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Groups > ger.ct > #455815 > unrolled thread

2 Hoffnungsträger weniger

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2020-07-02 15:12 +0200
Last post2020-07-07 06:46 -0700
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Contents

  2 Hoffnungsträger weniger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-07-02 15:12 +0200
    Re: 2 Hoffnungsträger weniger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2020-07-02 17:34 +0200
      Re: 2 Hoffnungsträger weniger Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2020-07-02 18:50 +0200
        Re: 2 Hoffnungsträger weniger Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-07-02 16:56 +0000
          Re: 2 Hoffnungsträger weniger Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2020-07-02 19:19 +0200
          Re: 2 Hoffnungsträger weniger Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2020-07-02 18:27 +0000
            Re: 2 Hoffnungsträger weniger Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-07-02 18:31 +0000
            Re: 2 Hoffnungsträger weniger Frank Graf <f.graf@firemail.de> - 2020-07-02 19:58 +0000
        Re: 2 Hoffnungsträger weniger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-07-02 15:47 -0400
          Re: 2 Hoffnungsträger weniger Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2020-07-02 19:59 +0000
            Re: 2 Hoffnungsträger weniger Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2020-07-02 22:05 +0200
            Re: 2 Hoffnungsträger weniger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2020-07-02 16:07 -0400
    Re: 2 Hoffnungsträger weniger Ulf.Kutzner@web.de - 2020-07-07 06:46 -0700

#455815 — 2 Hoffnungsträger weniger

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2020-07-02 15:12 +0200
Subject2 Hoffnungsträger weniger
Message-ID<rdkmg2$d18$1@solani.org>
RECOVERY-Studie: Wieder 2 Hoffnungsträger weniger bei schwerem
COVID-19-Verlauf; Überraschendes zu Hydroxychloroquin
Michael van den Heuvel
2. Juli 2020
Remdesivir steht zur Therapie von COVID-19 in den Startlöchern; eine
Zulassung in Europa ist zum Greifen nah (wie Medscape berichtete ). Und
das Karussell mit neuen Substanzen dreht sich immer schneller.
Für Patienten mit COVID-19, die nicht an einem Beatmungsgerät stationär
behandelt werden, ist Lopinavir-Ritonavir keine wirksame Behandlung.
Prof. Dr. Peter Horby
Allerdings kommen nun wieder negative Nachrichten: Bei hospitalisierten
COVID-19-Patienten bringt die Behandlung mit Lopinavir plus Ritonavir
versus Placebo keinen erkennbaren Nutzen. Das geht aus einer geplanten
[1]
Zwischenauswertung der RECOVERY-Studie der University of Oxford hervor
.
„Für Patienten mit COVID-19, die nicht an einem Beatmungsgerät stationär
behandelt werden, ist Lopinavir-Ritonavir keine wirksame Behandlung“,
fasst Prof. Dr. Peter Horby vom Nuffield Department of Medicine der
University of Oxford zusammen. Dies sei bereits die 3. Veröffentlichung
aufgrund von RECOVERY. Zuvor habe man gezeigt, dass Hydroxychloroquin
die Überlebenschancen nicht verbessere, während Dexamethason Leben
retten könne.
Das sind klare Ergebnisse; diese unterstreichen einmal mehr den Wert
großer randomisierter klinischer Studien. Prof. Dr. Martin Landray
„Das sind klare Ergebnisse; diese unterstreichen einmal mehr den Wert
großer randomisierter klinischer Studien zur Differenzierung von
Medikamenten, von denen wir hoffen, dass sie wirken“, fasst Prof. Dr.
Martin Landray zusammen. Er forscht am Nuffield Department of Population
Health der University of Oxford. Landray jedenfalls fordert,
Behandlungsalgorithmen in Klinken anzupassen, falls diese
Lopinavir-Ritonavir als Therapie empfehlen.
Design der RECOVERY-Studie
Zum Hintergrund: Die RECOVERY-Studie („Randomised Evaluation of COVid-19
thERapY“) ist die weltweit größte randomisierte, Placebo-kontrollierte
Studie mit dem Ziel, Therapieoptionen bei stationären Patienten mit
COVID-19 zu untersuchen. Mehr als 11.800 Patienten wurden nach dem
Zufallsprinzip diversen Studienarmen zugewiesen:
Lopinavir-Ritonavir (aufgrund ihrer Wirkung als Protease-Inhibitoren),
niedrig dosiertes Dexamethason (aufgrund seiner antiinflammatorischen
Wirkung),
Hydroxychloroquin (aufgrund von Hinweisen aus In-vitro-Studien),
Azithromycin (aufgrund seiner antibiotischen Wirkung bei
Sekundärinfektionen),
Tocilizumab (aufgrund seiner antiinflammatorischen Effekte),
Rekonvaleszenten-Plasma (gesammelt von Spendern, die sich von COVID-19
erholt haben und deren Blut Antikörper gegen SARS-CoV-2-Virus enthält).
In den letzten Wochen hat RECOVERY Ergebnisse für 2 dieser Behandlungen
geliefert. Sie zeigte keinen Nutzen von Hydroxychloroquin in dieser
Population. Dieser Studienarm wurde daraufhin eingestellt.
Niedrig dosiertes Dexamethason wiederum verringerte das
Mortalitätsrisiko bei Patienten unter mechanischer Beatmung um ein
Drittel und bei Patienten unter Sauerstoffgabe um ein Fünftel ( Medscape
hat berichtet ). Personen ohne Atemunterstützung profitierten aber nicht
von Dexamethason. Auch dieser Studienarm gilt als abgeschlossen;
 ein Preprint wurde auf medRxiv veröffentlicht.
RECOVERY rekrutiert weiterhin Patienten, um die Untersuchung von
Azithromycin, Tocilizumab und Rekonvaleszenten-Plasma fortzusetzen.
 Lopinavir-Ritonavir ohne Benefit
Im Studienarm mit Lopinavir-Ritonavir wurden 1.596 Patienten nach dem
Zufallsprinzip mit Verum behandelt. Zum Vergleich zogen die Forscher
Daten von 3.376 Patienten heran, die neben Placebo nur die bestmögliche
Versorgung erhalten hatten.
Von allen Patienten erhielten zu Studienbeginn 4% eine invasive
mechanische Beatmung, 70% bekamen Sauerstoff über eine Atemmaske, und
26% benötigten keine respiratorische Unterstützung. Signifikante
Unterschiede im primären Endpunkt, nämlich der 28-Tage-Mortalität,
suchten die Forscher vergebens. Als Wert geben sie 22,1% unter
Lopinavir-Ritonavir an versus 21,3% bei üblicher Behandlung (Odds Ratio
1,04, 95% Konfidenzintervall 0,91 bis 1,18, p=0,58).
Die Ergebnisse waren in verschiedenen Subgruppen von Patienten
konsistent. Es gab auch keine Hinweise auf positive Auswirkungen auf das
Risiko der Progression zur mechanischen Beatmung oder die Dauer des
Krankenhausaufenthalts. „Diese Daten schließen überzeugend jeglichen
signifikanten Nutzen von Lopinavir-Ritonavir für die Mortalität bei den
von uns untersuchten COVID-19-Patienten im Krankenhaus aus“, lautet
dementsprechend ihr Fazit.
Deshalb kam der Lenkungsausschuss der Studie zum Ergebnis, dass es
keinen positiven Effekt von Lopinavir- Ritonavir bei Patienten gibt, die
mit COVID-19 stationär behandelt werden und bei denen die Randomisierung
für diesen Behandlungsarm abgeschlossen ist. Der Studienarm wurde
dementsprechend abgebrochen.
„Wir waren nicht in der Lage, eine große Anzahl von Patienten mit
invasiver mechanischer Beatmung zu untersuchen, da die Verabreichung des
Medikaments an Patienten mit Beatmungsgeräten schwierig war“, heißt es
in der Pressemeldung. „Daher können wir keine Aussagen über die
Wirksamkeit bei mechanisch beatmeten Patienten machen.“ Die
vollständigen Ergebnisse würden bald zur Verfügung gestellt.
 Erkenntnisse zu Tocilizumab
Aus RECOVERY gibt es derzeit noch keine Informationen über den Benefit
von Tocilizumab; der Studienarm läuft. Doch Prof. Dr. Giovanni Guaraldi
von der Azienda Ospedaliero-Universitaria Policlinico of Modena hat dazu
aktuell aber zusammen mit Kollegen Ergebnisse aus eigenen Untersuchungen
vorgelegt.
Von 1.351 stationär behandelten Patienten hatten 544 (40%) eine schwere
COVID-19-Pneumonie und wurden in die Studie aufgenommen. 57 (16%) von
365 Patienten in der Standardversorgungsgruppe benötigten eine
künstliche Beatmung, verglichen mit 33 (18%) von 179 in der
Tocilizumab-Gruppe. 73 (20%) aller Patienten in der
Standardversorgungsgruppe starben, verglichen mit 13 (7%), die mit
Tocilizumab behandelt wurden.
Die ... Verabreichung von Tocilizumab kann das Risiko einer invasiven
mechanischen Beatmung oder des Todes bei Patienten mit schwerer
COVID-19-Pneumonie verringern. Prof. Dr. Giovanni Guaraldi
Nach Anpassung an Geschlecht, Alter, Rekrutierungszentrum, Dauer der
Symptome und SOFA-Score war Tocilizumab mit einem verringerten Risiko
für invasive mechanische Beatmung oder Tod verbunden (adjustierte Hazard
Ratio 0,61, 95% KI 0,40 bis 0,92, p=0,020).
„Die intravenöse oder subkutane Verabreichung von Tocilizumab kann das
Risiko einer invasiven mechanischen Beatmung oder des Todes bei
Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie verringern“, schreiben
Guaraldi und Kollegen. Jetzt wartet man gespannt auf Ergebnisse der
RECOVERY-Studie.
 Chloroquin/Hydroxychloroquin: Überraschende Wendung
Beim Hydroxychloroquin dagegen gibt es überraschende wissenschaftliche
Entscheidungen. Denn nach den Ergebnissen aus RECOVERY und dem Fazit der
Oxford-Wissenschaftler sowie aus anderen Studien spielt der Wirkstoff
keine Rolle mehr bei der Therapie von COVID-19.
Aber, so berichtet die New York Times, es werde nun ein Neustart der
sogenannten COPCOV-Studie erwogen. Diese

soll zeigen, ob sich Hydroxychloroquin eventuell zur Prävention von
SARS-CoV-2-Infektionen eignet – bekanntlich hatte US-Präsident Donald
Trump immer wieder diese Hoffnung geäußert. In die randomisierte,
Placebo-kontrollierte Studie sollen 40.000 Beschäftigte im
Gesundheitswesen und andere gefährdete Personengruppen weltweit
aufgenommen werden. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.
MEHR
Referenzen
1. Statement from the Chief Investigators of the Randomised Evaluation
of COVid-19 thERapY (RECOVERY) Trial on lopinavir-ritonavir, 29. Juni 2020
© 2020 WebMD, LLC
Diesen Artikel so zitieren: RECOVERY-Studie: Wieder 2 Hoffnungsträger
weniger bei schwerem COVID-19-Verlauf; Überraschendes zu
Hydroxychloroquin - Medscape - 2. Jul 2020.

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#455825

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2020-07-02 17:34 +0200
Message-ID<rdkuqt$kio$1@solani.org>
In reply to#455815
Und wenn wir gerade bei enttäuschten Hoffnungen sind:

https://www.theguardian.com/world/2020/jun/29/europeans-trust-in-us-as-world-leader-collapses-during-pandemic

he coronavirus crisis has caused a dramatic deterioration in the
European public perception of the US, extensive new polling reveals.

More than 60% of respondents in Germany, France, Spain, Denmark and
Portugal said they had lost trust in the United States as a global leader.

A report based on the survey’s findings argues that the shock of the
pandemic has “traumatised” European citizens, leaving them feeling
“alone and vulnerable”.

In almost every country surveyed, a majority of people said their
perception of the US had deteriorated since the outbreak. Negative
attitudes of the US were most marked in Denmark (71%) Portugal (70%),
France (68%), Germany (65%) and Spain (64%). In France, 46% and in
Germany 42% said their view of the US had worsened “a lot” during the
pandemic.

This is Europe: stay close with the Guardian’s email updates
 Read more
In an analysis of the data, the policy experts Susi Dennison and Pawel
Zerka say that trust in the US is “broken” as a result of its handling
of the health crisis and that support for the transatlantic alliance has
been “hollowed out”‘.

Angela Merkel, the German chancellor, warned in an interview with the
Guardian on Friday that the world could no longer take it for granted
that America still aspires to be a global leader. The survey suggests
that public opinion is already conscious of the shift.

The report states: “Europeans’ trust in the US is gone. Many have been
appalled by the [US’s] chaotic response to Covid-19; the lack of
solidarity it showed with Europeans in the 12 March closure of its
border to members of the Schengen area; and its lack of leadership in
tackling the coronavirus crisis at the global level – or even engagement
with the issue (beyond a war of words with the World Health Organization).”

The survey was commissioned by the Berlin-based European Council on
Foreign Relations (ECFR) thinktank and conducted by Datapraxis and
YouGov at the end of April and the first week of May, across nine EU
countries which together account for two-thirds of the bloc’s population.

So low is confidence in the future of the transatlantic partnership that
only 2% of respondents in Germany and 3% in France said they would
expect US support as Europe rebuilds its damaged economy.

“Europeans have digested the fact that the US is no longer necessarily a
friend for Europe in times of need,” Dennison said.


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#455827

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2020-07-02 18:50 +0200
Message-ID<hm6hivF7p8jU1@mid.individual.net>
In reply to#455825
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:

> “Europeans have digested the fact that the US is no longer necessarily a
> friend for Europe in times of need,” Dennison said.

Wäre auch traurig, wenn man das hier immer noch nicht kapiert
hätte. Deshalb muss die Konsequenz sein, Europa zu stärken. Auch wenn es
Geld kostet. Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische
Corona-Hilfe inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.

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#455829

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2020-07-02 16:56 +0000
Message-ID<rdl3jl$p57$1@solani.org>
In reply to#455827
Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
> 
>> “Europeans have digested the fact that the US is no longer necessarily a
>> friend for Europe in times of need,” Dennison said.
> 
> Wäre auch traurig, wenn man das hier immer noch nicht kapiert
> hätte. Deshalb muss die Konsequenz sein, Europa zu stärken. Auch wenn es
> Geld kostet. Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische
> Corona-Hilfe inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.
> 

Wahrscheinlich ist das langsam unumgänglich.  Allerdings können wir uns
darauf einstellen dass es dann in zehn Jahren heißen wird die Deutschen
hätten Europa gekauft und sollen sich jetzt darum kümmern. Und das ist noch
die freundlichste Variante der Kritik an einem dann unterstellt
hegemonialen Deutschland. Fourth Reich. 

-- 
please forgive my iPhone typos

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#455831

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2020-07-02 19:19 +0200
Message-ID<hm6j8pF7p8jU2@mid.individual.net>
In reply to#455829
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes:

> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>> 
>>> “Europeans have digested the fact that the US is no longer necessarily a
>>> friend for Europe in times of need,” Dennison said.
>> 
>> Wäre auch traurig, wenn man das hier immer noch nicht kapiert
>> hätte. Deshalb muss die Konsequenz sein, Europa zu stärken. Auch wenn es
>> Geld kostet. Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische
>> Corona-Hilfe inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.
>> 
>
> Wahrscheinlich ist das langsam unumgänglich.  Allerdings können wir uns
> darauf einstellen dass es dann in zehn Jahren heißen wird die Deutschen
> hätten Europa gekauft und sollen sich jetzt darum kümmern. Und das ist noch
> die freundlichste Variante der Kritik an einem dann unterstellt
> hegemonialen Deutschland. Fourth Reich. 

Irgendwas ist immer.

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#455847

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2020-07-02 18:27 +0000
Message-ID<7t5efe26a0i9afn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#455829
On Thu, 02 Jul 2020 18:56:21 Dr. Joachim Neudert wrote:
> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
> > Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische
> > Corona-Hilfe inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.

> Wahrscheinlich ist das langsam unumgänglich.

Ist es.

Rechnet halt nicht mit uns (bzw. erpresst uns am besten mit
irgendetwas).

> Allerdings können wir uns darauf einstellen dass es dann in zehn
> Jahren heißen wird die Deutschen hätten Europa gekauft und sollen
> sich jetzt darum kümmern.

Es wird nie irgendwo einen politischen u/o wirtschaftlichen Großraum
ohne innere Konflikte geben. Aber besser, man keppelt sich
gegenseitig an, als man bringt sich gegenseitig um, wie die letzten
paar Male.

Servus,
   Stefan

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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - betatschen!? Aber riechen ist reichlicher.
(Sloganizer)

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#455849

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2020-07-02 18:31 +0000
Message-ID<rdl95p$ui8$1@solani.org>
In reply to#455847
Stefan Froehlich <Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at> wrote:
> On Thu, 02 Jul 2020 18:56:21 Dr. Joachim Neudert wrote:
>> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
>>> Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische
>>> Corona-Hilfe inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.
> 
>> Wahrscheinlich ist das langsam unumgänglich.
> 
> Ist es.
> 
> Rechnet halt nicht mit uns (bzw. erpresst uns am besten mit
> irgendetwas).
> 
>> Allerdings können wir uns darauf einstellen dass es dann in zehn
>> Jahren heißen wird die Deutschen hätten Europa gekauft und sollen
>> sich jetzt darum kümmern.
> 
> Es wird nie irgendwo einen politischen u/o wirtschaftlichen Großraum
> ohne innere Konflikte geben. Aber besser, man keppelt sich
> gegenseitig an, als man bringt sich gegenseitig um, wie die letzten
> paar Male.
> 
> Servus,
>    Stefan
> 

Full ACK.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#455860

FromFrank Graf <f.graf@firemail.de>
Date2020-07-02 19:58 +0000
Message-ID<rdle8k$7qs$1@dont-email.me>
In reply to#455847
Am Thu, 02 Jul 2020 18:27:06 +0000 schrieb Stefan Froehlich:

> On Thu, 02 Jul 2020 18:56:21 Dr. Joachim Neudert wrote:
>> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
>> > Eben in den Nachrichten: 62% sind für die europäische Corona-Hilfe
>> > inkl. Vergemeinschaftung der Schulden.
> 
>> Wahrscheinlich ist das langsam unumgänglich.
> 
> Ist es.
> 
> Rechnet halt nicht mit uns (bzw. erpresst uns am besten mit
> irgendetwas).
> 
>> Allerdings können wir uns darauf einstellen dass es dann in zehn Jahren
>> heißen wird die Deutschen hätten Europa gekauft und sollen sich jetzt
>> darum kümmern.
> 
> Es wird nie irgendwo einen politischen u/o wirtschaftlichen Großraum
> ohne innere Konflikte geben. Aber besser, man keppelt sich gegenseitig
> an, als man bringt sich gegenseitig um, wie die letzten paar Male.

Wenn die gemeinsame Währung zu schwerwiegenden Konflikten führt ist das 
nicht zielführend. Wer weiß wie diese Konflikte irgendwann enden?

Bei Dingen wo man sich einig ist wie z. B. freier Personenverkehr, 
Warenverkehr, Dienstleistungen usw. macht man gemeinsame Sache.

Es wäre technisch kein Problem dass einzelne Staaten eine eigene Währung 
ausschließlich als Giralgeld einführen. Du hebst 100,- € vom Konto ab und 
dein Konto wird z. B. mit 95,- Schilling belastet. Dann können die 
Staaten eine eigene Währungspolitik betreiben. Die Steuerpolitik wird 
auch national gemacht, Amazon hat seinen Sitz nicht zufällig in 
Luxemburg. Bestimmte Branchen siedeln sich vornehmlich in Malta an.

Der politische Großraum (um deine Worte zu verwenden) hat zu viele 
Sprachen und die Menschen haben je nach Region eine unterschiedliche 
Mentalität. Eine immer engere Integration um jeden Preis in allen 
Bereichen geht nicht gut. Wie viele Bürger in der EU kennen Manfred 
Weber? Der war im letzten Wahlkampf zum Europaparlament Spitzenkandidat 
der EVP(?). Meinst du er konnte mit seinen Themen einen Bulgarischen 
Bauern oder einen Waldarbeiter in Finnland mit seinen Themen erreichen?

Ok, vielleicht wurde er auch deshalb durch U. vdL ersetzt, ein weiterer 
demokratischer Akt...

Politische Großräume haben ihre Grenzen die von verschiedenen Faktoren 
abhängen. Die Grenzen in den verschiedenen Bereichen sollten Politiker 
erkennen, da es diesen nur um Macht geht könnte dies nur der Wähler 
korrigieren/steuern.


Frank

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#455856

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2020-07-02 15:47 -0400
Message-ID<rdldk7$fnj$1@dont-email.me>
In reply to#455827
Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
> 
>> “Europeans have digested the fact that the US is no longer necessarily a
>> friend for Europe in times of need,” Dennison said.
> 
> Wäre auch traurig, wenn man das hier immer noch nicht kapiert
> hätte. Deshalb muss die Konsequenz sein, Europa zu stärken. Auch wenn es
> Geld kostet. 
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Update vom 2. Juli 2020: Nachdem bekannt wurde, dass die USA beinahe
| sämtliche Bestände des Corona-Medikaments Remdesivir des US-Konzerns
| Gilead aufgekauft haben, meldet sich Bundesgesundheitsminister Jens
| Spahn (CDU) zu Wort. Er sieht Gilead in der Pflicht, das Medikament
| Remdesivir nach Europa zu liefern. Da Gilead auch bei anderen
| Medikamenten entsprechende Preise in Europa erwarte, „erwarte ich aber
| auch, dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein
| solches Medikament geht“, sagte Spahn im ZDF-„Morgenmagazin“.
|
| Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit einer Zulassung von
| Remdesivir als Medikament für Covid-19-Patienten in der EU noch in
| dieser Woche. Dann erwarte Spahn, „dass die Lieferfähigkeit hergestellt
| wird“. Gleichzeitig bekräftigt Spahn, dass es in Deutschland trotz der
| Käufe durch die USA ausreichende Reserven des Corona-Medikaments
| Remdesivir gebe. Remdesivir sei „auf Lager in einer Zentralapotheke des
| Bundes und gesichert für die nächsten Wochen“, so Spahn.
|
| Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer kritisiert die enormen Preise,
| die Gilead für Remdesivir fordert: „Ich würde schon erwarten, dass
| gesamtgesellschaftliche und ethische Gesichtspunkte bei einem Medikament
| wie Remdesivir eine Rolle spielen“, sagte er dem „Kölner
| Stadt-Anzeiger“. In den USA soll eine Ampulle 390 Dollar kosten - eine
| fünftägige Anwendung insgesamt 2340 Dollar. Fätkenheuer kritisiert auch
| das Verhalten der US-Regierung: Die Formel „America first“ widerspreche
| „allen ethischen Grundsätzen“. Zwar gebe es in Amerika den größten
| Behandlungsbedarf, doch weltweit gesehen machten die amerikanischen
| Patienten alleine nicht die Mehrheit aus.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.fr.de/netzwelt/remdesivir-coronavirus-corona-medikament-wirkstoff-veklury-covid-19-usa-zr-13656050.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#455861

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2020-07-02 19:59 +0000
Message-ID<rdlebr$3h7$1@solani.org>
In reply to#455856
Remdesivir ist nicht so ein Aufreger: die Wirkung ist doch recht schwach. 

Aber das hier klingt richtig gut:

https://www.heise.de/news/Pfizer-und-Biontech-Ergebnisse-zu-Corona-Impfstoff-ermutigend-4801407.html

Lesenswert. Je nach Impfstoffdosierung waren die erzielten Konzentrationen
an inaktivierenden Antikörpern 1,8 bis 2,8 fach so hoch wie nach einer
tatsächlichen Infektion. Und die ersten Probanden haben die Impfung gut
vertragen.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#455866

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2020-07-02 22:05 +0200
Message-ID<20200702220521.1c7c1e6b.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#455861
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:

> Remdesivir ist nicht so ein Aufreger: die Wirkung ist doch recht
> schwach. 
> 
> Aber das hier klingt richtig gut:
> 
> https://www.heise.de/news/Pfizer-und-Biontech-Ergebnisse-zu-Corona-Impfstoff-ermutigend-4801407.html
> 
> Lesenswert. Je nach Impfstoffdosierung waren die erzielten
> Konzentrationen an inaktivierenden Antikörpern 1,8 bis 2,8 fach so
> hoch wie nach einer tatsächlichen Infektion. Und die ersten Probanden
> haben die Impfung gut vertragen.

TL;DR: önnte schlimmer aussehen?

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#455867

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2020-07-02 16:07 -0400
Message-ID<rdleq8$mrg$1@dont-email.me>
In reply to#455861
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
>
> Remdesivir ist nicht so ein Aufreger: die Wirkung ist doch recht
> schwach. Aber das hier klingt richtig gut: https://www.heise.de/news/Pfizer-und-Biontech-Ergebnisse-zu-Corona-Impfstoff-ermutigend-4801407.html
> 
Ich wette 10:1, dass THE DONALD auch das aufkaufen wird... ԅ(≖‿≖ԅ)

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#456414

FromUlf.Kutzner@web.de
Date2020-07-07 06:46 -0700
Message-ID<70b951a8-388f-4832-a13c-379d95077e5co@googlegroups.com>
In reply to#455815
Am Donnerstag, 2. Juli 2020 15:12:35 UTC+2 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> RECOVERY-Studie: Wieder 2 Hoffnungsträger weniger bei schwerem
> COVID-19-Verlauf; Überraschendes zu Hydroxychloroquin
> Michael van den Heuvel
> 2. Juli 2020


> Rekonvaleszenten-Plasma (gesammelt von Spendern, die sich von COVID-19
> erholt haben und deren Blut Antikörper gegen SARS-CoV-2-Virus enthält).

Irgendeine Nase von den blöden Infektionsmedizinern
hat jetzt mit einer Forschergruppe herausgefunden,
daß man nicht nur auf die Antikörper sehen sollte.

https://news.ki.se/immunity-to-covid-19-is-probably-higher-than-tests-have-shown

Schon wieder haben die Kardiologen eine Chance verpaßt, sich
die Neuerungen des Krankheitsüberwindungsverständnisses
auf die Fahnen zu schreiben.

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