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Antizyklische Griechenland-News

Started byFlorian Maier <holeinone5@gmx.net>
First post2015-08-10 13:57 +0200
Last post2015-08-11 11:32 +0000
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Contents

  Antizyklische Griechenland-News Florian Maier <holeinone5@gmx.net> - 2015-08-10 13:57 +0200
    Re: Antizyklische Griechenland-News Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2015-08-10 14:08 +0200
      Re: Antizyklische Griechenland-News Peter Matthias <PeterMatthias@web.de> - 2015-08-10 20:19 +0200
    Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 14:11 +0200
      Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 14:51 +0200
        Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 14:52 +0200
          Re: Antizyklische Griechenland-News Rico Heil <news-spam@silmaril.de> - 2015-08-10 20:24 +0200
            Re: Antizyklische Griechenland-News Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 18:56 +0000
              Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 21:13 +0200
              Re: Antizyklische Griechenland-News Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2015-08-11 12:00 +0200
        Re: Antizyklische Griechenland-News Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2015-08-10 14:03 +0000
          Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 16:09 +0200
            Re: Antizyklische Griechenland-News Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2015-08-10 14:17 +0000
              Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 17:42 +0200
                Re: Antizyklische Griechenland-News Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2015-08-10 20:51 +0000
                  Re: Antizyklische Griechenland-News Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2015-08-10 23:19 +0200
                  Re: Antizyklische Griechenland-News Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2015-08-11 05:02 +0000
        Re: Antizyklische Griechenland-News Andreas Quast <bu3ro.kratz@fr33n3t.de> - 2015-08-10 17:04 +0000
        Re: Antizyklische Griechenland-News Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2015-08-10 19:48 +0200
          Re: Antizyklische Griechenland-News Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2015-08-11 12:00 +0200
            Re: Antizyklische Griechenland-News Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2015-08-11 20:51 +0200
              Re: Antizyklische Griechenland-News Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2015-08-13 00:01 +0200
        Re: Antizyklische Griechenland-News Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2015-08-10 20:04 +0200
          Re: Antizyklische Griechenland-News "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2015-08-10 21:27 +0200
      Re: Antizyklische Griechenland-News Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2015-08-10 20:00 +0200
        Re: Antizyklische Griechenland-News Bernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com> - 2015-08-11 11:32 +0000

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#216765

FromDiedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de>
Date2015-08-11 20:51 +0200
Message-ID<8qsp9cxs0q.ln2@diedrich.ehlerding.dialin.t-online.de>
In reply to#216673
Martin Gerdes meinte:

>>Schon gar nicht zu den Zeiten, als es richtig hohe Zinsen gab; damals
>>hätte man die alle um den persönlichen Grenzsteuersatz bereinigen
>>müssen;
> 
> ... es sei denn, sie waren steuerfrei, z.B. in Form einer
> Lebensversicherung (oder auch als damals steuerfreier
> Spekulationsgewinn).

Wir sprachen von Zinsen, nicht von Spekulationsgewinnen; letztere kannst 
du auch heute noch erzielen, wenn du denn zocken willst. Und ernsthafte 
Freibeträge für Kapitaleinkommen gab es nur ziemlich kurze Zeit, nämlich 
als Anreiz, steuerehrlich zu werden. Meiner Erinnerung nach konnte man 
damals, so um 1990, Zinsen für ca. 5 Jahre nacherklären, und dann war die 
Vergangenheit erledigt, ohne Strafzuschlag usw., aber natürlich wusste das 
Finanzamt, dass da Geld war, und erwartete entsprechende Angaben in den 
Folgejahren. Ich hab das seinerzeit genutzt, weil ich damals mein 
Eigenkapital fürs Haus aufbringen musste - so dass ich in den Folgejahren 
nix mehr zu versteuern hatte; nacherklären war nötig, weil damals 
unangenehme Fragen aufkamen, woher man denn das Geld fürs Haus habe, wenn 
man die Eigenheimabschreibung nutzen wollte. 

Damals waren in  der Tat (als weiterer Anreiz) gewisse Freibeträge 
eingeführt worden, die aber in der Folge wieder abgescholzen wurden.

>>aber auch heute - zu Zeiten der Abgeltungssteuer - nicht.
> 
> ??? Dieser Satz offenbar nicht komplett.

Nochmal im Langtext die Struktur: Der Realzins nach Steuern war damals 
nicht nennenswert über Null, aber ist es auch heute nicht. 


> Was heißt schon "viel"? Aktuell gibt es quasi überhaupt keine Zinsen,
> aber dennoch eine gewisse Inflation (und sei es "nur" 1%). Realzins wäre
> dann -1%.

Und so war es damals auch - 8% Zinsen, blieben nach Steuern weniger als 
5%; aber 5% Inflation. Nach Steuern waren das auch damals reale 
Minuszinsen. Ja, ich weiß, dass damals nur die Doofen und die allzu 
Ehrlichen Steuern auf Zinsen gezahlt haben; aber du willst doch wohl nicht 
argumnentieren, dass damals steuerhinterziehung leichter möglich war als 
heute und daher reale Zinsgewinne möglich waren?


Diedrich
-- 
 pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD 
 fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93  6F A1 FF 10 16 59 96 F3 
 HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

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#216882

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2015-08-13 00:01 +0200
Message-ID<8o4nsapeo3jqk1r0mggk703rr5nrk2lb9q@4ax.com>
In reply to#216765
Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> schrieb:

>>>Schon gar nicht zu den Zeiten, als es richtig hohe Zinsen gab; damals
>>>hätte man die alle um den persönlichen Grenzsteuersatz bereinigen
>>>müssen;
 
>> ... es sei denn, sie waren steuerfrei, z.B. in Form einer
>> Lebensversicherung (oder auch als damals steuerfreier
>> Spekulationsgewinn).

>Wir sprachen von Zinsen, nicht von Spekulationsgewinnen; 

Wir sprachen von Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren.

>letztere kannst du auch heute noch erzielen, wenn du denn zocken willst. 

... und mußt sie versteuern.

Das war damals <tm> anders. Da konnte man als Privatanleger gezielt
Papiere unter pari erwerben, so die Zinsen mal wieder gestiegen waren.
So hatte (laßt Zahlen sprechen!) ein Papier mit 10 Jahren Restlaufzeit
einen Kurs von 90%, wenn der Zins um 2 Prozentpunkte gestiegen war;
diese Kursdifferenz ließ sich bei entsprechender Haltezeit legal
steuerfrei einstreichen. Mit "zocken" hat das nichts zu tun, mit
Spekulation natürlich wohl. Richtig groß war der Effekt nicht, mit
Zerobonds (die dieses Prinzip auf die Spitze treiben) ging das
steuerlich nicht, die waren diesbezüglich in der Regel sogar schlechter
als normale Papiere.

Ich denke hier an unseren alten Freund Konrad, der immer wieder erzählt,
daß er anno 1996 ein 30jähriges Bundespapier zu 6,5% erworben hat.
Begeisterter Steuerzahler, der er ist, zahlt er auf die 6,5% (die er
Jahr für Jahr bekommt) wacker steuer. Finanziell günstiger (und legal)
wäre es gewesen, das Papier irgendwann einmal hoch über pari zu
verkaufen und den Kursgewinn auf einmal steuerfrei einzustreichen.

>Und ernsthafte Freibeträge für Kapitaleinkommen gab es nur ziemlich 
>kurze Zeit, nämlich als Anreiz, steuerehrlich zu werden. 

Ja, klar. Die Kontrolldichte war damals längst nicht so groß wie heute,
Tafelpapiere gang und gäbe.

>Meiner Erinnerung nach konnte man damals, so um 1990, Zinsen für ca. 
>5 Jahre nacherklären

>Ich hab das seinerzeit genutzt, weil ich damals mein Eigenkapital fürs 
>Haus aufbringen musste 

Diedrich, wie wird mir? Sonst bist Du immer so politisch
fortschrittlich, und wenns um die eigene Börse geht ...

>Damals waren in  der Tat (als weiterer Anreiz) gewisse Freibeträge 
>eingeführt worden, die aber in der Folge wieder abgeschmolzen wurden.

... und zwar ziemlich schnell.

>Der Realzins nach Steuern war damals nicht nennenswert über Null, aber 
>ist es auch heute nicht. 

Stimmt. Heute ist er nennenswert drunter :-) (Und das Lieblingskind der
Roten, nämlich die Zinssteuer, spielt mangels Zinsen eine immer kleinere
Rolle).

>> Was heißt schon "viel"? Aktuell gibt es quasi überhaupt keine Zinsen,
>> aber dennoch eine gewisse Inflation (und sei es "nur" 1%). Realzins wäre
>> dann -1%.

>Ja, ich weiß, dass damals nur die Doofen und die allzu 
>Ehrlichen Steuern auf Zinsen gezahlt haben; aber du willst doch wohl nicht 
>argumentieren, dass damals Steuerhinterziehung leichter möglich war als 
>heute und daher reale Zinsgewinne möglich waren?

War es denn nicht so?

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#216598

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2015-08-10 20:04 +0200
Message-ID<d2s7e3FcidaU3@mid.individual.net>
In reply to#216564
Am 10.08.2015 um 14:51 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Also, seit 2010 haben die Deutschen lt. SZ 100 Milliarden an Sollzinsen
> eingespart.
> Demgegenüber haben die deutschen Bürger seit 2010 5*175 Milliarden= 879
> Milliarden an Habenzinsen verloren.
> 
> Das würde ich jetzt sehr gerne unter den SZ-Artikel notieren, aber die
> SZ, in weiser Vorraussicht, verbietet einem Abonnenten ja den Mund. Papa
> Prantl knows best.

Brauchst du nicht, steht doch mitten im Artikel (ohne die Zahlen, aber
der Einwand ist da):

Die Ergebnisse erzeugten aber auch Widerspruch. "Nicht Deutschland
profitiert von den Niedrigzinsen, sondern die verschuldeten öffentlichen
Körperschaften, also Bund, Länder und Kommunen", sagte der
Wirtschaftsweise Lars Feld der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
(Dienstagsausgabe). Was der Steuerzahler an Zinsaufwand spare, büßten
auf der anderen Seite die Bürger als Sparer ein. "Die Sparer sind
deutlich mehr geschädigt, das muss man gegenrechnen", sagte Feld.


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#216624

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2015-08-10 21:27 +0200
Message-ID<mqatul$h2r$2@news.albasani.net>
In reply to#216598
Am 10.08.15 um 20:04 schrieb Michael Bode:
> Am 10.08.2015 um 14:51 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> Also, seit 2010 haben die Deutschen lt. SZ 100 Milliarden an Sollzinsen
>> eingespart.
>> Demgegenüber haben die deutschen Bürger seit 2010 5*175 Milliarden= 879
>> Milliarden an Habenzinsen verloren.
>>
>> Das würde ich jetzt sehr gerne unter den SZ-Artikel notieren, aber die
>> SZ, in weiser Vorraussicht, verbietet einem Abonnenten ja den Mund. Papa
>> Prantl knows best.
> 
> Brauchst du nicht, steht doch mitten im Artikel (ohne die Zahlen, aber
> der Einwand ist da):
> 



Das stand, als der SZ- Artikel heute mittag erschien, noch nicht drin.
Steht ja auch unten drin: Lars Feld sprach mit der FAZ, nicht der SZ.

Erst am nachmittag, 4 Stunden später, hatte die FAZ ihren Artikel
online, in dem Herr Feld seinen Einwand brachte. Deswegen erscheint er
erst morgen (Dienstagsausgabe) im Print.

Daran kamen sie dann halt nicht mehr vorbei und haben ihn zitiert.

Mein Punkt, ich kam schon vorher drauf. Die SZ- nicht.


> Die Ergebnisse erzeugten aber auch Widerspruch. "Nicht Deutschland
> profitiert von den Niedrigzinsen, sondern die verschuldeten
> öffentlichen
> Körperschaften, also Bund, Länder und Kommunen", sagte der
> Wirtschaftsweise Lars Feld der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
> (Dienstagsausgabe). Was der Steuerzahler an Zinsaufwand spare, büßten
> auf der anderen Seite die Bürger als Sparer ein. "Die Sparer sind
> deutlich mehr geschädigt, das muss man gegenrechnen", sagte Feld.

Bin ich jetzt Wirtschaftsweiser? Na, das war ja einfach...


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#216596

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2015-08-10 20:00 +0200
Message-ID<d2s76pFcidaU2@mid.individual.net>
In reply to#216557
Am 10.08.2015 um 14:11 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Also, der Teil Deutschlands der Schulden hat oder macht (wie der Staat),
> darf sich freuen, der Teil Deutschlands der für schlechte Zeiten
> vorgesorgt (wie die meisten seiner Bürger)  hat schaut etwas blöder aus
> der Wäsche.

Oder genauer: der Teil Deutschlands, der Staatsanleihen begibt,
profitiert, der Teil Deutschlands, der deutsche Staatsanleihen hält,
verliert.

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#216683

FromBernd Lauert <m8r-9vv4fj@mailinator.com>
Date2015-08-11 11:32 +0000
Message-ID<55c9dd31$0$5892$b1db1813$df808093@news.astraweb.com>
In reply to#216596
On Mon, 10 Aug 2015 20:00:57 +0200, Michael Bode wrote:

> Am 10.08.2015 um 14:11 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> Also, der Teil Deutschlands der Schulden hat oder macht (wie der Staat),
>> darf sich freuen, der Teil Deutschlands der für schlechte Zeiten
>> vorgesorgt (wie die meisten seiner Bürger)  hat schaut etwas blöder aus
>> der Wäsche.
> 
> Oder genauer: der Teil Deutschlands, der Staatsanleihen begibt,
> profitiert, der Teil Deutschlands, der deutsche Staatsanleihen hält,
> verliert.

Nicht vergessen: fehlende Rendite kommt nun auf dem Immobilienmarkt durch 
kräftig gestiegene Preise herein, das betrifft insbesondere die Mieten.

Wer von Mieterhöhungen am meisten "profitiert", dürfte wohl klar sein.

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