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Civil War 2 und X

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2026-01-25 06:52 +0000
Last post2026-01-26 12:52 +0100
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Contents

  Civil War 2 und X Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-01-25 06:52 +0000
    Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-25 09:29 +0100
      Re: Civil War 2 und X Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-01-26 12:49 +0100
    Re: Civil War 2 und X Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-01-25 10:13 +0100
    Re: Civil War 2 und X Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-01-25 10:58 +0100
      Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 11:12 +0000
        Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-25 12:44 +0100
        Re: Civil War 2 und X Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-01-25 12:53 +0100
          Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 12:30 +0000
            Re: Civil War 2 und X Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-01-25 14:21 +0100
              Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 17:48 +0000
                Re: Civil War 2 und X Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-01-25 19:01 +0100
                  Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 18:32 +0000
                    Re: Civil War 2 und X Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-01-25 19:57 +0100
                      Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 22:59 +0000
      Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-25 12:31 +0100
        Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 12:47 +0000
          Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-25 14:11 +0100
            Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 17:51 +0000
              Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-25 21:32 +0100
                Re: Civil War 2 und X Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2026-01-25 23:01 +0000
                  Re: Civil War 2 und X Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-26 08:03 +0000
                  Re: Civil War 2 und X Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-01-27 08:22 +0100
                    Re: Civil War 2 und X Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2026-01-27 09:01 +0000
    Re: Civil War 2 und X Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-01-25 12:12 +0100
    Re: Civil War 2 und X ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-01-25 13:59 +0000
    Re: Civil War 2 und X Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-01-25 15:00 +0100
    Re: Civil War 2 und X Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-01-25 15:13 +0100
      Re: Civil War 2 und X Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-01-25 15:17 +0100
    Re: Civil War 2 und X Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-01-26 12:52 +0100

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#655465 — Civil War 2 und X

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2026-01-25 06:52 +0000
SubjectCivil War 2 und X
Message-ID<10l4ek6$kvo2$1@solani.org>
Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter zum
Hauptkritiker von X entwickelt. Jedermanns gutes Recht. 
Aber ich bin nicht sicher, auf welchem Medium man sonst die Videos des
neuen Bürgerkriegs in den USA, von ICE in Minneapolis u.v.a.m., zeitnah und
ungeschnitten verfolgen kann.
Nur die amtlichen Regierungsverlautbarungen  aus Washington würden
eventuell ein etwas verzerrtes Bild ergeben.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#655474

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-25 09:29 +0100
Message-ID<10l4k9g$1g470$2@dont-email.me>
In reply to#655465
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
>
> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter zum Hauptkritiker
> von X entwickelt. Jedermanns gutes Recht. Aber ich bin nicht sicher, auf welchem
> Medium man sonst die Videos des neuen Bürgerkriegs in den USA, von ICE in
> Minneapolis u.v.a.m., zeitnah und ungeschnitten verfolgen kann.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Benutzt Elon Musk seine Plattform X, um eigene Posts aktiv zu pushen?
| Der Vorwurf steht im Raum, seit Elon Musk die einflussreiche Plattform
| übernommen und umbenannt hat. Seither haben sich Umgangsformen und
| politisches Spektrum dort deutlich verändert. Medienforscher werfen dem
| Milliardär vor, politisch rechte Inhalte zu bevorzugen. Umgekehrt hatte
| Musk dem Vorgänger Twitter vorgehalten, bestimmte Meinungen zu
| unterdrücken.
|
| Um vorgeblich Transparenz zu schaffen, hat X nun einen zentralen
| Algorithmus veröffentlicht: das Regelwerk, das darüber entscheidet,
| welche Posts die Nutzer in der Rubrik „Für dich“ zu sehen bekommen.
| „Kein anderes Social-Media-Unternehmen tut dies“, schrieb Musk dazu auf X.
|
| *Entscheiden für den Erfolg von X*
|
| Dieser Algorithmus ist für X von immenser Bedeutung: Er entscheidet über
| den Erfolg des Unternehmens. Denn der Betreiber will die Inhalte
| ausspielen, die Nutzer möglichst lange zum Verweilen und zur Interaktion
| bringen. In der Timeline „Für dich“ sieht man daher nicht nur die Posts
| von Leuten, denen man schon aktiv folgt, sondern auch zu 50 Prozent eine
| persönlich zugeschnittene Mischung.
|
| Doch versteht man mit dem nun veröffentlichten Algorithmus wirklich
| besser, wie X über die Auswahl der Inhalte dieser 50 Prozent
| entscheidet? „Ich würde die Veröffentlichung insgesamt eher als
| ‚PR-Stunt‘ beurteilen“, sagt Johannes Breuer, Professor für Digitale
| Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Transparenz, so
| Breuer, würde immer gut klingen im Sinne von „Wir haben nichts zu
| verstecken“. Analog zur bekannten Strategie des Greenwashing sieht der
| Forscher hier aber „Open-Washing“.
|
| *KI statt Regeln*
|
| Das Problem mit dem Algorithmus: An zentralen Stellen setzt X keine
| ausformulierten Regeln ein, sondern die eigene KI namens Grok. Deren
| Entscheidungen sind wie bei allen großen Sprachmodellen nicht
| transparent. Auch ist nicht offengelegt, mit welchen Daten sie trainiert
| wurde.
|
| „Man müsste tiefergehende kontrollierte Experimente mit dieser KI
| durchführen, um zu verstehen, welche Faktoren die Entscheidungen der KI
| beeinflussen“, sagt Heiko Paulheim, Professor für Data Science an der
| Universität Mannheim. Solche Experimente aber wären zeitaufwendig und
| das Ergebnis immer noch fragwürdig. Denn zusammen mit dem publizierten
| Code stellt X nur eine ältere Version von Grok zur Verfügung. Das sei
| aber nicht der, der aktuell im Einsatz ist, sodass solche Experimente
| auch nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächliche Wirkweise der
| Plattform X zulassen würden.
|
| Die KI wird an zwei Stellen eingesetzt: Zunächst wählt sie Posts aus,
| die einen Nutzer überhaupt interessieren könnten. Dann bewertet und
| sortiert sie diese Posts. Der veröffentlichte Code legt fest, was die KI
| vorhersagen soll. Das ist aber erwartbar, es geht hier um
| Wahrscheinlichkeiten, dass jemand den Post kommentieren, ihn
| weiterleiten, dem Autor folgen oder aber ihn blockieren wird. Es wird
| aber nicht klar, aus welchen Merkmalen die KI das ableitet.
|
| *Wer zahlt, hat Einfluss*
|
| Einige Schlüsse kann man immerhin aus den Merkmalen der Posts ziehen,
| die der Algorithmus sammelt, die also bei der Bewertung wahrscheinlich
| eine Rolle spielen. So werden höchstwahrscheinlich Posts von bezahlten
| Accounts bevorzugt. Im Gegensatz zum Vorgänger Twitter gibt es bei X
| Premium-Versionen, die bis zu 44 Euro im Monat kosten.
|
| Auffällig findet Paulheim, dass der vor gut drei Jahren eingeführte
| „Community Notes“-Mechanismus offenbar keinen Eingang in das Scoring
| findet. Mit ihm können Nutzerinnen und Nutzer fehlerhafte und
| irreführende Inhalte markieren und mit Kontextinformationen versehen.
| Eine solche Markierung scheint aber nicht dazu zu führen, dass die
| Inhalte seltener ausgespielt werden.
|
| Immerhin: „Dafür, dass seitens X eine gezielte Auswahl von
| beispielsweise politisch erwünschten und unerwünschten Inhalten erfolgt,
| lassen sich anhand des publizierten Codes jedoch keine Hinweise
| entdecken“, sagt Paulheim.
|
| Dennoch hält Gregor Wiedemann, der am Leibniz-Institut für
| Medienforschung in Hamburg zu digitalen öffentlichen Debatten forscht,
| die Veröffentlichung des Codes eher für eine Verschleierungstaktik als
| für einen Schritt hin zu Transparenz. Denn das Ranking wird nun von Grok
| gesteuert. „Verzerrungen und Bevorzugungen für rechtsextreme Inhalte und
| Verschwörungstheorien sind nun nicht mehr direkt im Quellcode verankert,
| sondern in das Maschinen-Modell eingebaut“, so Wiedemann.
|
| Die KI hätte beim Training gelernt, das zu bevorzugen, was viel
| Aufmerksamkeit erzeugt und zu Interaktionen führt. „Populistische und
| rechte Akteure erreichen einen überproportionalen Anteil solcher
| Interaktionen“, sagt Wiedemann. Denn emotionalisierende Inhalte,
| Pöbeleien und toxische Sprache provozieren nun einmal mehr Reaktionen
| als sachliche Argumente.
|
| „Um seiner Plattform den Rechtsdrall zu verleihen, den X aktuell jeder
| Person offen zeigt, die sich neu anmeldet, muss Elon Musk seine
| Programmierer*innen gar nicht mehr anweisen, seine Weltsicht direkt in
| den Algorithmus zu übersetzen“, sagt Wiedemann. „Es reicht, dass seine
| KI gelernt hat: Was Ärger auslöst, hält die Leute auf der Plattform.“
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.tagesspiegel.de/der-x-algorithmus-wie-die-plattform-von-elon-musk-uber-inhalte-entscheidet-15162052.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#655651

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2026-01-26 12:49 +0100
Message-ID<mtp2ldF501qU2@mid.individual.net>
In reply to#655474
Am 25.01.26 um 09:29 kopierte Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:

> | „Um seiner Plattform den Rechtsdrall zu verleihen, den X aktuell jeder
> | Person offen zeigt, die sich neu anmeldet, muss Elon Musk seine
> | Programmierer*innen gar nicht mehr anweisen, seine Weltsicht direkt in
> | den Algorithmus zu übersetzen“, sagt Wiedemann. „Es reicht, dass seine
> | KI gelernt hat: Was Ärger auslöst, hält die Leute auf der Plattform.“

Also Terrorismus. ( Nazi, IS .. )
Das hätte auch Goebbels erfreut.

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#655478

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-01-25 10:13 +0100
Message-ID<mtm55qFka3jU3@mid.individual.net>
In reply to#655465
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes:

> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter zum
> Hauptkritiker von X entwickelt. Jedermanns gutes Recht. 
> Aber ich bin nicht sicher, auf welchem Medium man sonst die Videos des
> neuen Bürgerkriegs in den USA, von ICE in Minneapolis u.v.a.m., zeitnah und
> ungeschnitten verfolgen kann.
> Nur die amtlichen Regierungsverlautbarungen  aus Washington würden
> eventuell ein etwas verzerrtes Bild ergeben.

Das wäre dann wahrscheinlich die Website des Wahrheitsministeriums.

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#655492

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2026-01-25 10:58 +0100
Message-ID<10l4t0m.ff0.1@privat.lahls.de>
In reply to#655465
*Dr. Joachim Neudert* schrieb:

> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter zum
> Hauptkritiker von X entwickelt.

Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch nicht bei
jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur den Tag...
-- 
bis denne (736)

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#655509

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 11:12 +0000
Message-ID<ft6975f9d0i125317n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655492
On Sun, 25 Jan 2026 10:58:29 Ruediger Lahl wrote:
> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter
>> zum Hauptkritiker von X entwickelt.

Niemand musste je ein glühender Verehrer von Twitter sein (ich war's
im übrigen auch nicht, ich fand es bloß technisch gut gemacht,
praktisch und ideal zur Informationsbeschaffung). Wer jetzt kein
Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft vermutlich
immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist schicht falsch
abgebogen.

> Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch
> nicht bei jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur
> den Tag...

Damit hast Du allerdings recht. Ich hatte von dem Mord auf offener
Straße binnen weniger Minuten vier verschiedene Perspektiven in
Zeitlupe am Bildschirm, und so genau hätte ich das gar nicht
gebraucht. Es sagt einem aber vorher halt keiner, wann wieder
irgendwo jemand durchdreht, und wie man den Strom relevanter
Informationen von den paar Stücken befreit, die einem den Tag
versauen, hat noch keiner erfunden.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Modern? Moderner als Stefan!? Zahle! - Weil du es glaubst.
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#655514

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-25 12:44 +0100
Message-ID<10l4vmh$1jhuk$2@dont-email.me>
In reply to#655509
Salve allerseits,

Stefan Froehlich schrieb:
> On Sun, 25 Jan 2026 10:58:29 Ruediger Lahl wrote:
>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>
>>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter
>>> zum Hauptkritiker von X entwickelt.
> 
> Niemand musste je ein glühender Verehrer von Twitter sein (ich war's
> im übrigen auch nicht, ich fand es bloß technisch gut gemacht, praktisch
> und ideal zur Informationsbeschaffung). Wer jetzt kein Kritiker von X ist,
> kennt es entweder nicht (das trifft vermutlich immer noch auf die Mehrheit
> der Europäer zu) oder ist schicht falsch abgebogen.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Schon in seiner ersten Amtszeit hat Donald Trump mit Einreiseverboten
| Politik gemacht. Rund 130.000 deutsche Staatsbürger, die zusätzlich eine
| Staatsbürgerschaft anderer Länder wie beispielsweise des Iran besaßen,
| erhielten kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 kein Visum mehr.
| Diese Art der Politikgestaltung setzte sich seither fort. Doch wenig hat
| so viel Aufmerksamkeit erregt wie das verkündete Einreiseverbot für die
| HateAid-Chefinnen Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg.
| Zumindest in den sozialen Medien schlug diese Entscheidung hohe Wellen.
|
| In der analogen Welt stößt dieser Umstand hingegen eher auf
| Desinteresse. HateAid, Trusted Flagger und Digital Services Act sind für
| die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land böhmische
| Dörfer. Das ist allerdings keineswegs ein guter Zustand. Denn je stärker
| sich unser Leben mit dem Digitalen verwebt, desto relevanter werden
| diese Begriffe für den Alltag. Sie hängen mit dem größten
| Regulierungsvorhaben im Bereich der Meinungsäußerung auf deutschem Boden
| zusammen, seit die SED unter dem Druck der Revolution die Macht aus den
| Händen gegeben hat. Wir bewegen uns also in hochsensiblen Gefilden – zu
| sensibel, um diesem Komplex weiter mit Desinteresse zu begegnen oder
| darauf zu hoffen: „So schlimm wird es schon nicht sein.“
|
| Eines muss jedoch vorweggeschickt werden: Die Trump-Regierung hat ganz
| bestimmt nicht aus Menschenfreundlichkeit oder Idealismus gehandelt. Sie
| verteidigt die geschäftlichen Interessen der großen Tech-Konzerne, die
| bekanntlich allesamt nicht in Brüssel, Berlin oder Köln sitzen, sondern
| in den Vereinigten Staaten von Amerika. Man kann diese robuste
| Verteidigung von Geschäftsmodellen durch die amerikanische Regierung
| sicherlich kritisieren und muss zugleich klarstellen, dass der
| europäische Regulierungsrahmen ausschließlich in Europa festgelegt wird.
|
| *Die freie Meinungsäußerung ist Grundlage und Bedingung einer lebendigen*
| *Demokratie*
|
| Gleichzeitig halte ich den derzeit geltenden Regulierungsrahmen – und
| vor allem die deutsche Umsetzung – für eine Katastrophe. Für gänzlich
| falsch halte ich es zudem, Organisationen wie HateAid zu Hütern der
| Demokratie zu verklären, nur weil sie nun von der Trump-Regierung ins
| Visier genommen werden. Nicht aus amerikanischem, sondern aus ureigenem
| europäischem Interesse sollten wir uns kritisch mit der Meldepraxis in
| sozialen Netzwerken auseinandersetzen. Denn freie Rede, Meinungsfreiheit
| und eine lebendige Demokratie durch Streit sind europäische Werte. Die
| freie Meinungsäußerung ist die Lebensversicherung einer lebendigen
| Demokratie. Oder, wie es das Bundesverfassungsgericht ausgedrückt hat,
| das ich an dieser Stelle schon oft zitiert habe: ihre Grundlage und
| Bedingung.
|
| Was ist also HateAid? Es handelt sich der Rechtsform nach um eine
| gemeinnützige GmbH und dem Selbstverständnis nach um eine Organisation,
| die sich „für Menschenrechte im digitalen Raum“ einsetzt. Gemeint ist
| damit der Einsatz gegen sogenannte „Hassrede“, ein Begriff, der
| seinerseits eine Entlehnung aus dem amerikanischen Diskurs („Hate
| Speech“) darstellt. In Deutschland ist dieser Begriff seit etwa zehn
| Jahren zunehmend en vogue, insbesondere seit dem Aufkommen der
| sogenannten Flüchtlingskrise. Um eine juristische Kategorie handelt es
| sich dabei jedoch nicht. Es gibt eine Vielzahl illegaler
| Meinungsäußerungen in Deutschland – Volksverhetzung oder
| Holocaustleugnung etwa. Der Begriff der „Hassrede“ geht jedoch darüber
| hinaus. Darin liegt bereits das erste Problem dieser Organisation.
|
| Das zweite Problem wird deutlich, wenn man auf die Initiatoren von
| HateAid blickt. Ins Leben gerufen wurde diese GmbH maßgeblich von
| Campact, einer sehr meinungsstarken Kampagnenorganisation, die kaum ein
| Thema ausgelassen hat, das im linken und grünen Spektrum die Herzen
| bewegt. Agitiert wurde unter anderem gegen das Mercosur-Abkommen, gegen
| Atomkraft, gegen Verbrennungsmotoren, gegen TTIP und CETA, gegen
| „Gen-Mais“, gegen Glyphosat, gegen den Einsatz von Neonicotinoiden auf
| Feldern – und immer so weiter. Man tritt also niemandem zu nahe, wenn
| man feststellt: Campact verfolgt eine klare politische Agenda.
|
| *Die Trusted Flagger sind ein Angriff auf die freie Rede*
|
| Es ist daher geradezu wahnsinnig, eine Organisation mit einer derart
| ausgeprägten politischen Agenda – oder mit ihr verbundene Organisationen
| – mit der Überwachung von Meinungsäußerungen im Netz zu betrauen. Genau
| das ist jedoch geschehen: Die Campact-Schöpfung HateAid wurde von der
| Bundesnetzagentur als sogenannter „Trusted Flagger“ zertifiziert. Diese
| Trusted Flagger melden aus ihrer Sicht bedenkliche Inhalte an die
| Plattformbetreiber. So sieht es das europäische Recht vor. Die Betreiber
| müssen die gemeldeten Inhalte priorisiert bearbeiten. Formal bleibt die
| Entscheidung bei den Plattformen. Da jedoch bei mangelnder Kooperation
| mit Trusted Flaggern milliardenschwere Bußgelder drohen, kommen diesen
| eine enorme Macht und ein erheblicher Einfluss auf die Meinungsfreiheit
| im Netz zu.
|
| Fassen wir bis hierhin zusammen: Eine Organisation, die sich dem Kampf
| gegen etwas verschreibt, das juristisch schwer fassbar ist („Hassrede“),
| die von einer Organisation mit klarer politischer Schlagseite gegründet
| wurde und sich noch immer zu einem Drittel in deren Hand befindet, wacht
| über die Einhaltung der Regeln im Internet. Das ist schon ein starkes
| Stück.
|
| Schlagseite zeigen indes auch die Entscheidungen von HateAid darüber,
| wen man im Kampf gegen Bedrohungen im Netz unterstützt. Die
| FDP-Politikerin Karoline Preisler, die aufgrund ihres Einsatzes für die
| Geiseln der Hamas erheblichen Bedrohungen ausgesetzt ist, wandte sich
| etwa vergeblich an HateAid, wie sie auf der Plattform X schilderte.
|
| Doch es kommt noch dicker. Auch die Vorgaben der Bundesnetzagentur an
| die Trusted Flagger sind bemerkenswert. Im sogenannten Leitfaden für
| Trusted Flagger, den die Bundesnetzagentur eigens bereitgestellt hat,
| wird ebenfalls auf „Hassrede“ Bezug genommen, ebenso auf „Tierleid“ oder
| Inhalte mit „negativen Auswirkungen auf den Diskurs oder Wahlen“. Mit
| diesem gefährlich unbestimmten Leitfaden und der Rolle der
| Bundesnetzagentur habe ich mich bereits im Oktober 2024 hier in Cicero
| auseinandergesetzt. Ich habe davon nichts zurückzunehmen und wiederhole:
| Die Trusted Flagger sind ein Angriff auf die freie Rede.
|
| *Die Rechtsdurchsetzung im Internet darf nicht zum Spielball politischer*
| *Kampagnenorganisationen werden*
|
| Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, private Organisationen mit der
| Überwachung der Regeln in sozialen Medien zu betrauen – es war eine
| dumme Idee. Und es ist eine gescheiterte Idee. Während Desinformation im
| Internet merklich zunimmt, häufen sich zugleich Berichte über die
| strafrechtliche Verfolgung von Bagatelläußerungen. Erinnert sei hier an
| den Fall von Prof. Bolz oder an die sogenannte Habeck-Schwachkopf-Affäre.
|
| Was ist also zu tun? Zunächst muss die nationale Umsetzung des Digital
| Services Act komplett neu aufgestellt werden. Die Rechtsdurchsetzung im
| Internet darf nicht zum Spielball politischer Kampagnenorganisationen
| werden. HateAid muss daher entweder die Zertifizierung verlieren oder
| sich inhaltlich, organisatorisch und personell sauber von Campact
| trennen. Der Leitfaden der Bundesnetzagentur muss so gefasst sein, dass
| eine klare, unvoreingenommene und ausschließlich auf juristischen
| Kriterien beruhende Bewertung von Inhalten möglich ist.
|
| Noch wichtiger – aber schwerer durchzusetzen – ist ein Ende der
| bisherigen Ausgestaltung des DSA. Das Konzept der Trusted Flagger ist
| missbrauchsanfällig und eine klare Fehlkonstruktion. Es gibt eine Reihe
| denkbarer Alternativen. Eine Art freiwillige Selbstkontrolle nach dem
| Vorbild der Filmwirtschaft wäre denkbar, auf klarer gesetzlicher
| Grundlage und unter Einbeziehung des Jugendschutzes. Ein pauschales
| Social-Media-Verbot kann jedenfalls keine Lösung sein. Oder anders
| formuliert: Bloß weil es Horror- und Erotikfilme gibt, sprechen wir kein
| allgemeines Kinoverbot für Jugendliche aus. Wirkliche und in böser
| Absicht verbreitete Desinformation, etwa durch gefälschte KI-Videos,
| sollte hingegen strenger geahndet werden. Bei Aufrufen zu Straftaten,
| Volksverhetzung oder Holocaustleugnung braucht es ebenfalls keine
| Nachsicht. Entscheidend ist, dass der Staat und alle beteiligten Akteure
| die Grenzen wieder korrekt definieren. Geschmacklosigkeit, Polemik und
| Dummheit sind keine rechtlich relevanten Kategorien.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.cicero.de/innenpolitik/hateaid-und-die-meinungsfreiheit-hassrede-huter-und-hybris>

	M.f.G.

-- 
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wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#655516

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2026-01-25 12:53 +0100
Message-ID<10l5080$1gbon$1@dont-email.me>
In reply to#655509
Am 25.01.26 um 12:12 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sun, 25 Jan 2026 10:58:29 Ruediger Lahl wrote:
>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter
>>> zum Hauptkritiker von X entwickelt.
> 
> Niemand musste je ein glühender Verehrer von Twitter sein (ich war's
> im übrigen auch nicht, ich fand es bloß technisch gut gemacht,
> praktisch und ideal zur Informationsbeschaffung). Wer jetzt kein
> Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft vermutlich
> immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist schicht falsch
> abgebogen.

Ja klar. Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben. 
Klingt ausgesprochen logisch.

Da bist Du vielleicht nicht falsch abgebogen - aber geradeaus genau vor 
den Baum gefahren. Vermutlich mit dem Kopf zuerst.

>> Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch
>> nicht bei jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur
>> den Tag...
> 
> Damit hast Du allerdings recht. Ich hatte von dem Mord auf offener
> Straße binnen weniger Minuten vier verschiedene Perspektiven in
> Zeitlupe am Bildschirm, und so genau hätte ich das gar nicht
> gebraucht. Es sagt einem aber vorher halt keiner, wann wieder
> irgendwo jemand durchdreht, und wie man den Strom relevanter
> Informationen von den paar Stücken befreit, die einem den Tag
> versauen, hat noch keiner erfunden.

Easy: Ich muß nicht jeden Text lesen, ich muß auch nicht jedes Video 
angucken.

-- 
"Es hat keine Generation gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne 
"modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte."
                      --Walter Benjamin

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#655526

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 12:30 +0000
Message-ID<3t69760ca0i1485fan3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655516
On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
> Am 25.01.26 um 12:12 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sun, 25 Jan 2026 10:58:29 Ruediger Lahl wrote:
>>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter
>>>> zum Hauptkritiker von X entwickelt.

>> Niemand musste je ein glühender Verehrer von Twitter sein (ich
>> war's im übrigen auch nicht, ich fand es bloß technisch gut
>> gemacht, praktisch und ideal zur Informationsbeschaffung). Wer
>> jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das
>> trifft vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu)
>> oder ist schicht falsch abgebogen.

> Ja klar. Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn
> schreiben.  Klingt ausgesprochen logisch.

Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?

>>> Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch
>>> nicht bei jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur
>>> den Tag...

>> Damit hast Du allerdings recht. Ich hatte von dem Mord auf
>> offener Straße binnen weniger Minuten vier verschiedene
>> Perspektiven in Zeitlupe am Bildschirm, und so genau hätte ich
>> das gar nicht gebraucht. [...]

> Easy: Ich muß nicht jeden Text lesen, ich muß auch nicht jedes
> Video angucken.

Wenn Du hellsehen kannst, ist das freilich ein nicht zu
unterschätzender Vorteil. Deine Beiträge legen derartiges allerdings
nicht nahe, weshalb ich eher auf heiße Luft tippe, die Deinen
Fingern wieder einmal entkommen ist.

Servus,
   Stefan

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#655538

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2026-01-25 14:21 +0100
Message-ID<10l55dm$1lei6$1@dont-email.me>
In reply to#655526
Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>> Am 25.01.26 um 12:12 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sun, 25 Jan 2026 10:58:29 Ruediger Lahl wrote:
>>>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>>>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter
>>>>> zum Hauptkritiker von X entwickelt.
> 
>>> Niemand musste je ein glühender Verehrer von Twitter sein (ich
>>> war's im übrigen auch nicht, ich fand es bloß technisch gut
>>> gemacht, praktisch und ideal zur Informationsbeschaffung). Wer
>>> jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das
>>> trifft vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu)
>>> oder ist schicht falsch abgebogen.
> 
>> Ja klar. Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn
>> schreiben.  Klingt ausgesprochen logisch.
> 
> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?

Du. Denn was gibt es, außer den Beiträgen, sonst noch zu kritisieren? 
Die technische Umsetzung?

>>>> Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch
>>>> nicht bei jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur
>>>> den Tag...
> 
>>> Damit hast Du allerdings recht. Ich hatte von dem Mord auf
>>> offener Straße binnen weniger Minuten vier verschiedene
>>> Perspektiven in Zeitlupe am Bildschirm, und so genau hätte ich
>>> das gar nicht gebraucht. [...]
> 
>> Easy: Ich muß nicht jeden Text lesen, ich muß auch nicht jedes
>> Video angucken.
> 
> Wenn Du hellsehen kannst, ist das freilich ein nicht zu
> unterschätzender Vorteil.

Ach, ich habe schon zu völlig analogen TV-Zeiten gelernt, daß ich nicht 
alles anschauen muß. Hellseherei brauchte ich dafür weder damals noch heute.

> Deine Beiträge legen derartiges allerdings
> nicht nahe, weshalb ich eher auf heiße Luft tippe, die Deinen
> Fingern wieder einmal entkommen ist.

Wenn Du hingegen alles angucken mußt, dann halte ich das glatt für 
behandlungsbedürftig. Schon mal über professionelle Hilfe nachgedacht?

-- 
"Es hat keine Generation gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne 
"modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte."
                      --Walter Benjamin

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#655592

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 17:48 +0000
Message-ID<3t697656cci1b08d3n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655538
On Sun, 25 Jan 2026 14:21:58 Lars Gebauer wrote:
> Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>>> Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben.
>>> Klingt ausgesprochen logisch.

>> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?
 
> Du.

Nö. Ich kritisiere Dich, weil Du Blödsinn schreibst, und so halte
ich das auch bei anderen, aber doch nicht das Medium.

> Denn was gibt es, außer den Beiträgen, sonst noch zu kritisieren?

Ich meine, dass ich das in den letzten paar Tagen mehrfach
artikuliert habe. Lies einfach noch einmal nach. Um Blödsinn ging es
jedenfalls nicht.

>> Wenn Du hellsehen kannst, ist das freilich ein nicht zu
>> unterschätzender Vorteil.

> Ach, ich habe schon zu völlig analogen TV-Zeiten gelernt, daß ich
> nicht alles anschauen muß.

Für Dich mag die Auswahl zwischen Schwarzwaldklinik und Tatort
gleichbedeutend mit dem Vorabwissen über den Inhalt von aktuellen
Nachrichten sein, aber im Vertrauen: Dem ist nicht so.


> Wenn Du hingegen alles angucken mußt, [...]

Weder muss ich das, noch mache ich das, noch könnte ich es rein vom
Volumen her. Du bist, wie so oft, vollkommen am Thema vorbei.

Servus,
   Stefan

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#655597

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2026-01-25 19:01 +0100
Message-ID<10l5lq8$1p1b2$3@dont-email.me>
In reply to#655592
Am 25.01.26 um 18:48 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sun, 25 Jan 2026 14:21:58 Lars Gebauer wrote:
>> Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>>>> Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben.
>>>> Klingt ausgesprochen logisch.
> 
>>> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?
>   
>> Du.
> 
> Nö. Ich kritisiere Dich, weil Du Blödsinn schreibst, und so halte
> ich das auch bei anderen, aber doch nicht das Medium.

Dann stammt ...

| Wer jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft
| vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist
| schicht falsch abgebogen.

... gar nicht von Dir?

Wie gestern schon geschrieben: Deinen Daniel-Günther-Preis hast Du Dir 
redlich verdient.

-- 
"Es hat keine Generation gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne 
"modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte."
                      --Walter Benjamin

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#655601

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 18:32 +0000
Message-ID<15t6976619di1b08d3n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655597
On Sun, 25 Jan 2026 19:01:44 Lars Gebauer wrote:
> Am 25.01.26 um 18:48 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sun, 25 Jan 2026 14:21:58 Lars Gebauer wrote:
>>> Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
>>>> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>>>>> Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben.
>>>>> Klingt ausgesprochen logisch.

>>>> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?

>>> Du.

>> Nö. Ich kritisiere Dich, weil Du Blödsinn schreibst, und so halte
>> ich das auch bei anderen, aber doch nicht das Medium.

> Dann stammt ...

> | Wer jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft
> | vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist
> | schicht falsch abgebogen.

> ... gar nicht von Dir?

Doch, freilich. Und?

Servus,
   Stefan

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Stefan! Da steckt mehr drin, als man glaubt.
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#655603

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2026-01-25 19:57 +0100
Message-ID<10l5p2m$1p1b1$6@dont-email.me>
In reply to#655601
Am 25.01.26 um 19:32 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sun, 25 Jan 2026 19:01:44 Lars Gebauer wrote:
>> Am 25.01.26 um 18:48 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sun, 25 Jan 2026 14:21:58 Lars Gebauer wrote:
>>>> Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
>>>>> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>>>>>> Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben.
>>>>>> Klingt ausgesprochen logisch.
> 
>>>>> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?
> 
>>>> Du.
> 
>>> Nö. Ich kritisiere Dich, weil Du Blödsinn schreibst, und so halte
>>> ich das auch bei anderen, aber doch nicht das Medium.
> 
>> Dann stammt ...
> 
>> | Wer jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft
>> | vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist
>> | schicht falsch abgebogen.
> 
>> ... gar nicht von Dir?
> 
> Doch, freilich. Und?

Da steht nicht "Kritiker von X"?

-- 
"Es hat keine Generation gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne 
"modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte."
                      --Walter Benjamin

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#655615

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 22:59 +0000
Message-ID<7t6976a036i21b7b8n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655603
On Sun, 25 Jan 2026 19:57:26 Lars Gebauer wrote:
> Am 25.01.26 um 19:32 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sun, 25 Jan 2026 19:01:44 Lars Gebauer wrote:
>>> Am 25.01.26 um 18:48 schrieb Stefan Froehlich:
>>>> On Sun, 25 Jan 2026 14:21:58 Lars Gebauer wrote:
>>>>> Am 25.01.26 um 13:30 schrieb Stefan Froehlich:
>>>>>> On Sun, 25 Jan 2026 12:53:36 Lars Gebauer wrote:
>>>>>>> Twitter kritisieren weil manche Nutzer Blödsinn schreiben.
>>>>>>> Klingt ausgesprochen logisch.

>>>>>> Klingt ausgesprochen unlogisch. Wer tut denn so etwas und weshalb?

>>>>> Du.

>>>> Nö. Ich kritisiere Dich, weil Du Blödsinn schreibst, und so halte
>>>> ich das auch bei anderen, aber doch nicht das Medium.
>> 
>>> Dann stammt ...
>> 
>>> | Wer jetzt kein Kritiker von X ist, kennt es entweder nicht (das trifft
>>> | vermutlich immer noch auf die Mehrheit der Europäer zu) oder ist
>>> | schicht falsch abgebogen.
>> 
>>> ... gar nicht von Dir?
>> 
>> Doch, freilich. Und?

> Da steht nicht "Kritiker von X"?

Doch, freilich. Und?

Jemand, der andere dafür kritisiert, wenn sie beim Begriff
Umweltzerstörung nicht die Transformation der Erde in eine
Marslandschaft mitmeinen, sollte eventuell ein bisschen sorgfältiger
lesen.

Servus,
   Stefan

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Stefan. Für gelbe Racker in sympathischen Überschwemmungen!
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#655513

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-25 12:31 +0100
Message-ID<10l4uu0$1jhuk$1@dont-email.me>
In reply to#655492
Salve allerseits,

Ruediger Lahl schrieb:
> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
> 
>> Hier hat sich ja so mancher vom glühenden Verehrer von Twitter zum
>> Hauptkritiker von X entwickelt.
> 
> Ich habe da noch nie einen Account gehabt. Ich muss aber auch nicht bei
> jedem Massaker live dabei sein. Das versaut einem nur den Tag...
>
+--- <hier abknabbern> ---
| Vor gut zwei Wochen erschoss ein ICE-Beamter in Minneapolis die
| 37-jährige Aktivistin Renee Good in ihrem Auto. Während die
| Trump-Regierung der Einwanderungspolizei bei ihren Einsätzen einen
| Blankoscheck ausstellt, steht die Behörde in der Öffentlichkeit unter
| massiver Kritik. Was sagt einer, der die ICE von innen kennt?
|
| Bruce Foucart ist kein Trump-Hardliner. Die Drohungen seines Präsidenten
| gegenüber Grönland lehnt er genauso ab wie dessen Umgang mit den
| europäischen Alliierten. Doch Foucart war 31 Jahre lang in der
| Strafverfolgung auf Bundesebene tätig. Und auf die Einwanderungspolizei,
| deren Büro in Boston er als Special Agent leitete, lässt er nichts
| kommen, wie er im Zoom-Gespräch aus Massachusetts gleich klarmacht.
|
| *Herr Foucart, was war Ihr erster Gedanke, als Sie das Video von dem*
| *tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis gesehen haben*?
|
| Mein erster Gedanke war: Warum bloss hat sich diese Frau in diese Lage
| gebracht? Das hätte nicht sein müssen. Wenn dir ein Beamter sagt, dass
| du aus dem Auto steigen sollst, dann tust du das. Es geht nicht an, dass
| Protestierende die Behörden behindern. Sie bringen sich in Gefahr, sie
| bringen umstehende Menschen in Gefahr, und sie bringen vor allem die
| Agenten in Gefahr.
|
| *Weshalb sollten die Agenten in Gefahr gewesen sein*?
|
| Vielleicht hatten sie Personen in ihrem Auto, die sie gerade
| festgenommen hatten. Es ist die Rede davon, dass die Frau die Strasse
| für fünf bis zehn Minuten blockiert hat. Das bringt die Agenten in eine
| bedrohliche Lage. Ich bin von der alten Schule. Ich gehöre noch zur
| Boomer-Generation, der immer beigebracht wurde, Autoritäten zu
| gehorchen. Meine Eltern haben zu mir gesagt: «Wenn du jemals verhaftet
| wirst, Bruce, wirst du im Gefängnis sitzen, bis dich jemand auf Kaution
| rausholt. Und das werden nicht wir sein. Im Leben musst du die volle
| Verantwortung für dein Handeln übernehmen.» Das blieb bei mir hängen.
|
| *Für Sie steht am Ursprung der Tragödie also ein Autoritätsproblem*?
|
| Ich frage mich einfach: Wann haben wir als Gesellschaft verlernt,
| Autoritäten zu respektieren? Diese Beamten versuchen, ihre Arbeit zu
| machen. Zu sehen, wie sie daran gehindert werden, ist entmutigend. Ich
| kann verstehen, wenn Leute friedlich am Strassenrand stehen, wenn sie
| pfeifen oder Videos drehen. Sie können schreien, was auch immer sie
| schreien möchten. Aber wenn man eine Strafverfolgungsmassnahme physisch
| behindert, dann geht man zu weit. Bevor ich also hingehe und mir ein
| Urteil anmasse, ob in diesem speziellen Fall der Schusswaffengebrauch
| geboten war oder nicht, frage ich mich: Wieso hat sich diese Frau in
| diese Lage gebracht?
|
| *Dennoch müssen wir über den Schusswaffengebrauch reden*.
|
| Hat der Beamte in der Millisekunde richtig reagiert? Man wird sich das
| anschauen müssen. Wie war die psychische Verfassung dieses Agenten, wie
| war seine Ausbildung? Mittlerweile wissen wir, dass derselbe Agent zuvor
| schon einmal in einer Situation war, wo er von einem Auto mitgeschleift
| wurde. Natürlich beschäftigt ihn das in diesem Moment. Als Bundesagent
| müssen Sie die richtige Entscheidung treffen, damit Sie nachts zu Ihrer
| Familie nach Hause kommen. Das ist Ihre private Verantwortung. Das
| heisst selbstverständlich nicht, dass Sie rücksichtslos Menschen
| erschiessen sollen. Aber in einer Situation, in der Ihr Leben in Gefahr
| ist, müssen Sie Entscheidungen abwägen.
|
| *Bevor sie erschossen wurde, hat Renee Good den Anweisungen der Beamten*
| *nicht Folge geleistet. Wie reagiert man als Agent in einer solchen*
| *Situation*?
|
| Wenn das Auto nicht parkiert und die Zündung ausgeschaltet ist, wird es
| zu einer potenziell tödlichen Waffe. Steigt die Person nicht aus, muss
| der Agent Massnahmen ergreifen. Die Person behindert eine Untersuchung,
| also hat der Agent die Befugnis, die Tür zu öffnen. Wir haben auch schon
| Fälle gesehen, in denen Fenster eingeschlagen und Personen aus ihren
| Fahrzeugen herausgezerrt werden mussten.
|
| *Jonathan Ross, der Beamte, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hat*
| *sich vor das Fahrzeug gestellt. Das hätte er nicht tun sollen, oder*?
|
| Anhand der Videos fällt es mir schwer, dies zu beurteilen.
| Möglicherweise war es ein taktischer Fehler. Aber heisst das, dass
| jemand auf ihn losfahren sollte? Warum hat die Fahrerin nicht gesagt:
| «Okay, Sie haben mich. Ich steige aus»?
|
| *Wie lange dauert es, bis ein Agent, der bei einer Mission verletzt*
| *wurde, wieder einsatzbereit ist*?
|
| Er wird intern Fragen beantworten müssen. Es kann sein, dass er einen
| Anwalt bekommt. Es kann auch sein, dass er von sich aus einen Anwalt
| mitbringt. Dann wird eine psychologische Beurteilung vorgenommen. In der
| Regel wird man für einige Zeit vom Dienst freigestellt. Vor allem in
| einem Fall wie diesem, wo es nun zum tödlichen Schusswaffengebrauch
| gekommen ist. Der Agent hat mit seinen Dämonen zu kämpfen: Er hat eine
| Person getötet, ob zu Recht oder zu Unrecht. Natürlich sollte er nicht
| allzu bald wieder einer gefährlichen Situation ausgesetzt werden.
|
| *Der Polizeichef von Minneapolis sagte gegenüber der «New York Times*»,
| *die ICE-Beamten würden in Situationen gezwungen, auf die sie nicht*
| *vorbereitet seien. Widersprechen Sie ihm*?
|
| Es stimmt, dass ICE-Beamte nicht wie Polizisten ausgebildet sind. Sie
| sind taktisch geschult, aber sie müssen nicht wie ein örtlicher
| Polizeibeamter jeden Tag auf unterschiedlichste Situationen reagieren:
| Drogenabhängigkeit, psychische Erkrankungen, Kriminelle, die sie auf
| frischer Tat ertappen. ICE-Beamte befassen sich mit langfristigen
| Ermittlungen. Wenn Leute verhaftet werden, ist das geplant. Die Agenten
| sind vorbereitet, sie wissen, wohin sie gehen und was sie erwartet. Aber
| wenn es um die entscheidenden Kenntnisse geht, das Tragen der Waffe, die
| Sicherung der Gegend, das Vornehmen einer Festnahme: Da gibt es keine
| Unterschiede. Darin ist der ICE-Beamte genauso geschult wie ein
| örtlicher Polizist.
|
| *Wie wird man eigentlich ICE-Beamter*?
|
| Es gibt einen mehrstufigen Interview-Prozess. Danach folgt die
| Ausbildung in einer Einrichtung für Strafverfolgungsbehörden des Bundes.
| Diese befindet sich in Glynn County im Gliedstaat Georgia. Dort erhält
| der Kandidat ein achtwöchiges kriminalpolizeiliches Training. Teil davon
| sind rigorose, praktisch tägliche Übungen an der Schusswaffe, aber es
| geht auch um Spurensicherung oder forensische Untersuchungen. Noch
| einmal vier bis sechs Wochen dauert anschliessend die spezialisierte
| Schulung für die jeweilige Behörde. Wir sprechen also von einem
| Zeitrahmen von gut zwölf Wochen, in dem die Agenten eine anstrengende
| Ausbildung absolvieren müssen, bevor sie einsatzbereit sind. In der
| Regel werden sie danach auch nicht sofort auf die Strasse geschickt.
|
| *Sie bestreiten also, dass es sich bei den ICE-Agenten um schlecht*
| *ausgebildete, maskierte Rowdys handelt*?
|
| Die Masken haben mit dem Cybermobbing zu tun. Wenn ein Bild von einem
| Beamten in den sozialen Netzwerken kursiert, dauert es nicht lange, bis
| seine Adresse bekannt ist. Dann beginnen die Schikanen. Es wird alles
| versucht, das Leben des Beamten zur Hölle zu machen. Leute rufen bei der
| örtlichen Polizeibehörde an und sorgen dafür, dass Polizisten bei dem
| Agenten zu Hause aufkreuzen. Sie rufen bei der Feuerwehr an und
| behaupten, dass es ein Feuer gibt. Wir hatten auch schon einmal eine
| Situation, in der jemand in seinem Haus als Geisel genommen wurde.
|
| *Halten Sie den massiven Einsatz von ICE-Agenten in Minnesota für*
| *gerechtfertigt*?
|
| Das ist eine Frage von politischen Prioritäten. Für diese Regierung hat
| es offensichtlich Priorität, grossflächige Razzien durchzuführen und
| Personen, die sich illegal im Land aufhalten, in Gewahrsam zu nehmen.
| Der einzelne ICE-Agent hat da kein Mitspracherecht, sein Job ändert sich
| nicht. Aber wenn ich das auf einer Makroebene betrachte, frage ich mich,
| welche Alternative zu ICE den Demonstranten vorschwebt. Ich höre: «ICE
| die Finanzierung kürzen! ICE abschaffen!» – aber was dann? Ich habe noch
| von keinem Politiker ein Konzept für eine andere Form einer
| Einwanderungsbehörde gesehen.
|
| *Was gerne vergessengeht: ICE ist keine Erfindung von Donald Trump*.
|
| Nein, die US-Einwanderungs- und Zollbehörde wurde 2003 im Zuge der
| Errichtung des Heimatschutzministeriums gegründet. ICE entstand als
| Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001. Als
| Strafverfolgungsbehörde setzt sie über 400 Bundesgesetze durch. Notabene
| mehr als das FBI. Aber die Prioritäten ändern sich von Regierung zu
| Regierung. Nach dem 11. September bezog sich unter George W. Bush die
| Arbeit zum einen auf die nationale Sicherheit mit einem Fokus auf
| Personen aus islamischen Ländern. Aber zum andern lag der Schwerpunkt
| auch auf der Verhaftung von sich illegal im Land aufhaltenden Personen
| am Arbeitsplatz. Dann änderten sich die Prioritäten mit der
| Obama-Regierung.
|
| *Wie*?
|
| Jetzt lag der Fokus auf finanziellen Sanktionen für Unternehmer, die
| illegal arbeitende Personen beschäftigten. Vordergründig ging es um
| Bussgelder. Ich hatte ein grosses Team von Auditoren, die den ganzen Tag
| nichts anderes getan haben, als Vorladungen auszustellen und Geldstrafen
| aufzuerlegen. Während der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Bestrafung
| der Unternehmen lag, hat die Obama-Regierung gleichzeitig in ihren
| beiden Amtsperioden wahrscheinlich mehr Menschen deportiert als jede
| andere.
|
| *Im Unterschied zu Trump deportierte Obama offenbar eher Personen, die*
| *noch neu im Land waren. Gab es deshalb keinen solchen Aufschrei über*
| *die Arbeit von ICE*?
|
| Es mag daran liegen, dass damals das Entfernen von Personen als nicht so
| massgebend kommuniziert war. Aber auch damit, wie die Medien darüber
| berichteten. Und schliesslich war es eine demokratische Regierung. Aber
| um ehrlich zu sein, ich habe darauf keine Antwort.
|
| *Blicken Sie mit Genugtuung auf Ihre Arbeit bei der ICE zurück*?
|
| Absolut. Ich kann Ihnen viele Fälle nennen, auf die ich sehr stolz bin.
| Beispielsweise ist meinen Agenten im Bereich Kinderpornografie ein
| grosser Erfolg gelungen. Es war ein berühmter Fall, die Operation
| Hotlina. Wir konnten eine Person aus den Niederlanden, die mit
| weltweiter Kinderpornografie zu tun hatte, in direkter Zusammenarbeit
| mit Interpol festnehmen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.nzz.ch/international/erschossene-aktivistin-in-minneapolis-ex-ice-agent-verteidigt-einsatz-ld.1921736>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#655530

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 12:47 +0000
Message-ID<5t69760dbdi1485fan3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655513
On Sun, 25 Jan 2026 12:31:12 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara   wrote:
> +--- <hier abknabbern> ---
> | *Herr Foucart, was war Ihr erster Gedanke, als Sie das Video von dem*
> | *tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis gesehen haben*?

> | Mein erster Gedanke war: Warum bloss hat sich diese Frau in
> | diese Lage gebracht?

Es sollte generell immer die erste Priorität sein, falsches
Opferverhalten zu analysieren, geanu. Die Täter sind im Vergleich
dazu nicht wirklich wichtig, da kann man sich auch irgendwann später
drum kümmern.

> | Meine Eltern haben zu mir gesagt: «Wenn du jemals verhaftet
> | wirst, Bruce, wirst du im Gefängnis sitzen, bis dich jemand auf
> | Kaution rausholt. Und das werden nicht wir sein.

Nette Eltern, mein Beileid :-(

> | Ich kann verstehen, wenn Leute friedlich am Strassenrand stehen,
> | wenn sie pfeifen oder Videos drehen. Sie können schreien, was
> | auch immer sie schreien möchten.

Gestern war selbst das schon zu viel, es eskaliert schrittweise.
Solange die Täter ungestraft damit durchkommen, weshalb sollten sie
ihr Verhalten ändern?

> | Hat der Beamte in der Millisekunde richtig reagiert? Man wird
> | sich das anschauen müssen.

Ein Richter sollte sich das jedenfalls anschauen müssen, ja.
Angesichts seiner Geschichte nehme ich ihm nicht ab, dass er das
nicht bereits getan hat, und dann müsste er zu einem völlig anderen
Urteil kommen. Die weitere Aussage steht im Widerspruch zu den
Fakten.

> | Aber in einer Situation, in der Ihr Leben in Gefahr ist, müssen
> | Sie Entscheidungen abwägen.

Er stand *neben* dem Kotflügel, als er den ersten Schuss abgegeben
hat, der Weg vor der Motorhaube war gänzlich frei. Niemand war zu
dem Zeitpunkt in Gefahr. Wenn jemand so eine Situation nicht
einschätzen kann, dann darf er keine Waffe führen, schon gar nicht
dienstlich.

> | *Bevor sie erschossen wurde, hat Renee Good den Anweisungen der
> | Beamten* *nicht Folge geleistet. Wie reagiert man als Agent in
> | einer solchen* *Situation*?

> | [...] Steigt die Person nicht aus, muss der Agent Massnahmen
> | ergreifen. Die Person behindert eine Untersuchung, also hat der
> | Agent die Befugnis, die Tür zu öffnen. Wir haben auch schon
> | Fälle gesehen, in denen Fenster eingeschlagen und Personen aus
> | ihren Fahrzeugen herausgezerrt werden mussten.

Ob letzteres noch vom Gesetz gedeckt ist, müsste man sich auch erst
näher ansehen, Schusswaffengebrauch ist es jedenfalls nicht (und
schon gar nicht auf den Kopf einer Person gezielt). Deshalb braucht
man ja aucch die Lüge von der Notwehr.

> | *Jonathan Ross, der Beamte, der die tödlichen Schüsse abgegeben
> | hat, hat* *sich vor das Fahrzeug gestellt. Das hätte er nicht
> | tun sollen, oder*?

> | Anhand der Videos fällt es mir schwer, dies zu beurteilen.
> | Möglicherweise war es ein taktischer Fehler.

Das war, wäre er von irgendeiner Bedrohung durch die Frau
ausgegangen, nicht nur ein taktischer Fehler, sondern sogar
ausgesprochen dumm. Hätte sie ihn umfahren wollen, sie hätte alle
Zeit der Welt gehabt. Hat sie aber nicht.

> | Es stimmt, dass ICE-Beamte nicht wie Polizisten ausgebildet
> | sind. [...]
> |
> | Es gibt einen mehrstufigen Interview-Prozess. Danach folgt die
> | Ausbildung in einer Einrichtung für Strafverfolgungsbehörden des
> | Bundes.  Diese befindet sich in Glynn County im Gliedstaat
> | Georgia. Dort erhält der Kandidat ein achtwöchiges
> | kriminalpolizeiliches Training. [...] Noch einmal vier bis sechs
> | Wochen dauert anschliessend die spezialisierte Schulung für die
> | jeweilige Behörde. Wir sprechen also von einem Zeitrahmen von
> | gut zwölf Wochen,

Der Mann war lange bei der Einwanderungsbehörde, heißt es.
Möglicherweise sollte er sich von der Vorstellung trennen, dass es
sich immer noch um die selbe Behörde handelt. Die Aufnahmekriterien
wurden gelockert (weil zu viele Kandidaten sie nicht bestanden
hatten), und die Trainingsdauer auf gerade einmal 42 Tage reduziert.
Das, wovon er da spricht, existiert nicht mehr.

> | Die Masken haben mit dem Cybermobbing zu tun. Wenn ein Bild von
> | einem Beamten in den sozialen Netzwerken kursiert, dauert es
> | nicht lange, bis seine Adresse bekannt ist. Dann beginnen die
> | Schikanen. Es wird alles versucht, das Leben des Beamten zur
> | Hölle zu machen. Leute rufen bei der örtlichen Polizeibehörde an
> | und sorgen dafür, dass Polizisten bei dem Agenten zu Hause
> | aufkreuzen.

Möglicherweise möchte die Bevölkerung ja auch gar keine bewaffneten
Rowdies auf den Straßen, die tun und lassen, was sie wollen und bei
Bedarf einfach Leute erschießen.

> | *Blicken Sie mit Genugtuung auf Ihre Arbeit bei der ICE zurück*?

> | Absolut. Ich kann Ihnen viele Fälle nennen, auf die ich sehr
> | stolz bin.  Beispielsweise ist meinen Agenten im Bereich
> | Kinderpornografie ein grosser Erfolg gelungen.

Tja, da hat man offenbar die Prioritäten ein wenig verschoben.

> +--- </hier abknabbern> ---
> 
> ©<https://www.nzz.ch/international/erschossene-aktivistin-in-minneapolis-ex-ice-agent-verteidigt-einsatz-ld.1921736>

Du liest wieder einmal die falschen Medien.

Servus,
   Stefan

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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - welch affiger Gedanke.
(Sloganizer)

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#655536

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-25 14:11 +0100
Message-ID<10l54qk$1lc5f$2@dont-email.me>
In reply to#655530
Salve allerseits,

Stefan Froehlich schrieb:
> On Sun, 25 Jan 2026 12:31:12 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara   wrote:
> 
>> | Mein erster Gedanke war: Warum bloss hat sich diese Frau in
>> | diese Lage gebracht?
> 
> Es sollte generell immer die erste Priorität sein, falsches
> Opferverhalten zu analysieren, geanu. Die Täter sind im Vergleich
> dazu nicht wirklich wichtig, da kann man sich auch irgendwann später
> drum kümmern.
> 
Warst Du schon mal in den Staaten? Regel Nr. 1 lautet: Wenn eine
bewaffnete Person, die mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung beauftragt ist, dich zu irgendwas auffordert,
dann machst Du es! Andernfalls kannst Du nämlich auf der Stelle
erschossen werden...								( `Д ´ )ゞ

	M.f.G.

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Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#655593

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2026-01-25 17:51 +0000
Message-ID<5t69765796i1b08d3n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#655536
On Sun, 25 Jan 2026 14:11:48 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara   wrote:
> Stefan Froehlich schrieb:
>> On Sun, 25 Jan 2026 12:31:12 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara   wrote:
>>> | Mein erster Gedanke war: Warum bloss hat sich diese Frau in
>>> | diese Lage gebracht?

>> Es sollte generell immer die erste Priorität sein, falsches
>> Opferverhalten zu analysieren, geanu. Die Täter sind im Vergleich
>> dazu nicht wirklich wichtig, da kann man sich auch irgendwann später
>> drum kümmern.
 
> Warst Du schon mal in den Staaten?

Ja. Und Du?

> Regel Nr. 1 lautet: Wenn eine bewaffnete Person, die mit der
> Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
> beauftragt ist, dich zu irgendwas auffordert, dann machst Du es!
> Andernfalls kannst Du nämlich auf der Stelle erschossen werden...

Die Sitten sind in den USA zwar ruppig, aber doch nicht ganz so
(ausser für Menschen mit schwarzer Hautfarbe, das ist wieder ein
Thema).

Aber wie man gestern sehen konnte, reicht inzwischen - auch für
Weiße - noch nicht einmal mehr aus, irgendwelchen Befehlen zu
folgen, um am Leben zu bleiben.

Servus,
   Stefan

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Der vertraute Nachbar verschenkt Stefan. Wer noch?
(Sloganizer)

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#655613

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-01-25 21:32 +0100
Message-ID<10l5uk5$1ubp3$3@dont-email.me>
In reply to#655593
Salve allerseits,

Stefan Froehlich schrieb:
> On Sun, 25 Jan 2026 14:11:48 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote:
>> Stefan Froehlich schrieb:
>>> On Sun, 25 Jan 2026 12:31:12 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote:
>>>
>>>> | Mein erster Gedanke war: Warum bloss hat sich diese Frau in
>>>> | diese Lage gebracht?
>>> 
>>> Es sollte generell immer die erste Priorität sein, falsches
>>> Opferverhalten zu analysieren, geanu. Die Täter sind im Vergleich
>>> dazu nicht wirklich wichtig, da kann man sich auch irgendwann später
>>> drum kümmern.
>>  
>> Warst Du schon mal in den Staaten?
> 
> Ja. Und Du?
> 
Tjaha, des Öfteren – wir haben dort sogar geheiratet, und zwar bevor wir
US-Bürger wurden! Und wir haben in New Castle County und Kent County
im US-Bundesstaat Delaware je 1 Haus...						(¬‿¬ )

	M.f.G.

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