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Groups > ger.ct > #549337 > unrolled thread

neues von Putin...

Started byBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
First post2022-03-28 18:14 +0200
Last post2022-03-28 12:42 -0400
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Contents

  neues von Putin... Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2022-03-28 18:14 +0200
    Re: neues von Putin... "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-28 18:25 +0200
      Re: neues von Putin... Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-28 12:42 -0400

#549337 — neues von Putin...

FromBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
Date2022-03-28 18:14 +0200
Subjectneues von Putin...
Message-ID<jae56fF4hjpU1@mid.individual.net>
https://kamiltaylan.blog/putin-versetzt-seine-atomstreitkraefte-weltweit-in-hoechste-alarmbereitschaft/

BU

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#549339

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-03-28 18:25 +0200
Message-ID<t1snha$2afl$1@solani.org>
In reply to#549337
Am 28.03.22 um 18:14 schrieb Bernd Ullrich:
> https://kamiltaylan.blog/putin-versetzt-seine-atomstreitkraefte-weltweit-in-hoechste-alarmbereitschaft/ 
> 
> 
> BU

Neuigkeit vom 28. Februar...

-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

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#549344

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2022-03-28 12:42 -0400
Message-ID<t1soh6$ibk$1@dont-email.me>
In reply to#549339
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Am 28.03.22 um 18:14 schrieb Bernd Ullrich:
>
>> https://kamiltaylan.blog/putin-versetzt-seine-atomstreitkraefte-weltweit-in-hoechste-alarmbereitschaft/ 
> 
> Neuigkeit vom 28. Februar...
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Als der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag ankündigte, die
| russischen Atomstreitkräfte in den Zustand höchster Alarmbereitschaft zu
| versetzen, löste er damit international Besorgnis aus. Nicht nur
| berichteten Medien rund um den Globus darüber, auch von politischer
| Seite, etwa der Nato oder der britischen Regierung, hiess es, man sei
| besorgt über Putins Ankündigung – wenn man auch nicht davon ausgeht,
| dass er die Nuklearwaffen tatsächlich einsetzen wird.
|
| Als «a chilling move from Putin», also einen Schachzug, der es einem
| kalt den Rücken hinunterlaufen lasse, bezeichnete auch ein
| amerikanischer Sicherheitsexperte Putins Entscheidung auf CNN. Denn dass
| sich Grossmächte mit Atombomben drohen, gibt es seit dem Kalten Krieg
| kaum noch – und doch sind die Waffen für Atommächte zur gegenseitigen
| Abschreckung weiterhin wichtig. Wir klären die wichtigsten Fragen.
|
| *Russische Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft: Welche Stufen der*
| *Alarmierung gibt es*?
|
| Anders als in den USA und bei den unter dem Namen Defcon bekannten fünf
| Stufen der Alarmbereitschaft ist nicht genau bekannt, welche Alarmstufen
| in Russland existieren. Gemäss verschiedenen Berichten soll das Land
| über vier Stufen verfügen. Da sich Russland vorher im Normalzustand
| befunden hat, würde Putins Ankündigung bedeuten, dass sich Russland nun
| auf Warnstufe zwei von vier befindet.
|
| Da Russland über ein sehr vielfältiges Nukleararsenal verfügt, sind
| viele Atombomben nicht sofort einsatzbereit, sondern müssen teilweise
| zuerst aus Lagerstellen verfrachtet und in Stellung gebracht werden. Zu
| den Abschreckungskräften, die Putin in den Alarmzustand versetzt hat,
| gehören mehrere Teilstreitkräfte. Konkret wurden die Nord- und die
| Pazifikflotte, die strategischen Raketentruppen und die
| Langstreckenflugzeuggeschwader in erhöhten Alarmzustand versetzt und mit
| zusätzlichem Personal verstärkt.
|
| *Hat Putin damit gedroht, Atombomben einzusetzen*?
|
| Nein, nicht ausdrücklich. Der russische Präsident erhöhte in seiner
| Ankündigung nur die Bereitschaftsstufe. Ein weiterer Schritt in der
| Eskalation wäre, wenn Putin seine Nuklearverbände in unmittelbare
| Gefechtsbereitschaft versetzen würde. Allerdings drohte Putin der Nato
| und der EU mit «noch nie da gewesenen» Konsequenzen, sollten sich ihm
| westliche Länder bei der Ukraine-Invasion in den Weg stellen. Auch
| drohte er Finnland mit «umfangreichen militärischen Folgen», sollte sich
| das Land entscheiden, der Nato beizutreten.
|
| Auch wenn die allgemeine These lautet, dass der Einsatz von Atomwaffen
| höchst unwahrscheinlich sei, da dies den Dritten Weltkrieg und damit das
| Ende der Zivilisation bedeuten würde, darf man sich bei Putin nicht ganz
| sicher sein. Er hat mit der Annexion der Krim und der Invasion in der
| Ukraine westliche Prognosen mehrmals widerlegt. Trifft «niemals» bei
| Putin und Atomraketen daher zu? Ein Restrisiko lässt sich nicht
| ausschliessen.
|
| *Warum macht Putin diesen Schritt, und was bedeutet er*?
|
| Putin begründete seinen Schritt mit angeblich aggressiven Äusserungen
| der Nato. Zudem geht die russische Invasion nicht so schnell voran, wie
| Putin sich das wohl vorgestellt hat. Nicht nur ist die ukrainische
| Verteidigung stärker, Russland sieht sich auch schärfsten Sanktionen
| gegenüber, die seine Wirtschaft stark treffen. Dazu kommen die
| Waffenlieferungen vieler Nato- und EU-Staaten an die Ukraine.
|
| Vor diesem Hintergrund haben sich am Montag Delegationen der Ukraine und
| Russlands zu Friedensverhandlungen getroffen. Die kurz davor geäusserte
| Drohung mit der Mobilisierung der Atomstreitkräfte dürfte daher auch
| eine klare Botschaft an Kiew sein, um die eigene Verhandlungsposition zu
| stärken.
|
| *Ueber welches Atomarsenal verfügt der russische Staat*?
|
| Russland verfügt über das grösste Atomarsenal der Welt. Von den gut 13
| 000 Atomwaffen auf der Welt befinden sich 6370 Nuklearsprengköpfe in
| russischen Beständen, wie das Nuclear-Notebook des Bulletin of Atomic
| Scientists auflistet. Davon werden gut 2000 Atomwaffen gelagert und sind
| bereits ausser Dienst gestellt worden und sollen im Laufe der Zeit im
| Rahmen bilateraler Verträge zerstört werden. Das gegenwärtige russische
| Arsenal umfasst so zirka 4400 kurz- oder mittelfristig einsetzbare
| Atomwaffen. Davon sind geschätzt 1570 Atomsprengköpfe aktiv. Etwa 900
| davon sind mehr oder weniger unmittelbar einsatzfähig.
|
| Im Gegensatz zu Nato-Ländern wie Grossbritannien, das seine gesamten
| Atomwaffen ausschliesslich mittels ballistischer Raketen von U-Booten
| aus abfeuern kann, hat Russland in eine Vielzahl von Möglichkeiten
| investiert, um seine Sprengköpfe einzusetzen. So umfasst das russische
| Nukleararsenal unter anderem:
|
| • Silogestützte SS-27-Raketen, die von fixen Standorten aus abgefeuert
|   werden können.
|
| • Eine grosse Anzahl an U-Boot-gestützten ballistischen SS-29-Raketen.
|
| • Raketen in der mobilen Ausführung RS-12M1 und in der silogestützten
|   Variante RS-12M2.
|
| • Sechs Delta-III- und ein Delta-IV-U-Boot, welche U-Boot-gestützte,
|   ballistische Bulawa-Raketen transportieren und feuern können. Diese
|   Boote sollen laufend durch zehn modernere U-Boote der Borei-Klasse
|   ersetzt werden.
|
| • 50 bis 60 Tupolew-Flugzeuge der Typen Tu-160 und Tu-95MS, welche
|   nukleare Kh-102- oder konventionelle Kh-101-Marschflugkörper tragen
|   können. Diese Maschinen sollen laufend durch modernere Modelle des
|   Typs Tu-160M2 ersetzt werden.
|
| Russland verfügt somit über die Möglichkeit, seine Atomwaffen von
| U-Booten, von Flugzeugen oder vom Boden aus einzusetzen. Während U-Boote
| schwierig zu entdecken sind, sind Abschussrampen am Boden und Flugzeuge
| relativ einfach erfassbar. Da boden- und flugzeuggestützte Waffen nicht
| ständig einsatzbereit gehalten werden können, werden diese Waffen in
| Bunkern gelagert, wodurch die Mobilisierung dieser Einheiten
| zeitintensiv ist.
|
| *Wer kann in Russland den Einsatzbefehl geben*?
|
| Der Einsatz von Nuklearwaffen gilt in den meisten Atomstaaten als letzte
| Möglichkeit, die dann zum Zug kommt, wenn es sonst keinen Ausweg mehr
| gibt – in der Regel zur eigenen Verteidigung, nicht jedoch als
| Präventivschlag. Relativ gut dokumentiert ist das vorgesehene
| Abschussprotokoll der USA mit dem als «nuclear football» bekannten
| Atomkoffer des Präsidenten oder die in Grossbritannien bekannten
| handgeschriebenen Anweisungen «Letters of Last Resort» des jeweiligen
| Premierministers.
|
| In Russland gibt es ein ähnliches Verfahren: Der Präsident des Landes
| muss die Abschussgenehmigung mit dem sogenannten Tscheget-Atomkoffer
| erteilen, wobei das darauffolgende Aktivierungsverfahren für den Einsatz
| der Nuklearwaffen relativ komplex ist: Der Abgleich der verschiedenen
| Code-Systeme dauert bis zu 20 Minuten. Sollte der Präsident nicht mehr
| handlungsfähig sein, kann an seiner Stelle der Verteidigungsminister
| oder der Oberbefehlshaber der Streitkräfte den Abschussbefehl erteilen.
|
| Die russische Nukleardoktrin erlaubt theoretisch den Einsatz einer
| taktischen Nuklearwaffe als Präventivschlag in einem konventionellen
| Konflikt, um den Feind zum Einlenken zu bringen, was theoretisch in der
| Ukraine möglich wäre. Für strategische Waffen, also Atombomben mit hoher
| Reichweite und Zerstörungskraft, sieht die Nukleardoktrin
| ausschliesslich einen Einsatz zur Verteidigung vor.
|
| *Gab es bereits zuvor eine solche «Mobilisierung*»?
|
| Auch wenn die von Putin verkündete Alarmbereitschaft nicht automatisch
| unmittelbare Gefahr bedeutet, ist der Schritt doch extrem selten. Seit
| den frühen 1990er Jahren gab es keine bekannte Alarmbereitschaft der
| Atomstreitkräfte mehr. Im Konflikt um die Annektierung der Krim im Jahr
| 2014 stand Putin kurz davor, die Nuklearwaffen seines Landes in
| Alarmbereitschaft zu versetzen, um so auf eine mögliche westliche
| Einmischung zu reagieren. Schliesslich habe der Kreml aber davon
| abgesehen, um die Situation nicht noch zusätzlich zu verschärfen,
| erklärte Putin 2015 gegenüber einem russischen Fernsehsender. In den
| letzten gut dreissig Jahren ist es daher das erste Mal, dass Russland
| seine Atomstreitkräfte ausserhalb einer Übung mobilisiert.
|
| *Welche Nato-Staaten verfügen über Atombomben*?
|
| Neben Russland im Osten bilden die USA, Grossbritannien und Frankreich
| die westlichen Atomwaffenmächte. Während Frankreich und Grossbritannien
| je über gut 250 einsatzfähige Nuklearsprengköpfe verfügen, sind die USA
| die grösste Atomwaffenmacht in der Nato mit gut 1300 einsatzbereiten und
| 2300 weiteren, gelagerten Atomwaffen.
|
| Neben diesen Staaten verfügen auch China, Indien, Pakistan, Nordkorea
| und, wenn auch nie offiziell bestätigt, Israel über einsatzfähige
| Atomwaffen – wenn auch teilweise nur in sehr kleiner Zahl.
|
| Nach Angaben von Militärexperten und Beobachtern hält die Nato etwa 970
| ihrer Nuklearwaffen im Zustand der ständigen Bereitschaft. Das heisst,
| dass die Atomraketen zusammen mit den Abschusssystemen gelagert werden
| und so in maximal 15 Minuten einsatz- und abschussbereit sind. Daneben
| gibt es auch einen nuklearen Abwehrschild, der die Nato-Staaten im
| Ernstfall vor angreifenden Atomraketen beschützen soll. Die Systeme
| erzielten bei Tests jedoch nur eine durchzogene Erfolgsquote.
|
| Die drei Nato-Atomwaffenmächte vertreten die Politik der sogenannten
| Nuclear Deterrence, wonach Atomwaffen zur Abschreckung dienen sollen.
| Der jeweilige Besitz von Atomwaffen verhindert die tatsächliche
| Verwendung aufgrund der gravierenden Konsequenzen und dient
| hauptsächlich der Verhinderung ihres Einsatzes.
|
| Wegen der Nato-Grenze zu Russland sind in Europa entsprechend viele
| Atombomben stationiert. Frankreich und Grossbritannien lagern ihre
| Waffen in ihren Ländern, die USA unterhalten Atomwaffenstützpunkte in
| Deutschland (Fliegerhorst Büchel), Belgien (Peer), Italien (Aviano und
| Ghedi), den Niederlanden (Uden) und der Türkei (Incirlik).
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.nzz.ch/international/putin-versetzt-atomstreitkraefte-in-bereitschaft-was-bedeutet-dies-und-ueber-wie-viele-atomwaffen-verfuegt-russland-ld.1672133>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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