der Haut käme man nicht rein)

Grüße,

Frank

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#463070

FromGerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de>
Date2020-08-24 15:55 +0200
Message-ID<ri0gt2$bdb$1@solani.org>
In reply to#463067
Am 24.08.20 um 15:36 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Mon, 24 Aug 2020 06:28:34 -0700 (PDT) schrieb Ulf.Kutzner@web.de:
> 
>> Am Montag, 24. August 2020 15:02:21 UTC+2 schrieb Goetz Schultz:
>>
>>> Bekannter ist Buddhist und hat HK ueber den ganzen Koerper verteilt
>>> (Tattoos). Er wollte nach D zu Besuch und ist sich bewusst das es in D
>>> nicht so gerne gesehen wird. Ich habe dann mal bei den lokalen Blauen
>>> nachgefragt wie die es handhaben:
>>> Erst wenn jemand daran Anstoss nimmt, wird man ihn fragen die zu bedecken.
>>
>> Er möge alle Swastiken bedecken,
>> auch in öffentlichen Badeanstalten.

In Kathmandu konnte ich vom Zimmer aus den Hotelpool sehen.
Auf dem Boden des Pools waren ein 5m großer Davidstern und
eine 5 m große Swastika friedlich vereint.
Die Selbstzensur hat gut genug funktioniert, dass ich's nicht
fotografiert habe.

> Grüße,

Gerhard

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#463080

FromTobias Schuster <7e0f2510@gmx.de>
Date2020-08-25 00:02 +0200
Message-ID<ri1de3$f77$1@dont-email.me>
In reply to#463067
Am 24.08.2020 um 15:36 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Das gilt auch für westliche Ausländer mit völlig harmlosen Tattoos (auch
> mit Delfinen und bunten Herzchen auf der Haut käme man nicht rein)

Harmlose Tattoos gibt es auch?

Für mein Empfinden sind Tattoos dauerhaft ein Bekenntnis zu einer 
Bevölkerungsgruppe, die sich den Weg zum regulären Weg zum Establishment 
nicht zutraut.

Es schaut aus wie ein stiller Protest, um mit Gleichgesinnten trotzdem 
eine Wertigkeit aufzuzeigen. Eine Art von Trotzreaktion, um es denn 
Arrivierten zu zeigen, dass man als Menge doch seine Geltung hat.

Auf jeden Fall sollte man, wenn schon, bei der Symbolik Grenzen 
respektieren.

2

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#463084

FromGerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de>
Date2020-08-25 00:31 +0200
Message-ID<ri1f49$7hc$1@solani.org>
In reply to#463080
Am 25.08.20 um 00:02 schrieb Tobias Schuster:
> Am 24.08.2020 um 15:36 schrieb Frank Hucklenbroich:
> 
>> Das gilt auch für westliche Ausländer mit völlig harmlosen Tattoos (auch
>> mit Delfinen und bunten Herzchen auf der Haut käme man nicht rein)
> 
> Harmlose Tattoos gibt es auch?
> 
> Für mein Empfinden sind Tattoos dauerhaft ein Bekenntnis zu einer 
> Bevölkerungsgruppe, die sich den Weg zum regulären Weg zum Establishment 
> nicht zutraut.

Na, ich weiss nicht recht, ob ein Arschgeweih was mit
einem irregulärem Weg ins Establishment zu tun hat.
Eher, wie die Aktien-Analysten sagen, eine lebhafte
Seitwärtsbewegung, aka nix.
Wenn der A erst mal welk ist, hat sich das mit dem
Quer-Einstieg ins Establishment eh erledigt.


> Es schaut aus wie ein stiller Protest, um mit Gleichgesinnten trotzdem 
> eine Wertigkeit aufzuzeigen. Eine Art von Trotzreaktion, um es denn 
> Arrivierten zu zeigen, dass man als Menge doch seine Geltung hat.

Hmm.

Cheers, Gerhard

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#463086

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2020-08-24 18:48 -0400
Message-ID<ri1g4h$tup$1@dont-email.me>
In reply to#463084
Salve allerseits,

Gerhard Hoffmann schrieb:
> Am 25.08.20 um 00:02 schrieb Tobias Schuster:
>> Am 24.08.2020 um 15:36 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> 
>>> Das gilt auch für westliche Ausländer mit völlig harmlosen Tattoos (auch
>>> mit Delfinen und bunten Herzchen auf der Haut käme man nicht rein)
>> 
>> Harmlose Tattoos gibt es auch?
>> 
>> Für mein Empfinden sind Tattoos dauerhaft ein Bekenntnis zu einer 
>> Bevölkerungsgruppe, die sich den Weg zum regulären Weg zum Establishment 
>> nicht zutraut.
> 
> Na, ich weiss nicht recht, ob ein Arschgeweih was mit einem
> irregulärem Weg ins Establishment zu tun hat.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Wenn Sie mich fragen, was mir als Erstes durch den Kopf schießt, wenn
| ich ans GQ Magazin denke, kommen diese drei Assoziationen wie aus der
| Pistole gefeuert: „Fashion“, „Stil-Ikonen“ und „Geile, dicke Uhren“.
| Pew-pew! Was mir dagegen im Leben nicht einfiele, wäre der Begriff
| „Tätowierungen“. Dennoch sind es immer wieder – meist untätowierte –
| GQ-Leser, die mich genau darauf ansprechen: auf meine Tattoos. Dass sie
| die bunten Bilder auf meiner Haut cool fänden, anders. Neulich jedoch
| schrieb mir jemand: „Finde deine Tattoos echt nice. Ich hoffe nur, du
| hast kein Arschgeweih.“ Zwinker-Emoji, Feuer-Emoji, Auberginen-Emoji.
|
| Anstatt zu antworten, fühlte ich mich befleißigt, das Thema Arschgeweih
| an dieser Stelle öffentlich anzusprechen. Eine Lanze zu brechen für die
| zu Unrecht in Verruf geratenen Steißtattoos, auch in erotischer
| Hinsicht. Was ich, Ihre tätowierte Sex- und Erotik-Kolumnistin, nun auch
| tun werde. Ich entschuldige mich im Voraus für die Überdosis Nostalgie,
| aber ich kann nicht anders.
|
| *Vorab: Ja, ich habe ein Arschgeweih. Und was für eins*.
|
| Meine erste Tätowierung ließ ich mir im Sommer 1996 stechen. Tattoos
| kannte ich nur aus dem Fernsehen und von besonders verwegenen Freunden
| meiner Eltern. Ich wollte auch so verwegen sein, meiner rebellischen
| Attitüde Ausdruck verleihen – ich wollte eine Tätowierung, die goldene
| Rosette des Andersseins, die Krönung der Kleinstadtrebellion, das stand
| fest. Was nicht feststand, war: Was sollte ich mir tätowieren lassen?
|
| Die Erleuchtung kam mir, als ich eines Abends mit Freunden in unserer
| Stammbar saß und mir von der Bedienung einen KiBa servieren ließ. Als
| die Kellnerin sich umdrehte, um zur Theke zurück zu wackeln, erspähte
| ich eine Ranke, die sich aus ihrer Hüftjeans heraus um ihren gebräunten
| Steiß wand. Wow, voll schön! Eine Steißtätowierung, mega sexy, genau so
| etwas wollte ich auch!
|
| Um es kurz zu machen: Meine erste Tätowierung war ein Steißtattoo, im
| Englischen auch „Tramp Stamp“, also „Nutten-Stempel“ genannt. Doch statt
| einer zierlichen Ranke zauberte der Tätowierer mir ein flächiges Tribal
| auf den Rücken, einen Mix aus maorischem Stammes-Symbol, Harfe und
| Bundesadler.
|
| *Ich trage das martialischste Tattoo, das je auf einen weiblichen Steiß*
| *tätowiert wurde*
|
| Bis heute habe ich keine Ahnung, was der Mann dabei im Sinn hatte, doch
| hätte ich ihm niemals widersprochen, er war der Künstler, ich die
| Leinwand. „So was Kleines passt nicht zu dir“, sagte er im Vorgespräch,
| „du bist nicht so der zarte Typ, du brauchst was richtig Fettes!“ „Ja,
| voll“, stimmte ich ihm augenrollend zu und hoffte, das Motiv würde nicht
| allzu martialisch ausfallen. Umsonst gehofft. Ich wage zu behaupten,
| dass ich das martialischste Tattoo trage, das je auf einen weiblichen
| Steiß tätowiert wurde.
|
| Finde ich es darum blöde? Unsexy gar? Nein. Es ist mein erstes Tattoo,
| und vom ersten Moment an gehörte es zu mir. Es transportierte nicht nur
| meine innere Rebellion nach außen, es gab mir auch dieses sexy Gefühl,
| das ich bis dahin nicht gekannt hatte. Wenn mir die
| Fake-Juicy-Couture-Jogger über die damals noch schmalen Hüften rutschten
| und der Welt mein gestochen scharfes Geheimnis offenbart wurde, fühlte
| ich mich so heiß wie Britney Spears (die übrigens eine kleine Elfe über
| ihrem Po trägt). Denn immerhin gehört – wenigstens für mich – der
| Anblick von Hüften, Steiß und Poansatz zu den verheißungsvollsten Parts
| eines Frauenkörpers.
|
| Selbst als Jahre später der Begriff Steißtätowierung durch „Arschgeweih“
| ersetzt wurde und diese Art des Tattoos zum ästhetischen Super-GAU der
| Neunziger Jahre erklärt wurde, bereute ich es nicht eine Sekunde.
| Vielleicht liegt es daran, dass meine Premierentätowiersitzung nicht
| spontan in der Schinkenstraße auf Malle stattfand, sondern ich mir
| durchaus Gedanken dazu gemacht hatte. Eventuell auch daran, dass mein
| Exemplar eben keine girly Blumenranke ist, wie sie in den 90ern so
| angesagt waren, sondern meine hübsche, fette Maori-Bundesadler-Harfe.
| Nicht schön, aber besonders, und ich liebe sie bis heute.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.gq-magazin.de/beziehung-sex/artikel/arschgeweih-trampstamp-darum-bin-ich-stolz-auf-mein-steisstattoo>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#463099

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2020-08-25 09:49 +0200
Message-ID<ri2fqe$r74$1@dont-email.me>
In reply to#463086
Am 25.08.2020 um 00:48 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara:
> | Anstatt zu antworten, fühlte ich mich befleißigt, das Thema Arschgeweih
> | an dieser Stelle öffentlich anzusprechen. Eine Lanze zu brechen für die
> | zu Unrecht in Verruf geratenen Steißtattoos, auch in erotischer
> | Hinsicht. Was ich, Ihre tätowierte Sex- und Erotik-Kolumnistin, nun auch
> | tun werde.

Wenn Du eine Frau mit Arschgeweih von hinten nimmst, sieht das aus als 
ob Dir ein Hirsch einen bläst.
-- 
„Ich glaube nicht an das Heldentum. Ich weiß, dass es leicht ist, und 
ich habe erfahren, dass es mörderisch ist.“
                       (Albert Camus, Die Pest)

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#463106

FromLothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de>
Date2020-08-25 12:09 +0200
Message-ID<1ukuu6bipyoo0.dlg@kimmeringer.de>
In reply to#463099
Lars Gebauer wrote:

> Wenn Du eine Frau mit Arschgeweih von hinten nimmst, sieht das aus als 
> ob Dir ein Hirsch einen bläst.

                                      -- Michael Mittermeier
-- 
Lothar Kimmeringer                E-Mail: spamfang@kimmeringer.de
               PGP-encrypted mails preferred (Key-ID: 0x8BC3CD81)

Always remember: The answer is forty-two, there can only be wrong
                 questions!

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#463124

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2020-08-25 09:31 -0400
Message-ID<ri33ql$q5k$1@dont-email.me>
In reply to#463099
Salve allerseits,

Lars Gebauer schrieb:
> Am 25.08.2020 um 00:48 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara:

>> | Anstatt zu antworten, fühlte ich mich befleißigt, das Thema Arschgeweih
>> | an dieser Stelle öffentlich anzusprechen. Eine Lanze zu brechen für die
>> | zu Unrecht in Verruf geratenen Steißtattoos, auch in erotischer
>> | Hinsicht. Was ich, Ihre tätowierte Sex- und Erotik-Kolumnistin, nun auch
>> | tun werde.
> 
> Wenn Du eine Frau mit Arschgeweih von hinten nimmst, sieht das aus als 
> ob Dir ein Hirsch einen bläst.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Anfang und Ende des „Arschgeweihs“ kamen, als ein Tätowierer seiner
| Freundin auf den Po schaute. Und auf ihre Tätowierung über dem Po. Die
| hieß damals noch Steißbeintribal. Denn den Begriff „Arschgeweih“ gab es
| vor der Jahrtausendwende noch nicht. Pogo, Jahrgang 69, den Bekannte als
| einen kleinen, verrückten Punkrocker beschreiben, war seit gut zehn
| Jahren als Tätowierer tätig. In seiner Heimat Österreich war er ein Star
| in der Szene. Er blickte also auf den Hintern und auf das Tattoo, und er
| dachte in diesem Moment, dass es aussehe, „wie ein Geweih auf dem
| Arsch“, ein „Arschgeweih“.
|
| So erzählt Pogo die Entstehungsgeschichte vom Wort „Arschgeweih“. Es sei
| das erste Mal gewesen, dass jemand ein Tattoo auf dem Steiß so nannte.
| Pogo sagt: „Ich habe das Wort erfunden.“
|
| Woran Pogo nicht dachte, nicht einmal im Entferntesten, war, welche
| Macht seine Wortschöpfung einmal entfalten würde. Dass Tätowierer und
| Frauen darunter leiden würden – und jene Männer, die Frauen gerne auf
| den Po starren. Also fast alle. #MeToo. „Ich habe doch nicht damit
| rechnen können, dass dieses Wort so groß wird“, sagt Pogo. Und er
| rechnete auch nicht damit, dass er mit dem Namen für das Tattoo
| ebendieses vernichtete.
|
| „*Keine Macht dem Arschgeweih*!“
|
| Aber so war es nun einmal – und deshalb ist die Geschichte vom
| „Arschgeweih“ nicht nur eine Geschichte darüber, dass man nicht jedem
| Trend hinterherrennen sollte, weil selbst die schönsten und harmlosesten
| Dinge eine unschöne Bedeutung aufgedrückt bekommen können und man selbst
| in eine Schublade gesteckt wird. Sondern es ist auch eine Geschichte
| über die Macht der Verachtung und über die Macht der Worte. George
| Orwell sagte einmal: „Wenn das Denken die Sprache korrumpiert,
| korrumpiert die Sprache auch das Denken.“ Wörter können trösten,
| verletzen oder vernichten. Es spielt nun einmal eine Rolle, ob man eine
| Kanzlerin Mutti nennt oder Zonenwachtel. Das eine ist liebevoll, das
| andere verletzend. Das eine tut gut, das andere will vernichten. Beides
| sollte man sich möglichst auch nicht auf den Unterarm tätowieren. Man
| könnte es bereuen, meinen Tätowierer.
|
| Für Pogo war die Wortkreation lediglich ein Spaß. Er zeichnete ein
| Verbotsschild: einen rot umrandeten Kreis mit einem Strich durch die
| Mitte – wie ein Parkverbotsschild. Im Inneren des Kreises war ein Po mit
| Steißtribal zu sehen. Dazu schrieb Pogo: „Keine Macht dem
| Arschgeweih!!!“ Er sagt, das sei eine Anlehnung an die Band „Ton Steine
| Scherben“ gewesen und an ihr Lied „Keine Macht für Niemand“: „Im Süden,
| im Osten, im Westen, im Norden, / es sind überall dieselben, die uns
| ermorden. / In jeder Stadt und in jedem Land, / schreibt die Parole an
| jede Wand.“ Die Parole hatte Frontmann Rio Reiser einst in einer
| Anarcho-Zeitung entdeckt – bis heute ist sie beliebt bei Linksradikalen
| und bei Autonomen. Und ihr Tanz ist der Pogo.
|
| *Tattoos gehörten nicht mehr in die Schmuddelecke*
|
| Das Verbotsschild kam bei Pogos Freunden gut an. Er hatte die Lacher auf
| seiner Seite. Er ließ Aufkleber drucken, 5000 Stück, und er nahm sie mit
| auf eine Tattoo-Convention. Er sagt: „Sie gingen weg wie warme Semmeln.“
| Auch andere Tätowierer erinnern sich noch gut daran, obwohl es nun schon
| 16 Jahre her ist. Aber Pogo und sein Schild sind in der Szene eine
| Legende. Das Verbotsschild sei gut gemacht gewesen, sagen die
| Tätowierer. Der Kreis war schön rund, der Po einigermaßen wohlgeformt,
| die Aussage perfekt. Jeder wollte einen Aufkleber haben.
|
| Dazu muss man wissen, dass das Steißtribal nicht nur irgendein Tattoo
| war. Abertausende junge Frauen ließen es sich damals stechen. Es war die
| Zeit, in der Tattoos aus der Schmuddelecke kamen, nicht mehr nur
| Verbrechern, Seeleuten, Rockern und Nutten vorbehalten waren. Nicht mehr
| nur Herzen, Kreuze, Anker und Indianer darstellten. Tattoos wurden Trend
| und galten als Kunst. Gerade Tribals, die ursprünglich aus Borneo und
| Sumatra stammten und dort ein Symbol der Kopfjäger gewesen waren,
| erfüllten den Wunsch nach Exotik und danach, sich vom westlichen Alltag
| abzuheben. Die Amerikaner, allen voran der Tätowierer Leo Zulueta,
| entdeckten die Tribals für sich. Von dort schwappte der Trend in den
| Neunzigern nach Deutschland. Wie es so oft der Fall ist.
|
| *Dekoration ohne tieferen Sinn*
|
| Eine der ersten Frauen, die hierzulande stolz ihr Streißtribal
| präsentierte, war die Rapperin Sabrina Setlur. Sie war ein Star, ihr
| bekanntestes Lied „Du liebst mich nicht“: „Ob du Krebs hast oder Aids /
| mir geht’s am Arsch vorbei / du Wichser reißt mein Herz in zwei“.
|
| Neben derart prominenten Vorbildern und der Sehnsucht nach Exotik gab es
| vor allem zwei Gründe für die Beliebtheit des Tattoos:
|
| Das Internet war damals ebenso jung wie das Steißtribal. Beide
| verbreiteten sich mit einer enormen Geschwindigkeit. Bei Google gab es
| schon damals täglich 100 Millionen Suchanfragen. Pogo sagt, es passierte
| das, was auch heute stets passiert, wenn Menschen einem Trend
| hinterherlaufen: „Man schaut sich im Netz immer nur die ersten
| Ergebnisse an. Heute ist das bei Blumentattoos so. Die Frauen googeln
| nach Motiven und wollen deshalb alle dieselbe Lilie.“ Oder auch eine Rose.
|
| Hinzu kam, dass die modernen Tribals rein gar nichts mehr bedeuteten.
| Einen geflügelten Totenkopf konnten nur Hells Angels tragen, eine
| Steißtätowierung aber war für alle da. Es hatte keinen Inhalt, keinen
| Sinn, sondern es ging nur um die Oberfläche. „Es war einfach hübsch und
| dekorativ und hatte einen erotischen Aspekt, es rahmte den Po ein“, sagt
| Dirk-Boris Rödel, der viele Jahre Chefredakteur des Tätowiermagazins
| war. „Das machte es zu dem perfekten Tattoo, und deshalb wurde es so
| extrem populär.“ So erzählen es auch Frauen, die sich damals ein solches
| Tattoo ste-chen ließen: Es sollte Deko sein, die Stelle verzieren, auf
| die tiefsitzenden Hosen, wie sie damals Mode waren, den Blick freigaben,
| ohne tiefere Bedeutung, ein Hingucker. Sie fanden es einfach schön. So,
| wie es heute viele Männer schön finden, ins Fitnessstudio zu rennen.
|
| *Jahr für Jahr immer das Gleiche*
|
| Tätowierer wie Maik Frey stachen Hunderte Tribals. Er sagt, er hatte
| persönlich nichts gegen die Tattoos. „Wenn sie sauber gestochen waren
| und wenn sie der Anatomie der Frau schön angepasst waren.“ Er sagt auch,
| dass man, wenn man die Linien einmal sauber draufhatte, die Augen beim
| Tätowieren schließen konnte. „Es war Malen nach Zahlen.“ Ein
| norwegischer Kollege nannte es „teeren“. Und noch einer beschreibt die
| Arbeit damals so: „Schwarzarbeit“ nannte sich das, was man den ganzen
| Tag für die nie endend wollenden Ströme an Kunden mit scheinbar ein und
| demselben Geschmack tat.
|
| Viele Tätowierer langweilte die Arbeit an den Tribals, immer das
| Gleiche, immer einfallslos, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Auch wenn
| die meisten Kundinnen jung und hübsch waren, die Tätowierer empfanden es
| doch als würdelos, ständig nur Massenware herzustellen, von
| Individualität und von Kunst keine Spur.
|
| Aber die Frauen ließen es sich nicht ausreden. So erinnert es auch Frey:
| „Wir konnten die Damen meistens nicht dazu überreden, an der Stelle, die
| eigentlich eine schöne Stelle ist, irgendetwas anderes zu machen, also
| zum Beispiel eine kleine Rosenranke. Das wäre eine Alternative gewesen.
| Aber die wollten ihr schwarzes Teil.“
|
| *Das Jahr des „Arschgeweih*“
|
| Frey war damals dabei, als Pogo seine Aufkleber auf der Tattoo-Messe
| verteilte. „Ich sah den Aufkleber an seinem Stand hängen. Es sah lustig
| aus. Wir haben alle gelacht und uns gefreut.“ Zunächst sei der
| „Arschgeweih“-Begriff szeneintern geblieben. Aber nicht lange.
| Tätowierer nahmen den Aufkleber mit in ihre Studios, pappten ihn an die
| Scheiben. „Mein Scherz verselbständigte sich“, sagt Pogo.
|
| Oder wie Rödel es ausdrückt: Die tragische Geschichte nahm ihren Lauf.
| Und das perfekte Tattoo verlor seine Unschuld.
|
| Denn in den Jahren danach wurde der Begriff „Arschgeweih“ immer
| populärer. 2004 war schließlich das Jahr des Arschgeweihs: Die Bild
| suchte im Sommer „das schönste Arschgeweih“, und „Hunderte Leserinnen“
| schickten „Fotos der scharfen Kunst-Tattoos überm Popo“. Mein Tattoo ist
| fast ein String-Tanga, sagte Kauffrau Pia (31); habe fünf Stunden
| stillgesessen, sagte Krankenschwester Rebekka (27); Ich bin mächtig
| stolz darauf und zeige das Tattoo auch gern, sagte Verkäufern Susanne
| (24); so ein Tattoo ist doch zeitlos schön, sagte Angestellte Sabrina
| (22).
|
| *Begriff wurde durch Mittermeier populär*
|
| Am Stadtstrand in Berlin suchte auch Jägermeister seine Miss
| Arschgeweih; den „vielbeachteten Wettbewerb“ gewann „Ania, die schärfste
| Polizistin von Berlin“. Heute heißt es bei der Kräuterlikörfirma, man
| habe damals den Zeitgeist getroffen. Likör trifft Geweih, Geweih trifft
| Arsch. Vor allem aber tourte der Komiker Michael Mittermeier durch die
| Republik, mit Sätzen wie diesem: „Irgendein Depp macht was vor, und alle
| anderen machen es nach“, „Jede zweite Frau hat sich die gleiche
| Tätowierung machen lassen.“
|
| [...]
|
| Eine solche Modetätowierung gab es natürlich auch bei Männern. „Denn es
| gab ja das männliche Arschgeweih“, sagt Pogo. Nur, dass es nicht auf dem
| Po, sondern auf dem Arm war. Während Frauen aussehen wollten wie Sabrina
| Setlur, wollten die Männer so sein wie George Clooney im Film „From Dusk
| Till Dawn“. Dort trägt er ein Tribal, dass sich vom Arm bis zum Hals
| hinaufzieht. Cool wurden die Männer durch das Tattoo zwar nicht, auch
| nicht gefährlich oder verrucht. Bierbauch blieb Bierbauch. Aber immerhin
| wurden sie nicht so fertiggemacht wie die Frauen mit Steißtattoo.
|
| Die galten als leicht zu haben, als Dummerchen, als blonde Friseusen,
| als Porno-Sternchen, wie es Sexy Cora war, auch sie eine Miss
| Arschgeweih. Das wurde sogar wissenschaftlich durch Umfragen bei Männern
| untersucht. Kulturhistorisch sei dieses Vorurteil auch zu erwarten
| gewesen, sagt Rödel. Frauen mit Tattoos galten immer als leichte Mädchen
| – eine Erfahrung, die Jahre später auch Bettina Wulff machen musste.
| Wobei sich natürlich streiten lässt, ob es nicht eher etwas über den
| Mann aussagt, wenn er so denkt. Oder anders ausgedrückt: Ob nicht der
| Mann der Arsch ist in der Geschichte vom Arschgeweih.
|
| *Tätowierer selbst vernichteten das Steißtribal*
|
| Für die Trägerinnen war dieses Image jedenfalls äußerst unangenehm.
| „Zumal sie ja gar nicht wussten, was sie falsch gemacht haben. Nur die
| wenigsten haben verstanden, was da überhaupt passierte“, sagt Rödel. Er
| ist nach wie vor der Meinung, dass die Frauen ja auch gar nichts falsch
| machten. „Denn es war vom Konzept ja genau das, was ein Tattoo sein
| soll. Es wirkte nach außen, hatte eine erotische Komponente.“
|
| Für Rödel ist aber das Seltsamste an der Geschichte, dass es die
| Tätowierer selbst waren, die das Steißtribal vernichteten. „Die
| Tätowierer hätten eigentlich alle glücklich und zufrieden sein können.
| Sie hatten ein einfach zu tätowierendes Motiv, und es gab jede Menge
| Aufträge“, sagt er. Aber dennoch sägten sie den Ast ab, auf dem sie saßen.
|
| Niemand mochte mehr dieses Tattoo haben. Viele Frauen schämten sich
| dafür. Es ist schwer, eine ähnliche Geschichte von Aufstieg und Absturz
| in jüngerer Zeit zu finden. Vielleicht Martin Schulz. Zigtausende Frauen
| versuchten, ihr Tattoo irgendwie zu entfernen. Entweder sie ließen es
| umarbeiten, vergrößern, verzieren, oder sie ließen es sich weglasern.
|
| *Frauen brechen schmerzhafte Laserbehandlung oft ab*
|
| Es war so, wie Ina Müller in „Bye Bye Arschgeweih“ gesungen hat: Bye,
| bye Arschgeweih / Ich geb’ dich zum Lasern frei. / Out bist du mein
| Steiß Tattoo. / Unsere Jahre sind vorbei. / Du hast meinen Po gekrönt /
| Und jetzt bist du so verpönt. / Ich mach Schluss mit dir / Und der
| nervigsten Frage von allen / Wie tief kann eine Jeans noch sinken, /
| Ohne zu fallen?
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/was-michael-mittermeier-mit-dem-arschgeweih-zu-tun-hat-15367089.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#463089

Frompoint@tipota.de (Siegfrid Breuer)
Date2020-08-25 05:12 +0200
Message-ID<FFXy54KznYB@tipota.de>
In reply to#463080
  7e0f2510@gmx.de (Tobias Schuster) schrieb:

> Für mein Empfinden sind Tattoos dauerhaft ein Bekenntnis zu einer
> Bevölkerungsgruppe, die sich den Weg zum regulären Weg zum
> Establishment nicht zutraut.

  Bei dem aktuell grassierenden Organspendefimmel waere aber ein 
  Tattoo quer ueber die Brust in 120pt Arial Black nicht verkehrt:

    BLEIBT ALLES DRIN!

  Dann kann keiner sagen, sie haetten den Ausweis nicht gefunden:

  <http://www.tipota.de/usenet/ausweis.jpg>

-- 
> Ich denke, dass meine Ueberlegung schon fundiert ist, und ich wuerde 
> nichts empfehlen, was ich nicht selbst tun wuerde. 
[suggeriert Ohlemacher in <43sn9u8tatelsvlf0r960t34hrn7if8fi8@4ax.com>]
-> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <-
und immer nur ARD+ZDF gucken: <https://www.youtube.com/watch?v=W2l2kNQhtlQ>

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#463101

FromGoetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de>
Date2020-08-25 09:09 +0100
Message-ID<ri2h0g$136$1@dont-email.me>
In reply to#463089
On 25/08/2020 04:12, Siegfrid Breuer wrote:
>    7e0f2510@gmx.de (Tobias Schuster) schrieb:
> 
>> Für mein Empfinden sind Tattoos dauerhaft ein Bekenntnis zu einer
>> Bevölkerungsgruppe, die sich den Weg zum regulären Weg zum
>> Establishment nicht zutraut.
> 
>    Bei dem aktuell grassierenden Organspendefimmel waere aber ein
>    Tattoo quer ueber die Brust in 120pt Arial Black nicht verkehrt:
> 
>      BLEIBT ALLES DRIN!
> 
>    Dann kann keiner sagen, sie haetten den Ausweis nicht gefunden:
> 
>    <http://www.tipota.de/usenet/ausweis.jpg>
> 

Da bist Du wohl nicht der Erste. Ich meine mal gesehen zu haben das 
einer DNACPR (Do not attempt cardio pulmonary resuscitation - also Keine 
Wiederbelebungsversuche) auf der Brust hatte. Ob das allerdings im 
Zweifelsfall haltbar ist, weiss ich.

--
Cheers
    G.

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#463107

FromLothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de>
Date2020-08-25 12:15 +0200
Message-ID<vclwgw6p8znv.dlg@kimmeringer.de>
In reply to#463101
Goetz Schultz wrote:

> Ich meine mal gesehen zu haben das 
> einer DNACPR (Do not attempt cardio pulmonary resuscitation - also Keine 
> Wiederbelebungsversuche) auf der Brust hatte.

Das setzt diverse Dinge voraus: Die Brust ist sichtbar, was
nicht zwangslaeufig gegeben ist, wenn das z.B. ein Ersthelfer
direkt vor Ort macht, bevor der Notarzt da ist. Und wenn das
wirklich als Abkuerzung drauftaetoviert ist, muesste jeder,
der Erste Hilfe leistet, wissen, was diese bedeutet.

> Ob das allerdings im 
> Zweifelsfall haltbar ist, weiss ich.

Ich vermute, da fehlt ein "nicht", oder? Wenn eine Patienten-
verfuegung vorliegt, die lebensverlaengernde Massnahmen verbietet,
wird sich daran gehalten.


Gruesse, Lothar
-- 
Lothar Kimmeringer                E-Mail: spamfang@kimmeringer.de
               PGP-encrypted mails preferred (Key-ID: 0x8BC3CD81)

Always remember: The answer is forty-two, there can only be wrong
                 questions!

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#463115

FromGoetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de>
Date2020-08-25 12:45 +0100
Message-ID<ri2tlc$9pd$1@dont-email.me>
In reply to#463107
On 25/08/2020 11:15, Lothar Kimmeringer wrote:
> Goetz Schultz wrote:
> 
>> Ich meine mal gesehen zu haben das
>> einer DNACPR (Do not attempt cardio pulmonary resuscitation - also Keine
>> Wiederbelebungsversuche) auf der Brust hatte.
> 
> Das setzt diverse Dinge voraus: Die Brust ist sichtbar, was
> nicht zwangslaeufig gegeben ist, wenn das z.B. ein Ersthelfer
> direkt vor Ort macht, bevor der Notarzt da ist. Und wenn das
> wirklich als Abkuerzung drauftaetoviert ist, muesste jeder,
> der Erste Hilfe leistet, wissen, was diese bedeutet.
> 

Ein DNACPR ist nicht bindend fuer Laien-Helfer. Ein 
First-Responder/First Person on Scene wird *immer* den Brustkorb 
freilegen - alleine schon für den Defib. Der wird auch wissen was die 
Buchstabenfolge bedeutet. Wenn man weiss wer da am Boden liegt und die 
Notfallnummer anruft, kann die Leitstelle den RD anweisen nichts zu 
machen, weil die Kenntnis vom DNACPR haben.

>> Ob das allerdings im
>> Zweifelsfall haltbar ist, weiss ich.
> 
> Ich vermute, da fehlt ein "nicht", oder? 

Ummmm, ja <Rot-werd>

>Wenn eine Patienten-
> verfuegung vorliegt, die lebensverlaengernde Massnahmen verbietet,
> wird sich daran gehalten.
> 

Die Frage ist hier, ob die so Gültigkeit hat. Lt. unseren[TM] Vorgaben 
muss die von 2 Docs unterzeichnet sein. Es wird in der Regel auch ein 
Geltungsbereich gegeben (RTW/Transport, KH, Pflegeheim).

Kann man das als verbindliche Verfügung sehen?

 >
> Gruesse, Lothar
> 


-- 
Cheers
    G.

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#463128

FromLothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de>
Date2020-08-25 16:14 +0200
Message-ID<swf6rzt1k0uo.dlg@kimmeringer.de>
In reply to#463115
Goetz Schultz wrote:

> On 25/08/2020 11:15, Lothar Kimmeringer wrote:
>> Goetz Schultz wrote:
>> 
>>> Ich meine mal gesehen zu haben das
>>> einer DNACPR (Do not attempt cardio pulmonary resuscitation - also Keine
>>> Wiederbelebungsversuche) auf der Brust hatte.
>> 
>> Das setzt diverse Dinge voraus: Die Brust ist sichtbar, was
>> nicht zwangslaeufig gegeben ist, wenn das z.B. ein Ersthelfer
>> direkt vor Ort macht, bevor der Notarzt da ist. Und wenn das
>> wirklich als Abkuerzung drauftaetoviert ist, muesste jeder,
>> der Erste Hilfe leistet, wissen, was diese bedeutet.
> 
> Ein DNACPR ist nicht bindend fuer Laien-Helfer.

Auch nicht im Land der unbegrenzten Schadensersatzforderungen?

>>Wenn eine Patienten-
>> verfuegung vorliegt, die lebensverlaengernde Massnahmen verbietet,
>> wird sich daran gehalten.
> 
> Die Frage ist hier, ob die so Gültigkeit hat. Lt. unseren[TM] Vorgaben 
> muss die von 2 Docs unterzeichnet sein. Es wird in der Regel auch ein 
> Geltungsbereich gegeben (RTW/Transport, KH, Pflegeheim).

Unterlag das schon mal einer Feuerprobe? Ich wuerde nicht erwarten,
dass ich fuer das Abgeben einer Patientenverfuegung ueberhaupt einen
Doktor unterzeichnen lassen muss. Das ist doch meinem Verstaendnis
nach eine Willenserklaerung, fuer die es keine medizinische
Begruendung braucht.

Ein Freund von mit hat eine Patientenverfuegung. Wieviele
Doktoren da ihre Unterschrift mit draufgesetzt haben, weiss
ich nicht, er hat das Teil aber u.a. einem befreundeten
Staatanwalt uebergeben, der im Fall der Faelle die Durchsetzung
des erklaerten Willens durchfuehren wird.


Gruesse, Lothar
-- 
Lothar Kimmeringer                E-Mail: spamfang@kimmeringer.de
               PGP-encrypted mails preferred (Key-ID: 0x8BC3CD81)

Always remember: The answer is forty-two, there can only be wrong
                 questions! 

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#463135

FromGoetz Schultz <ng.expire1220@suelze.de>
Date2020-08-25 15:49 +0100
Message-ID<ri38d2$1rb$1@dont-email.me>
In reply to#463128
On 25/08/2020 15:14, Lothar Kimmeringer wrote:
> Goetz Schultz wrote:
> 
>> On 25/08/2020 11:15, Lothar Kimmeringer wrote:
>>> Goetz Schultz wrote:
>>>
>>>> Ich meine mal gesehen zu haben das
>>>> einer DNACPR (Do not attempt cardio pulmonary resuscitation - also Keine
>>>> Wiederbelebungsversuche) auf der Brust hatte.
>>>
>>> Das setzt diverse Dinge voraus: Die Brust ist sichtbar, was
>>> nicht zwangslaeufig gegeben ist, wenn das z.B. ein Ersthelfer
>>> direkt vor Ort macht, bevor der Notarzt da ist. Und wenn das
>>> wirklich als Abkuerzung drauftaetoviert ist, muesste jeder,
>>> der Erste Hilfe leistet, wissen, was diese bedeutet.
>>
>> Ein DNACPR ist nicht bindend fuer Laien-Helfer.
> 
> Auch nicht im Land der unbegrenzten Schadensersatzforderungen?
> 

VSA? Keine Ahnung. Ich gehe erstmal von UK aus. Aber soweit mir bekannt 
ist, hat so ziemlich jedes Land ein "Samaritergesetz". Und Brustkorb 
freilegen halte ich jetzt für eine Aktion die man nicht von Laien erwartet.

>>> Wenn eine Patienten-
>>> verfuegung vorliegt, die lebensverlaengernde Massnahmen verbietet,
>>> wird sich daran gehalten.
>>
>> Die Frage ist hier, ob die so Gültigkeit hat. Lt. unseren[TM] Vorgaben
>> muss die von 2 Docs unterzeichnet sein. Es wird in der Regel auch ein
>> Geltungsbereich gegeben (RTW/Transport, KH, Pflegeheim).
> 
> Unterlag das schon mal einer Feuerprobe? Ich wuerde nicht erwarten,
> dass ich fuer das Abgeben einer Patientenverfuegung ueberhaupt einen
> Doktor unterzeichnen lassen muss. Das ist doch meinem Verstaendnis
> nach eine Willenserklaerung, fuer die es keine medizinische
> Begruendung braucht.
> 

Hier in UK: Ja. Sogar mehrfach. Es müssen zwei Docs sein, damit 
sichergestellt ist, das der Patient noch klar denken kann.

> Ein Freund von mit hat eine Patientenverfuegung. Wieviele
> Doktoren da ihre Unterschrift mit draufgesetzt haben, weiss
> ich nicht, er hat das Teil aber u.a. einem befreundeten
> Staatanwalt uebergeben, der im Fall der Faelle die Durchsetzung
> des erklaerten Willens durchfuehren wird.
> 

Ich meine das es auch sowas bei uns[TM] gibt. Müsste da aber nochmal 
nachfragen, weil mir es noch nicht untergekommen ist.

> 
> Gruesse, Lothar
> 


-- 
Cheers
    G.

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#463137

FromUlf.Kutzner@web.de
Date2020-08-25 07:53 -0700
Message-ID<1ec39ad8-9524-4838-8a69-8725c66ee5aco@googlegroups.com>
In reply to#463135
Am Dienstag, 25. August 2020 16:49:07 UTC+2 schrieb Goetz Schultz:

> Und Brustkorb 
> freilegen halte ich jetzt für eine Aktion die man nicht von Laien erwartet.

Hätte ich Herzdruckmassage zu leisten, würde
ich jedenfalls eine Motorradkombi öffnen.

Ein T-Shirt würde ich nicht aufschneiden und
hätte dafür zunächst auch keine Schere zur
Hand.

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