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Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle

Started byram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
First post2026-04-22 20:23 +0000
Last post2026-06-10 22:05 +0200
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Contents

  Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-04-22 20:23 +0000
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-04-22 22:39 +0200
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2026-04-22 22:52 +0200
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-04-22 23:33 +0200
        Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-04-23 16:19 +0200
          Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-23 17:16 +0200
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-23 06:27 +0200
        Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-23 07:02 +0200
          Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-23 06:28 +0000
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-04-23 07:00 +0000
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-04-23 06:08 +0200
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-05-21 10:29 +0200
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-04-23 07:02 +0000
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-05-15 12:15 +0000
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2026-05-15 16:57 +0200
        Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-05-18 22:52 +0200
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-05-16 11:08 +0200
    Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-06-10 19:34 +0000
      Re: Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-10 22:05 +0200

#662117 — Damals: Die Drohnen-Hemmschwelle

Fromram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Date2026-04-22 20:23 +0000
SubjectDamals: Die Drohnen-Hemmschwelle
Message-ID<Drohnen-20260422211658@ram.dialup.fu-berlin.de>
  Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr.
  Es geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als
  "Drohne" bezeichnet wird.

  Ich wollte wissen, wann es eigentlich war, als darüber
  diskutiert wurde, ob die Bundesrepublik solche System aus
  moralischer Sicht anschaffen darf. Es war wohl unter anderem
  2013, denn 2013 war zu lesen:

|Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum, 
|ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.

  und die Kirchen kommentierten damals noch:

|Drohnen können keine Gefangenen machen.

  . Ich glaube, das ist nicht ganz richtig, denn ich erinnere mich,
  daß man manchmal liest, Soldaten hätten sich einer Drohne ergeben.

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#662121

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2026-04-22 22:39 +0200
Message-ID<10sbblm$2dheb$3@dont-email.me>
In reply to#662117
Stefan Ram schrieb am 22.04.2026 um 22:23:

>   Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr.
>   Es geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als
>   "Drohne" bezeichnet wird.
> 
>   Ich wollte wissen, wann es eigentlich war, als darüber
>   diskutiert wurde, ob die Bundesrepublik solche System aus
>   moralischer Sicht anschaffen darf. Es war wohl unter anderem
>   2013, denn 2013 war zu lesen:
> 
> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum, 
> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.

Soweit ich mich zurückerinnere, mindestens seit Mitte der 1990er waren
auf der ILA stets Drohnen (-Modelle) ausgestellt. Das waren aber damals
eher "Flugzeuge ohne Piloten", meist nur zur Aufklärung.

Damals hat noch keiner an die kleinen Scheißdinger von "Amazon" gedacht.
Die tauchten zuerst öffentlichkeitswirksam bei den Kämpfen um
Bergkarabach zwischen Aserbaidschan und Armenien auf, Bayraktar TB2.

>   und die Kirchen kommentierten damals noch:
> 
> |Drohnen können keine Gefangenen machen.
> 
>   . Ich glaube, das ist nicht ganz richtig, denn ich erinnere mich,
>   daß man manchmal liest, Soldaten hätten sich einer Drohne ergeben.

Ich meine, das Video habe ich auch gesehen. Das war aber eine
ferngesteuerte, _keine autonome_ Drohne. Letztere werden kaum auf
Gefangene programmiert zu sein.

Wichtiger Hinweis zu Video-Authentizität: Es gäbe massenhaft
KI-Generierte Inhalte zum Zwecke der Propaganda, so die KI meines
Vertrauens und die mußt es wissen.

Veith
-- 
Mutter Courage "lernt so wenig aus der Katastrophe wie das
Versuchskarnickel über Biologie lernt",  Bertolt Brecht.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#662125

FromMartin Ebert <mx300@gmx.net>
Date2026-04-22 22:52 +0200
Message-ID<10sbcei$2higo$3@dont-email.me>
In reply to#662117
Am 22.04.26 um 22:23 schrieb Stefan Ram:

> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
[...]
> |Drohnen können keine Gefangenen machen.

Stefan, wenn Du nicht definierst, was "Drohen" im konkreten
Kontext meint, geht das immer schief.

Vor zig Jahren ging es nicht um Drohnen ansich, sondern um
bewaffnete solche, Und da waren Dinger meint, die wie Kampf-
flugzeuge aussehen und auch etwa so groß sind.

Die Drohnen, denen man sich ergibt, sind Quadcopter, an denen
eine Art Granate hängt, die der Fernsteuerer ausklinken kann.

Dazwischen liegen Welten.

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#662129

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2026-04-22 23:33 +0200
Message-ID<10sberf$2iab5$1@dont-email.me>
In reply to#662125
Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
> Vor zig Jahren ging es nicht um Drohnen ansich, sondern um
> bewaffnete solche,

Naja. Wem sagen denn Aladin oder Luna noch etwas?

> Und da waren Dinger meint, die wie Kampf-
> flugzeuge aussehen und auch etwa so groß sind.

Nicht so ganz. Aladin und Luna waren *erheblich* kleiner.

-- 
"Es hat keine Generation gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne 
"modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte."
                      --Walter Benjamin

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#662178

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2026-04-23 16:19 +0200
Message-ID<10sd9q1$332i5$1@dont-email.me>
In reply to#662129
Lars Gebauer schrieb am 22.04.2026 um 23:33:

> Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
>> Vor zig Jahren ging es nicht um Drohnen ansich, sondern um
>> bewaffnete solche,
> 
> Naja. Wem sagen denn Aladin oder Luna noch etwas?
Das waren die von mir genannten Aufklärungssysteme. Nix bewaffnet.

Veith
-- 
Auch ein Wirtschaftskrieg braucht Kanonenfutter.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#662184

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2026-04-23 17:16 +0200
Message-ID<n4urepF29inU2@mid.individual.net>
In reply to#662178
Am 23.04.26 um 16:19 schrieb Peter Veith:
> Lars Gebauer schrieb am 22.04.2026 um 23:33:
> 
>> Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
>>> Vor zig Jahren ging es nicht um Drohnen an sich, sondern um
>>> bewaffnete solche,
>>
>> Naja. Wem sagen denn Aladin oder Luna noch etwas?
> Das waren die von mir genannten Aufklärungssysteme. Nix bewaffnet.

So ging es in WK I auch mit Flugzeuge los.

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#662134

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2026-04-23 06:27 +0200
Message-ID<n4tldcFr488U1@mid.individual.net>
In reply to#662125
Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
> Am 22.04.26 um 22:23 schrieb Stefan Ram:
> 
>> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
>> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
> [...]
>> |Drohnen können keine Gefangenen machen.
> 
> Stefan, wenn Du nicht definierst, was "Drohen" im konkreten
> Kontext meint, geht das immer schief.
> 
> Vor zig Jahren ging es nicht um Drohnen ansich, sondern um
> bewaffnete solche, Und da waren Dinger meint, die wie Kampf-
> flugzeuge aussehen und auch etwa so groß sind.
> 
> Die Drohnen, denen man sich ergibt, sind Quadcopter, an denen
> eine Art Granate hängt, die der Fernsteuerer ausklinken kann.

Ergibt man sich der Drohne oder der Fernsteuerer?
Das Werkzeug, durch dessen Erscheinen sich ergeben wurde,
war nach meiner Kenntnis ein ferngesteuerter Roboter.

Vorstufe dazu gab es in WK II ( Goliath ),
die allerdings nicht mit Kamera ausgerüstet war.

Drohnen, die fliegen, müssen keine Quadcopter sein.
Siehe Drohne Bayraktar.

-- 
<https://www.hermann-riemann.de> bzw.:
<https://www.hermann-riemann.eu/de>

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#662136

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2026-04-23 07:02 +0200
Message-ID<10scg5v.224.1@privat.lahls.de>
In reply to#662134
*Hermann Riemann* schrieb:

> Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
>> Die Drohnen, denen man sich ergibt, sind Quadcopter, an denen
>> eine Art Granate hängt, die der Fernsteuerer ausklinken kann.
>
> Ergibt man sich der Drohne oder der Fernsteuerer?

Der Sprengladung.
-- 
bis denne (648)

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#662137

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2026-04-23 06:28 +0000
Message-ID<10sce6p$qf02$1@solani.org>
In reply to#662136
Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
> *Hermann Riemann* schrieb:
> 
>> Am 22.04.26 um 22:52 schrieb Martin Ebert:
>>> Die Drohnen, denen man sich ergibt, sind Quadcopter, an denen
>>> eine Art Granate hängt, die der Fernsteuerer ausklinken kann.
>> 
>> Ergibt man sich der Drohne oder der Fernsteuerer?
> 
> Der Sprengladung.

Erinnert mich an ein böses Hägar Cartoon. Unten am Schloßtor stehen
Krieger. Oben an der Schloßmauer stehen Hägar, Sven und die anderen
Verteidiger, und sind dabei einen tonnenschweren Kessel kochenden Öls
runterzugiessen.
Hägar ruft aus: „Halt, Stop! Das sind Freunde!“
Sven: „Freunde? Und was machen wir jetzt mit dem ganzen siedenden Öl?“
Nächstes Bild: Hägar: „Ach, was soll’s…“ und der Kessel wird runtergekippt.

Soviel zum Ergeben gegenüber einer Drohne.


-- 
please forgive my iPhone typos

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#662141

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-04-23 07:00 +0000
Message-ID<1776927657-2991@newsgrouper.org>
In reply to#662125
  posted:

> Am 22.04.26 um 22:23 schrieb Stefan Ram:
> 
> > |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
> > |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
> [...]
> > |Drohnen können keine Gefangenen machen.
> 
> Stefan, wenn Du nicht definierst, was "Drohen" im konkreten
> Kontext meint, geht das immer schief.

Bei Dir ging es mal wieder daneben, Ebertchen.

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#662133

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2026-04-23 06:08 +0200
Message-ID<10scd0e.78c.1@privat.lahls.de>
In reply to#662117
*Stefan Ram* schrieb:

>   Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr.
>   Es geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als
>   "Drohne" bezeichnet wird.
>
>   Ich wollte wissen, wann es eigentlich war, als darüber
>   diskutiert wurde, ob die Bundesrepublik solche System aus
>   moralischer Sicht anschaffen darf. Es war wohl unter anderem
>   2013, denn 2013 war zu lesen:

Die Zeiten ändern sich (3€ ins Phrasenschwein). In 2022 fingen
Hobby-Drohnenflieger an, ihre privaten Drohnen in der Ukraine
einzusetzen. Das war auch etwas anderes, als das, was die BW 2013
beschaffen wollte. Das ging eher in die Klasse Bayraktar und größer. Aus
den Hobby-Drohnen entwickelten sich dann schnell die Dinger, die heute
in der Ukraine die Hauptlast der Kriegshandlungen tragen.

> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
>
>   und die Kirchen kommentierten damals noch:
>
> |Drohnen können keine Gefangenen machen.
>
>   . Ich glaube, das ist nicht ganz richtig, denn ich erinnere mich,
>   daß man manchmal liest, Soldaten hätten sich einer Drohne ergeben.

Ja, passiert immer wieder. Die Ukrainer verbreiten Flugblätter, wie man
sich gegenüber einer Drohne verhalten muss, wenn man sich ergeben will.

Vor 2022 hätte auch niemand mehr geglaubt, dass es in einem Krieg noch
einmal Schützengräben wie im WW1 geben wird und erschreckend ähnlich
aussehende Gefechtsfelder.

BTW: Der Messangerdienst Telegram war auch mal böse böse böse. Erinnert
sich kaum noch jemand dran, weil er heute mehr als Livefeed vom
Kriegsschauplatz betrachtet wird.
-- 
bis denne (648)

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#664170

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-05-21 10:29 +0200
Message-ID<10umfq2$jen9$3@dont-email.me>
In reply to#662133
Salve allerseits,

Ruediger Lahl schrieb:
> *Stefan Ram* schrieb:
> 
>> Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr. Es geht
>> um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als "Drohne" bezeichnet wird.
>> Ich wollte wissen, wann es eigentlich war, als darüber diskutiert wurde, ob
>> die Bundesrepublik solche System aus moralischer Sicht anschaffen darf.
> 
> Die Zeiten ändern sich
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Ein Beitrag des US-Verteidigungsministeriums hat in den sozialen Medien
| spöttische Reaktionen ausgelöst. "Amerikanische Kriegskämpfer werden
| immer den technologischen Vorsprung haben", heißt es auf X von dem
| Account einer Abteilung des "Kriegsministeriums", die für Forschung und
| Technik zuständig ist. Darunter ist das Bild einer hochwertig anmutenden
| Drohne mit der Bildüberschrift "amerikanische Innovation" zu sehen. Das
| Problem: Das Design der Drohne sieht den iranischen Shahed-Drohnen, die
| für die US-Stützpunkte in den Golfstaaten ein großes Problem waren, zum
| Verwechseln ähnlich.
|
| "Das ist ein iranisches Design, von Russland verwendet und von der
| Ukraine an euch weitergegeben", reagierte ein Nutzer spöttisch.
| "Glückwunsch dazu, eine teurere Version einer Shahed-131 gebaut zu
| haben. Die USA haben erfolgreich zum Jahr 2018 aufgeschlossen." Die
| Ukraine setzt sich in ihrem Abwehrkampf gegen Russland seit Jahren gegen
| Shahed-Drohnen zur Wehr und leistete im Rahmen des Iran-Kriegs auch
| mehreren Golfstaaten Hilfe.
|
| Verteidigungsexperte Jimmy Rushton kommentierte auf X: "Dies ist eine
| amerikanische Kopie einer iranischen Drohne (der 'Shahid 131'), die
| selbst eine Kopie einer israelischen Drohne (der 'IAI Harpy') war,
| welche wiederum eine Kopie eines alten deutschen Entwurfs (der 'Dornier
| DAR') ist. Das als Beispiel für 'amerikanische Innovation' zu
| bezeichnen, ist einfach nur lächerlich."
|
| [...]
|
| Bei der vom Ministerium präsentierten Drohne handelt es sich offenbar um
| das Modell Lucas (Low-cost Unmanned Combat Attack System). Laut dem
| Portal Militarytimes.com basiert Lucas tatsächlich auf dem iranischen
| Shahed-Modell. Es hat eine Reichweite von rund 800 Kilometer und kostet
| etwa 35.000 US-Dollar. Lucas wurde nach Angaben des Militärs im Krieg
| mit dem Iran erstmals eingesetzt. Hersteller ist demnach SpektreWork im
| US-Bundesstaat Arizona.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.n-tv.de/politik/Pentagon-erntet-Spott-wegen-Prahlerei-ueber-amerikanische-Innovation-id30800928.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#662142

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-04-23 07:02 +0000
Message-ID<1776927736-2991@newsgrouper.org>
In reply to#662117
ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) posted:

>   Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr.
>   Es geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als
>   "Drohne" bezeichnet wird.
> 
>   Ich wollte wissen, wann es eigentlich war, als darüber
>   diskutiert wurde, ob die Bundesrepublik solche System aus
>   moralischer Sicht anschaffen darf.

Ein gewisser Helmut Schmidt hatte dazu seine Ansicht
öffentlich verbreitet, womöglich mehr als einmal.

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#663787

Fromram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Date2026-05-15 12:15 +0000
Message-ID<Waffen-20260515131433@ram.dialup.fu-berlin.de>
In reply to#662117
ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>2013 war zu lesen:
>|Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum, 
>|ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.

|Autonome Waffen sind die neuen Atomwaffen. 
|Länder, die sie besitzen, werden geschützt sein.
Mychajlo Fedorow

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#663790

FromGunter Kühne <kuehne-g@freenet.de>
Date2026-05-15 16:57 +0200
Message-ID<10u7c9m$8v2l$2@dont-email.me>
In reply to#663787
Am 15.05.26 um 14:15 schrieb Stefan Ram:
> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>> 2013 war zu lesen:
>> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
>> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
> 
> |Autonome Waffen sind die neuen Atomwaffen.
> |Länder, die sie besitzen, werden geschützt sein.
> Mychajlo Fedorow
> 
> 
Man könnte auch Drohnen mit kleineren Nukes ausrüsten.

-- 
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.

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#664043

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-05-18 22:52 +0200
Message-ID<10ufu5u$2pn15$1@dont-email.me>
In reply to#663790
Salve allerseits,

Gunter Kühne schrieb:
> Am 15.05.26 um 14:15 schrieb Stefan Ram:
>> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>>
>>> 2013 war zu lesen:
>>> | Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum, ob
>>> | die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
>> 
>> |Autonome Waffen sind die neuen Atomwaffen. Länder, die sie
>> | besitzen, werden geschützt sein.
>> Mychajlo Fedorow
> 
> Man könnte auch Drohnen mit kleineren Nukes ausrüsten.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Ein Quadrokopter im Anflug auf eine Militärbasis im Wüstensand: Links
| und rechts ragen die rotierenden Flügel ins Bild, unten sind Mauern,
| Fahrzeuge und vereinzelt Personen auszumachen. Dann hält der Flieger auf
| eine Gruppe zu, zieht noch einmal hoch, dreht. Unter den Menschen am
| Boden bricht Panik aus, sie laufen auseinander. Im zweiten Anlauf führt
| der Pilot die Attacke aus und stürzt sein Gerät auf einen der Soldaten.
| Die Übertragung endet.
|
| Szenen wie diese sind Alltag auf dem Schlachtfeld in der Ukraine. Die
| neuen Aufnahmen, veröffentlicht auf der Plattform X, stammen jedoch laut
| Urheber aus Mali und sollen zeigen, wie eine Gruppe russischer Kämpfer
| des dortigen Afrikakorps attackiert wird.
|
| In der Region befinden sich die Tuareg-Rebellen der Azawad Liberation
| Front (ALF) zusammen mit den Dschihadisten der Gruppe Jama’at Nusrat
| al-Islam wal-Muslimin (JNIM) auf dem Vormarsch gegen die von Russland
| unterstützte Regierung.
|
| Den Aufständischen gelangen zuletzt Angriffe rund um Bamako, Berichten
| zufolge soll es sogar Kämpfe innerhalb der Hauptstadt gegeben haben. Die
| Angreifer nutzten dafür in großem Stil Drohnen, vor allem um
| Militärfahrzeuge und Stützpunkte zu treffen. So können die eher leicht
| bewaffneten Rebellen ihre technologische Unterlegenheit kompensieren.
|
| Die Aufnahmen von den Angriffen wirken teils so professionell, dass
| Spekulationen russischer Militärblogger um ukrainische Unterstützung für
| die Rebellen aufkamen. Der Umgang der ALF mit den Drohnen wirkt derart
| geübt, dass ausländische Hilfe wahrscheinlich ist. Bereits 2014 gab es
| Berichte über Hilfe aus Kyjiw in der Sahel-Zone. Belege gibt es dafür
| jedoch nicht, und die Berichte wurden aus Kyjiw umgehend dementiert.
|
| *Von Kyjiw über Nahost bis in die Sahara*
|
| FPV-Drohnen sind eine Innovation aus dem Ukrainekrieg. Der Pilot steuert
| das Gerät aus der Egoperspektive (First Person View) mit einer 3D-Brille
| – im Gegensatz zu früheren Modellen, die am Bildschirm gelenkt wurden.
| In der Regel wird die Verbindung per Radiosignal gehalten, allerdings
| gelang es beiden Kriegsparteien mit der Zeit, die Drohnen elektronisch
| zu stören und so unbrauchbar zu machen. Die Russen begannen deshalb,
| ihre Drohnen mit kilometerlangen Glasfaserkabeln zu steuern, was die
| Ukrainer umgehend kopierten.
|
| »Es ist generell schwierig, Glasfaserdrohnen aufzuspüren und
| abzufangen«, sagt der Drohnenexperte Samuel Bendett vom Center for Naval
| Analysis. »Selbst erfahrene Streitkräfte wie Russen und Ukrainer haben
| erhebliche Schwierigkeiten, sich gegen diese Art von Drohnen zu wehren.«
| Trotzdem sei es überraschend, dass die Russen in Mali mit feindlichen
| Drohnen der Rebellen derartige Probleme haben.
|
| Störungsresistente Drohnen fanden über den Krieg in der Ukraine nicht
| nur ihren Weg nach Afrika, sondern auch in den Nahen Osten. Nachdem
| proiranische Milizen im Irak bereits US-amerikanische Militärbasen mit
| FPV-Drohnen angegriffen hatten, tauchten die Flieger zuletzt zunehmend
| im Libanon auf. Dort macht die Terrorgruppe Hisbollah mit den Geräten
| Jagd auf israelische Panzer. Die schiitische Miliz veröffentlichte in
| diesem Jahr bereits mehrere Videos von Treffern auf israelische Panzer.
| Das israelische Verteidigungsministerium sucht deswegen händeringend
| nach technischen Lösungen. In Taybeh im Süden des Landes attackierte
| eine Drohne zuletzt israelische Soldaten, während sie ihren Panzer
| reparierten; ein Soldat wurde getötet sowie sechs weitere verletzt.
|
| *Vorbild für andere Akteure*?
|
| Dabei sind die Kampfpanzer vom Typ Merkava sogar mit einem sogenannten
| Trophy-System ausgestattet, das mit einer Sprengladung vor
| heranfliegenden Projektilen und Drohnen schützen soll, bei mehreren
| schnellen Angriffen aber offenbar zum Erliegen kommt. Mittlerweile
| wurden trotz der Schutzvorrichtung schon mehrere Merkava-Panzer von
| FPV-Drohnen getroffen.
|
| Die zunehmende globale Verbreitung von Drohnen und der Mangel an
| Gegenmaßnahmen lassen Sicherheitsexperten aufhorchen. »Diese Art der
| Verbreitung ermöglicht es kleineren Akteuren, ihre Kampfkraft
| exponentiell zu steigern«, sagt Samuel Bendett. »Sie können nun deutlich
| weiter entfernt präzise zuschlagen als zuvor.«
|
| Schwieriger sei hingegen eine Nutzung durch weniger professionell
| aufgestellte Akteure, wie etwa kleinere Terrorzellen oder sogenannte
| einsamer Wölfe: »Man benötigt immer noch erfahrenere Piloten, was Zeit
| braucht«, erklärt der CNA-Experte. »Allerdings gelangen immer mehr
| Materialien und Anleitungen an die breite Öffentlichkeit. So können sich
| selbst engagierte Individuen ein gewisses Maß an Expertise aneignen.«
| Deswegen sind auch Terrorattacken per Drohnen außerhalb von
| Konfliktgebieten in Zukunft nicht auszuschließen.
|
| »Wir leben in einer Welt, in der jeder Akteur, staatlich oder nicht
| staatlich, sehr fähige Drohnenmodelle kaufen oder selbst bauen kann«,
| sagt die Drohnenexpertin Ulrike Franke vom European Council for Foreign
| Relations. »Das hat direkte Auswirkungen auf die zivile Sicherheit und
| die Arbeit der Sicherheitsbehörden: Sie müssen fähiger in der
| Drohnenabwehr werden.«
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.spiegel.de/ausland/fpv-drohnen-wurden-zum-gamechanger-in-der-ukraine-nun-nutzen-sie-auch-rebellen-und-terroristen-a-b1070f8c-490a-4fbe-b9b4-9a01a38b12a9>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#663821

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2026-05-16 11:08 +0200
Message-ID<n6qqfsF5jg9U1@mid.individual.net>
In reply to#663787
Am 15.05.26 um 14:15 schrieb Stefan Ram:
> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>> 2013 war zu lesen:
>> |Seit Monaten dreht sich in Deutschland die Debatte darum,
>> |ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen braucht.
> 
> |Autonome Waffen sind die neuen Atomwaffen.

Sie hinterlassen keine radioaktiven Abfälle,
es sein den, sie werden damit ausgerüstet.

Und dann gibt es keine scharfe Grenze der Autonomie.

Beispiel Mine? Wann ist die autonom?
An chemischen Zünder?
Ab Zünder mit Gewichtssensor?
Welche mit Mustererkennung über Wärme und Schallsensoren?
mit eingebautem microcontroller?
mit Fähigkeiten zur Bewegung unn Tarnung?

mit - fehlender Selbstzerstörung auf Befehl?

> |Länder, die sie besitzen, werden geschützt sein.

Durch Abschreckung?
Der Kampf Roboter gegen Roboter dürfte im Gang sein.

Etwa wenn Drohnen gegen andere Drohnen kämpfen
( Wie Flugzeuge in WK I )
Elektronik hat millionenfach kürze Schaltzeiten
als biologische Systeme.


-- 
<https://www.hermann-riemann.de> bzw.:
<https://www.hermann-riemann.eu/de>

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#665387

Fromram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Date2026-06-10 19:34 +0000
Message-ID<Autonomie-20260610203341@ram.dialup.fu-berlin.de>
In reply to#662117
ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr.
>Es geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als
>"Drohne" bezeichnet wird.

  Inzwischen wird nun berichtet, daß Drohnen vor zwei Jahren
  bei der Verteidigung der Ukraine erstmals autonom in das
  Kriegsgeschehen eingegriffen haben sollten.

  Es hätte keine Videoübertragung von den autonomen Drohnen
  gegeben, aber man hätte durch Beobachtungen nachträglich
  Rückschlüsse auf ihre Aktivitäten ziehen können.

  Die aktuellen Regeln der Ukraine verlangen Bestätigung durch
  einen Bediener, weswegen dieser damalige Test nicht fortgesetzt
  oder wiederholt worden sei.

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#665395

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-06-10 22:05 +0200
Message-ID<110cg2l$10bj1$1@dont-email.me>
In reply to#665387
Salve allerseits,

Stefan Ram schrieb:
> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb oder zitierte:
>
>> Heute las ich von weiteren Munitionsbestellungen der Bundeswehr. Es
>> geht um die fernsteuerbare Art von Munition, die auch als "Drohne"
>> bezeichnet wird.
> 
> Inzwischen wird nun berichtet, daß Drohnen vor zwei Jahren bei der
> Verteidigung der Ukraine erstmals autonom in das Kriegsgeschehen
> eingegriffen haben sollten. 
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Es ist fast immer das gleiche Video: Eine ukrainische Drohne fliegt
| durch die Nacht, irgendwo hinter der Todeszone im Frontgebiet. Plötzlich
| taucht vor der Kamera des unbemannten Geräts ein russisches
| Flugabwehrsystem auf, und die Drohne stürzt sich darauf. In einer
| Explosion zerspringt das System in tausend Teile.
|
| Aufnahmen wie diese gab es in den vergangenen Wochen Dutzende. Damit
| wird die ukrainische Jagd auf Russlands Flugabwehr für das Moskauer
| Militär immer mehr zum Problem. Verfügte die russische Luftverteidigung
| zu Kriegsbeginn noch über gute Reserven, werden diese langsam knapp. Den
| Ukrainern ermöglicht dies immer wieder Schläge an sensiblen Abschnitten
| auf mittlerer und langer Distanz hinter der Front.
|
| Die ukrainische Armee zerstörte im vergangenen Monat fast doppelt so
| viel Flugabwehr und Radare wie im Oktober vergangenen Jahres. Die
| erfolgreichen Drohnen- und Raketenangriffe hinter der Front nahmen
| ebenfalls zu. Mittlerweile soll die Ukraine mit 7000 Drohnen im März
| sogar mehr unbemannte Flieger nach Russland geschickt haben als
| umgekehrt. Neben der schwindenden Luftverteidigung auf russischer Seite
| dürfte dies auch an höheren Produktionskapazitäten und besserer Technik
| bei den Ukrainern liegen.
|
| *Drohnen, Neptun und Flamingos*
|
| Besonders schwerwiegend sind die Angriffe der Ukrainer auf der
| Mittelstrecke. Hier kommen die Drohnen vom Typ FP-2, Hornet und Bulava
| zum Einsatz. Mittlerweile bewegen sie sich auf den letzten Kilometern
| weitestgehend autonom, indem sie das Gebiet unter sich mittels Sensoren
| abtasten und sich anhand einer Karte den Weg ins Ziel suchen.
|
| Die Systeme fliegen Angriffe auf russische Mittelstreckenabwehr wie Tor
| oder Buk, zerstören gelegentlich aber auch teurere Systeme wie das
| S-300. Weil die Drohnen mittlerweile bis zu 200 Kilometer hinter die
| Front fliegen können, entsteht ein großer Risikoabschnitt für die
| Russen. Zwischen Januar und April gab es insgesamt 600 Drohnenschläge
| der Ukrainer in den besetzten Gebieten des Landes.
|
| Die Russen müssen sich deshalb entscheiden: Schützen sie lieber ihre
| Truppen auf dem Schlachtfeld – oder ihr eigenes Hinterland und damit
| ihre industrielle Basis. Durch den mangelnden Schutz in Russland selbst
| gelangen den Ukrainern zuletzt immer mehr Schläge auf russische
| Raffinerien und Industriebetriebe.
|
| *Ängste der Russen im Hinterland*
|
| Aus Angst vor Angriffen auf die Siegesparade am 9. Mai verlegte Russland
| offenbar zusätzliche Flugabwehr in die Hauptstadt. Diese könnte nun an
| anderer Stelle fehlen und Front sowie Hinterland noch verwundbarer
| machen. Besonders die Stelle hinter der Todeszone an der Front ist
| empfindlich. Hier befinden sich Logistikzentren und Versorgungswege der
| Russen. Nehmen die Ukrainer sie zunehmend ins Visier, könnte es
| Versorgungsprobleme an vorderster Front geben.
|
| Speziell im Süden ist dies problematisch für die russische Armee, da es
| hier von der Front bis an die Küste nur etwa 90 Kilometer sind. Die
| Ukrainer könnten dort den Nachschub für die Front und die Halbinsel Krim
| in Bedrängnis bringen. Zuletzt schlugen Drohnen bereits in Mariupol ein,
| das zu Beginn des Kriegs von Russland belagert wurde und seitdem unter
| Kontrolle des Kreml ist.
|
| In Russland spüren die Menschen, wie verwundbar ihr Land geworden ist.
| Der SPIEGEL zählte im April und Mai bisher 23 ukrainische Angriffe auf
| Ölraffinerien, sowie 20 auf Industrie- und Agraranlagen im Land. Die
| Daten basieren auf Recherchen des russischen Exilmediums »Nowaja Gazeta
| Europa«.
|
| Im Küstenort Tuapse am Schwarzen Meer schlugen seit Mitte April gleich
| viermal hintereinander ukrainische Drohnen in die Ölraffinerie und das
| Ölverladeterminal ein. Tagelang brannte die Ölraffinerie, stieg dicker,
| schwarzer Rauch über der Stadt auf, die Menschen hatten Probleme zu
| atmen. Heizöl verschmutzte das Meer, Tiere verendeten. Über dem Gebiet
| ging »Ölregen« nieder, ein schwarzer Regen mit Ruß und toxischen
| Rückständen des brennenden Erdöls. Die Behörden spielten die Folgen der
| Umweltkatastrophe herunter.
|
| Auch Ölanlagen in anderen Städten, Hunderte Kilometer von der Front
| entfernt, sind Ziel von ukrainischen Angriffen: in Jaroslawl, Samara und
| Orsk schlugen Drohnen in Raffinerien ein. In Tscheboksary, etwa 1000
| Kilometer Luftlinie von der Front entfernt, attackierte die ukrainische
| Armee Anfang Mai ein russisches Rüstungsunternehmen mit
| Marschflugkörpern vom Typ Flamingo sowie mit Drohnen. Das Werk WNIIIR
| Progress produziert Navigationsmodule für russische Drohnen,
| Marschflugkörper und Raketen. Zwei Menschen wurden nach Angaben der
| regionalen Behörden getötet, Dutzende verletzt.
|
| Auch Perm im Uralvorland, mit 1500 Kilometer Luftlinie noch weiter von
| der Front entfernt, wurde viermal angegriffen. Dort beschädigten Anfang
| Mai Drohnen im Südwesten der Stadt eine Raffinerie von Lukoil. Sie ist
| mit einer Kapazität von 260.000 Barrel pro Tag eine der größten des
| Landes. Videos zeigten eine Rauchwolke, die sich über Dutzende Kilometer
| über Perm und die Vororte erstreckte. Die in der Nähe liegende
| Ölpumpstation »Perm« des Konzerns Transneft wurde ebenfalls getroffen
| und brannte tagelang.
|
| Die ukrainischen Angriffe auf die Industrie werden nicht nur häufiger,
| sondern auch härter. Neben Drohnen treffen mittlerweile auch
| Marschflugkörper wie Neptun oder Flamingo Ziele in Russland. Diese
| Waffen verfügen über deutlich mehr Sprengkraft als die kleinen Drohnen.
|
| Die gezielten Schläge haben die Stimmung im Land verändert. Nur Moskau
| ist davon weiter ausgenommen – es wird nach einem Medienbericht von mehr
| als 100 Flugabwehrsystemen geschützt.
|
| *Lücken im russischen Schutzschirm werden größer*
|
| In den anderen Regionen des Landes aber ist der Krieg, der lange von
| vielen verdrängt wurde, jetzt nah. »Bei uns heulen die Sirenen bei
| Angriffen. Schulen, Kindergärten müssen dann schließen«, sagt Oksana,
| Mitte 50, aus der Stadt Samara. »Sie sagen, wir sollen in Schutzräume
| gehen, doch die gibt es nicht. Furchtbar.« Kindergärtnerin Nadeschda aus
| einem Vorort von Perm sagt: »Ich habe Angst, bin müde.« Das alles, sie
| meint den Krieg gegen die Ukraine, dauere schon so lange, mehr als vier
| Jahre. »Wo soll das nur hinführen?«
|
| Vieles spricht dafür, dass die Angriffe der Ukrainer in Zukunft noch
| intensiver werden. Die Militärführung in Kyjiw scheint systematisch die
| Luftverteidigung und Industrie der Russen ins Visier zu nehmen, um ihre
| Fähigkeit, effektiv Krieg zu führen, zu schwächen.
|
| Über die genauen Bestände und Produktionskapazitäten der russischen
| Flugabwehr gibt es keine Angaben. Klar ist aber, dass die Russen die
| hohen Verluste an Flugabwehr nicht lange ausgleichen können, dass
| mittelfristig die Lücken in ihrem Schutzschirm größer werden.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-so-schwach-ist-russlands-luftverteidigung-a-18e471a0-2f04-421e-983a-deee9810f2da>

	M.f.G.

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