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Offener Brief an den Deutschen Bundestag

Started byLars Gebauer <lgebauer@live.de>
First post2021-04-13 17:47 +0200
Last post2021-04-14 10:23 +0200
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Contents

  Offener Brief an den Deutschen Bundestag Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2021-04-13 17:47 +0200
    Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-04-13 08:56 -0700
      Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Peter Veith <veith@snafu.de> - 2021-04-13 21:07 +0200
        Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-04-13 12:31 -0700
          Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Peter Veith <veith@snafu.de> - 2021-04-13 21:33 +0200
            Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-04-13 12:38 -0700
    Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2021-04-14 06:39 +0000
      Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-04-14 08:55 +0200
        Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-04-14 00:15 -0700
      Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Christian Schumacher <cs.spam@nurfuerspam.de> - 2021-04-14 09:46 +0200
        Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2021-04-14 10:05 +0200
        Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2021-04-14 10:11 +0000
    Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2021-04-14 10:04 +0200
      Re: Offener Brief an den Deutschen Bundestag Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2021-04-14 10:23 +0200

#497117 — Offener Brief an den Deutschen Bundestag

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2021-04-13 17:47 +0200
SubjectOffener Brief an den Deutschen Bundestag
Message-ID<s54ecn$3qe$1@dont-email.me>
https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html

| Offener Brief an den Deutschen Bundestag
| unter Embargo bis 00.00 Mittwoch, den 14. April 2021
|
| Sehr geehrte Damen und Herren,
|
| eine Novellierung des IfSG zur bundesweiten Vereinheitlichung des
| Vorgehens gegen die Corona-Pandemie bedarf verlässlicher
| Entscheidungsgrundlagen. Wir raten dringend davon ab, bei der
| geplanten gesetzlichen Normierung die „7-Tages-Inzidenz“ als alleinige
| Bemessungsgrundlage für antipandemische Schutzmaßnahmen zu definieren.
|
| 1. Mit „Inzidenz“ bezeichnet das RKI die Zahl der Personen, bei denen
| unabhängig von einer Erkrankung mittels Diagnostiktest eine Infektion
| mit SARS-Coronavirus-2 gefunden wurde, pro 100.000 Bevölkerung. Dieser
| Wert gibt - aufgrund der durchaus erwünschten Ausweitung von
| Testaktivitäten - zunehmend weniger die Krankheitslast in der
| Gesellschaft wieder. Zudem unterliegt dieser Wert zunehmend
| schwankenden Erfassungswahrscheinlichkeiten, die völlig unabhängig vom
| eigentlichen Infektionsgeschehen sind.
|
| 2. Bewertungsgrundlage für die Auswahl von Schutzmaßnahmen sollte
| nicht die Inzidenz der Infektionen sein, sondern vielmehr die
| Häufigkeit der Erkrankungen und ihrer jeweiligen Schwere, also
| insgesamt die Krankheitslast. Die Krankheitslast berücksichtigt unter
| anderem Hospitalisierungen, krankheitsbedingten Arbeitsausfall,
| Behinderung und verlorene Lebensjahre.
|
| 3. Die im Gesetzesvorhaben vorgesehene 7-Tages-Inzidenz differenziert
| nicht, in welchen Altersgruppen, Lebensräumen und Bevölkerungsgruppen
| Infektionen auftreten. Eine gleich hohe Inzidenz kann dramatisch
| unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem ob sie zum Beispiel bei
| primär gesunden Studierenden, bei schwer erreichbaren
| Bevölkerungsgruppen, bei besonders vulnerablen Menschen, oder diffus
| in der Gesamtbevölkerung verteilt gemessen wird.
|
| 4. Die 7-Tages-Inzidenz eines Landkreises berücksichtigt weder die
| Dynamik noch die Lage in angrenzenden Landkreisen. Eine gleich hohe
| 7-Tages-Inzidenz kann in einem Szenario (z.B. Verschlechterung der
| Lage in Nachbarregionen) eine Verschärfung von Maßnahmen erfordern,
| während sie in einem anderen Szenario (z.B. stark sinkender Trend) gar
| eine Lockerung erlauben könnte.
|
| Risiken:
|
| In der Konsequenz würde die gesetzlich verbindliche Koppelung von
| Maßnahmen an die 7-Tages-Inzidenz der Infektionen zur Folge haben
| können, dass selbst dann massive Einschränkungen der Freiheitsrechte
| mit gravierenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Kultur und die
| körperliche und seelische Gesundheit erfolgen müssten, wenn längst
| weniger krankenhauspflichtige Erkrankungen als während einer
| durchschnittlichen Grippewelle resultierten. Ein solches Szenario ist
| im Falle eines zunehmenden Impferfolgs durchaus realistisch und
| zeitlich absehbar.
|
| Die öffentlich derzeit verfügbaren Entwürfe zur Novelle des IfSG
| verschärfen den Mangel an Sachbezug und die Gefahr einer Verletzung
| der Verhältnismäßigkeit wie bereits in Bundestagsanhörungen am
| 12.11.2020 und 22.02.2021 erläutert [1] [2].
|
| Vorgeschlagene Alternative:
|
| Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende Bemessungsgrundlage
| wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten intensivstationären
| Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis des Patientenwohnortes,
| Alter und Geschlecht mit Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher
| Trends. Dies ist nicht zu verwechseln mit der im DIVI Register derzeit
| berichteten „Anzahl der mit Covid-19 belegten Intensivbetten“, welche
| per se auch eine wichtige Information bezüglich der Versorgungslage
| liefert. Die Zahl intensivstationärer Neuaufnahmen kann die Dynamik
| des Infektionsgeschehens besser abbilden als die intensivmedizinische
| Belegungsstatistik[3].
|
| Damit diese Werte zeitnah, vollständig und integriert in der
| bestehenden digitalen Meldestatistik den Kommunen, Landesbehörden und
| des RKI verfügbar werden, müssten lediglich kleinere Anpassungen in
| den Paragraphen 6 und 11 des IfSG vorgenommen werden.
|
| Wir bitten Sie daher Ihren Einfluss geltend zu machen, die aktuell
| anstehende Änderung des IfSG so zu gestalten, dass die inzwischen von
| vielen als schädlich - mindestens als unwirksam – erkannten Folgen des
| im November geschaffenen § 28a IfSG, korrigiert und nicht noch
| verschärft werden.
|
| Für fachliche Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
|
| Mit freundlichen Grüßen,
|
| Prof. Dr. med. Detlev H. Krüger* Prof. Dr. Klaus Stöhr**
|
| * Direktor i.R. des Instituts f. Virologie der Charité Berlin
|
| ** Ehem. Leiter des Globalen Influenza und
| Pandemievorbereitungsprogrammes der WHO Genf
-- 
Und der HERR nahm das Hirn und ging seiner Wege.

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#497121

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-04-13 08:56 -0700
Message-ID<1c715703-7113-43f2-93db-c39d26469ca9n@googlegroups.com>
In reply to#497117
Lars Gebauer schrieb am Dienstag, 13. April 2021 um 17:46:32 UTC+2:
> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html 
> 
> | Offener Brief an den Deutschen Bundestag 
> | unter Embargo bis 00.00 Mittwoch, den 14. April 2021 

Was ist das anderes als die gte alte Sperrfrist, und was hat es vorliegend gebracht?

> | Mit freundlichen Grüßen, 
> | 
> | Prof. Dr. med. Detlev H. Krüger* Prof. Dr. Klaus Stöhr** 
> | 
> | * Direktor i.R. des Instituts f. Virologie der Charité Berlin 
> | 
> | ** Ehem. Leiter des Globalen Influenza und 
> | Pandemievorbereitungsprogrammes der WHO Genf 

Beide lt. Sternchen inaktiv.

Hm. Wie kommt es, daß Fachleute, die noch Verantwortung tragen,
derlei nicht mittragen wollen?

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#497131

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2021-04-13 21:07 +0200
Message-ID<s54q4r$snb$2@dont-email.me>
In reply to#497121
Am 13.04.2021 um 17:56 schrieb Ulf Kutzner:

> Hm. Wie kommt es, daß Fachleute, die noch Verantwortung tragen,
> derlei nicht mittragen wollen?

Weil sie in einem Dienst- und Treueverhältnis stehen und / oder noch
Karriere machen resp. nicht sozial / medienwirksam vernichtet werden
wollen. Und Kinder haben sie ggf. auch noch ...

... kurz: sie tragen ihrem bürgerliches Überlebensbedürfnis Rechnung.

War aber Einfach.
Veith
-- 
"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft."
Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835)
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#497137

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-04-13 12:31 -0700
Message-ID<131355bd-aab2-45d8-b0b2-b934f31ea8dbn@googlegroups.com>
In reply to#497131
Peter Veith schrieb am Dienstag, 13. April 2021 um 21:07:09 UTC+2:
> Am 13.04.2021 um 17:56 schrieb Ulf Kutzner: 
> 
> > Hm. Wie kommt es, daß Fachleute, die noch Verantwortung tragen, 
> > derlei nicht mittragen wollen?
> Weil sie in einem Dienst- und Treueverhältnis stehen und / oder noch 
> Karriere machen resp. nicht sozial / medienwirksam vernichtet werden 
> wollen. Und Kinder haben sie ggf. auch noch ... 
> 
> ... kurz: sie tragen ihrem bürgerliches Überlebensbedürfnis Rechnung. 
> 
> War aber Einfach. 

Hm. Hätte das jetzt der obrigkeitshörige L. geschrieben,
hätte das ganz anderes Gewicht.

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#497138

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2021-04-13 21:33 +0200
Message-ID<s54rmt$atb$1@dont-email.me>
In reply to#497137
Am 13.04.2021 um 21:31 schrieb Ulf Kutzner:

> Peter Veith schrieb am Dienstag, 13. April 2021 um 21:07:09 UTC+2:
>> Am 13.04.2021 um 17:56 schrieb Ulf Kutzner: 
>>> Hm. Wie kommt es, daß Fachleute, die noch Verantwortung tragen, 
>>> derlei nicht mittragen wollen?
>> ... kurz: sie tragen ihrem bürgerliches Überlebensbedürfnis Rechnung. 
>>
>> War aber Einfach. 
> 
> Hm. Hätte das jetzt der obrigkeitshörige L. geschrieben,
> hätte das ganz anderes Gewicht.

Es ist immer einfacher, wenn es andere schreiben.

Veith
-- 
Richtig ist das, was offiziell beschlossen wurde
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#497139

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-04-13 12:38 -0700
Message-ID<d85d9694-0b4b-404d-a68b-07ab427235ecn@googlegroups.com>
In reply to#497138
Peter Veith schrieb am Dienstag, 13. April 2021 um 21:33:50 UTC+2:
> Am 13.04.2021 um 21:31 schrieb Ulf Kutzner: 
> 
> > Peter Veith schrieb am Dienstag, 13. April 2021 um 21:07:09 UTC+2: 
> >> Am 13.04.2021 um 17:56 schrieb Ulf Kutzner: 
> >>> Hm. Wie kommt es, daß Fachleute, die noch Verantwortung tragen, 
> >>> derlei nicht mittragen wollen?
> >> ... kurz: sie tragen ihrem bürgerliches Überlebensbedürfnis Rechnung. 
> >> 
> >> War aber Einfach. 
> > 
> > Hm. Hätte das jetzt der obrigkeitshörige L. geschrieben, 
> > hätte das ganz anderes Gewicht.
> Es ist immer einfacher, wenn es andere schreiben. 

Und gleich wird FE um die Ecke biegen und steif und fest behaupten,
die Äußerung liege in Deinem Falle nur an tiefsitzender Feindschaft gegenüber
allem, was gut und richtig ist.

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#497154

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2021-04-14 06:39 +0000
Message-ID<1t60768c8ei176fn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#497117
On Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 Lars Gebauer wrote:
> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende
> | Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten
> | intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis
> | des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit
> | Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher Trends.

Ja, ich finde auch, dass wir uns vor allem auf leicht zu bestimmende
und (leicht) zu kommunizierende Kenngrößen beschränken sollten. Es
darf ja niemand überfordert werden.

Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend
geeignet. Aber Obacht, das Personal dort möchte gerne seine
Eigeninteressen durchsetzen, weshalb man dessen Hilferufe
genauestens hinterfragen sollte - ansonsten ist die leicht zu
bestimmende Kenngröße womöglich gleich wieder kaputt. Heute kam
schon wieder so ein unerhörtes Interview voller Eigeninteressen:
<https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien-chronik/2100232-Wir-pfeifen-aus-dem-letzten-Loch.html>

Du bist über 50, mit etwas Pech würden sie Dich in Wien für einen
jüngeren von der Beatmung abhängen.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - reine Liebe, die nie und nimmer latscht.
(Sloganizer)

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#497159

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2021-04-14 08:55 +0200
Message-ID<s563kf$9nm$1@solani.org>
In reply to#497154
Am 14.04.21 um 08:39 schrieb Stefan Froehlich:
> On Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 Lars Gebauer wrote:
>> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
>> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende
>> | Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten
>> | intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis
>> | des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit
>> | Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher Trends.
> 
> Ja, ich finde auch, dass wir uns vor allem auf leicht zu bestimmende
> und (leicht) zu kommunizierende Kenngrößen beschränken sollten. Es
> darf ja niemand überfordert werden.
> 
> Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend
> geeignet. Aber Obacht, das Personal dort möchte gerne seine
> Eigeninteressen durchsetzen, weshalb man dessen Hilferufe
> genauestens hinterfragen sollte - ansonsten ist die leicht zu
> bestimmende Kenngröße womöglich gleich wieder kaputt. Heute kam
> schon wieder so ein unerhörtes Interview voller Eigeninteressen:
> <https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien-chronik/2100232-Wir-pfeifen-aus-dem-letzten-Loch.html>
> 
> Du bist über 50, mit etwas Pech würden sie Dich in Wien für einen
> jüngeren von der Beatmung abhängen.

Also das tut man definitiv nicht. Hat man auch früher noch nie getan. 
Mein Ausbilder in der Nephrologie Professor Samtleben kommt aus dem 
Osten. Dort gab es auch nicht genügend Dialyseplätze. Er hat Geschichten 
erzählt von 18-jährigen die verstorben sind mit einem Harnstoff von 400 
mg/dlder sich auf den Augenlidern auskristallisiert hat, weil von den 
Alten die an der Dialyse waren keiner verstorben ist. Aber es wird keine 
laufende Therapie beendet für jemanden der reinkommen muss.

Das Risiko dass Lars nicht neu beatmet wird als Kettenraucher wenn 
jüngere Nichtraucher im selben Haus beatmungspflichtig werden, ist 
allerdings gegeben.

Lars räumt aber ja immer ein dass er damit zufrieden wäre und dieses 
Risiko als Raucher gern akzeptiert, wie all die anderen Raucherrisiken.



-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

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#497161

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-04-14 00:15 -0700
Message-ID<d22f6055-e76a-44e6-894a-5e58c1f90008n@googlegroups.com>
In reply to#497159
JF Nudrt schrieb am Mittwoch, 14. April 2021 um 08:55:12 UTC+2:
> Am 14.04.21 um 08:39 schrieb Stefan Froehlich:

> > Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend 
> > geeignet. Aber Obacht, das Personal dort möchte gerne seine 
> > Eigeninteressen durchsetzen, weshalb man dessen Hilferufe 
> > genauestens hinterfragen sollte - ansonsten ist die leicht zu 
> > bestimmende Kenngröße womöglich gleich wieder kaputt. Heute kam 
> > schon wieder so ein unerhörtes Interview voller Eigeninteressen: 
> > <https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien-chronik/2100232-Wir-pfeifen-aus-dem-letzten-Loch.html> 
> > 
> > Du bist über 50, mit etwas Pech würden sie Dich in Wien für einen 
> > jüngeren von der Beatmung abhängen.
> Also das tut man definitiv nicht. Hat man auch früher noch nie getan. 
> Mein Ausbilder in der Nephrologie Professor Samtleben kommt aus dem 
> Osten. Dort gab es auch nicht genügend Dialyseplätze. Er hat Geschichten 
> erzählt von 18-jährigen die verstorben sind mit einem Harnstoff von 400 
> mg/dlder sich auf den Augenlidern auskristallisiert hat, weil von den 
> Alten die an der Dialyse waren keiner verstorben ist.

Schön, daß Du Dich in Wien so gut auskennst. Aber war das hier nicht ein anderer Osten?

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#497165

FromChristian Schumacher <cs.spam@nurfuerspam.de>
Date2021-04-14 09:46 +0200
Message-ID<s566l2$nkb$1@news-1.m-online.net>
In reply to#497154
Stefan Froehlich schrieb:
> On Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 Lars Gebauer wrote:
>> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
>> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende
>> | Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten
>> | intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis
>> | des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit
>> | Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher Trends.
> 
> Ja, ich finde auch, dass wir uns vor allem auf leicht zu bestimmende
> und (leicht) zu kommunizierende Kenngrößen beschränken sollten. Es
> darf ja niemand überfordert werden.
> 
> Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend
> geeignet. 

Hervorragend, ja. Insbesondere, da dies eine Zahl ist, die nach oben
limitiert ist durch die Anzahl der Intensivbetten.

Mitgehen würde ich den Vorschlag, wenn man die Anzahl der
Hospitalisierungen insgesamt heranziehen würde. Das wäre dann auch vor
dem Hintergrund, dass die Schwelle zur ICU letztlich auch von den freien
Kapazitäten dort bestimmt wird, eine ehrlicheres Kriterium. Und sicher
als "Zählschwelle" auch nicht zu niedrig angesetzt. Es legt sich ja
keiner nur zum Ausschlafen ins Krankenhaus.

-- 
Gruß
Christian

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#497169

FromFrank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net>
Date2021-04-14 10:05 +0200
Message-ID<kff18tkd82mt.nppx9xl1i42z.dlg@40tude.net>
In reply to#497165
Am Wed, 14 Apr 2021 09:46:42 +0200 schrieb Christian Schumacher:

> Stefan Froehlich schrieb:
>> On Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 Lars Gebauer wrote:
>>> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
>>> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende
>>> | Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten
>>> | intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis
>>> | des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit
>>> | Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher Trends.
>> 
>> Ja, ich finde auch, dass wir uns vor allem auf leicht zu bestimmende
>> und (leicht) zu kommunizierende Kenngrößen beschränken sollten. Es
>> darf ja niemand überfordert werden.
>> 
>> Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend
>> geeignet. 
> 
> Hervorragend, ja. Insbesondere, da dies eine Zahl ist, die nach oben
> limitiert ist durch die Anzahl der Intensivbetten.
> 
> Mitgehen würde ich den Vorschlag, wenn man die Anzahl der
> Hospitalisierungen insgesamt heranziehen würde. 

Ja, das macht Sinn.

> Das wäre dann auch vor
> dem Hintergrund, dass die Schwelle zur ICU letztlich auch von den freien
> Kapazitäten dort bestimmt wird, eine ehrlicheres Kriterium. Und sicher
> als "Zählschwelle" auch nicht zu niedrig angesetzt. Es legt sich ja
> keiner nur zum Ausschlafen ins Krankenhaus.

Stimmt.

Grüße,

Frank

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#497201

FromMarkus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de>
Date2021-04-14 10:11 +0000
Message-ID<idntfcFg5dqU1@mid.individual.net>
In reply to#497165
Am Wed, 14 Apr 2021 09:46:42 +0200 schrieb Christian Schumacher:

> Stefan Froehlich schrieb:
>> On Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 Lars Gebauer wrote:
>>> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
>>> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende
>>> | Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten
>>> | intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis
>>> | des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit
>>> | Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher Trends.
>> 
>> Ja, ich finde auch, dass wir uns vor allem auf leicht zu bestimmende
>> und (leicht) zu kommunizierende Kenngrößen beschränken sollten. Es
>> darf ja niemand überfordert werden.
>> 
>> Gerade die Zahl der Intensivpatienten ist dafür hervorragend
>> geeignet. 
> 
> Hervorragend, ja. Insbesondere, da dies eine Zahl ist, die nach oben
> limitiert ist durch die Anzahl der Intensivbetten.
> 
Und sie hat noch den Vorteil der aktuellen Entwicklung um Wochen
nachzueilen. Da hat man dann noch länger Zeit zum Nixtun und dann "Oh
sorry, leider zu spät!"

> Mitgehen würde ich den Vorschlag, wenn man die Anzahl der
> Hospitalisierungen insgesamt heranziehen würde. Das wäre dann auch vor
> dem Hintergrund, dass die Schwelle zur ICU letztlich auch von den freien
> Kapazitäten dort bestimmt wird, eine ehrlicheres Kriterium. Und sicher
> als "Zählschwelle" auch nicht zu niedrig angesetzt. Es legt sich ja
> keiner nur zum Ausschlafen ins Krankenhaus.

Leider ist auch das nicht so Recht zielführend.
Du darfst davon ausgehen, daß so grob 10% der Infizierten, mit milden
oder gar keinen Symptomen (Landen nie im Krankenhaus), danach sehr
lange oder für immer krank sind.
Zu dem Thema gab es neulich mal endlich Zahlen aus Deutschland, ich
meine, es wären 12,8% gewesen. 
Long Covid ist ja jetzt auch genau das, was meine
Lieblingsdoktorandin und mich, trotz erster Impfdosis, nicht dazu
bewegt "In Champagner auszubrechen". Pandemie ist für uns noch lange
nicht beendet, dazu müßten die Inzidenzen eben niedrig sein und
natürlich auch länger bleiben.


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#497168

FromFrank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net>
Date2021-04-14 10:04 +0200
Message-ID<1p3xvzees9f5o.o2zf2rmg94sq.dlg@40tude.net>
In reply to#497117
Am Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 +0200 schrieb Lars Gebauer:

> https://www.welt.de/politik/deutschland/article230263299/Ex-Charite-Chefvirologe-Offener-Brief-an-Bundesregierung.html
> 
>| Offener Brief an den Deutschen Bundestag
>| unter Embargo bis 00.00 Mittwoch, den 14. April 2021

>| 3. Die im Gesetzesvorhaben vorgesehene 7-Tages-Inzidenz differenziert
>| nicht, in welchen Altersgruppen, Lebensräumen und Bevölkerungsgruppen
>| Infektionen auftreten. Eine gleich hohe Inzidenz kann dramatisch
>| unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem ob sie zum Beispiel bei
>| primär gesunden Studierenden, bei schwer erreichbaren
>| Bevölkerungsgruppen, bei besonders vulnerablen Menschen, oder diffus
>| in der Gesamtbevölkerung verteilt gemessen wird.

Speziell das ist ein wichtiger Punkt. Seit wenigen Wochen testet man recht
flächendeckend in Schulen und Kindergärten, was die Inzidenz erst mal
hochtreibt, weil man die Dunkelziffer ausleuchtet. Und es macht einen
qualitativen Unterschied, ob die 20 Neuinfektionen in einem Landkreis in
einer Kita oder in einem Altenheim erfolgt sind. Gezählt werden sie aber
alle gleich.

>| In der Konsequenz würde die gesetzlich verbindliche Koppelung von
>| Maßnahmen an die 7-Tages-Inzidenz der Infektionen zur Folge haben
>| können, dass selbst dann massive Einschränkungen der Freiheitsrechte
>| mit gravierenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Kultur und die
>| körperliche und seelische Gesundheit erfolgen müssten, wenn längst
>| weniger krankenhauspflichtige Erkrankungen als während einer
>| durchschnittlichen Grippewelle resultierten. Ein solches Szenario ist
>| im Falle eines zunehmenden Impferfolgs durchaus realistisch und
>| zeitlich absehbar.

Wollen wir es hoffen.

>| Vorgeschlagene Alternative:
>|
>| Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende Bemessungsgrundlage
>| wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten intensivstationären
>| Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis des Patientenwohnortes,
>| Alter und Geschlecht mit Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher
>| Trends. Dies ist nicht zu verwechseln mit der im DIVI Register derzeit
>| berichteten „Anzahl der mit Covid-19 belegten Intensivbetten“, welche
>| per se auch eine wichtige Information bezüglich der Versorgungslage
>| liefert.

Hier ergeht man sich jetzt wieder etwas zu sehr im klein-klein.

>| Die Zahl intensivstationärer Neuaufnahmen kann die Dynamik
>| des Infektionsgeschehens besser abbilden als die intensivmedizinische
>| Belegungsstatistik[3].
>|
>| Damit diese Werte zeitnah, vollständig und integriert in der
>| bestehenden digitalen Meldestatistik den Kommunen, Landesbehörden und
>| des RKI verfügbar werden, müssten lediglich kleinere Anpassungen in
>| den Paragraphen 6 und 11 des IfSG vorgenommen werden.

Es spricht erst mal nichts dagegen, dies zu tun.

Grüße,

Frank

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#497172

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2021-04-14 10:23 +0200
Message-ID<s568nt$5hn$1@dont-email.me>
In reply to#497168
Am 14.04.2021 um 10:04 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Tue, 13 Apr 2021 17:47:16 +0200 schrieb Lars Gebauer:
>> | Vorgeschlagene Alternative:
>> |
>> | Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende Bemessungsgrundlage
>> | wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten intensivstationären
>> | Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis des Patientenwohnortes,
>> | Alter und Geschlecht mit Berücksichtigung diesbezüglicher zeitlicher
>> | Trends. Dies ist nicht zu verwechseln mit der im DIVI Register derzeit
>> | berichteten „Anzahl der mit Covid-19 belegten Intensivbetten“, welche
>> | per se auch eine wichtige Information bezüglich der Versorgungslage
>> | liefert.
> 
> Hier ergeht man sich jetzt wieder etwas zu sehr im klein-klein.

Das ist halt das Problem: Bezieht man sich einzig auf die 
7-Tage-Inzidenz, so wie es der glorreichen Bundesregierung und den 
"Einheitliche Regeln für Alle!"-Idioten vorschwebt, dann wird das Raster 
viel zu grob, dann werden konkrete individuelle Umstände nicht 
berücksichtigt. Das führt dann in der Folge wieder zu Regelungen, die a) 
kaum nachvollziehbar und b) überflüssig bis kontraproduktiv sind.

Um das zu vermeiden wird man um kleinteiligere Regelungen nicht herumkommen.

-- 
Und der HERR nahm das Hirn und ging seiner Wege.

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