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Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz

Started byBernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com>
First post2016-04-21 19:12 +0000
Last post2016-04-22 03:27 -0700
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  Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Bernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com> - 2016-04-21 19:12 +0000
    Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2016-04-22 08:18 +0200
      Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Emil Schuster <emil@wieslauf.sub.de> - 2016-04-22 08:37 +0200
        Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2016-04-22 00:11 -0700
      Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Hanno Foest <hurga-news2@tigress.com> - 2016-04-22 11:49 +0200
        Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2016-04-22 12:16 +0200
          Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Hanno Foest <hurga-news2@tigress.com> - 2016-04-22 13:23 +0200
        Re: Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2016-04-22 03:27 -0700

#251765 — Daten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz

FromBernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com>
Date2016-04-21 19:12 +0000
SubjectDaten, Das Darknet und Die Deutsche Digitale Demenz
Message-ID<57192604$0$8518$b1db1813$df808093@news.astraweb.com>
Unkommentierter Vollquote, weil hier äußerst OnT:

Hadmut Danisch schrieb am 20.4.2016 um 22:34 auf <http://www.danisch.de/
blog/2016/04/20/daten-das-darknet-und-die-deutsche-digitale-demenz/>:

Zur Abwechslung mal wieder was aus meinem eigentlichen Fachgebiet: Ich war 
bei einer Veranstaltung zum Thema IT-Sicherheit. 

Nachdem ich mich in letzter Zeit so oft – zu oft – auf politischen 
Veranstaltungen herumgetrieben habe, dachte ich, ich könnte mich ja auch 
mal wieder in meinem Beruf herumtreiben und mal wieder eine vernünftige 
Veranstaltung besuchen, und war deshalb vorhin beim Bonner Dialog für 
Cybersicherheit, Titel heute: „Das Darknet – Fluch oder Segen in der 
digitalen Welt“[1] am Bonn-Aachen International Center for Information 
Technology, mit Volker Kozok (Bundeswehr), Dirk Kunze (Kriminalrat beim 
Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen) und Christian Schülke („Security 
Enthusiast”, was auch immer das sein mag, keine Ahnung, warum man sich so 
nennt, denn ethusiastisch ist man nur am Anfang, wenn man noch will, aber 
noch nicht hat.) 

Ich bin mir jetzt nicht sicher, woran das liegt. Ob’s an mir liegt (und 
wenn ja in welche Richtung, Altersweisheit oder doch einsetzende 
Senilität) oder am veränderten Konferenzstil, aber irgendwie kann ich 
generell mit diesen Vortragsveranstaltungen immer weniger anfangen. Ich 
habe das schon so oft gerügt, mir gehen diese Podiumsdiskussionen so 
unglaublich auf den Wecker. Ist halt einfach für die Teilnehmer, einfach 
hinsetzen, man muss nichts vorbereiten, nichts können, nichts wissen, denn 
günstigstensfalls antwortet man einfach auf Fragen, die der Moderator 
reihum hinwirft. So schlimm war’s heute nicht, aber die Tendenz ist schon 
da. Woher kommt das? Die Journalisten sind schuld. Die haben diesen Stil 
eingeführt, denn wenn man denen mal zuschaut, machen die ständig und 
unentwegt sowas, nennt sich halt nur auf Neudeutsch dann eben „Talkshow”, 
ist aber das gleiche. Denn deren Ziel ist nicht, Informationen 
rüberzubringen oder den Zuhörer schlauer zu machen, sondern Sendezeit zu 
füllen. Journalisten haben ihre Arbeit dann getan und ihr Gehalt verdient, 
wenn sie x Minuten Sendezeit gefüllt haben, Inhalt eigentlich egal, gerne 
auch Krawall. Siehe Fernsehtalkshows. Seit es in Mode kam, dass sich 
Journalisten ein Zubrot (oder ihr Hauptgehalt) verdienen, indem sie 
überall als Moderator auftreten, haben sich diese Podiumsdiskussionen wie 
die Pest ausgebreitet. Heute war’s ein bisschen besser, die konnten schon 
alle selber reden, und der Moderator war auch kein Journalist, sondern ein 
Professor von Fraunhofers (ob das besser ist, überlasse ich hier mal dem 
Leser, Ihr kennt meine Meinung von Fraunhofer-Instituten und meine 
Erfahrungen mit denen). Aber besonders Kozok habe ich in den letzten 
Jahren ja mehrmals gehört, der ist nicht nur eloquent, sondern dem 
zuzuhören ist schon unterhaltsam und lohnend. 

Was mich auch gewaltig stört, ist diese Ritualisierung von 
Veranstaltungen. Eigentlich nicht so wichtig, worüber man redet, sondern 
eher dass man redet, sich mal wieder trifft und gegenseitig begrüßt, ein 
paar substanzlose Höflichkeitsfragen stellt und hinterher das Buffet auf 
Kosten öffentlicher Kassen oder des Sponsors wegfrisst. Irgendwie habe ich 
bei diesen ganzen Konferenzen und Veranstaltungen immer intensiver das 
Gefühl (allerdings auch schon vor 10 Jahren in den USA, beispielsweise am 
MIT), dass das fachliche immer mehr in den Hintergrund tritt und nur noch 
zum Alibi für den social event wird. Und so, wie mir von vielen modernen 
Filmen hinterher nicht viel mehr im Gedächtnis hängen bleibt als dass die 
Frau gut aussah, bleibt mir von Vortragsveranstaltung meist vorrangig 
kleben, dass das Buffet gut war. Stört mich das immer mehr oder stört es 
andere immer weniger?

Und was mir auch an und ab auffällt ist, dass die interessanten 
Informationen eher aus dem Publikum als von den Vortragenden kommen. 

Aber fangen wir vorne an: 

Begrüßung und Eröffnung durch Prof. Dr. Stefan Wrobel, Bonn-Aachen 
International Centerfor Information Technology – fiel aus, hatte keine 
Zeit. 

Dann der Vortrag „Tatort Netz – Erkenntnisse aus aktuellen Ermittlungen“ 
von Dirk Kunze, Kriminalrat beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Er 
beschrieb so die Probleme, dass man ja nicht weiß, was man bekommt, wenn 
man im Internet bestellt, und ob man Garantie hat. Dass sie nicht wissen, 
wie sie das im Darknet rückverfolgen sollen, wie man Drogenhandel da 
eindämmen könnte, und als ganz großes Problem, wie man Zahlungen 
nachverfolgen kann, denn die zahlen ja mit Bitcoins.

An dem Vortrag stieß mir sogleich etwas sauer auf, und ich dachte erst, 
das hätte vielleicht nur ich so empfunden, aber genau das rügte nachher 
auch jemand aus dem Publikum. Der sagte nämlich eigentlich nichts, sondern 
stellte den ganzen Vortrag hindurch nur Fragen. Wie können wir das 
verfolgen? Was machen wir da? Wir sollen wir das bekämpfen?

Zwar waren die Fragen rhetorisch gestellt wie eben Rhetorische Fragen. 
Aber es kamen keine Antworten. Es blieb letztlich nur der Eindruck einer 
Hilflosigkeit, einer Kapitulation übrig. 

Den Aufhänger dafür fand er in einem Vergleich zwischen realer Welt und 
Darknet. In der Realität käme die Polizei wenn eingebrochen wird, würde 
Drogenhändler festnehmen usw., und das ginge im Darknet halt alles nicht. 

Ich habe da schon an mich halten müssen, um mich da nicht zu Wort zu 
melden. Denn es stimmt einfach nicht. Es kommt auch in der Realität kaum 
noch einer. In Berlin gibt es in der Innenstadt immer mehr Gegenden, in 
denen man auf 100 Meter Gehweg von mindestens 5 Drogendealern angequatscht 
wird, ob man nicht diese oder jene Droge kaufen wollen. Unbehelligt von 
der Polizei. Die machen nichts, und selbst wenn, steht der Dealer am 
nächsten Tag wieder da, weil die Richter ihn freilassen. 

Ich weiß nicht, was das Gequatsche soll, dass das Darknet so viel 
schlimmer als die Realität wäre, wenn ich nur 300 Meter zur nächsten U-
Bahn-Station gehen muss, um alle Arten von Drogen zu bekommen, die der 
Markt anbietet. Wer müht sich noch mit einem unsicheren und riskanten 
Online-Drogenhändler und langem Versand ab, wenn man vor Ort alles kaufen 
und sofort haben kann? In Berlin muss man die Drogenhändler nicht mal mehr 
suchen, sondern sich inzwischen ihres Ansturms erwehren. Und das ist 
politisch so gewollt, gibt ja sogar mindestens eine Partei, die ganz offen 
die Drogenmärkte protegiert und sie freigeben will. (Die WELT hatte gerade 
einen lesenswerten Artikel[2] einer niederländischen Journalistin, die 
beschreibt, dass es in Berlin viel schlimmer als in den Niederlanden sei 
und die Freigabe weicher Drogen in den Niederlanden keineswegs zu einer 
Entspannung bei den harten geführt hat). Das Problem ist nicht das 
Darknet. Das Problem ist, dass der Drogenhandel von Politikern gewollt und 
gefördert ist, schon zum Eigenbedarf. Es ist vor allem ein politisches 
Problem. Dazu aber unten mehr. 

Und was mir persönlich da auch sehr stöhrend auffiel: Er vermischte 
ständig zwei völlig unterschiedliche Situationen, als wäre es das gleiche. 
Es ist ein Riesen-Unterschied, ob ein Nutzer selbst gesetzestreu bleiben 
will, aber angegriffen wird und auf Phishing reinfällt oder durch 
Systemlücken attackiert wird, und geschützt werden muss, oder ob ein 
Nutzer kriminell ist und aus eigenem Antrieb das Darknet aufsucht, etwa um 
Schadsoftware oder Drogen zu kaufen. Das sind völlig unterschiedliche 
Situationen (Angreiferpositionen). Wenn man schon so elementare 
Situationen nicht auseinanderhalten kann … wird es für den Zuhörer schwer, 
zu folgen. 

Podiumsdiskussion … naja, Podiumsdiskussion eben. 

Einer (weiß nicht mehr genau, wer) berichtete, dass es zum Verzweifeln 
sei, wenn man Politikern das Problem klar machen wolle. Mein sei etwa 
daran gescheitert, Politikern, die irgendwelche Inhalte vor 22 Uhr sperren 
lassen wollte, zu vermitteln, dass es in einem weltweiten Netzwerk kein 
vor oder nach 22 Uhr gibt. Das Problem ist einfach, dass wir von Leuten 
regiert werden, denen schlichtweg die Kompetenz dazu fehlt. 

Kozok berichtete mal von der Bundeswehr, dass er da auf ähnliche 
Überzeugungsprobleme stößt. Er warnt vor digitalen Gefahren. Und erwähnt, 
dass die Amerikaner das ernst nähmen: Als ein Journalist fälschlich 
meldete, irgendwo – war es Türkei? Bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher – 
seien Patriots gehackt worden, hätte ihn innerhalb von 10 Minuten sein 
Pendant vom FBI angerufen und gefragt, was da passiert sei. In der eigenen 
Truppe stoße er dagegen auf wenig Verständnis. Dort herrsche die 
Auffassung, dass man mit Panzern fährt und mit Flugzeugen fliegt, aber 
nicht mit Daten rummacht. (Fragt sich, wie lange die Panzer dann noch 
fahren und die Flugzeuge noch fliegen. Fahrt mal einen Leo2 ohne Software. 
Und einen Airbus A400 bekommen sie ja schon ohne Angriff nicht hoch – 
wegen der Software. Die Amis haben gerade ein Milliardenschweres 
Kampfflugzeug entwickelt, dessen Bordkanone frühestens in vier Jahren 
funktioniert, weil die Software nicht fertig ist. Ich war 1985/86 bei der 
Bundeswehr, und da hatten wir schon die modernen MAN-LKW, die zwar toll, 
aber schon elektronisch gesteuert sind. Deshalb hatten wir zur Reserve 
noch uralte LKW aus den 50er Jahren in der Halle, die nach dem Anlassen 
komplett ohne Strom funktionierten und selbst die Druckluftanzeuge 
pneumatisch-mechanisch lief, weil die Dinger atomschlagsicher waren. Es 
gab auch ein „Rechengerät Ballistik” in Sarkophag-Größe, für das man einen 
eigenen Stromgenerator brauchte, das aber atomschlagsicher war, weil ein 
Analogrechner aus Röhren. Und heute haben die Zeugs, was samt und sonders 
lahmgelegt werden kann, was so anfällig ist, dass sie es schon ohne 
Angriff kaum hochkriegen. Fahrt mal einen Leo2 ohne Software. Versucht 
mal, einen Eurofighter zu fliegen – oder auch nur zu debuggen.)

Im Ernst: Wie sollte das anders sein, wenn ausgerechnet eine Ursula von 
der Leyen Verteidigungsministerin werden kann? Erinnert Euch mal an deren 
Kinderpornosperre[3]: Null Ahnung, nicht mal ansatzweise. Die dachte, das 
Internet bestünde nur aus Webseiten (so wie bei BTX), die Provider wären 
Webseiten-Händler und sie hielt DNS-Server für sowas wie Web-Server oder 
Proxies. Extrem beratungsresistent und unbelehrbar. Aber trieb mit ihrem 
Wahnsinn die ganze Bundesregierung vor sich her, drückte sogar ein Gesetz 
durch, dass man ein Jahr später wegen grober Untauglichkeit wieder 
aufheben musste. Aber man machte das mit, damit Ursula von der Leyen ihren 
Willen bekam – sie nannte das ja auch „ihren politschen Willen”, und jeden 
„krachend unfähig”, der nicht macht, was sie will. Mit technischen 
Argumenten nicht erreichbar. 

Und ausgerechnet die ist jetzt für Bundeswehr und Landesverteidigung 
zuständig. Wollte die FKK-Armee (Fernseher, Kühlschrank, Kita). Und dann 
wundern die sich, dass das Thema Cybersicherheit dort keinen Stellenwert 
hat? Dass sich das dort auf’s Haptische und Aussehen reduziert? Auf Dinge, 
vor die man sich für ein Pressefoto stellen kann? Panzer und Flugzeuge?

Und damit sollen wir einen Krieg gewinnen?

Man kann es nicht mal sagen. Denn bekanntlich verliert jeder den Kopf, der 
von der Leyen kritisiert. Vielleicht müssen sie sich da wundern, weil 
ihnen sonst nichts anderes mehr übrig bleibt. 

Womit wir zum eigentlichen Kern des Problems kommen. 

Während des Vortrags, der Podiumsdiskussion und vieler Publikumsfragen 
(viele fragen auch nur aus Höflichkeit, zur persönlichen Interaktion und 
um sich zu zeigen, nicht weil sie eine schlaue Frage hätten) störte mich 
sehr, dass das eigentliche Problem, nämlich dass Sicherheit politisch gar 
nicht gewollt ist und sogar sabotiert wird, systematisch ausgeklammert und 
verschwiegen wird. Ich hatte mir allerdings vorgenommen, heute mal nicht 
bei den ersten Fragenden zu sein. 

Nach einer Weile, fast gegen Ende der Fragerunde, fragte ein Mann vor mir 
dann aber doch nach diesem Punkt: Warum das Thema Politik nicht zur 
Sprache gekommen wäre, denn schlussendlich liefe das doch alles darauf 
hinaus, dass von der Politik nicht der Wille besteht, daran was zu ändern. 

Das Podium hat darauf zwar reagiert, die Frage aber nicht beantwortet.

Kurz darauf meldete sich ein anderer, ähnliches Thema, auch um (s)ein Buch 
dazu anzükündigen, Titel Digitale Souveränität (oder sinngemäß, bin mir 
nicht mehr sicher), der – zu Recht – meinte, dass wir doch digital gar 
nicht souverän, sondern fremdbestimmt seien, und wir endlich mal die Macht 
über uns selbst erlangen müssten. Warum wir digital so schrecklich unfähig 
seien, uns selbst zu verwalten. 

Beide sprachen mir genau aus der Seele, nur lange nicht tief genug um es 
zutiefst zu tun. Richtung stimmt, aber zu kurz gedacht. 

Was mir da immer wieder auffällt, ist, dass den Leuten das 
kryptohistorische Wissen fehlt. Die haben fast alle erst nach 2000 
angefangen, sich mit dem Thema zu befassen. 

Was sie aber offenbar nicht wissen ist, dass Kryptographie und sichere IT 
in Deutschland nicht nur nicht gefördert, sondern – besonders in den 
Neunziger Jahren – systematisch ausgebremst, sabotiert, blockiert wurde. 

Ich hab’s ja schon oft erzählt: 1997 fand – kurioserweise in der damaligen 
Hauptstadt Bonn, also gerade um die Ecke der heutigen Veranstaltung – die 
Bundestagsanhörung zum geplanten Kryptoverbot statt. Die Politik wollte 
auf jeden Fall starke Kryptographie verbieten (wollte oder sollte?). Dass 
man das nicht wollen kann, sagten viele, aber dass man das auch technisch 
nicht machen kann, habe damals nur ich gezeigt – und wurde prompt dafür 
abgesägt. In der Folge der damaligen Vorgänge hat der BND die Forschung 
überwacht und Karrieren abgeschossen, dafür wurden die Kryptoprofessuren 
reihenweise mit Leuten besetzt, die schon von sich selbst sagen, dass sie 
zu Kryptographie nichts sagen können, oder solchen, die sich das einbilden 
und nicht mal Primzahlen richtig definieren können. (Inzwischen hat man 
das gesteigert und durch Frauenquoten Informatikprofessuren mit Leuten 
besetzt, die alle Informatikvorlesungen halten, zu jedem beliebigen Titel, 
und dabei immer dasselbe erzählen: Soziogeschwafel. )

Man hat jahrelang die deutsche IT-Sicherheits- und Kryptoforschung 
sabotiert, kaltgestellt, mit Leuten besetzt, von denen garantiert nichts 
kam. Die Politik hat es getan. Der Bundesnachrichtendienst hat es getan. 
Und wenn’s der Bundesnachrichtendienst getan hat, stecken die Amerikaner 
dahinter. Zumal auch der Bundestag damals kaum ein Geheimnis daraus 
machte, es selbst eigentlich nicht zu verstehen, sondern nach der Pfeife 
der Freunde hinter dem großen Teich zu tanzen. 

Wir hatten vor rund 20 Jahren hier massive Kryptokriege. Und kaum jemand 
hat es mitbekommen, weil Internet und Computer noch nicht im Bewusstsein 
der Öffentlichkeit angekommen sind. (Der Boom ging im gewerblichen Bereich 
erst um 1999 und im privaten Bereich ein paar Jahre später los.)

Alle die, die damals an diesen Kryptokriegen beteiligt waren, sind 
entweder raus aus dem Business – oder tot. Man hat die Stellen mit Leuten 
besetzt, die von diesen Kriegen nichts oder nur sehr wenig wussten und zum 
Kryptokrieger nicht taugten. Und heute sind eigentlich nur noch solche 
Leute unterwegs, die die Vorgänge von damals nicht kennen, weil sie erst 
danach in dem Thema angefangen haben. 

Auch eine Form digitaler Demenz. Und ohne Snowden hätten sie nicht mal 
davon erfahren, würden sowas als Verschwörungstheorien abtun. 

Und heute sitzen sie da, jammern darüber, dass das Internet so unsicher 
(oder zu sicher, je nach Blickwinkel) ist, fragen sich, wie man da 
rauskäme. Aber keiner weiß mehr, wie wir da reingekommen sind, worin die 
Ursache liegt, die man zuest bekämpfen muss.

Wir sind – wie es heute erwähnt wurde – eine digitale Kolonie. Und fast 
niemand weiß, wie es dazu kam. Man sitzt da, und wundert sich. Man 
versteht nicht, wie’s kommt, und man stellt Fragen, viele Fragen, ohne 
Antworten zu haben. Und doch hat man einen ganzen Vortragssaal voller 
Krawattenträger, die sich alle für die Elite der IT-Sicherheit halten. Mit 
richtig schönem modernem Vortragssaal und lecker Buffet. 

Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der 
deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung? 

Na!?

So sieht’s aus…

[1] <https://www.fkie.fraunhofer.de/de/veranstaltungen/2016/7-bonner-
dialog-fuer-cybersicherheit.html>
[2] <http://www.welt.de/vermischtes/article154506788/So-was-wie-in-Berlin-
habe-ich-in-Amsterdam-nie-gesehen.html>
[3] <http://www.danisch.de/blog/2011/06/21/wie-die-deutsche-internet-
kinderpornosperre-zustande-kam-und-zugrunde-ging/>

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#251808

From"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx>
Date2016-04-22 08:18 +0200
Message-ID<ehgjhbdvv3nbjuj6if8g8phn9hpfukvmtd@4ax.com>
In reply to#251765
Bernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com> wrote:

>Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der 
>deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung? 

Da kam was?! Nicht, daß ich wüßte. 


-ras

-- 
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/ 

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#251811

FromEmil Schuster <emil@wieslauf.sub.de>
Date2016-04-22 08:37 +0200
Message-ID<nfcgrj$vb$1@wieslauf.sub.de>
In reply to#251808
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:

> Bernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com> wrote:
> 
>>Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der
>>deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung?
> 
> Da kam was?! Nicht, daß ich wüßte.
> 
> 
> -ras
> 
Wie auch? Schliesslich ist das alles für uns Neuland, frag' mal Mutti.

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#251813

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2016-04-22 00:11 -0700
Message-ID<af8bc98c-9beb-4e9c-9180-f004e9a8dfc2@googlegroups.com>
In reply to#251811
Emil Schuster tat kund:

> Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> 
> > Bernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com> wrote:
> > 
> >>Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der
> >>deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung?
> > 
> > Da kam was?! Nicht, daß ich wüßte.
> > 
> > 
> > -ras
> > 
> Wie auch? Schliesslich ist das alles für uns Neuland, frag' mal Mutti.

Wie ich hier bereits darlegte, ist es das 
für unzählige Millionen auch.

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#251827

FromHanno Foest <hurga-news2@tigress.com>
Date2016-04-22 11:49 +0200
Message-ID<dnuad3Fkrs7U1@mid.individual.net>
In reply to#251808
Am 22.04.2016 08:18 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:

>> Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der
>> deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung?
>
> Da kam was?! Nicht, daß ich wüßte.

Kam von woanders mehr?

Wenn ich Papers lese über diesen oder jenen Angriff, dann sind da 
durchaus (deutsche) Namen bei, die ich kenne. Auf dem CCC erfährt man 
auch so einiges.

Ohne Metrik für "was kommen" ist das erst mal nur Stammtischgerede.

Hanno

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#251832

From"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx>
Date2016-04-22 12:16 +0200
Message-ID<eeujhb9lepoc0tg0ifjlh1r69bfcamg3l1@4ax.com>
In reply to#251827
Hanno Foest <hurga-news2@tigress.com> wrote:

>Kam von woanders mehr?
>
>Wenn ich Papers lese über diesen oder jenen Angriff, dann sind da 
>durchaus (deutsche) Namen bei, die ich kenne. Auf dem CCC erfährt man 
>auch so einiges.

Das ist vollkommen richtig, aber Innovation mit Praxisrelevanz sehe
ich eher wenig. 


-ras

-- 
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/ 

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#251845

FromHanno Foest <hurga-news2@tigress.com>
Date2016-04-22 13:23 +0200
Message-ID<dnuft7Fm7pmU1@mid.individual.net>
In reply to#251832
Am 22.04.2016 12:16 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:

>> Kam von woanders mehr?
>>
>> Wenn ich Papers lese über diesen oder jenen Angriff, dann sind da
>> durchaus (deutsche) Namen bei, die ich kenne. Auf dem CCC erfährt man
>> auch so einiges.
>
> Das ist vollkommen richtig, aber Innovation mit Praxisrelevanz sehe
> ich eher wenig.

Whut? Das ist doch die einzige Innovation mit Praxisrelevanz, die zählt. 
Wenn irgendwelche Closed-Source-Firmen irgendwas bei sich einbauen, 
wovon eh keiner weiß, wie gut es implentiert ist und wie viele 
Hintertüren es hat, ist das völlig egal.

Offene Algorithmen, und Angriffe auf dieselben, das ist ne ganz andere 
Nummer.

Hanno

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#251835

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2016-04-22 03:27 -0700
Message-ID<2c817a40-6178-47cb-ae2e-292d55970167@googlegroups.com>
In reply to#251827
Hanno Foest tat kund:

> Am 22.04.2016 08:18 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
> 
> >> Stellt Euch mal die Frage: Was kam in den letzten 20 Jahren aus der
> >> deutschen Krypto- und IT-Sicherheitsforschung?
> >
> > Da kam was?! Nicht, daß ich wüßte.
> 
> Kam von woanders mehr?

Hat jemand das behauptet?

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