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Groups > ger.ct > #652338 > unrolled thread

eine kleine Dystopie

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2025-12-09 08:56 +0100
Last post2025-12-10 15:31 +0100
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Contents

  eine kleine Dystopie "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-09 08:56 +0100
    Re: eine kleine Dystopie Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2025-12-09 09:29 +0100
      Re: eine kleine Dystopie Georg Gruber <g.gruber_hauwech@gmx.net> - 2025-12-09 09:53 +0100
        Re: eine kleine Dystopie Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2025-12-09 12:07 +0100
          Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 11:30 +0000
    Re: eine kleine Dystopie "F. W." <me@home.invalid> - 2025-12-09 09:42 +0100
      Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 08:55 +0000
        Re: eine kleine Dystopie "F. W." <me@home.invalid> - 2025-12-09 10:38 +0100
          Re: eine kleine Dystopie "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-12-09 10:40 +0100
          Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 09:41 +0000
            Re: eine kleine Dystopie "F. W." <me@home.invalid> - 2025-12-09 10:49 +0100
            Re: eine kleine Dystopie Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-09 14:45 +0100
              Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 13:51 +0000
          Re: eine kleine Dystopie Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-09 14:43 +0100
            Re: eine kleine Dystopie "F. W." <me@home.invalid> - 2025-12-09 15:30 +0100
              Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 14:47 +0000
            Re: eine kleine Dystopie Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-12-09 14:33 +0000
              Re: eine kleine Dystopie Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-12-09 14:52 +0000
              Re: eine kleine Dystopie Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-09 17:42 +0100
      Re: eine kleine Dystopie Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-09 14:37 +0100
        Re: eine kleine Dystopie "F. W." <me@home.invalid> - 2025-12-09 15:42 +0100
    Re: eine kleine Dystopie Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-12-09 14:20 +0100
      Re: eine kleine Dystopie Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2025-12-09 17:56 +0000
        Re: eine kleine Dystopie Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-12-09 22:30 +0100
          Re: eine kleine Dystopie Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-12-10 15:31 +0100

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#652394

From"F. W." <me@home.invalid>
Date2025-12-09 15:42 +0100
Message-ID<mpqqq9Fcod8U1@mid.individual.net>
In reply to#652382
Am 09.12.2025 um 14:37 schrieb Hermann Riemann:

> 
>> Jeder glaubt, dass Klimawandel, Verbrennerverbot, fehlendes Gas 
>> aus Russland und Elektroinitiativen immer bestehen werden.
> 
> Immer sicher nicht. Aber 10 Jahre?
> 

Ich rate mal, selbst die nächsten 10 Jahre wird die Klimapolitik nicht
überstehen. Das Interesse der Welt tendiert derzeit gegen Null.

>> Nein, das werden sie nicht. Der Klimawandel wird schon durch den 
>> Technikfortschritt mit weniger CO2 befeuert.
> 
> Der CO₂ Gehalt der Atmosphäre und etliche Temperatur .. steigt immer 
> noch.
> 

Aber immer weniger durch die Industriestaaten. Und die
Entwicklungsländer wird das alles nicht bezahlen können. Und für China
existiert das Problem offenbar gar nicht.

Europa ist da ziemlich allein.

>> Und natürlich wird der CO2- Eintrag langfristig sinken.
> 
> Wenn der Nachschub fehlt ein paar Promille pro Jahrhundert.
> 

Nicht unbedingt.

>> Vom Verbrennerverbot werden nur strengere Grenzwerte übrig bleiben
> 
> Gilt das auch für Panzer ..?
> 

Die sollen ja elektrisch fahren, wenn Putin abwartet, bis sie geladen sind.

>> und selbstverständlich wird nach Putins Tod eine Normalisierung 
>> zwischen uns und Russland stattfinden,

> Nein, Putins Bande wird weiter herrschen. Möglicherweise kommt es zu 
> einem Bürgerkrieg ( Diadochenkämpfe ) Der FSB wird nicht nach meiner 
> Einschätzung die Macht nicht freiwillig abgeben.

Der FSB wird ein Faktor werden. Aber ob Putins Politik weitergeführt
wir, bezweifle ich. Er hat vielen reichen Russen das Geld abgenommen.
Das ist kein gutes Konzept...

>> an deren Ende natürlich wieder russisches Gas bei uns verbrannt 
>> wird.

> Auch die Förderung von Gas wird immer teurer, weil die billigen 
> Stellen leergepumpt sind. Allerdings sind die Umweltschäden von Gas 
> noch teurer, aber das bezahlen erst mal Wehrlose, bevor es gewisse 
> Reiche betrifft.

Ich kenne keine russische KLR, aber ich wette, dass Umweltschäden da
keine Rolle spielen.

>> Denn ansonsten wird viel zu viel Geld verbrannt und das werden 
>> sich die Leute nicht mehr lange ansehen.
> 
> Durch Luxus.
> 

Durch Kochen, Backen und Heizen.

>> Und natürlich werden wieder Kernkraftwerke gebaut werden,
> 
> Und noch teurer abgebaut.
> 

Kommt auf die Technik an. Sie ist ja weltweit noch ein Thema. Sogar in
Japan nach Fukushima und Russland nach Tschernobyl. Da kommen neuartige
Reaktoren irgendwann zu uns. Von Siemens in den USA entwickelt und von
uns teuer eingekauft.

>> wenn auch völlig andere als die, die wir kennen.

> Aber nicht unbedingt besser. Und mehr Abfall erhöht die Chance damit 
> Erpressungen auszuführen. Etwas abgereichertes Uran aus Jugoslawien 
> oder dem Irak in die Wallstreet geblasen, dürfte Eindruck 
> hinterlassen.

Wie und warum sollte das jemand tun? Nicht mal die Halbgehangenen vom
11. September hatten das vor.

>> Schon der Energiehunger der KI wird dafür sorgen.
> 
> Bis es an das Bezahlen für diese Energie geht.
> 

Außer Europa zahlt bisher niemand so viel.

FW

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#652381

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2025-12-09 14:20 +0100
Message-ID<mpqm12FbvpoU1@mid.individual.net>
In reply to#652338
Am 09.12.25 um 08:56 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Am 09.12.25 um 08:24 schrieb F. W.:
>  > Am 09.12.2025 um 07:53 schrieb Michael Bode:
>  >
>  >> "F. W." <me@home.invalid> writes:
>  >>
>  >>> Aber wer ist ein größerer Spezialist für seine Bedürfnisse als
>  >>> man selbst? Der Staat muss immer übergriffiger werden, wenn er
>  >>> etwas will, was die Bürger noch nicht wollen und er nicht mal
>  >>> zuhören kann.
>  >>
>  >> Der böse Staat zwingt dich also E-Autos zu kaufen? Wieviele musstest
>  >> du denn schon kaufen? Und wo stehen die jetzt?
>  >>
>  >
>  > Ab 2035 werde ich wohl, wenn ich einen Neuwagen haben will, ein E-Auto
>  > kaufen. Zwar wird diskutiert, aber abgeschafft ist das Verbrennerverbot
>  > faktisch noch nicht.

Das könnte noch kommen.
Altautos dann auf E-Antrieb ( mit kurzer Reichweite ) umrüsten.

> Und heute lache ich mich scheckig über die SZ, die im Wirtschaftsteil 
> die Netzentgelte für Gasheizungen für das Jahr 2044 auf 4400 Euro 
> hochrechnet, das 10-fache von heute.

Wenn 99% auf Wärmetauscher umgestellt haben,
und der Rest für Wartung der Gasnetze aufkommen soll..

> Ja freilich. Bis dahin haben wir 
> die Neufünfländer für einen symbolischen Euro an Putin zurückverkauft

Habe die nicht jetzt schon Putin über AFD und BSW gewählt?

> CO2-Abgabe steigt? Ich glaube an Brecht: Erst kommt das Fressen, dann 
> die Moral. Nachdem jetzt breite Bevölkerungsschichten verarmen

Amazon, Apple etc bieten wenig Arbeitsplätze.

> und  Arbeitsplätze ausserhalb des Handwerks höchst zukunfts-unsicher

Handwerk wird sich durch Roboter und später
genetisch programmierte Lebewesen ersetzen lassen.

> sind,  sowie Studienanfänger damit rechnen dürfen 10 Jahre später
> einen  Rentenanspruch zu erwerben (Frau Bas hat das empfohlen)

Das schützt nicht gegen Arbeitslosigkeit im Alter.
Die Alternative Altersteilzeit wird vielleicht verschwinden.
Ein teilweise Anrechnung der Arbeit Ausbildung wäre noch zu überlegen.
( Einkommensverschiebung )

> als der 
> 16-Jährige Lehrling der gleich Geld verdient im elterlichen 
> Sanitärbetrieb- solange glaube ich auch nicht mehr an eine steigende 
> CO2-Abgabe.

Die CO₂ Abgabe wird wegen Wettbewerbsnachteile gegenüber Trump & Co
vermutlich gebremst.
Trump steuert nach meinen Eindruck die USA in Wirtschaftskrise
und folgendem Bandenkrieg.
Das wird da Menschenzahl und CO₂ Ausstoß drastisch reduzieren.

> Ich konstatiere 
> nur, als "Innocent Bystander". Es wird etwa so kommen, nur die 
> Neufünfländer werden uns wohl doch bleiben.

Die momentane faschistische Marktwirtschaft ( Gewinnmaximierung .. )
treibt die verarmte Bevölkerung in die Hände von
"Propheten" die mit Versprechungen und gewissen Schuldzuweisungen
( Gelegenheit nach auffällig und relativ wehrlos )
in (Bürger)Krieg  ..

p.s.
In der Heise Zeitschrift "Technology review" finden sich manchmal
technische Lösungsversuche, der Ausmaß schwer abschätzbar ist.

-- 
<http://www.hermann-riemann.de> bzw.:
<https://www.hermann-riemann.eu/de>

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#652406

FromRick Szabo <rickszabo@web.de>
Date2025-12-09 17:56 +0000
Message-ID<10h9ns8$10813$1@dont-email.me>
In reply to#652381
Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> wrote:

>> und  Arbeitsplätze ausserhalb des Handwerks höchst zukunfts-unsicher
> 
> Handwerk wird sich durch Roboter und später
> genetisch programmierte Lebewesen ersetzen lassen.

Wieviele Jahre träumst du jetzt schon von diesen Robotern?
Es wird noch sehr (sehr… sehr… sehr…) lange dauern, bis es Roboter gibt,
die selbständig zu Dir nach Hause kommen, um das verstopfte Abflussrohr zu
reinigen. Oder deinen Elektroherd zu reparieren. Oder dir einen
Parkettboden verlegt.
Ich bin ziemlich sicher, dass du das nicht mehr erleben wirst. Ich auch
nicht. Und selbst bei meinem Sohn und Joachims Tochter sehe ich
diesbezüglich schwarz.

Gruß
Rick

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#652410

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2025-12-09 22:30 +0100
Message-ID<10ha4ef$1423h$1@dont-email.me>
In reply to#652406
Salve allerseits,

Rick Szabo schrieb:
> Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> wrote:
> 
>>> und  Arbeitsplätze ausserhalb des Handwerks höchst zukunfts-unsicher
>> 
>> Handwerk wird sich durch Roboter und später genetisch programmierte
>> Lebewesen ersetzen lassen.
> 
> Wieviele Jahre träumst du jetzt schon von diesen Robotern?
>
+--- <hier abknabbern> ---
| Glaubt man den Marketingversprechen von Silicon-Valley-Firmen, muss bald
| niemand mehr putzen, waschen und bügeln. Denn jetzt, so scheint es,
| kommen die Haushaltsroboter. Zwei Firmen verschicken ab 2026 ihre
| Geräte. Neo, den humanoiden Roboter der Firma 1x, kann man auch heute
| schon aus der Schweiz und aus Deutschland vorbestellen.
|
| Die Firma pokert hoch. Sie verspricht ihren Kunden nicht nur Hilfe im
| Haushalt, sondern auch einen sozialen Begleiter. Neo soll Gespräche über
| Gott und die Welt führen können und seine Besitzer zum Lachen bringen.
| Kaufen kann man den Roboter für 20 000 Dollar, mieten für 499 pro Monat.
|
| Mit ihrem Angebot schürt 1x die Hoffnung, dass künstliche Intelligenz
| dem nützlichen Allrounder-Roboter endlich den Durchbruch verschafft.
| Doch die Sache hat einen Haken: Neo ist noch nicht autonom. Denn
| humanoide Roboter taugen heute als Haushaltshilfen etwa so viel wie ein
| Mixer ohne Messer: Sie mögen hübsch aussehen, doch verrichten können sie
| nichts.
|
| *Die heisse Pfanne soll nicht auf den Plastikteller*
|
| Was für Menschen logisch ist, bereitet Robotern noch immer grosse Mühe:
| eine zerknüllte Socke zuverlässig von einem Spielball zu unterscheiden
| zum Beispiel. Oder zu verstehen, dass eine heisse Pfanne nicht auf einen
| Plastikteller gestellt werden sollte. Ausserdem fehlt ihnen das
| Fingerspitzengefühl. Sie wissen nicht, wie fest sie ein Weinglas
| anpacken dürfen. Und dass sie, um eine Tomate in eine Gemüsebox zu
| legen, eine andere Kraft aufbringen müssen, als wenn sie einen Kürbis
| transportieren.
|
| Der Neo-Roboter wird deshalb, mindestens am Anfang, von einem Menschen
| ferngesteuert. Ein Angestellter von 1x wird sich über das Internet in
| den Roboter einwählen. Der Roboter filmt den Haushalt seiner Kunden mit
| den Kameras im Kopf und übermittelt das Videomaterial dem Angestellten.
| Der Mensch steuert die Beine, Arme, Hände des Roboters in Echtzeit.
| Tele-Operation heisst das im Jargon.
|
| Wer sich einen Neo zulegt, muss also damit rechnen, dass unter Umständen
| Dutzende oder allenfalls sogar Hunderte von Menschen über den Roboter
| Einblick in die eigene Wohnung erhalten. Und dass die Firma 1x sowohl
| die Videos wie auch die Roboterdaten für weitergehende Projekte speichert.
|
| Zum grossen Eingriff in die Privatsphäre sagte Bernt Bornich, CEO von
| 1x, in einem Interview mit dem «Wall Street Journal» kürzlich: «Das muss
| für Sie o. k. sein, damit das Produkt nützlich ist.»
|
| Wie viele Personen einen Neo vorbestellt haben, gibt 1x nicht bekannt.
| Eine Anfrage der NZZ blieb unbeantwortet.
|
| *Neo soll vorerst vor allem eins: Daten sammeln*
|
| Mit dem Geschäftsmodell der Tele-Operation will 1x das erreichen, was
| der Haushaltsrobotik angeblich zum Durchbruch fehlt: möglichst viele
| Daten anzuhäufen. Hinter dem Vorhaben steckt die Annahme, dass die
| Robotik das kopieren kann, was bei generativer KI schon gelungen ist.
| Sprachmodelle wie Chat-GPT wurden gut darin, Texte zu generieren, weil
| sie während ihrer Trainingsphase sozusagen alle im Internet zugänglichen
| Texte analysiert hatten. Je mehr Daten sie als Input bekamen, desto
| besser wurde ihr Output.
|
| Übertragen auf die Roboter hiesse das: Haushaltsroboter könnten gut
| werden im Haushalten, wenn es ihnen ausreichend viele Menschen
| vorgemacht haben – zum Beispiel die Tele-Operateure von Neo.
|
| Während der Roboter dank der Fernsteuerung eines Menschen ein leeres
| Weinglas vom Couchtisch in die Küche trägt und abwäscht, sammelt 1x
| Daten darüber, mit welcher Kraft der Mensch auf das Glas einwirkt, wie
| er sich bewegt, in welcher Reihenfolge er Bewegungen ausführt. So soll
| eine Datenbasis entstehen, aus der die Firma eine KI aufbauen kann.
| Damit, so die Hoffnung, lernen die künftigen Haushaltsroboter, dass sie
| Weingläser vorsichtiger anfassen müssen als Kürbisse.
|
| *Autonome Allzweckroboter erst in 100 000 Jahren*?
|
| Wie viele Daten es braucht, um einem Roboter so etwas wie gesunden
| Menschenverstand und die Logik der Physik beizubringen, ist heute nur
| schwer abzuschätzen. Ken Goldberg, ein Robotik-Professor an der
| Universität Berkeley, hat es trotzdem gewagt: Er glaubt, es brauche noch
| rund 100 000 Jahre Datenmaterial, um einen Allzweck-Roboter zu
| trainieren. Umgerechnet entspricht das etwa 1200 Menschenleben.
|
| Die Zahl, schreibt Goldberg in einem Leitartikel in der
| Wissenschaftszeitschrift «Science Robotics», entspreche etwa der Dauer,
| die es für einen Menschen brauchen würde, um alle Daten anzuschauen, die
| in ein Sprachmodell wie Chat-GPT eingeflossen seien.
|
| Die Robotik-Forschung sei aber noch weit entfernt von dieser Schwelle:
| Bisher hätten Forscher Datenmaterial von rund einem Jahr gesammelt. «Bei
| der derzeitigen Geschwindigkeit der Datenerfassung wäre ein universeller
| Roboter (. . .) also in etwa 100 000 Jahren verfügbar», schreibt Goldberg.
|
| So lange werden Kaufinteressierte aber vermutlich nicht auf autonome
| Haushaltsroboter warten müssen. Denn theoretisch könnte man 100 000
| Putzkräfte während eines Jahres mit einer Technologie ausrüsten, die
| ihre Bewegungen filmt und die Kraft misst, mit der sie Haushaltsobjekte
| wie Weingläser und Spülmaschinen anfassen. Die Daten aus den
| menschlichen Bewegungen könnten dann verwendet werden, um Roboter zu
| trainieren.
|
| Die Methode heisst Imitation Learning und ist schon seit Jahren sehr
| erfolgreich darin, Robotern bestimmte Bewegungen beizubringen.
|
| *Simulationen sind für den Haushalt noch nicht ausreichend*
|
| Goldberg nennt noch weitere Arten, wie die Daten gesammelt werden
| könnten: Simulationen von dreidimensionalen Umgebungen zum Beispiel.
| Diese Methodik habe unter anderem dazu geführt, dass Roboter heute
| Rückwärtssaltos machten, schreibt Goldberg.
|
| So beeindruckend das sein mag: Akrobatik hilft beim Aufräumen wenig. Und
| Simulationen sind ausgerechnet bei jener Disziplin ungeeignet, die für
| Haushaltsroboter entscheidend ist: bei der Manipulation von Objekten.
|
| Kein Computermodell konnte bisher die Feinmotorik der menschlichen Hand
| abbilden. Deshalb haben Roboterhände noch immer Mühe damit, ein
| einzelnes Blatt Papier vom Boden hochzuheben. Oder zu erkennen, ob etwas
| heiss, feucht, glitschig oder brüchig ist. Auch ist es noch immer
| schwierig für Roboter, den Druck und die Kraft richtig zu dosieren, um
| ein Ei zu verstauen. Oder festzustellen, dass eine überraschend weiche
| Mandarine besser in den Grünabfall als in den Kühlschrank gehört.
|
| Weil die Simulationen nicht gut genug sind für die Komplexität der
| echten Welt, plädiert Goldberg dafür, mehr Daten von Robotern zu
| sammeln, die heute schon existieren. Dafür möchte er auch Daten von
| selbstfahrenden Autos und Industrierobotern anhäufen.
|
| *Mehr Daten – oder ein besseres Engineering*?
|
| Doch nicht alle Robotik-Forscherinnen sind mit der These einverstanden,
| dass Daten und KI genügen, um in der Robotik bessere Ergebnisse zu
| erzielen. Aude Billard, Robotik-Professorin an der EPFL, sagt: «Ich
| glaube, wir verbrennen gerade Millionen von Franken mit der falschen
| Forschung.»
|
| An Universitäten und technischen Hochschulen sei eine regelrechte
| Datensammelwut ausgebrochen, sagt Billard. Dabei fehlten in der Robotik
| noch immer fundamentale theoretische Durchbrüche, damit Roboter autonom
| Objekte manipulieren könnten.
|
| Gerade würden die Budgets der Forschung aber dafür aufgebraucht, um
| möglichst viele Daten zu sammeln. Das könnte sich als «kontraproduktiv»
| herausstellen, glaubt Billard. Wichtiger sei es, dass «wir wenige, aber
| qualitativ hochwertige Daten sichern» und «die richtigen Modelle
| entwickeln».
|
| Um ihren Standpunkt zu illustrieren, macht sie eine Analogie aus der
| Kosmologie: «Unser Wissen über das Weltall stammt aus Beobachtungen des
| Himmels. Die Menschen sahen die Bewegungen des Mondes und der Sterne.
| Daraus leiteten sie Hypothesen und Theorien ab über unser Sonnensystem
| und verifizieren diese mit gezielten Beobachtungen. Dafür brauchte es
| primär eine intelligente Interpretation der vorhandenen Daten. Das
| Wissen des Menschen über das Weltall wurde aber nicht dadurch besser,
| dass mehr Menschen in den Himmel schauten.»
|
| Der Streit unter den Wissenschaftern zeigt, wie weit die Robotik noch
| von einem autonomen Haushaltsroboter entfernt ist. Schliesslich sind
| sich Expertinnen und Experten nicht einmal einig, wie sie bei der
| Forschung weitermachen sollen: Ob sie das gute alte Engineering
| priorisieren sollen, wie es Billard fordert, oder die Datensammlung.
|
| *Autonome Roboter erst möglich mit besserer KI*
|
| Roland Siegwart, Robotik-Professor an der ETH Zürich, erweitert die
| Diskussion um eine weitere Perspektive: Er glaubt, dass ein autonomer
| Allzweckroboter erst dann möglich wird, wenn substanzielle Fortschritte
| bei der künstlichen Intelligenz gelingen.
|
| «Einem Computer das Lernen beizubringen, ist im Moment noch äusserst
| ineffizient», sagt Siegwart. Heutige Algorithmen zur Bilderkennung
| brauchten Unmengen von Bildern, um zu lernen, was eine Giraffe sei.
|
| Menschen hingegen könnten anhand von wenigen Beispielen neue Tierarten
| erkennen. «Wir wissen noch nicht genau, wie wir Menschen das machen –
| und warum es bei Algorithmen nicht gleichermassen funktioniert», sagt
| Siegwart. Gelänge es der Technik, so effizient zu lernen wie der Mensch,
| könnte dies auch der Robotik einen Durchbruch verschaffen, glaubt
| Siegwart.
|
| Bis dahin bleibt das Training von autonomen Haushaltsrobotern wohl noch
| um ein Vielfaches komplexer als jenes von einem Algorithmus zur
| Bilderkennung. Schliesslich müssen Roboter drei Datenquellen
| gleichzeitig in den Lernprozess integrieren: Erstens müssen sie
| Videomaterial in Echtzeit interpretieren, nicht nur, um ihre Position im
| Raum zu bestimmen, sondern auch um Objekte, Tiere und Menschen zu
| erkennen.
|
| Zweitens müssen sie die Motoren in ihrem Körper ansteuern und berechnen,
| wie viel Kraft sie in jedem einzelnen Motor aufbringen sollen, um sich
| angemessen zu bewegen oder Objekte aufzuheben, herumzutragen,
| abzusetzen. Und drittens müssen sie sensorische Informationen
| verarbeiten: Ein nasser Pullover gehört aufgehängt, ein trockener
| zusammengefaltet und verstaut.
|
| Um grosse Mengen an Daten aus diesen drei Quellen gleichzeitig in ein
| Modell des maschinellen Lernens zu integrieren, brauche es eine
| gigantische Rechenkapazität, erklärt Siegwart.
|
| Dies wiederum bedeutet: Selbst wenn die These zutreffen sollte, wonach
| grosse Datenmengen autonome Allzweckroboter ermöglichen, müssen Forscher
| Mittel und Wege finden, die Daten effizient zu nutzen.
|
| Bis sich Haushaltsroboter autonom betreiben lassen, seien noch
| Jahrzehnte von Forschung nötig, glauben sowohl Siegwart wie auch
| Billard. Das weiss wohl auch 1x, die Silicon-Valley-Firma hinter Neo.
| Trotzdem will sie Kunden in den USA die ersten ferngesteuerten Roboter
| ab dem kommenden Jahr zustellen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.nzz.ch/technologie/im-silicon-valley-verschicken-firmen-ab-2026-haushaltsroboter-verschafft-ki-humanoiden-alleskoennern-den-durchbruch-ld.1915136>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#652456

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2025-12-10 15:31 +0100
Message-ID<mpteikFpt7tU2@mid.individual.net>
In reply to#652410
Hallo,

Am 09.12.25 um 22:30 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
> Salve allerseits,
> 
> Rick Szabo schrieb:
>> Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> wrote:
>>
>>>> und  Arbeitsplätze ausserhalb des Handwerks höchst zukunfts-unsicher
>>>
>>> Handwerk wird sich durch Roboter und später genetisch programmierte
>>> Lebewesen ersetzen lassen.
>>
>> Wieviele Jahre träumst du jetzt schon von diesen Robotern?
>>
> +--- <hier abknabbern> ---
> | Glaubt man den Marketingversprechen von Silicon-Valley-Firmen, muss bald
> | niemand mehr putzen, waschen und bügeln.
.....
.....
.....
> | Bis sich Haushaltsroboter autonom betreiben lassen, seien noch
> | Jahrzehnte von Forschung nötig,

Ich hab das mal etwas gekürzt;-)

Ciao
Walter

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