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Re: Die Apokryphen - Gottes Unwort?

From Sebastian Berndt <spamdelete@gmx.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Die Apokryphen - Gottes Unwort?
Date 2016-02-05 16:58 +0100
Message-ID <dhjv55Fdrb0U1@mid.individual.net> (permalink)
References <n8trta$48t$1@news.albasani.net>

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Am 03.02.2016 um 22:36 schrieb Herwig Huener AQSR 5:
> 2016-02-03 22:37:22 +0100
> Dabei haben viele Religionen das ImmunSystem, das sie
> angreift, schon incorporiert. Im Falle des Christentums
> sind das die Apokryphen. Die sind nicht erst seit

Definiere Apokryphen. Katholiken und Protestanten verstehen 
Unterschiedliches darunter. So unterschiedlich, daß die protestantischen 
Apokryphen in der katholischen Bibel stehen und -- oh Schreck, oh Graus! 
-- sogar im Gottesdienst gelesen werden.

> gestern bekannt. Aber hat es bislang irgendeinen
> Einfluss auf die "Mainstream-Gläubigkeit" gehabt?

Aber hallo! Mach Dich mal schlau, auf welcher Quellenlage z.B. Anna und 
Joachim als die Namen der Eltern Mariens basieren.

> https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen

https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_%28Heilige%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_%28Heiliger%29

Wahrscheinlich werden dieselben Leute, die noch nie was von den 
Apokryphen gehört zu haben meinen, ganz genau wissen, daß die Eltern 
Mariens Joachim und Anna hießen.

> der Apokryphen in meiner WarteSchlange. So richtig
> ging das natürlich erst mit Beginn des Google-ZeitAlters.

Eine Buchhandlung oder eine Bibliothek wären keine Option gewesen?

> Indizien für den fehlenden Einfluss auf die Mainstream-
> Gläubigkeit: Viele Leute, die sich selbst als Christen
> bezeichnen, wissen auf Befragen nichts von den
> Apokryphen. In den Kirchen aller Konfessionen sind sie

Viele Leute, die sich selbst als Christen bezeichnen, wissen auf 
Befragen auch nichts von Ignatius von Antiochien, Irenäus von Lyon oder 
Johannes Chrysostomos. Dabei hätte es die (zumindest katholische) Kirche 
so gerne, daß die Gläubigen deren Schriften kennen würden, daß ein Teil 
dieser Schriften in der kirchlichen Liturgie (Lesehore) gelesen werden.

Daß in Deutschland (und weiten Teilen der sog. westlichen Welt) das 
Christentum auf dem Sterbebett liegt, ist jetzt keine so überraschende 
Information.

> auch nicht ausgelegt. Als ob eine allgemeine Strategie
> des TotSchweigens angeordnet wäre.

In den meisten Kirchen, die ich so besuche, liegen eigentlich nur 
Gesangbücher und Flyer für allen möglich Kram aus. Schon Bibeln eher 
selten, warum dann die Apokryphen?

> Als ob die
> Aktivitäten des Vatikans in den ersten paar Jahrhunderten
> nach dem Jahr Null recht erfolgreich gewesen wären und
> die Verbindlichkeit für die ganze Welt damit festgeschrieben
> worden wäre - mind you: Es ist nicht nur ein Betrug an
> allen Christen, sondern auch an alle andersgläubige,
> selektiv einige Bestandteile der Botschaft zu unterdrücken.

Das ist ungefähr so, als ob Du in einem Apple Store erwarten würdest, 
gleich am Eingang den Herrn der Ringe in die Hand gedrückt zu bekommen.

> Relevanz für heute? Ich weiss nicht. Um zu belegen, dass
> die Offiziellen einer ReligionsGemeinschaft nicht die
> lauteren, wahrheitsliebenden Charaktere sind, die sie
> zu sein vorgeben, ist das ganz nützlich. Aber sonst -
> inhaltlich - reisst mich da nichts vom Stuhl.

Die Apokryphen standen nicht mal auf dem Index der verbotenen Bücher:
<http://www.cvm.qc.ca/gconti/905/BABEL/Index%20Librorum%20Prohibitorum-1948.htm>.

Grüßle

Seb.
-- 
Meine Doktorarbeit: <http://metal-und-christentum.de/home/>
Gott haßt die Jünger der Lüge. Ein Versuch über Metal und Christentum: 
Metal als gesellschaftliches Zeitphänomen mit ethischen und religiösen 
Implikationen; Hamburg 2012 (Print und E-Book).

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Die Apokryphen - Gottes Unwort? Herwig Huener AQSR 5 <Herwig.Huener@t-online.de> - 2016-02-03 22:36 +0100
  Re: Die Apokryphen - Gottes Unwort? Karsten Düsterloh <trash@tprac.de> - 2016-02-03 22:52 +0100
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    Re: Die Apokryphen - Gottes Unwort? Matthias Wendt <wendt2@schumann-ga.de> - 2016-02-04 18:07 +0100
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    Re: Die Apokryphen - Gottes Unwort? Herwig Huener AQSR 5 <Herwig.Huener@t-online.de> - 2016-02-04 23:52 +0100
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