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Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine?

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2026-01-05 10:12 +0000
Last post2026-01-07 18:21 +0100
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  Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-01-05 10:12 +0000
    Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2026-01-05 23:34 +0100
      Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2026-01-06 02:39 +0100
      Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-01-06 08:55 +0100
        Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-06 08:14 +0000
        Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2026-01-06 08:16 +0000
          Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-01-06 09:23 +0100
            Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-01-06 11:29 +0100
          Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-01-06 20:15 +0100
        Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2026-01-06 13:28 +0100
          Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-01-06 13:41 +0000
          Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-06 14:30 +0000
            Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-06 14:33 +0000
              Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-06 17:01 +0000
                Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-07 07:49 +0000
                  Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-01-07 08:56 +0100
                  Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-07 10:57 +0000
                    Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-07 11:02 +0000
                      Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-07 15:42 +0000
                        Re: Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-07 18:21 +0100

#654123 — Frage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine?

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2026-01-05 10:12 +0000
SubjectFrage an KI: woran liegen die späten Facharzttermine?
Message-ID<10jg2r7$2q6lp$1@solani.org>
Das liegt an einer Kombination mehrerer struktureller Faktoren im deutschen
Gesundheitssystem:

1. Hohe Nachfrage trifft begrenzte Kapazitäten
	•	Deutschland hat eine alternde Bevölkerung → mehr chronische
Erkrankungen.
	•	Medizinischer Fortschritt führt zu mehr Untersuchungen und
Behandlungen.
	•	Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
behandeln.

2. Mangel an Fachärzt:innen (regional unterschiedlich)
	•	Besonders betroffen: Augenheilkunde, Psychiatrie, Orthopädie,
Dermatologie.
	•	Viele Ärzt:innen gehen in den nächsten Jahren in Rente, Nachwuchs fehlt.
	•	In ländlichen Regionen ist die Lage deutlich schlechter als in Städten.

3. Zwei-Klassen-System (gesetzlich vs. privat)
	•	Gesetzlich Versicherte bringen den Praxen weniger Vergütung pro
Behandlung.
	•	Privatpatient:innen bekommen oft schneller Termine, weil sie
wirtschaftlich attraktiver sind.
	•	Dadurch werden knappe Termine häufig zuerst privat vergeben.

4. Budgetierung und Abrechnungsgrenzen
	•	Fachärzte dürfen pro Quartal nur eine begrenzte Anzahl gesetzlich
Versicherter abrechnen.
	•	Ist das Budget ausgeschöpft, behandeln sie zwar weiter, bekommen aber
kaum Geld dafür.
	•	Folge: Termine werden auf das nächste Quartal geschoben.

5. Unnötige oder doppelte Arztbesuche
	•	Manche Patient:innen gehen „auf Vorrat“ oder ohne klare medizinische
Notwendigkeit.
	•	Fehlende digitale Vernetzung führt zu Doppeluntersuchungen.

6. Bürokratie & Zeitfresser
	•	Viel Zeit geht für Dokumentation, Abrechnung und Anträge drauf.
	•	Weniger Zeit bleibt für echte Patientenkontakte.

Was kann man konkret tun?
	•	Terminservicestelle (116 117) nutzen – vermittelt oft schneller.
	•	Überweisung mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt.
	•	Akutsprechstunden nutzen.
	•	Flexibel sein (Randzeiten, andere Orte).
	•	Bei einigen Fachrichtungen: Ambulante Krankenhaussprechstunden.

——————

Eine erstaunlich objektive und faire Analyse finde ich. Erheblich besser
als das, was man häufig von Politikern, Kassenvertretern und Ärzteverbänden
hört. 
Punkt 4  ist entscheidend. Wer von euch arbeitet gern umsonst?


-- 
please forgive my iPhone typos

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#654195

FromJörg Tewes <jogi1964@gmx.net>
Date2026-01-05 23:34 +0100
Message-ID<ae63c265-b9b8-4d79-aea7-a0b399d231cc@jtewes.my-fqdn.de>
In reply to#654123
Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Das liegt an einer Kombination mehrerer struktureller Faktoren im deutschen
> Gesundheitssystem:
> 
> 1. Hohe Nachfrage trifft begrenzte Kapazitäten
> 	•	Deutschland hat eine alternde Bevölkerung → mehr chronische
> Erkrankungen.
> 	•	Medizinischer Fortschritt führt zu mehr Untersuchungen und
> Behandlungen.
> 	•	Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
> behandeln.
> 
> 2. Mangel an Fachärzt:innen (regional unterschiedlich)
> 	•	Besonders betroffen: Augenheilkunde, Psychiatrie, Orthopädie,
> Dermatologie.
> 	•	Viele Ärzt:innen gehen in den nächsten Jahren in Rente, Nachwuchs fehlt.
> 	•	In ländlichen Regionen ist die Lage deutlich schlechter als in Städten.
> 
> 3. Zwei-Klassen-System (gesetzlich vs. privat)
> 	•	Gesetzlich Versicherte bringen den Praxen weniger Vergütung pro
> Behandlung.
> 	•	Privatpatient:innen bekommen oft schneller Termine, weil sie
> wirtschaftlich attraktiver sind.
> 	•	Dadurch werden knappe Termine häufig zuerst privat vergeben.
> 
> 4. Budgetierung und Abrechnungsgrenzen
> 	•	Fachärzte dürfen pro Quartal nur eine begrenzte Anzahl gesetzlich
> Versicherter abrechnen.
> 	•	Ist das Budget ausgeschöpft, behandeln sie zwar weiter, bekommen aber
> kaum Geld dafür.
> 	•	Folge: Termine werden auf das nächste Quartal geschoben.
> 
> 5. Unnötige oder doppelte Arztbesuche
> 	•	Manche Patient:innen gehen „auf Vorrat“ oder ohne klare medizinische
> Notwendigkeit.
> 	•	Fehlende digitale Vernetzung führt zu Doppeluntersuchungen.
> 
> 6. Bürokratie & Zeitfresser
> 	•	Viel Zeit geht für Dokumentation, Abrechnung und Anträge drauf.
> 	•	Weniger Zeit bleibt für echte Patientenkontakte.
> 
> Was kann man konkret tun?
> 	•	Terminservicestelle (116 117) nutzen – vermittelt oft schneller.
> 	•	Überweisung mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt.
> 	•	Akutsprechstunden nutzen.
> 	•	Flexibel sein (Randzeiten, andere Orte).
> 	•	Bei einigen Fachrichtungen: Ambulante Krankenhaussprechstunden.
> 
> ——————

> Eine erstaunlich objektive und faire Analyse finde ich. 

Objektiv und fair? Indem sie einfach logische Dinge wiederholt?

"Durch mehr Patienten als die Ärzte behandeln können entsteht
Wartezeit". Achnee.

"Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
behandeln." Achnee

Um nur mal 2 zu nennen.
-- 
Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei
denen es darum geht, wer den cooleren, imaginären Freund hat. Wenn
Jesus gevierteilt worden wäre, hätten wir heute dann Mobiles über der
Tür hängen?

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#654196

FromDietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de>
Date2026-01-06 02:39 +0100
Message-ID<20260106023941.73fcc172.dietz.usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#654195
Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> wrote:
> > 4. Budgetierung und Abrechnungsgrenzen
> > 	•	Fachärzte dürfen pro Quartal nur eine begrenzte
> > Anzahl gesetzlich Versicherter abrechnen.
> > 	•	Ist das Budget ausgeschöpft, behandeln sie zwar
> > weiter, bekommen aber kaum Geld dafür.
> > 	•	Folge: Termine werden auf das nächste Quartal
> > geschoben.
> > ——————  
> 
> > Eine erstaunlich objektive und faire Analyse finde ich.   
> 
> Objektiv und fair? Indem sie einfach logische Dinge wiederholt?
> 
> "Durch mehr Patienten als die Ärzte behandeln können entsteht
> Wartezeit". Achnee.
> 
> "Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
> behandeln." Achnee
> 
> Um nur mal 2 zu nennen.

Dein Vorposter will auf die in seinen Augen ungerechte Entlohnung
hinaus. Der Rest ist nur Tarnung.

Naja, wenn man die Folgekosten, die esp. seine Fachrichtung im
Bekannten- und Verwandtenkreis ausgelöst haben, mit berücksichtigt,
dann können etliche seiner Kollegen dankbar dafür sein, dass sie
überhaupt einen Heller für das, was man gemeinhin als Kunstfehler,
massive Folgekosten, aber die Herren Doctores konnten nie-nie-nix dafür
umschreiben würde.

Und null Fehlerkultur, da muss man sich mit abfinden, dass Leute auf
der Intensiv dank "Personaldecke dünn, nicht dringend aber wir haben
unseren OP-Soll noch nicht erreicht" verrecken. Elendes Pack, ibs. die
Kardiologen aus der Boomer Gen.. Und *natürlich* wird Kritik an
Kollegen maximal hinter verschlossener Türe geäußert, man will sich ja
nicht die Aufstiegschancen verderben.

-- 
Denkst Du noch, oder promptest Du schon?

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#654211

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-01-06 08:55 +0100
Message-ID<10jif60$2orpe$1@solani.org>
In reply to#654195
Am 05.01.26 um 23:34 schrieb Jörg Tewes:
> Dr. Joachim Neudert schrieb:
>> Das liegt an einer Kombination mehrerer struktureller Faktoren im deutschen
>> Gesundheitssystem:
>>
>> 1. Hohe Nachfrage trifft begrenzte Kapazitäten
>> 	•	Deutschland hat eine alternde Bevölkerung → mehr chronische
>> Erkrankungen.
>> 	•	Medizinischer Fortschritt führt zu mehr Untersuchungen und
>> Behandlungen.
>> 	•	Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
>> behandeln.
>>
>> 2. Mangel an Fachärzt:innen (regional unterschiedlich)
>> 	•	Besonders betroffen: Augenheilkunde, Psychiatrie, Orthopädie,
>> Dermatologie.
>> 	•	Viele Ärzt:innen gehen in den nächsten Jahren in Rente, Nachwuchs fehlt.
>> 	•	In ländlichen Regionen ist die Lage deutlich schlechter als in Städten.
>>
>> 3. Zwei-Klassen-System (gesetzlich vs. privat)
>> 	•	Gesetzlich Versicherte bringen den Praxen weniger Vergütung pro
>> Behandlung.
>> 	•	Privatpatient:innen bekommen oft schneller Termine, weil sie
>> wirtschaftlich attraktiver sind.
>> 	•	Dadurch werden knappe Termine häufig zuerst privat vergeben.
>>
>> 4. Budgetierung und Abrechnungsgrenzen
>> 	•	Fachärzte dürfen pro Quartal nur eine begrenzte Anzahl gesetzlich
>> Versicherter abrechnen.
>> 	•	Ist das Budget ausgeschöpft, behandeln sie zwar weiter, bekommen aber
>> kaum Geld dafür.
>> 	•	Folge: Termine werden auf das nächste Quartal geschoben.
>>
>> 5. Unnötige oder doppelte Arztbesuche
>> 	•	Manche Patient:innen gehen „auf Vorrat“ oder ohne klare medizinische
>> Notwendigkeit.
>> 	•	Fehlende digitale Vernetzung führt zu Doppeluntersuchungen.
>>
>> 6. Bürokratie & Zeitfresser
>> 	•	Viel Zeit geht für Dokumentation, Abrechnung und Anträge drauf.
>> 	•	Weniger Zeit bleibt für echte Patientenkontakte.
>>
>> Was kann man konkret tun?
>> 	•	Terminservicestelle (116 117) nutzen – vermittelt oft schneller.
>> 	•	Überweisung mit Dringlichkeitscode vom Hausarzt.
>> 	•	Akutsprechstunden nutzen.
>> 	•	Flexibel sein (Randzeiten, andere Orte).
>> 	•	Bei einigen Fachrichtungen: Ambulante Krankenhaussprechstunden.
>>
>> ——————
> 
>> Eine erstaunlich objektive und faire Analyse finde ich.
> 
> Objektiv und fair? Indem sie einfach logische Dinge wiederholt?
> 
> "Durch mehr Patienten als die Ärzte behandeln können entsteht
> Wartezeit". Achnee.
> 
> "Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro Tag
> behandeln." Achnee
> 
> Um nur mal 2 zu nennen.


Na ja, der Punkt 4 wird in der öffentlichen und veröffentlichten 
Diskussion gern unterschlagen. Wenn der Arzt sein zugeteiltes 
Regelleistungsvolumen überschreitet, werden diese zusätzlichen Fälle nur 
mit 10% vergütet. Also 90% weniger. Von den 10% sind dann Miete, Strom, 
Personalkosten, Versicherungen etc zu bezahlen, das heißt es ist ja erst 
nur Umsatz, nicht Lohn oder Gewinn.

Daß das kein Unternehmer macht,ist klar. Nur paar verblödete Ärzte, mit 
ihrem Ethos, die sich dafür noch beschimpfen lassen dürfen, siehe Chuck.
Etwa 25% der Facharzt-Leistungen in der GKV bleiben wegen des Budgets 
unbezahlt. Und jetzt sollen diese Fachärzte noch mehr Patienten 
unbezahlt (also auf 10% reduziert, weit unter der Kostendeckungsgrenze) 
versorgen. Ja freilich.

Erst die jetzige Abstimmung mit den Füssen wird erstmals zur Kenntnis 
genommen. Die freibleibenden Arztsitze. Der Nachwuchs ist nicht mehr so 
dumm sich auf so ein System einzulassen. Wenn es alles so toll ist, 
macht es selber, sagen sich die jungen Ärzte.


Frohes neues Jahr, Jörg.


-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#654221

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-01-06 08:14 +0000
Message-ID<1767687295-2991@newsgrouper.org>
In reply to#654211
Neudert" <neudert@5sl.org> posted:

 
> Na ja, der Punkt 4 wird in der öffentlichen und veröffentlichten 
> Diskussion gern unterschlagen. Wenn der Arzt sein zugeteiltes 
> Regelleistungsvolumen überschreitet, werden diese zusätzlichen Fälle nur 
> mit 10% vergütet. Also 90% weniger. Von den 10% sind dann Miete, Strom, 
> Personalkosten, Versicherungen etc zu bezahlen, das heißt es ist ja erst 
> nur Umsatz, nicht Lohn oder Gewinn.

Zahlst Du mehr Miete, wenn Du über die Regelleistung hinauskommst?

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#654222

FromRick Szabo <rickszabo@web.de>
Date2026-01-06 08:16 +0000
Message-ID<10jigcb$3k5q9$1@dont-email.me>
In reply to#654211
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:

> Na ja, der Punkt 4 wird in der öffentlichen und veröffentlichten 
> Diskussion gern unterschlagen. Wenn der Arzt sein zugeteiltes 
> Regelleistungsvolumen überschreitet, werden diese zusätzlichen Fälle nur 
> mit 10% vergütet. Also 90% weniger. Von den 10% sind dann Miete, Strom, 
> Personalkosten, Versicherungen etc zu bezahlen, das heißt es ist ja erst 
> nur Umsatz, nicht Lohn oder Gewinn.

Aus der heutigen Tageszeitung:

"Die gesetzlichen Krankenversi-
cherer (GKV) belegen mit einer Um-
frage, was Kassenpatienten längst
wissen: Die Zwei-Klassen-Medizin
ist keine fixe Idee, sondern bittere
Realität. Jeder vierte gesetzlich Ver-
sicherte musste länger als einen Mo-
nat auf den letzten Facharzttermin
warten, jeder Zehnte sogar mehr als
drei Monate; ein Drittel bewertet
die Wartezeiten als zu lang. Wäh-
rend Hausärzte die meisten Patien-
ten am gleichen oder nächsten Tag
sehen, bleibt der Zugang zur Fach-
arztpraxis für viele eine Zumutung
– erst recht, wenn der privat versi-
cherte Angehörige, Nachbar oder
Kollege auch auf die Schnelle einen
Termin bekommt.
Grund für dieses Ärgernis ist ein
System, das für die Behandlung der
einen Patienten mehr ausgibt als für
die anderen. Die Ampel hat an den
langen Wartezeiten wenig ändern
können. Die Debatte über Bürger-
versicherung und Beitragsrabatte
als Termingarantie hat Schwarz-
Rot abgeräumt und setzt auf ein
Primärarztsystem mit Hausarzt als
Lotse und verbindlichen Termin-
korridoren für Facharztüberwei-
sungen. Das klingt vernünftig und
könnte für Entspannung sorgen, än-
dert allerdings nichts daran: Ein
System, das Besuche von Privatpa-
tienten höher vergütet, produziert
zwangsläufig längere Wartezeiten
für alle anderen – egal, wie man
auch die Schlangenführung am Ein-
gang organisiert.
Wer es ernst mit dem Versprechen
gleicher Chancen auf Behandlung
meint, müsste an der Bezahllogik
drehen. Solange Fachärzte für die-
selbe Leistung je nach Versicherung
unterschiedlich honoriert werden,
bleibt jede Reform der Terminver-
gabe Staumanagement. Die Kassen
drängen auf neutrale Vermittlungs-
stellen und eine Vergütung, bei der
der Versicherungsstatus keine Rolle
spielt, doch die höheren PKV-Hono-
rare sichern vielen Praxen Investi-
tionen und Einkommen. Wer daran
rührt, muss zugleich garantieren,
dass Praxen wirtschaftlich überle-
ben können – ohne Kassenpatienten
systematisch warten zu lassen."


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#654224

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-01-06 09:23 +0100
Message-ID<10jigqa$2orpe$3@solani.org>
In reply to#654222
Am 06.01.26 um 09:16 schrieb Rick Szabo:
> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
> 
>> Na ja, der Punkt 4 wird in der öffentlichen und veröffentlichten
>> Diskussion gern unterschlagen. Wenn der Arzt sein zugeteiltes
>> Regelleistungsvolumen überschreitet, werden diese zusätzlichen Fälle nur
>> mit 10% vergütet. Also 90% weniger. Von den 10% sind dann Miete, Strom,
>> Personalkosten, Versicherungen etc zu bezahlen, das heißt es ist ja erst
>> nur Umsatz, nicht Lohn oder Gewinn.
> 
> Aus der heutigen Tageszeitung:
> 
> "Die gesetzlichen Krankenversi-
> cherer (GKV) belegen mit einer Um-
> frage, was Kassenpatienten längst
> wissen: Die Zwei-Klassen-Medizin
> ist keine fixe Idee, sondern bittere
> Realität. Jeder vierte gesetzlich Ver-
> sicherte musste länger als einen Mo-
> nat auf den letzten Facharzttermin
> warten, jeder Zehnte sogar mehr als
> drei Monate; ein Drittel bewertet
> die Wartezeiten als zu lang. Wäh-
> rend Hausärzte die meisten Patien-
> ten am gleichen oder nächsten Tag
> sehen, bleibt der Zugang zur Fach-
> arztpraxis für viele eine Zumutung
> – erst recht, wenn der privat versi-
> cherte Angehörige, Nachbar oder
> Kollege auch auf die Schnelle einen
> Termin bekommt.
> Grund für dieses Ärgernis ist ein
> System, das für die Behandlung der
> einen Patienten mehr ausgibt als für
> die anderen. Die Ampel hat an den
> langen Wartezeiten wenig ändern
> können. Die Debatte über Bürger-
> versicherung und Beitragsrabatte
> als Termingarantie hat Schwarz-
> Rot abgeräumt und setzt auf ein
> Primärarztsystem mit Hausarzt als
> Lotse und verbindlichen Termin-
> korridoren für Facharztüberwei-
> sungen. Das klingt vernünftig und
> könnte für Entspannung sorgen, än-
> dert allerdings nichts daran: Ein
> System, das Besuche von Privatpa-
> tienten höher vergütet, produziert
> zwangsläufig längere Wartezeiten
> für alle anderen – egal, wie man
> auch die Schlangenführung am Ein-
> gang organisiert.
> Wer es ernst mit dem Versprechen
> gleicher Chancen auf Behandlung
> meint, müsste an der Bezahllogik
> drehen. Solange Fachärzte für die-
> selbe Leistung je nach Versicherung
> unterschiedlich honoriert werden,
> bleibt jede Reform der Terminver-
> gabe Staumanagement. Die Kassen
> drängen auf neutrale Vermittlungs-
> stellen und eine Vergütung, bei der
> der Versicherungsstatus keine Rolle
> spielt, doch die höheren PKV-Hono-
> rare sichern vielen Praxen Investi-
> tionen und Einkommen. Wer daran
> rührt, muss zugleich garantieren,
> dass Praxen wirtschaftlich überle-
> ben können – ohne Kassenpatienten
> systematisch warten zu lassen."
> 
> 
> 

Ist ja noch relativ ausgewogen.

Derzeit ist es halt so daß ein Patient gegen Quartalsende nach 
Überschreiten des RLV-Budgets nur mit 10% des Leistungswertes vergütet 
wird, ein Privatpatient etwa mit dem 20-fachen. Denn da wird tatsächlich 
alles bezahlt was geleistet wird.

Aber das will die GKV nicht ausgeben. Deswegen sollen GKV-Patienten 
jetzt vom Hausarzt gefiltert werden, mit anderen Worten sie sollen keine 
Überweisung erhalten, hofft die GKV. Nur so kann dieses Modell 
einsparen. Verlust des Rechtes auf freie Arztwahl. Kann man machen.

Das wird noch interessant werden.





-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#654256

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-01-06 11:29 +0100
Message-ID<10jio6t$2p1ae$4@solani.org>
In reply to#654224
Am 06.01.26 um 09:23 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
> Derzeit ist es halt so daß ein Patient gegen Quartalsende nach 
> Überschreiten des RLV-Budgets nur mit 10% des Leistungswertes vergütet 
> wird, ein Privatpatient etwa mit dem 20-fachen

Also der Private mit dem 2-fachen des GKV-Tarifs, versus 10% des 
GKV-Tarifs beim gesetzlich Versicherten. Daher der Faktor 20.

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#654333

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-01-06 20:15 +0100
Message-ID<ms55b3FqdtvU3@mid.individual.net>
In reply to#654222
Rick Szabo <rickszabo@web.de> writes:

> Wer es ernst mit dem Versprechen
> gleicher Chancen auf Behandlung
> meint, müsste an der Bezahllogik
> drehen. Solange Fachärzte für die-
> selbe Leistung je nach Versicherung
> unterschiedlich honoriert werden,
> bleibt jede Reform der Terminver-
> gabe Staumanagement. Die Kassen
> drängen auf neutrale Vermittlungs-
> stellen und eine Vergütung, bei der
> der Versicherungsstatus keine Rolle
> spielt

Das ist der ewige Kampf der Politik gegen die Mathematik. Und es ist
jedesmal klar, wer gewinnt.

Es gibt 8,6 x so viele mögliche Kassenpatienten wie
Privatpatienten. Wenn man nicht davon ausgeht, dass die teure
Privatmedizin die Gesundheit der mit ihr beaufschlagen erheblich
gegenüber den billig versorgten Kassenpatienten schädigt, was glaubst du
bringt es den 74.9 Millionen, wenn die Termine der 8.7 Millionen unter
den insgesamt 83,6 Millionen aufgeteilt werden? Da wird der
Augenarzttermin der normalerweise in 6 Monaten wäre, dann in 5 Monaten
und 2 Wochen sein.

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#654272

FromJörg Tewes <jogi1964@gmx.net>
Date2026-01-06 13:28 +0100
Message-ID<2eddfd76-7e0b-4394-b29b-340e9174a46e@jtewes.my-fqdn.de>
In reply to#654211
Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Am 05.01.26 um 23:34 schrieb Jörg Tewes:
>> Dr. Joachim Neudert schrieb:
>>> Das liegt an einer Kombination mehrerer struktureller Faktoren
>>> im deutschen Gesundheitssystem:
>>> 
>>> 1. Hohe Nachfrage trifft begrenzte Kapazitäten •	Deutschland
>>> hat eine alternde Bevölkerung → mehr chronische Erkrankungen. 
>>> •	Medizinischer Fortschritt führt zu mehr Untersuchungen und 
>>> Behandlungen. •	Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an
>>> Patient:innen pro Tag behandeln.
>>> 
>>> 2. Mangel an Fachärzt:innen (regional unterschiedlich) •
>>> Besonders betroffen: Augenheilkunde, Psychiatrie, Orthopädie, 
>>> Dermatologie. •	Viele Ärzt:innen gehen in den nächsten Jahren
>>> in Rente, Nachwuchs fehlt. •	In ländlichen Regionen ist die
>>> Lage deutlich schlechter als in Städten.
>>> 
>>> 3. Zwei-Klassen-System (gesetzlich vs. privat) •	Gesetzlich
>>> Versicherte bringen den Praxen weniger Vergütung pro 
>>> Behandlung. •	Privatpatient:innen bekommen oft schneller
>>> Termine, weil sie wirtschaftlich attraktiver sind. •	Dadurch
>>> werden knappe Termine häufig zuerst privat vergeben.
>>> 
>>> 4. Budgetierung und Abrechnungsgrenzen •	Fachärzte dürfen pro
>>> Quartal nur eine begrenzte Anzahl gesetzlich Versicherter
>>> abrechnen. •	Ist das Budget ausgeschöpft, behandeln sie zwar
>>> weiter, bekommen aber kaum Geld dafür. •	Folge: Termine werden
>>> auf das nächste Quartal geschoben.
>>> 
>>> 5. Unnötige oder doppelte Arztbesuche •	Manche Patient:innen
>>> gehen „auf Vorrat“ oder ohne klare medizinische Notwendigkeit. 
>>> •	Fehlende digitale Vernetzung führt zu Doppeluntersuchungen.
>>> 
>>> 6. Bürokratie & Zeitfresser •	Viel Zeit geht für
>>> Dokumentation, Abrechnung und Anträge drauf. •	Weniger Zeit
>>> bleibt für echte Patientenkontakte.
>>> 
>>> Was kann man konkret tun? •	Terminservicestelle (116 117)
>>> nutzen – vermittelt oft schneller. •	Überweisung mit
>>> Dringlichkeitscode vom Hausarzt. •	Akutsprechstunden nutzen. •
>>> Flexibel sein (Randzeiten, andere Orte). •	Bei einigen
>>> Fachrichtungen: Ambulante Krankenhaussprechstunden.
>>> 
>>> ——————
>> 
>>> Eine erstaunlich objektive und faire Analyse finde ich.
>> 
>> Objektiv und fair? Indem sie einfach logische Dinge wiederholt?
>> 
>> "Durch mehr Patienten als die Ärzte behandeln können entsteht 
>> Wartezeit". Achnee.
>> 
>> "Fachärzte können nur eine bestimmte Zahl an Patient:innen pro
>> Tag behandeln." Achnee
>> 
>> Um nur mal 2 zu nennen.
> 
> 
> Na ja, der Punkt 4 wird in der öffentlichen und veröffentlichten 
> Diskussion gern unterschlagen. Wenn der Arzt sein zugeteiltes 
> Regelleistungsvolumen überschreitet, werden diese zusätzlichen
> Fälle nur mit 10% vergütet. Also 90% weniger. Von den 10% sind
> dann Miete, Strom, Personalkosten, Versicherungen etc zu bezahlen,
> das heißt es ist ja erst nur Umsatz, nicht Lohn oder Gewinn.

Also stimmt es ja was Dietz sagt, du willst nur auf die Entlohnung
raus. Und ja die hier lesenden wissen das mit den 10% schon seit
Jahren. Es hier immer wieder zu posten ist halt maximal lästig. Die
Allgemeinheit erreichst du damit aber nicht. Und Arztstellen die frei
bleiben, sind doch zu 90% (oder mehr) Praxen in eher ländlichen
Gegenden. Das da keiner von der aktuellen Generation hin will ist
logisch. Wer will schon in einem Dorf mit max. 1000 Ew., schlechter
Infrastruktur und auch ansonsten eher wenig Vorteilen wohnen? Und
arbeiten schon gar nicht.

> Daß das kein Unternehmer macht,ist klar.

Sagen wir mal so man wußte vorher worauf man sich einläßt, und auch
andere Unternehmer machen sowas nur meist freiwillig um Steuern zu
sparen oder wegen des Images. Ich sage nur Pro Bono. Und auch Firmen
geben Dienstleistungen und Ware unter Preis weg. Guck dir nur die
Angebote im Supermarkt an, wenn das 50% Preisnachlass und mehr gegen
wird, denkst du die machen das weil sie so sozial eingestellt sind?

> Nur paar verblödete Ärzte, mit ihrem Ethos, die sich dafür noch
> beschimpfen lassen dürfen, siehe Chuck.

Du machst also jeden Monat Minus? Oder hast du in den letzten 30
Jahren soviel auf die hohe Kante gelegt das du davon jetzt 5-8 Mal
erster Klasse nach Dubai fliegen kannst?

> Erst die jetzige Abstimmung mit den Füssen wird erstmals zur
> Kenntnis genommen. Die freibleibenden Arztsitze. Der Nachwuchs ist
> nicht mehr so dumm sich auf so ein System einzulassen. Wenn es
> alles so toll ist, macht es selber, sagen sich die jungen Ärzte.
Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten. Oder
gibt es massenhaft freie Arztsitze in Großstädten? Habe ich noch
nichts von gehört. Und Niedersachsen fördert Ärzte die sich in einem
Dorf niederlassen wollen. Hier in der Stadt wo ich wohne 65k Ew. (10k)
Ew. in dem Stadtteil wo ich wohne. Und hier gibts Allgemeinmediziner
im Überfluß. Wenn ich mal so nachdenke sinds im Umkreis von einem Km
so 5-8 Praxen. Oftmals mit mehreren Ärzten drin. Und die sind alle
deutlich jünger als wir beide. Ich würde die meisten so 40-50 schätzen.
-- 
Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei
denen es darum geht, wer den cooleren, imaginären Freund hat. Wenn
Jesus gevierteilt worden wäre, hätten wir heute dann Mobiles über der
Tür hängen?

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#654291

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2026-01-06 13:41 +0000
Message-ID<10jj3f6$2s75t$1@solani.org>
In reply to#654272
Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> wrote:

> Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten. Oder
> gibt es massenhaft freie Arztsitze in Großstädten? Habe ich noch
> nichts von gehört. Und Niedersachsen fördert Ärzte die sich in einem
> Dorf niederlassen wollen. Hier in der Stadt wo ich wohne 65k Ew. (10k)
> Ew. in dem Stadtteil wo ich wohne. Und hier gibts Allgemeinmediziner
> im Überfluß. Wenn ich mal so nachdenke sinds im Umkreis von einem Km
> so 5-8 Praxen. Oftmals mit mehreren Ärzten drin. Und die sind alle
> deutlich jünger als wir beide. Ich würde die meisten so 40-50 schätzen.

Na dann ist ja alles in Ordnung bei euch, dann gibt es ja keinen Grund,
sich zu beklagen und zu jammern bei euch. Gratuliere. Es ging übrigens auch
gar nicht um Hausärzte, sondern um rare Facharzttermine.


Hier eine Leser- Zuschrift aus der Süddeutschen Zeitung zu der Problematik:

https://www.sueddeutsche.de/politik/arzttermin-wartezeit-umfrage-li.3362941

———————————

Wolfgang Legal
vor 19 Stunden

@Birgit Wende
„Alles was darüber hinaus geht, muss …


Das ist ein so dummer wie falscher Vorwurf, dass er nur als blanke
Provokation eingestuft werden kann.
Ich kriege als Facharzt langsam nur noch Tränen der Wut in die Augen
angesichts der politischen Vorgaben, dreisten Vorwürfe und unverschämten
Forderungen der GKVen und so mancher Kritiker wie sie, Frau Wende.
Ich ackere die ganze Zeit, um als verantwortungsvoller Arzt allem gerecht
zu werden und an allen Ecken und Enden wird gegängelt und gekürzt. Und die
wirtschaftliche Verantwortung sollen am Ende dann eh wir tragen. Aber wie
wir das ganze anstellen und organisieren sollen, das sollen dann
Schlaumeier wie Sie entscheiden, oder was?
Wissen Sie was passieren wird, wenn da nicht eine gewisse Fairness
einkehrt? Dann werde ich und viele Kollegen komplett Privatärztlich tätig.
Was meinen Sie was dann los ist?
Viel Erfolg beim nachdenken
—————————————————

Soweit der Kollege.
-- 
please forgive my iPhone typos

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#654298

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-06 14:30 +0000
Message-ID<17t695d1b54i191f7n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#654272
On Tue, 06 Jan 2026 13:28:19 Jörg Tewes wrote:
> Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten.

Definitiv nicht. Geht man als Arzt hierzulande in die Pampa, bekommt
man mitunter das Grundstück von der Gemeinde finanziert und noch
weitere großzügige Geschenke. Offenbar lassen sich nicht mehr
ausreichend viele Menschen - selbst mit sehr viel Geld - wohin
locken, wo sie nicht leben wollen. Das ist ein Problem, das sich
nicht durch das Versicherungssystem und auch nicht mit noch mehr
Geld lösen lassen wird.

> Oder gibt es massenhaft freie Arztsitze in Großstädten? Habe ich
> noch nichts von gehört. Und Niedersachsen fördert Ärzte die sich
> in einem Dorf niederlassen wollen. Hier in der Stadt wo ich wohne
> 65k Ew. (10k) Ew. in dem Stadtteil wo ich wohne. Und hier gibts
> Allgemeinmediziner im Überfluß. Wenn ich mal so nachdenke sinds im
> Umkreis von einem Km so 5-8 Praxen. Oftmals mit mehreren Ärzten
> drin. Und die sind alle deutlich jünger als wir beide. Ich würde
> die meisten so 40-50 schätzen.

Fachärzte (hierzulande) leider nicht, und da gibt es tatsächlich
eine deutliche Verschiebung hin zu Wahlärzten. Ist auch
nachvollziehbar: Wenn man am gleichen Standort sehr gut (also weit
im obersten Einkommensdezil) oder wahlweise noch einmal deutlich
mehr bzw. gleich viel mit deutlich weniger Arbeit verdienen kann,
werden viele "deutlich weniger Arbeit" bevorzugen.

Wie man dieses Problem lösen soll, weiss ich auch nicht. Menschen
sind bereit weitgehend beliebig viel Geld für ihre Gesundheit
auszugeben, und wenn sich die Ärzteschaft mehrheitlich dazu
entschließt, selbiges abzuschöpfen, wird es schwierig für den
(zahlenmäßig erheblichen) Rest der Bevölkerung, der sich das nicht
leisten kann.

Servus,
   Stefan

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Stefan - mit dem göttlichen Vergnügen gefährlicher Versenker.
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#654300

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-01-06 14:33 +0000
Message-ID<1767710014-2991@newsgrouper.org>
In reply to#654298
Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:

> On Tue, 06 Jan 2026 13:28:19 Jörg Tewes wrote:
> > Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten.
> 
> Definitiv nicht. Geht man als Arzt hierzulande in die Pampa, bekommt
> man mitunter das Grundstück von der Gemeinde finanziert und noch
> weitere großzügige Geschenke. Offenbar lassen sich nicht mehr
> ausreichend viele Menschen - selbst mit sehr viel Geld - wohin
> locken, wo sie nicht leben wollen. Das ist ein Problem, das sich
> nicht durch das Versicherungssystem und auch nicht mit noch mehr
> Geld lösen lassen wird.

Mancher würde eher aufs Land gehen, wenn
er dort nicht für jede Kleinigkeit auf den
eigenen Pkw angewiesen wäre.

Gruß, ULF

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#654310

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-06 17:01 +0000
Message-ID<5t695d3f93i10d851n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#654300
On Tue, 06 Jan 2026 15:33:34 Ulf Kutzner wrote:
> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>> On Tue, 06 Jan 2026 13:28:19 Jörg Tewes wrote:
>> > Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten.
>> Geht man als Arzt hierzulande in die Pampa, bekommt man mitunter
>> das Grundstück von der Gemeinde finanziert und noch weitere
>> großzügige Geschenke. Offenbar lassen sich nicht mehr ausreichend
>> viele Menschen - selbst mit sehr viel Geld - wohin locken, wo sie
>> nicht leben wollen. Das ist ein Problem, das sich nicht durch das
>> Versicherungssystem und auch nicht mit noch mehr Geld lösen
>> lassen wird.

> Mancher würde eher aufs Land gehen, wenn er dort nicht für jede
> Kleinigkeit auf den eigenen Pkw angewiesen wäre.

Die Abhängigkeit vom PKW scheint kein sehr großes Hindernis zu sein,
wie man an diversen Speckgürteln sehen kann, die durchaus auch von
Leuten vergleichbarer Einkommensklassen bewohnt werden.

IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man etwas
erleben möchte. Die verlassenen Praxen sind am platten Land, wo
innerhalb einer Stunde Anfahrtsweg keine nennenswerten Attraktionen
zu finden sind.

Servus,
   Stefan

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Stefan - steile Humpen will die Familie!
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#654370

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-01-07 07:49 +0000
Message-ID<1767772162-2991@newsgrouper.org>
In reply to#654310
Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:

> On Tue, 06 Jan 2026 15:33:34 Ulf Kutzner wrote:
> > Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
> >> On Tue, 06 Jan 2026 13:28:19 Jörg Tewes wrote:
> >> > Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten.
> >> Geht man als Arzt hierzulande in die Pampa, bekommt man mitunter
> >> das Grundstück von der Gemeinde finanziert und noch weitere
> >> großzügige Geschenke. Offenbar lassen sich nicht mehr ausreichend
> >> viele Menschen - selbst mit sehr viel Geld - wohin locken, wo sie
> >> nicht leben wollen. Das ist ein Problem, das sich nicht durch das
> >> Versicherungssystem und auch nicht mit noch mehr Geld lösen
> >> lassen wird.
> 
> > Mancher würde eher aufs Land gehen, wenn er dort nicht für jede
> > Kleinigkeit auf den eigenen Pkw angewiesen wäre.
> 
> Die Abhängigkeit vom PKW scheint kein sehr großes Hindernis zu sein,
> wie man an diversen Speckgürteln sehen kann, die durchaus auch von
> Leuten vergleichbarer Einkommensklassen bewohnt werden.
> 
> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man etwas
> erleben möchte.

Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.

Gruß, ULF

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#654374

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-01-07 08:56 +0100
Message-ID<10jl3jb$2qgok$3@solani.org>
In reply to#654370
Am 07.01.26 um 08:49 schrieb Ulf Kutzner:
> 
> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
> 
>> On Tue, 06 Jan 2026 15:33:34 Ulf Kutzner wrote:
>>> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>>>> On Tue, 06 Jan 2026 13:28:19 Jörg Tewes wrote:
>>>>> Der Nachwuchs will nicht in einem Kuhdorf wohnen und arbeiten.
>>>> Geht man als Arzt hierzulande in die Pampa, bekommt man mitunter
>>>> das Grundstück von der Gemeinde finanziert und noch weitere
>>>> großzügige Geschenke. Offenbar lassen sich nicht mehr ausreichend
>>>> viele Menschen - selbst mit sehr viel Geld - wohin locken, wo sie
>>>> nicht leben wollen. Das ist ein Problem, das sich nicht durch das
>>>> Versicherungssystem und auch nicht mit noch mehr Geld lösen
>>>> lassen wird.
>>
>>> Mancher würde eher aufs Land gehen, wenn er dort nicht für jede
>>> Kleinigkeit auf den eigenen Pkw angewiesen wäre.
>>
>> Die Abhängigkeit vom PKW scheint kein sehr großes Hindernis zu sein,
>> wie man an diversen Speckgürteln sehen kann, die durchaus auch von
>> Leuten vergleichbarer Einkommensklassen bewohnt werden.
>>
>> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
>> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man etwas
>> erleben möchte.
> 
> Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.
> 
> Gruß, ULF

Die Blagen wollen schon eine eigene Studentenbutze bevor sie 
immatrikuliert sind...
(jedenfalls die Mädchen. Jungs werden später flügge.)

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#654433

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-07 10:57 +0000
Message-ID<1t695e3b8ci262467n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#654370
On Wed, 07 Jan 2026 08:49:22 Ulf Kutzner wrote:
> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
>> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man etwas
>> erleben möchte.

> Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.

Mit der Hochschulreife kommt in solchen Kreisen das eigene Auto, die
Garagen dort sind groß genug.

(Was die Eltern dann später mit den vielen Autos tun, ist eine
andere Frage. Meine Freundin hat eine Arbeitskollegin, die gerade
Abnehmer:innen für zwei der drei Gefährte sucht, weil die Eltern
nicht mehr berufstätig sind und die Tochter ausser Haus ist, ihr
Auto jedoch nicht mitnehmen wollte. Mir kommt vor, wir hatten
hiergroups auch schon so einen Fall).

Servus,
   Stefan

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Genuss mit dem Segen der Schwiegermutter: Stefan!
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#654436

FromUlf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid>
Date2026-01-07 11:02 +0000
Message-ID<1767783740-2991@newsgrouper.org>
In reply to#654433
Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:

> On Wed, 07 Jan 2026 08:49:22 Ulf Kutzner wrote:
> > Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
> >> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
> >> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man etwas
> >> erleben möchte.
> 
> > Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.
> 
> Mit der Hochschulreife kommt in solchen Kreisen das eigene Auto, die
> Garagen dort sind groß genug.

Moment, Villa mit Dreifachgarage gibt es zwar,
aber auch im Speckgürtel nicht bei allen
Studierendeneltern.

Gruß, ULF

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#654497

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-07 15:42 +0000
Message-ID<1t695e7ebci3dc913n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#654436
On Wed, 07 Jan 2026 12:02:20 Ulf Kutzner wrote:
> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>> On Wed, 07 Jan 2026 08:49:22 Ulf Kutzner wrote:
>> > Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>> >> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
>> >> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man
>> >> etwas erleben möchte.

>> > Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.

>> Mit der Hochschulreife kommt in solchen Kreisen das eigene Auto,
>> die Garagen dort sind groß genug.

> Moment, Villa mit Dreifachgarage gibt es zwar, aber auch im
> Speckgürtel nicht bei allen Studierendeneltern.

Doppelgarage ist üblich, ein dritter Parkplatz davor am eigenen
Grundstück nicht ungewöhnlich. Ansonsten halt auf öffentlichem
Grund, davon haben wir ja ausreichend.

Servus,
   Stefan

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Stefan: Rundum gelungen.
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#654507

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-07 18:21 +0100
Message-ID<10jm4mo$qp8a$1@dont-email.me>
In reply to#654497
Salve allerseits,

Stefan Froehlich schrieb:
> On Wed, 07 Jan 2026 12:02:20 Ulf Kutzner wrote:
>> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>>> On Wed, 07 Jan 2026 08:49:22 Ulf Kutzner wrote:
>>> > Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) posted:
>>> >
>>> >> IMO hängt es davon ab, *wo* am Land die Praxis sein soll: Vom
>>> >> Speckgürtel aus kann man sich in die Stadt stauen, wenn man
>>> >> etwas erleben möchte.
>>> >
>>> > Aber die Kinder kämen oft noch ohne Pkw zur Hochschule und zurück.
>>> 
>>> Mit der Hochschulreife kommt in solchen Kreisen das eigene Auto, die
>>> Garagen dort sind groß genug.
>> 
>> Moment, Villa mit Dreifachgarage gibt es zwar, aber auch im Speckgürtel
>> nicht bei allen Studierendeneltern.
> 
> Doppelgarage ist üblich, ein dritter Parkplatz davor am eigenen Grundstück
> nicht ungewöhnlich.
> 
Wir haben eine 3-fach-Garage! Jedoch keine Villa! Und Platz haben
wir auch nicht! Ich musste schon Doppelstockbetten dort einbauen
lassen – mit meinen 2 Oldtimern haben wir insgesamt 5 Autos
unterzubringen...							(@_@) 🐳

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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