Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]


Groups > ger.ct > #578193 > unrolled thread

Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert.

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2022-12-16 18:00 +0000
Last post2022-12-16 23:25 -0800
Articles 13 — 11 participants

Back to article view | Back to ger.ct


Contents

  Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-12-16 18:00 +0000
    Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-12-16 19:21 +0100
      Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-12-17 07:56 -0500
        Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2022-12-17 17:31 +0100
      Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2022-12-19 11:34 +0100
        Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2022-12-19 03:27 -0800
        Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2022-12-20 21:51 +0100
          Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-12-20 23:14 +0100
            Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-12-20 23:17 -0800
            Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2022-12-21 20:34 +0100
    Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-12-16 20:13 +0100
    Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-12-16 20:32 +0100
    Re: Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert. Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-12-16 23:25 -0800

#578193 — Putins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert.

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-12-16 18:00 +0000
SubjectPutins Blatt liegt auf dem Tisch. Und verliert.
Message-ID<tnibnm$15ckh$1@solani.org>
https://www.telegraph.co.uk/business/2022/12/16/cold-snap-has-brought-total-economic-defeat-putin/

"The cold snap has brought total economic defeat for Putin
Putin played the energy card, it has failed and now he can't play it again"

Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen. Und
das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt. Die Drohung hat
versagt. Nun hat er den einzigen bedeutsamen Wirtschaftszweig des Landes
zerstört. Ohne Gegenwert.

"The temperatures have plunged to minus 10 or even lower. Cold air is
sweeping across the Continent from the east. We have all had to turn up the
heating, and there may well be more freezing weather to come during January
and February. 

This should have been the week when the Russian president, Vladimir Putin,
sat back in his chair in the Kremlin, poured himself a stiff vodka, and
toasted the success of his plan to bring Europe to its knees by turning off
its energy supplies. Soft, self-indulgent Western Europeans were never
likely to be able to withstand the hardship of power cuts. Within weeks,
they would have been forced to capitulate. 

True, there have been some bottlenecks, electricity prices soared to
all-time highs at the start of the week and coal generators had to be put
on standby in case they were needed. And yet despite the freeze, the lights
stayed on, and the factories just about kept running. 

In reality, this was the week when Putin’s master plan unravelled. He has
played the energy card, it has failed and he can’t play it again. And the
Russian autocrat has trashed his country’s only industry of any
significance with nothing to show for it. 




[toc] | [next] | [standalone]


#578194

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2022-12-16 19:21 +0100
Message-ID<k03r9kFpb9kU1@mid.individual.net>
In reply to#578193
Am 16.12.22 um 19:00 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen. Und
> das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt. Die Drohung hat
> versagt. Nun hat er den einzigen bedeutsamen Wirtschaftszweig des Landes
> zerstört. Ohne Gegenwert.
Nur teilweise.
Er exportiert nach Asien, und als Nebenwirkung gibt es höhere Preise.

Einer seiner Erfolge ist höhere Inflation in Europa
wie z.B. Anhängerschaft für AfD.. ( von 10% auf 15% )

Im Westen haben Ärmere Probleme, Nahrung und Energie zu bezahlen,
in Russland dürften iPhones teurer geworden sein.

Ein Punkt, an den er vermutlich nicht denkt,
ist eine Vertrauensverlust.
Solange Putins Bande Macht hat,
werden etliche Geschäftsleute vorsichtig sein,
oder sich Vorsicht bezahlen lasen.

Nach meinen Eindruck haben Putins Anhänger die Wirtschaft im Griff.
Die Sanktionen treffen vermutlich die Putins Rüstungsindustrie.

https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-freitag-211.html#Medwjedew
deuten auf Schwierigkeiten in Putins Armee hin.

Hermann
    vermutend, das Putin bei den Ukrainer so beliebt ist,
    wie Hitler bei den Juden.

-- 
http://www.hermann-riemann.de

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578258

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2022-12-17 07:56 -0500
Message-ID<tnke9e$3ljng$1@dont-email.me>
In reply to#578194
Salve allerseits,

Hermann Riemann schrieb:
> Am 16.12.22 um 19:00 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen. Und
>> das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt. Die Drohung hat
>> versagt. Nun hat er den einzigen bedeutsamen Wirtschaftszweig des Landes
>> zerstört. Ohne Gegenwert.
>
> Nur teilweise. Er exportiert nach Asien, und als Nebenwirkung gibt es
> höhere Preise. Einer seiner Erfolge ist höhere Inflation in Europa wie
> z.B. Anhängerschaft für AfD.. ( von 10% auf 15% ) Im Westen haben 
> Ärmere Probleme, Nahrung und Energie zu bezahlen, in Russland dürften
> iPhones teurer geworden sein.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Wladimir Putin fährt regelmäßig von seinem Landsitz über den
| Kutusowski-Prospekt in den Kreml. Mit abgedunkelten Scheiben rast seine
| Aurus-Karosse bei hoher Geschwindigkeit über die achtspurige Straße und
| hält nie an. Sonst könnte Putin hier, beim Moskauer ZEIT-Büro um die
| Ecke, sehen, was seine Politik mittlerweile anrichtet. Jedes zweite
| Geschäft steht leer. "Zu vermieten!" steht an den vom Staub blinden
| Ladentüren. Wenige Menschen hasten im eisigen Wind vorbei. In dieser
| Gegend bei dem Luxushotel Ukraina und dem Amtssitz des russischen
| Premierministers wohnen Moskaus Gutverdienende. Aber offenbar nicht mehr
| gut genug. Ein Feinschmeckerladen und das Spesenritter-Restaurant Eataly
| haben im Oktober geschlossen. Der Edelsupermarkt Asbuka Wkussa am
| Kutusowski-Prospekt musste dichtmachen. Dafür hat beim nahen Kiewer
| Bahnhof eine Filiale der Billigkette Pjatjorotschka neu eröffnet.
|
| Von wegen die Sanktionen wirken nicht. Russlands Krise ist in diesen
| frostkalten Wintertagen für alle unübersehbar. Die Phase nach dem
| Überfall auf die Ukraine, als die russische Regierung die Folgen von
| Krieg und Embargo durch hohe Öleinnahmen, Kapitalexportsperren und
| Währungsmanipulation ausgleichen konnte, ist vorbei. Nun brechen die
| Folgen von Sanktionen und Mobilmachung in den Alltag ein. Dabei haben
| sich der Öl-Importstopp der EU und der G7-Preisdeckel für russisches Öl
| von Anfang Dezember noch gar nicht ausgewirkt. Auch diese Sanktionen
| werden Russland hart treffen. Die russische Wirtschaft rutscht langsam,
| aber unaufhaltsam in eine tiefe Krise.
|
| In Zahlen ist das nur schwer darstellbar. Viele russische Statistiken
| sind mittlerweile Staatsgeheimnis, die Behörden veröffentlichen nur
| ausgewählte – polierte – Zahlen. Und selbst die sind negativ. Die
| russische Zentralbank sagt für dieses Jahr eine Schrumpfung der
| Wirtschaft um 3 bis 3,5 Prozent voraus. Die Statistikbehörde Rosstat
| gibt für das dritte Quartal einen Einbruch von 4 Prozent gegenüber dem
| Vorjahr an. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank erwarten
| ein Absacken von 3,4 bis 5,5 Prozent für dieses Jahr. Im kommenden Jahr
| soll das Bruttoinlandsprodukt weiter sinken, schätzt die Zentralbank, um
| eins bis vier Prozent.
|
| Ob die Zahlen der russischen Behörden stimmen, lässt sich nicht
| unabhängig überprüfen, und auf Interviewanfragen dazu reagiert die
| Regierung nicht. Aber zwei russische Unternehmer waren unter der
| Bedingung absoluter Anonymität bereit, mit der ZEIT zu sprechen. Sie
| kämpfen um das wirtschaftliche Überleben in einer Zeit, in der freies
| Unternehmertum in Russland nur noch wenig gilt und die Ökonomie nach dem
| Willen Putins zunehmend auf Kriegsbedarf umgestellt wird.
|
| Alexej Smirnow (sein wirklicher Name ist der Redaktion bekannt) betreibt
| eine Fabrik für Haushaltselektronik. Wir treffen uns in seiner
| geräumigen Wohnung am Moskauer Stadtrand. Viele Bauteile seiner Produkte
| kommen aus Ostasien, und werden dann in Russland montiert. Die
| Sanktionen haben sein Geschäft völlig verändert. Früher kamen die
| Container über Rotterdam oder St. Petersburg. Europa war Russlands Tor
| zur Welt. "Die Transportwege haben sich in allen Industrien völlig
| verändert", erzählt er. Aus West-Ost wurde Ost-West, das heißt, die
| Waren kommen nun über Wladiwostok am Pazifischen Ozean. Dort werden sie
| auf die Transsib-Eisenbahn umgeladen. Oder sie gehen durch die Mongolei
| weiter in das westliche Russland. "Die Häfen und die Eisenbahnstationen
| sind nicht im Geringsten für diese Warenmenge ausgebaut und
| vorbereitet", klagt Smirnow. Es komme zu monatelangen Verspätungen. Für
| die Fabriken von Smirnow hat das tiefgreifende Folgen. "Wir produzieren
| in einem Monat viel, im nächsten Monat sehr wenig, weil die Bauteile
| nicht nachkommen, gerade bei Hochtechnologie-Produkten."
|
| Die unabhängige russische Wirtschaftswissenschaftlerin Natalja
| Subarewitsch spricht von vier Schocks für die russische Wirtschaft in
| diesem Jahr. Der erste, das Einfrieren der russischen Finanzen, konnte
| durch die Währungsmanipulation abgedämpft werden. Der zweite Schock ist
| der Weggang globaler Firmen, ein irreparabler Verlust. Der dritte sind
| Putins Gasembargo und die westlichen Ölsanktionen, die künftig die
| russischen Einnahmen begrenzen werden. Der für die private Wirtschaft
| heftigste Schock, sagt Subarewitsch, sind die Handelssanktionen im
| Bereich der Technologie. Amerikanische Behörden berichten, dass der
| Import von Mikrochips nach Russland in diesem Jahr um rund 70 Prozent
| eingebrochen sei. Und was ins Land komme, reserviere sich sofort die
| Rüstungsindustrie. Subarewitsch sagt: "Das Verbot der Einfuhr von
| Technologie und Ausrüstung wird schrittweise zum technologischen Verfall
| der Industrie führen."
|
| Putin versuchte dem schon im Juni entgegenzuwirken, indem er sogenannte
| Parallelimporte erlaubte und fördern ließ. Das sind Einfuhren westlicher
| Waren, die unter Umgehung der Sanktionen über Zentralasien oder
| Nahmittelost nach Russland kommen. Der Unternehmer Smirnow sieht darin
| keine Entlastung. Diese Importe seien wesentlich teurer, dabei aber
| unzuverlässig und natürlich auch international geächtet. Darauf zu bauen
| sei sehr risikoreich. Er nennt ein Beispiel aus einer verwandten
| Branche. In Russland gebe es eine große Nachfrage nach iPhones, die per
| Parallelimport ins Land kämen. Die Händler hätten dafür im Juli im
| Voraus bezahlt. Aber erst Ende Oktober seien die neuen Smartphones über
| die Vereinigten Arabischen Emirate und Kasachstan eingetroffen.
|
| *Armee und Industrie streiten sich um Fachkräfte*
|
| Die Parallelimporte könnten die regulären Einfuhren nicht ausgleichen,
| meint Natalja Subarewitsch. Auf Dauer bestehe ohnehin die Gefahr, dass
| diese Importe einbrechen, wenn der Westen die Sanktionen auf die
| Zwischenhändler in Zentralasien und Nahost ausweite. Das Ergebnis sieht
| man heute schon in einer so reichen Stadt wie Moskau – etwa an den
| verrammelten Läden am Kutusowski-Prospekt in der Stadtmitte. Oder an den
| großen Einkaufszentren in den Außenbezirken. "Dort steht schon bis zu
| ein Fünftel der Verkaufsflächen leer", sagt Subarewitsch. Die Umsätze im
| Einzelhandel seien um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen.
| "Die Leute kaufen weniger und billiger", sagt die Ökonomin.
|
| Am folgenschwersten könnte eine Last sein, die Wladimir Putin selbst
| seinem Volk auferlegt hat: die Mobilmachung der männlichen Bevölkerung
| seit September. Sie trifft weniger die Dienstleistungs-Metropole Moskau,
| sondern die russischen Provinzstädte, wo die großen Industriebetriebe
| liegen. In den Fabriken von Alexej Smirnow arbeiten mehrere Tausend
| Menschen. Davon erhielt ein knappes Drittel einen Einberufungsbescheid,
| oft Spezialisten, die man länger eingearbeitet hatte. Damit drohte die
| Produktion zusammenzubrechen. "Für uns waren der Kriegsausbruch und der
| Tag der Mobilmachung pechschwarze Daten", sagt Smirnow. Sofort
| telefonierte er mit den örtlichen Behörden und dem Bürgermeister der
| russischen Provinzstadt, sogar mit dem Gebiets-Gouverneur: "Wenn ihr mir
| diese Leute wegnehmt, hört die Fabrik auf zu arbeiten." Diese Drohung
| zog. "Für den größten Teil der Einberufenen konnte ich eine
| Zurückstellung erreichen", sagt Smirnow. Aber wie lange diese
| Zusicherung hält, wird vom Kriegsverlauf abhängen. Putins Krieg
| verschlingt immer mehr Menschen, und die Einberufungen gehen vor allem
| in der Provinz weiter.
|
| Die Mobilmachung trifft besonders die arbeitsfähigen Männer zwischen 25
| und 40 Jahren, also gerade jenen Teil der Bevölkerung, der auch in den
| Fabriken dringend gebraucht wird. Armee und Industrie streiten sich um
| die Fachkräfte, aber Putin hat längst entschieden, wer Vorrang hat. Die
| Industrie soll sich den Bedürfnissen der Armee anpassen. Dabei wird auf
| jeden zurückgegriffen, der einen Hammer halten kann. Selbst die größte
| Panzerfabrik, Uralwagonsawod in Nischni Tagil, verlor wegen der
| Mobilmachung wichtige Facharbeiter. Plötzlich stand die Produktion von
| T-90-Panzern still. Doch anstatt die ausgebildeten Männer von der Front
| zurückzuholen, bedienten sich die Behörden anderswo: Der Gouverneur der
| Region entschied, 250 Häftlinge aus den örtlichen Straflagern in die
| Panzerfabrik zu schicken, damit diese dort als Schlosser und Mechaniker
| arbeiten.
|
| In der Moskauer Zentrale der Firma von Alexej Smirnow kamen die
| Mitarbeiter einer Einberufung zuvor, indem sie ins Ausland flohen. Auch
| wenn sie nun in Georgien, Zentralasien und der Türkei leben, gehören sie
| weiter zu Smirnows Firma. "Wir arbeiten jetzt weitgehend über
| Videokonferenzen von zu Hause aus", sagt Smirnow. "So geht es fürs
| Erste." Aber sein Hauptproblem bleibt: "ein kolossales Personaldefizit!"
|
| Seit dem Kriegsausbruch im Februar haben Hunderttausende Russen ihr Land
| verlassen. Der Exodus geht weiter, in jüngster Zeit vor allem nach
| Zentralasien. In Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, sitzt Dmitrij
| Orlow (Name geändert) und ist über eine App mit dem Moskauer ZEIT-Büro
| verbunden. Er hatte in Moskau 20 Jahre lang eine florierende
| Werbeagentur geleitet. Nach dem 24. Februar entschied er sich zu gehen.
| Altbekannte private Kunden sprangen ab, viele gingen ins Ausland, dafür
| fragten plötzlich Behörden und eine Rüstungsfabrik an, ob er für sie
| arbeiten würde. Orlow sah in Russland keine Perspektive mehr. Zu einem
| Werbeagenten des Krieges wollte er nicht werden.
|
| Wie Orlow sind viele russische Geschäftsleute nach Zentralasien,
| Georgien und Armenien gezogen. Die Zahlen der Ausgewanderten
| verschweigen die russischen Behörden. Manche ziehen vor Krieg und
| Mobilisierung fort. Andere verlassen das Land, weil ihre Kunden im
| Westen sind. Aus benachbarten Ländern können Russinnen und Russen weiter
| Geschäfte mit Europa machen. Aber die entstehenden Arbeitsplätze bieten
| sie nun nicht mehr in Russland an, und ihre Steuern zahlen sie auch
| nicht mehr dort. Usbekistan ist kleiner als Russland, aber mit 30
| Millionen Einwohnern ein großer Markt in der Region. Orlow sagt, er
| könne hier alle Geschäfte auf Russisch abwickeln. "Dieses Land ist wie
| Russland vor gut 20 Jahren, als die Wirtschaft im Aufschwung war und man
| ganz viel aufbauen konnte." Die Kreativen würden jetzt dorthin gehen, wo
| sie die Freiheit hätten, kreativ zu sein.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.zeit.de/2022/51/wirtschaft-russland-sanktionen-krise/komplettansicht>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578266

Fromklaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr>
Date2022-12-17 17:31 +0100
Message-ID<k0697vF5tlpU1@mid.individual.net>
In reply to#578258
On Sat, 17 Dec 2022 07:56:14 -0500
Fidel Sebastián Hunrichse-Lara
<Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> wrote:

> Salve allerseits,
> > 
> +--- <hier abknabbern> ---
> | Wladimir Putin fährt regelmäßig von seinem Landsitz über den
> | Kutusowski-Prospekt in den Kreml. Mit abgedunkelten Scheiben rast
> | seine Aurus-Karosse bei hoher Geschwindigkeit über die achtspurige
> | Straße und hält nie an. 

Na guck, da hat sich ja soo viel nicht geändert. Um 1980 herum war ich
das erste Mal in Moskau. Da war das ganz ähnlich. die dritte und vierte
Spur müssen auch damals schon für die besseren Leute reserviert gewesen
sein. Selbst hier in diesem schönen freien Land konnte ich Ähnliches
schon beobachten. Vorneweg 2 grosse schwarze Geländewagen, in der Mitte
2 oder 3 fette S-Klasse und dann nochmal 2 grosse schwarze
Geländewagen. Gibts in anderen Ländern aber auch.

> | Sonst könnte Putin hier, beim Moskauer
> | ZEIT-Büro um die Ecke, sehen, was seine Politik mittlerweile
> | anrichtet. Jedes zweite Geschäft steht leer. "Zu vermieten!" steht
> | an den vom Staub blinden Ladentüren. 

Ob Frau Merkel oder all jene, die so laut verkünden, dass wir
Zuwanderung, Zuwanderung und nochmals Zuwanderung brauchen, ob die sich
jemals hautnah kundig machten, was die Zuwanderung aus unseren einst
"blühenden Grossstädten" machte. Warst Du in letzter Zeit schon mal in
Mülheim an der Ruhr oder in Duisburg?

Da fällt mir ein, als Merkel noch Kanzlerin war, war sie, glaube ich,
einmal in Duisburg-Marxloh. Geändert hat sich aber irgendwie nichts.

Also, statt in der Weltgeschichte umher zu reisen, könnte eine Frau
Baerbock und all ihre Kollegen sich doch mal im eigenen Land, z.B. in
Dbg-Hochfeld, in Moers oder in Wesel umschauen. Das sind nicht soo
grosse Städte und der Aufwand des Absperrens zum Schutze der sich
Kundigmachenden würde sich auch in Grenzen halten.

> 
> ©<https://www.zeit.de/2022/51/wirtschaft-russland-sanktionen-krise/komplettansicht>

Warten wir einfach mal ab, wie die Lage sich hier ab kommenden Frühjahr
entwickeln wird. Besonders, wenn sich die Idee der Olivgrünen
durchsetzen sollte, die Innenstädte mehr und mehr autofrei zu gestalten.

Klaus

-- 
Wer Waffen liefert, will Krieg. Wer Frieden will, schickt Diplomaten.
    
Meinungsfreiheit ist solange angesagt, wie die geäusserte Meinung mit
der von den Meinungsfreiheit Propagierenden übereinstimmt.

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578431

FromFrank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net>
Date2022-12-19 11:34 +0100
Message-ID<1kj4uxhwfedch$.1xfp63myps9kn$.dlg@40tude.net>
In reply to#578194
Am Fri, 16 Dec 2022 19:21:40 +0100 schrieb Hermann Riemann:

> Am 16.12.22 um 19:00 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen. Und
>> das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt. Die Drohung hat
>> versagt. Nun hat er den einzigen bedeutsamen Wirtschaftszweig des Landes
>> zerstört. Ohne Gegenwert.
> Nur teilweise.
> Er exportiert nach Asien, und als Nebenwirkung gibt es höhere Preise.

Die sinken schon wieder. Gestern habe ich für den Liter Super 1,66 bezahlt.

> Einer seiner Erfolge ist höhere Inflation in Europa
> wie z.B. Anhängerschaft für AfD.. ( von 10% auf 15% )

Das ist allerdings nicht rein Putins Verdienst. Die Lieferkettenproblematik
ist deutlich älter als der Krieg in der Ukraine.

> Hermann
>     vermutend, das Putin bei den Ukrainer so beliebt ist,
>     wie Hitler bei den Juden.

Davon kannst Du mit Sicherheit ausgehen.

Grüße,

Frank

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578437

FromHerwig <herwig.huener@t-online.de>
Date2022-12-19 03:27 -0800
Message-ID<4f705f84-bfa0-4916-8304-1ab45fa12b48n@googlegroups.com>
In reply to#578431
2022-12-19 12:29:00 +0100

> ...

> > Er exportiert nach Asien, und als Nebenwirkung gibt es höhere Preise.

> Die sinken schon wieder. Gestern habe ich für den Liter Super 1,66 bezahlt.

Vielleicht wird es den SchweineZyklus-Effekt geben.
Wenn kein Land auf der Welt so sehr bereit ist, astronomische
Preise für Energie zu zahlen wie Deutschland, dann wird es nicht
lange dauern, und alle Verkäufer von Energie stehen bei uns
Schlange. SpritPreise von unter einem Euro pro Liter sind dann
zeitweise möglich.

Herwig

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578572

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2022-12-20 21:51 +0100
Message-ID<28t3qhdg7348k1fs5ckvnehe9p9rfoqqeg@4ax.com>
In reply to#578431
Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> schrieb:

>> Hermann
>>     vermutend, dass Putin bei den Ukrainer so beliebt ist,
>>     wie Hitler bei den Juden.

> Davon kannst Du mit Sicherheit ausgehen.

Was macht Dich da so sicher? 

Ich kann mir sehr wohl vorstellen, daß ein Teil der Bevölkerung der Krim
und der aktuell besetzten Gebiete ganz gern zu Rußland gehören möchte
(aus welchen Gründen auch immer). Separatistische Bestrebungen im
Donbass gibt es ja schon ziemlich lang. In den letzten Jahrzehnten haben
sich in der Ukraine einigermaßen regelmäßig russophile Präsidenten
abgewechselt mit Präsidenten, die eher die Distanz zu Rußland suchten
und sich eher nach Westeuropa orientierten. Dieser Zwiespalt dürfte sich
auch durch die Bevölkerung ziehen. 

Ich könnte mir vorstellen, daß der Anteil der ukrainischen Bevölkerung,
die Wolodja anhängen, mit der Dauer des Krieges kleiner wird, aber 0
wird sie nicht. 

Könnte die deutsche Bevölkerung den Bundeskanzler direkt wählen und
stünde Putin zur Wahl, würden ihn vermutlich etliche wählen (speziell
Wähler der Linken und der AfD).

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578577

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2022-12-20 23:14 +0100
Message-ID<k0eqf5FgsqtU4@mid.individual.net>
In reply to#578572
Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> writes:

> Könnte die deutsche Bevölkerung den Bundeskanzler direkt wählen und
> stünde Putin zur Wahl, würden ihn vermutlich etliche wählen (speziell
> Wähler der Linken und der AfD).

Alleine hier in der Gruppe würde er wohl 20% bekommen.

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578591

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-12-20 23:17 -0800
Message-ID<bf2bf148-e220-459c-aea3-fd0698e5a45en@googlegroups.com>
In reply to#578577
Michael Bode schrieb am Dienstag, 20. Dezember 2022 um 23:15:04 UTC+1:
> [...] Gerdes <martin...@gmx.de> writes: 
> 
> > Könnte die deutsche Bevölkerung den Bundeskanzler direkt wählen und 
> > stünde Putin zur Wahl, würden ihn vermutlich etliche wählen (speziell 
> > Wähler der Linken und der AfD). 
> 
> Alleine hier in der Gruppe würde er wohl 20% bekommen.

Ich schätze umgekehrt, daß Stalisnismusfan Peter
hier außer bei etwa zwei Schreibern kein Problem
hätte, Repression zu veranstalten.

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578683

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2022-12-21 20:34 +0100
Message-ID<btn6qhhsvqlrsa015mdu3cvhntlhuaeppn@4ax.com>
In reply to#578577
Michael Bode <m.g.bode@web.de> schrieb:

>> Könnte die deutsche Bevölkerung den Bundeskanzler direkt wählen und
>> stünde Putin zur Wahl, würden ihn vermutlich etliche wählen (speziell
>> Wähler der Linken und der AfD).

> Alleine hier in der Gruppe würde er wohl 20% bekommen.

Hierzugroup mag alles sein, in der Gesamtbevölkerung dürfte es keine 20%
Putinfreunde geben. Aber knapp an die 10% könnte er schon herankommen. 

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578200

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2022-12-16 20:13 +0100
Message-ID<tniji6.75g.1@privat.lahls.de>
In reply to#578193
*Dr. Joachim Neudert* schrieb:

> https://www.telegraph.co.uk/business/2022/12/16/cold-snap-has-brought-total-economic-defeat-putin/
>
> "The cold snap has brought total economic defeat for Putin
> Putin played the energy card, it has failed and now he can't play it again"
>
> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen.

Habe ich ja schon vor Monaten gesagt. Solange er damit droht, hat er was
in der Hand. Setzt er es ein, ist es vorbei.

> das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt.

Geradezu lächerlich sind die Stories von frierenden englischen Kindern
die lernen in Plastiktüten zu kacken und Hausfrauen die sich
prostituieren sollen, um Geld für Energie und Lebensmittel zu bekommen,
etc... putins TV-Clowns sind sich für keinen Müll zu schade und
verkaufen das gerade dem eigenen Volk.

https://sofrep.com/news/russian-propaganda-europe-and-uk-lost-without-us-uses-trash-for-heating-and-bike-generators-to-light-up-christmas-trees/

Vodka Flaschenkov wird damit seit 10 Jahren weichgekopft, der glaubt das
gerne und jeden Tag aufs neue, egal was ihm aufgetischt wird.

Ganz offen verarschen sie ihr Volk. Das Volk kann das nicht erkennen,
aber die hiesigen putin-Arschkriecher KÖNNEN es erkennen und glauben
trotzdem, dass SIE von den kleinen Wichsern mit der Wahrheit versorgt
werden? Wie kreuzdumm muss man sein...
-- 
bis denne

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578201

From"Siegfrid Breuer" <point@tipota.de>
Date2022-12-16 20:32 +0100
Message-ID<G6zuCKnUnYB@tipota.de>
In reply to#578193
  neudert@5sl.org (Dr. Joachim Neudert) schrieb:

> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0
> setzen. Und das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt. Die
> Drohung hat versagt. Nun hat er den einzigen bedeutsamen
> Wirtschaftszweig des Landes zerstört. Ohne Gegenwert.

  Wenn ich so die Realitaetsfremdheit eines Angehoerigen der 
  Gesundheitsindustrie beobachte, wird mir Angst und Bange
  bei der Vorstellung, ich koennte vorm Abnippeln noch in 
  die Faenge seiner Artgenossen geraten. Oder ob er doch
  vieleicht ne Ausnahme ist?

-- 
> Mir fehlen einfach die weiteren Fakten, um mir vorschnell ein solches
> Werturteil anzumassen - es kann sein, dass es sich so verhaelt...es kann
> aber sein, dass sich die Situation ganz anders darstellt... .
[relativiert Ohlemacher in <lltlbu0e2i2amaujj78ic1g03judb1oc6h@4ax.com>]
-> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <-
und immer nur ARD+ZDF gucken: <https://www.youtube.com/watch?v=W2l2kNQhtlQ>

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#578219

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-12-16 23:25 -0800
Message-ID<6d45a1d3-fbe8-4503-a1be-7e6b0a51ae30n@googlegroups.com>
In reply to#578193
Ländischwätzi schrieb am Freitag, 16. Dezember 2022 um 19:00:23 UTC+1:

> https://www.telegraph.co.uk/business/2022/12/16/cold-snap-has-brought-total-economic-defeat-putin/ 
> 
> "The cold snap has brought total economic defeat for Putin 
> Putin played the energy card, it has failed and now he can't play it again" 
> 
> Das ist der Punkt. Die Energieexporte kann er nur einmal auf 0 setzen. Und 
> das europäische Energienetz hat nicht mal geblinzelt.

Immerhin hat er Dich zu Dauerfalschmeldungen
über den Erdgasbezug veranlaßt. Ist doch auch
ein Erfolg.

[toc] | [prev] | [standalone]


Back to top | Article view | ger.ct


csiph-web