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Groups > de.sci.electronics > #239971 > unrolled thread

Woran sterben TRIACs?

Started byMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
First post2018-01-23 22:58 +0100
Last post2018-01-24 18:00 +0100
Articles 13 — 6 participants

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Contents

  Woran sterben TRIACs? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2018-01-23 22:58 +0100
    Re: Woran sterben TRIACs? Joerg <news@analogconsultants.com> - 2018-01-23 14:15 -0800
    Re: Woran sterben TRIACs? Bernd Mayer <beam.bam.boom@knuut.de> - 2018-01-24 00:01 +0100
      Re: Woran sterben TRIACs? Bernd Mayer <beam.bam.boom@knuut.de> - 2018-01-24 01:19 +0100
    Re: Woran sterben TRIACs? Marte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de> - 2018-01-24 13:16 +0100
      Re: Woran sterben TRIACs? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2018-01-25 22:18 +0100
        Re: Woran sterben TRIACs? Marte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de> - 2018-01-26 00:18 +0100
          Re: Woran sterben TRIACs? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2018-01-26 07:20 +0100
            Re: Woran sterben TRIACs? Marte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de> - 2018-01-26 09:09 +0100
              Re: Woran sterben TRIACs? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2018-01-26 17:07 +0100
            Re: Woran sterben TRIACs? v_borchert@despammed.com (Volker Borchert) - 2018-01-27 01:50 +0000
              Re: Woran sterben TRIACs? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2018-01-27 09:13 +0100
    Re: Woran sterben TRIACs? Volker Bartheld <news2017@bartheld.net> - 2018-01-24 18:00 +0100

#239971 — Woran sterben TRIACs?

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2018-01-23 22:58 +0100
SubjectWoran sterben TRIACs?
Message-ID<p48b6c$rig$1@gwaiyur.mb-net.net>
Ich hatte hier kürzlich einen ungewöhnlichen Ausfall eines TRIACs. Das 
ganze ist ein TIC225D, das einen alten TV schaltet, wenn der Zuspieler 
ein Signal liefert. Was war passiert?

Durch einen Defekt im vergossenen Stecker einer Mehrfachsteckdose 
(eigene Story) kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen 
(Funkenbildung). Die Geräte nebst TV reagierten, sagen wir mal verstört. 
Soweit nichts überraschendes.
Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist 
(dauer-an, vmtl. durchlegiert). Warum sollte eine schlechte Verbindung 
beim (in Reihe geschalteten) Stromkabel den TRIAC beeinträchtigen. Klar, 
das gibt ein paar Stromspitzen, aber irgendwie drängt sich mir nicht 
auf, warum der dabei gleich Hopps geht. Ich meine, von den 8A Nennstrom 
ist der TV weit entfernt (ca. 100W). Außerdem ist er dabei nach ein paar 
Sekunden aus gegangen. Andernfalls wäre vmtl. auch der Stecker abgefackelt.

Irgendwelche Ideen?


Marcel

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#239972

FromJoerg <news@analogconsultants.com>
Date2018-01-23 14:15 -0800
Message-ID<fcpqg2F57k8U1@mid.individual.net>
In reply to#239971
On 2018-01-23 13:58, Marcel Mueller wrote:
> Ich hatte hier kürzlich einen ungewöhnlichen Ausfall eines TRIACs. Das
> ganze ist ein TIC225D, das einen alten TV schaltet, wenn der Zuspieler
> ein Signal liefert. Was war passiert?
>
> Durch einen Defekt im vergossenen Stecker einer Mehrfachsteckdose
> (eigene Story) kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen
> (Funkenbildung). Die Geräte nebst TV reagierten, sagen wir mal verstört.
> Soweit nichts überraschendes.
> Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist
> (dauer-an, vmtl. durchlegiert). Warum sollte eine schlechte Verbindung
> beim (in Reihe geschalteten) Stromkabel den TRIAC beeinträchtigen. Klar,
> das gibt ein paar Stromspitzen, aber irgendwie drängt sich mir nicht
> auf, warum der dabei gleich Hopps geht. Ich meine, von den 8A Nennstrom
> ist der TV weit entfernt (ca. 100W). Außerdem ist er dabei nach ein paar
> Sekunden aus gegangen. Andernfalls wäre vmtl. auch der Stecker abgefackelt.
>
> Irgendwelche Ideen?
>

Wenn der Triac rundherum mit nichts geschuetzt war, hat er vermutlich 
eine der Spannungsspitzen nicht ausgehalten. Die entstehen, wenn 
Kontakte funken und deren Spitzenspannung haengt u.a. von der 
dranhaengenden Leitungslaenge ab. TV, Videogeraete und so weiter haben 
am Eingang einen oder mehrere Kondensatoren von N nach L und auch noch 
von N sowie L zum Schutzleiter, falls vorhanden (ist meist nicht der 
Fall). Daher haelt der TV das aus, wenn fuer einige zig usec 1kV oder 
mehr anliegen, oder er laesst sich an seinem NEtzeingang gar nicht erst 
so hoch kommen. Der Triac hingegen fatzt dann durch.

-- 
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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#239978

FromBernd Mayer <beam.bam.boom@knuut.de>
Date2018-01-24 00:01 +0100
Message-ID<p48ern$57q$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#239971
Am 23.01.2018 um 22:58 schrieb Marcel Mueller:
> Ich hatte hier kürzlich einen ungewöhnlichen Ausfall eines TRIACs. Das 
> ganze ist ein TIC225D, das einen alten TV schaltet, wenn der Zuspieler 
> ein Signal liefert. Was war passiert?
> 
> Durch einen Defekt im vergossenen Stecker einer Mehrfachsteckdose 
> (eigene Story) kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen 
> (Funkenbildung). Die Geräte nebst TV reagierten, sagen wir mal verstört. 
> Soweit nichts überraschendes.
> Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist 
> (dauer-an, vmtl. durchlegiert). Warum sollte eine schlechte Verbindung 
> beim (in Reihe geschalteten) Stromkabel den TRIAC beeinträchtigen. Klar, 
> das gibt ein paar Stromspitzen, aber irgendwie drängt sich mir nicht 
> auf, warum der dabei gleich Hopps geht. Ich meine, von den 8A Nennstrom 
> ist der TV weit entfernt (ca. 100W). Außerdem ist er dabei nach ein paar 
> Sekunden aus gegangen. Andernfalls wäre vmtl. auch der Stecker abgefackelt.

Hallo,

der Einschaltstrom kann recht hoch sein. Du schreibst ja von kurzen 
Stromunterbrechungen im Plural. Die NTCs zur Einschaltstrombegrenzung im 
Netzteil können dann warm bleiben wenn das Einschalten mehrmals 
hintereinander in kurzem Abstand erfolgt und der wiederholte 
Einschaltstrom wird nicht begrenzt und das hat dann Folgen.


Bernd Mayer

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#239982

FromBernd Mayer <beam.bam.boom@knuut.de>
Date2018-01-24 01:19 +0100
Message-ID<p48jed$i11$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#239978
Am 24.01.2018 um 00:01 schrieb Bernd Mayer:

[ TRIAC-Defekt durch kurze Stromunterbrechungen mit Funkenbildung]

>> Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist 
>> (dauer-an, vmtl. durchlegiert). Warum sollte eine schlechte Verbindung 
>> beim (in Reihe geschalteten) Stromkabel den TRIAC beeinträchtigen. 
> 
> Hallo,
> 
> der Einschaltstrom kann recht hoch sein. Du schreibst ja von kurzen 
> Stromunterbrechungen im Plural. Die NTCs zur Einschaltstrombegrenzung im 
> Netzteil können dann warm bleiben wenn das Einschalten mehrmals 
> hintereinander in kurzem Abstand erfolgt und der wiederholte 
> Einschaltstrom wird nicht begrenzt und das hat dann Folgen.

Nachtrag:

durch die Funken können Spannungsimpulse entstehen deren Steilheit höher 
sind als die zulässigen Anstiegs- und Abfallzeiten für den
TIC225 (Critical rate of rise of off-state voltage und Critical rise of
commutation voltage) siehe Datenblatt.


Bernd Mayer

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#239999

FromMarte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de>
Date2018-01-24 13:16 +0100
Message-ID<p49tee$ncn$1@news2.open-news-network.org>
In reply to#239971
Hallo Marcel,

> Ich hatte hier kürzlich einen ungewöhnlichen Ausfall eines TRIACs.
> (eigene Story) kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen 
> (Funkenbildung). 
> Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist 
> (dauer-an, vmtl. durchlegiert).

Thyristoren und Triacs legieren in der Regel durch, wenn das di/dt zu 
hoch wird. Deswegen mögen die an sich keine kapazitiven Lasten und schon 
gar nicht, wenn nicht im Nulldurchgang geschalten wird. Die Netzteile 
sind aber in erster Näherung heutzutage kapazitiv. Wenn dann noch ggfs 
eingesetzte NTCs bereits warm sind und dann noch die Cs im Mittelkreis 
durch PFC leergesaugt wurden, die Triacs ohne Nulldurchgangsschalter 
einfach so zünden, während gerade die Phase schön hoch im Potenzial 
liegt... kann man sich dann gut vorstellen, dass da das di/dt zu groß 
wird. Die ganzen induktiven Thesen glaub ich eher weniger. Die können 
höchstens mit dazu kommen und für ein unbeabsichtigtes Zünden im 
falschen Moment verantwortlich sein. Triacs können in der Tat durch ein 
zu großes du/dt auch überkopfzünden. Das ist aber in der Regel nicht 
tödlich, solange di/dt im Rahmen bleibt.

Soweit meine Gedanken zum Fall

Marte

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#240067

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2018-01-25 22:18 +0100
Message-ID<p4dhje$814$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#239999
On 24.01.18 13.16, Marte Schwarz wrote:
> Hallo Marcel,
>
>> Ich hatte hier kürzlich einen ungewöhnlichen Ausfall eines TRIACs.
>> (eigene Story) kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen
>> (Funkenbildung). Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC
>> verstorben ist (dauer-an, vmtl. durchlegiert).
>
> Thyristoren und Triacs legieren in der Regel durch, wenn das di/dt zu
> hoch wird.

Heißt das, dass sie dann nur teilweise durchzünden und der Strom durch 
ein zu kleines Areal muss?

Das würde einen Zusammenhang zwischen Zündstrom und dI/dt nahe legen. 
Hier könnte der Hase im Pfeffer liegen. Ich habe nur extrem wenig 
Leistung zum zünden zur Verfügung. Deshalb auch der TIC 225.

Interessanterweise schweigen sich die Datenblätter zu dI/dt komplett aus.

> Deswegen mögen die an sich keine kapazitiven Lasten und schon
> gar nicht, wenn nicht im Nulldurchgang geschalten wird.

Naja, Phasenanschnittdimmer existieren schon recht lange.


> Die ganzen induktiven Thesen glaub ich eher weniger. Die können
> höchstens mit dazu kommen und für ein unbeabsichtigtes Zünden im
> falschen Moment verantwortlich sein.

Während des Vorfalls lag Zündstrom an, andernfalls wäre der TV aus 
gewesen und der Schaden an der Steckdose kaum aufgefallen.
Da ich potentialfrei zünden muss, ist es allerdings AC mit einigen kHz, 
also nicht 100% dauerhaft.

> Triacs können in der Tat durch ein
> zu großes du/dt auch überkopfzünden. Das ist aber in der Regel nicht
> tödlich, solange di/dt im Rahmen bleibt.

Das ist eigentlich auch mein Bild.


Marcel

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#240070

FromMarte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de>
Date2018-01-26 00:18 +0100
Message-ID<p4dojd$qp9$1@news2.open-news-network.org>
In reply to#240067
Hi Marcel,
>> Thyristoren und Triacs legieren in der Regel durch, wenn das di/dt zu
>> hoch wird.
> 
> Heißt das, dass sie dann nur teilweise durchzünden und der Strom durch 
> ein zu kleines Areal muss?
> 
> Das würde einen Zusammenhang zwischen Zündstrom und dI/dt nahe legen. 

So ist mein Kenntnisstand und deckt sich mit meinen Erfahrungen, als ich 
eine Thyristorbrücke zur Phasenumschaltungen in einem 2 kV 20 A 
Buck-Converter eingesetzt hatte. Wenn ich den Strom vor der Phasenumkehr 
  nicht weit genug herunterfahren konnte, sind die Thyristoren gestorben 
wie die Fliegen.

> Hier könnte der Hase im Pfeffer liegen. Ich habe nur extrem wenig 
> Leistung zum zünden zur Verfügung. Deshalb auch der TIC 225.

Möglich. Am Besten fährst Du, wenn Du definiert nur bei Nulldurchgängen 
schaltest und bei Störungen eine Wartezeit einbaust.

> Interessanterweise schweigen sich die Datenblätter zu dI/dt komplett aus.

Huch!?!

>> Deswegen mögen die an sich keine kapazitiven Lasten und schon
>> gar nicht, wenn nicht im Nulldurchgang geschalten wird.
> 
> Naja, Phasenanschnittdimmer existieren schon recht lange.

Aber nur für induktive Lasten, bei denen die Last für ein kontrolliertes 
di/dt sorgt oder für ohmsche Lasten mit in reihe geschaltener 
Schutzinduktivität, die das abdeckt.

>> Die ganzen induktiven Thesen glaub ich eher weniger. Die können
>> höchstens mit dazu kommen und für ein unbeabsichtigtes Zünden im
>> falschen Moment verantwortlich sein.
> 
> Während des Vorfalls lag Zündstrom an, andernfalls wäre der TV aus 
> gewesen und der Schaden an der Steckdose kaum aufgefallen.
> Da ich potentialfrei zünden muss, ist es allerdings AC mit einigen kHz, 
> also nicht 100% dauerhaft.

Solange die Frequenz hoch genug ist und/oder(beim Triac) die Impulsform 
sich eher an Rechteck denn an Trapez nähert sollte das unkritisch sein.

>> Triacs können in der Tat durch ein
>> zu großes du/dt auch überkopfzünden. Das ist aber in der Regel nicht
>> tödlich, solange di/dt im Rahmen bleibt.

> Das ist eigentlich auch mein Bild.

Deshalb schrieb ich so ausführlich ;-)
Als erste Gegenmaßnahme würde ich eine Seriendrossel in Verbindung mit 
antiparalellen Supressordioden (quasi als Snubber / Freilaufkreis) 
versuchen... und dann mal messen, was auf der Leitung passiert - 
Hochspannungstastkopf vorausgesetzt.

Marte

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#240072

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2018-01-26 07:20 +0100
Message-ID<p4ehbq$5ic$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#240070
On 26.01.18 00.18, Marte Schwarz wrote:
>> Das würde einen Zusammenhang zwischen Zündstrom und dI/dt nahe legen.
 >> Hier könnte der Hase im Pfeffer liegen. Ich habe nur extrem wenig
>> Leistung zum zünden zur Verfügung. Deshalb auch der TIC 225.
>
> Möglich. Am Besten fährst Du, wenn Du definiert nur bei Nulldurchgängen
> schaltest und bei Störungen eine Wartezeit einbaust.

Das ist allerdings auch immenser Aufwand.
Die ganze Schaltung hat derzeit vielleicht einen Quadratzentimeter. Und 
In der Grabbelkiste findet man die dazu nötigen Controller auch nicht. 
Und braucht die Nulldurchgangserkennung nicht auch dauerhaft etwas Strom?

>> Interessanterweise schweigen sich die Datenblätter zu dI/dt komplett aus.
>
> Huch!?!

Zumindest zu diesem TRIAC habe ich nichts gefunden.


>> Während des Vorfalls lag Zündstrom an, andernfalls wäre der TV aus
>> gewesen und der Schaden an der Steckdose kaum aufgefallen.
>> Da ich potentialfrei zünden muss, ist es allerdings AC mit einigen
>> kHz, also nicht 100% dauerhaft.
>
> Solange die Frequenz hoch genug ist und/oder(beim Triac) die Impulsform
> sich eher an Rechteck denn an Trapez nähert sollte das unkritisch sein.

Ja, der Spannungsverlauf ist schon im wesentlichen Rechteck, aber der 
Strom wohl nicht.
Mit der Frequenz darf man übrigens nicht sehr hoch gehen, sonst Zünden 
die Biester nicht mehr richtig. Ich wollte erst mit 40 kHz oder so ran. 
Das hat nicht funktioniert. Warum genau weiß ich nicht. Entweder prallt 
der Strom dann an der Eingangskapazität ab oder die Dauer einer 
Halbwelle am Gate reicht nicht für den Zündvorgang und beim umpolen, 
beginnt alles von vorne.


> Deshalb schrieb ich so ausführlich ;-)
> Als erste Gegenmaßnahme würde ich eine Seriendrossel in Verbindung mit
> antiparalellen Supressordioden (quasi als Snubber / Freilaufkreis)
> versuchen... und dann mal messen, was auf der Leitung passiert -

Naja, es hat jetzt auch so ein paar Jahre gehalten. Ich hoffe mal nicht, 
dass gleich wieder eine Steckdose verreckt.
Eine Drossel wäre sicher kein Fehler. Aber Freilauf am TRIAC ergibt 
eigentlich keinen Sinn. Der macht eh erst wieder auf, wenn kein 
signifikanter Strom mehr fließt.

> Hochspannungstastkopf vorausgesetzt.

Fehlanzeige. Aber so Spitzen bis 1kV verdauen auch meine normalen 
Tastköpfe ganz gut. Das sollte für diese Manöver reichen.


Marcel

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#240075

FromMarte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de>
Date2018-01-26 09:09 +0100
Message-ID<p4eno9$d0t$1@news2.open-news-network.org>
In reply to#240072
Hi Marcel,
>> Möglich. Am Besten fährst Du, wenn Du definiert nur bei Nulldurchgängen
>> schaltest und bei Störungen eine Wartezeit einbaust.
> 
> Das ist allerdings auch immenser Aufwand.
> Die ganze Schaltung hat derzeit vielleicht einen Quadratzentimeter. Und 
> In der Grabbelkiste findet man die dazu nötigen Controller auch nicht. 
> Und braucht die Nulldurchgangserkennung nicht auch dauerhaft etwas Strom?

Alles relativ...

>> Solange die Frequenz hoch genug ist und/oder(beim Triac) die Impulsform
>> sich eher an Rechteck denn an Trapez nähert sollte das unkritisch sein.
> 
> Ja, der Spannungsverlauf ist schon im wesentlichen Rechteck, aber der 
> Strom wohl nicht.

Messen?

> Mit der Frequenz darf man übrigens nicht sehr hoch gehen, sonst Zünden 
> die Biester nicht mehr richtig. Ich wollte erst mit 40 kHz oder so ran. 
> Das hat nicht funktioniert. Warum genau weiß ich nicht. Entweder prallt 
> der Strom dann an der Eingangskapazität ab

Abprallen wohl weniger, eher versumpfen. Solange natürlich nur die 
Sperrschichtkapazitäten umgeladen werden, tut sich schalttechnisch 
natürlich nichts. mehr als 1 kHz hätte ich jetzt auch nicht genommen. 
Klar, je höher desto kleiner die Übertrager. Bei 40 kHz kannst Du aber 
bereits ans Gleichrichjten und Sieben denken.

>> Als erste Gegenmaßnahme würde ich eine Seriendrossel in Verbindung mit
>> antiparalellen Supressordioden (quasi als Snubber / Freilaufkreis)
>> versuchen... und dann mal messen, was auf der Leitung passiert -
> 
> Eine Drossel wäre sicher kein Fehler. Aber Freilauf am TRIAC ergibt 
> eigentlich keinen Sinn. Der macht eh erst wieder auf, wenn kein 
> signifikanter Strom mehr fließt.

Der Snubber nicht über den Triac sondern über die wacklige Steckdose. Da 
wird doch unfreiwillig der Stromkreis unterbrochen. Da muss im 
Zweifelsfall der Spulenstrom weiterfließen dürfen, zur Not mit heftigem 
Spannungsabfall für ein paar ms. Die Suppressordioden brauchen den 
Stromfluß nicht aufrecht erhalten, es soll ja nur das di/dt beim 
Wiedereinschalten begrenzen, ohne dass der Funkenregen oder gar 
induzierte Überspannung mehr kaputt machen, als helfen.

> Fehlanzeige. Aber so Spitzen bis 1kV verdauen auch meine normalen 
> Tastköpfe ganz gut. Das sollte für diese Manöver reichen.

Na wenn Du meinst... ich hatte das anders erlebt. 1:10 Tastköpfe 
schlucken da vieles weg, wenn die Spannung hoch kommt. manche 1:100 
Tastköpfe gehen bis kV und haben auch deutlich weniger 
Eingangskapazität. Das Zeuch in der Tastkopfspitze soll aber sehr 
induktionsarm sein, weil keiner einen 10 MHz Tastkopf kaufen mag. Das 
macht die mechanischen Ausdehnungen klein, was wiederum selten gut für 
Hochspannung war...

Marte

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#240091

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2018-01-26 17:07 +0100
Message-ID<p4fjni$2va$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#240075
On 26.01.18 09.09, Marte Schwarz wrote:
>> Ja, der Spannungsverlauf ist schon im wesentlichen Rechteck, aber der
>> Strom wohl nicht.
>
> Messen?

Könnte man... Die Mühe habe ich mir aber nicht gemacht.

>> Mit der Frequenz darf man übrigens nicht sehr hoch gehen, sonst Zünden
>> die Biester nicht mehr richtig. Ich wollte erst mit 40 kHz oder so
>> ran. Das hat nicht funktioniert. Warum genau weiß ich nicht. Entweder
>> prallt der Strom dann an der Eingangskapazität ab
>
> Abprallen wohl weniger, eher versumpfen.

Ja, das meine ich schon.

> Solange natürlich nur die
> Sperrschichtkapazitäten umgeladen werden, tut sich schalttechnisch
> natürlich nichts. mehr als 1 kHz hätte ich jetzt auch nicht genommen.

Irgendsoetwas ist es auch geworden. AFAIR etwas mehr. 5 kHz oder so.

> Klar, je höher desto kleiner die Übertrager.

Das dürften Epcos R10 sein.

> Bei 40 kHz kannst Du aber
> bereits ans Gleichrichjten und Sieben denken.

Das hatte ich auch schon überlegt. Das bringt aber die Kalkulation schon 
gehörig durcheinander. Zum einen die nicht unerheblichen 
Gleichrichterverluste. Zum anderen spart es natürlich Strom, wenn man 
immer nur kurz nach dem Umpolen signifikant Strom fließen lässt und 
nicht die ganze Periode lang. Die Verzögerung nach dem Nulldurchgang bis 
zum Einschalten ist bei hinreichend hoher Frequenz kaum störend.

>>> Als erste Gegenmaßnahme würde ich eine Seriendrossel in Verbindung mit
>>> antiparalellen Supressordioden (quasi als Snubber / Freilaufkreis)
>>> versuchen... und dann mal messen, was auf der Leitung passiert -
>>
>> Eine Drossel wäre sicher kein Fehler. Aber Freilauf am TRIAC ergibt
>> eigentlich keinen Sinn. Der macht eh erst wieder auf, wenn kein
>> signifikanter Strom mehr fließt.
>
> Der Snubber nicht über den Triac sondern über die wacklige Steckdose.

Also ich werde bestimmt nicht um einen intern defekten Stecker in einer 
Steckdose eine Work-Around herum bauen. Ich meine, das ist ja 
Brandgefährlich. Den (vergossenen) Stecker habe ich abgekniffen und 
durch einen funktionsfähigen ersetzt.

[HV-Tastkopf]
>> Fehlanzeige. Aber so Spitzen bis 1kV verdauen auch meine normalen
>> Tastköpfe ganz gut. Das sollte für diese Manöver reichen.
>
> Na wenn Du meinst... ich hatte das anders erlebt. 1:10 Tastköpfe
> schlucken da vieles weg, wenn die Spannung hoch kommt.

Du meinst die Eingangskapazität, oder? Also bei den Impedanzen von 
Stromleitungen habe ich da weniger bedenken.
Außerdem hängen an dem einen Oszi die guten alten P6139A dran. Die haben 
AFAIR 8pF oder so. So etwas Gutes wird heutzutage kaum noch gebaut.

> manche 1:100
> Tastköpfe gehen bis kV und haben auch deutlich weniger
> Eingangskapazität.

Ja, wobei die nicht so klein ist, wie ich es erwarten würde. Also, weit 
von Faktor 10 besser entfernt. Ich habe mal rum geguckt, und bin dann 
bei 4-5pF oder so gelandet. Das ist gerade mal ein Faktor 2 besser als 
meine 1:10 Probes. Dafür sind die Dinger noch sündhaft teuer.

> Das Zeuch in der Tastkopfspitze soll aber sehr
> induktionsarm sein, weil keiner einen 10 MHz Tastkopf kaufen mag. Das
> macht die mechanischen Ausdehnungen klein, was wiederum selten gut für
> Hochspannung war...

dU/dt ist AFAIK das primäre Problem bei den Tastköpfen, also letztlich 
der hineinfließende Strom. An die Grenze mit U alleine stößt man in der 
Praxis eher selten.

Einen alten Hameg-Tastkopf habe ich vor einigen Jahrzehnten mal 
gesprengt. Das waren allerdings auch eher 1,6kV, und zudem im 
wesentlichen DC mit hässlichen 400µF MP-C dran. Das hat dem Ganzen dann 
doch etwas Schmackes verliehen. ;-) OK, das war die Spannungsgrenze.
Tatsächlich habe ich den Tastkopf trotz der Sprengung wieder reparieren 
können. Es war glaube ich nur der Trimmkondensator nicht mehr existent. 
OK, das Plastik außen hatte es auch zerfetzt, interessanterweise ohne 
das dazwischenliegende Metallrohr zu beschädigen. Wie auch immer: 
Platinchen gereinigt, anderen Kondensator eingebaut (Festwert, passend 
zum Oszi), lief wieder.


Marcel

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#240106

Fromv_borchert@despammed.com (Volker Borchert)
Date2018-01-27 01:50 +0000
Message-ID<p4glt8$imm$1@Gaia.teknon.de>
In reply to#240072
Marcel Mueller wrote:

> Und braucht die Nulldurchgangserkennung nicht auch dauerhaft etwas Strom?

Hm. Könnte man nicht mit (Diode, Vorwiderstand, Zenerdiode, Transistor)
für jede Halbwelle einfach die Gatespannung jurzschließen?

-- 

"I'm a doctor, not a mechanic." Dr Leonard McCoy <mccoy@ncc1701.starfleet.fed>
"I'm a mechanic, not a doctor." Volker Borchert  <v_borchert@despammed.com>

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#240110

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2018-01-27 09:13 +0100
Message-ID<p4hcal$o72$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#240106
On 27.01.18 02.50, Volker Borchert wrote:
> Marcel Mueller wrote:
>
>> Und braucht die Nulldurchgangserkennung nicht auch dauerhaft etwas Strom?
>
> Hm. Könnte man nicht mit (Diode, Vorwiderstand, Zenerdiode, Transistor)
> für jede Halbwelle einfach die Gatespannung jurzschließen?

Wenn die Gatespannung immer synchron gepolt wäre, ja.
Damit fließt der Basisstrom durch den Transistor aber auch immer. Und 
das auch noch durch das zu schaltende Gerät. Das gibt dann wieder so 
Phänomene wie die berühmten Blitz-LEDs.

Aber schwerer wiegt, dass der DC-DC-Wandler am anderen Ende des 
Gate-Übertragers das übel nehmen würde.
Aufgrund der Potentialfreiheit muss man nämlich auf der Seite ansetzen. 
Kurzum, das muss auch noch durch einen Optokoppler durch. Und der 
braucht schon etwas Strom, damit er etwas sinnvolles tut.

Blöderweise kann man bei dieser Anwendung kein Kondensatornetzteil 
nehmen, weil sonst die Phase im Eimer ist.


Marcel

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#240016

FromVolker Bartheld <news2017@bartheld.net>
Date2018-01-24 18:00 +0100
Message-ID<1rcgeeukpnri2.dlg@news.bartheld.net>
In reply to#239971
On Tue, 23 Jan 2018 22:58:36 +0100, Marcel Mueller wrote:
> Durch einen Defekt im vergossenen Stecker einer Mehrfachsteckdose 
> [...] kam es vorübergehend zu kurzen Stromunterbrechungen 
> [...]
> Was mich aber wundert, ist dass dabei der TRIAC verstorben ist [...] Klar, 
> das gibt ein paar Stromspitzen, aber irgendwie drängt sich mir nicht 
> auf, warum der dabei gleich Hopps geht. Ich meine, von den 8A Nennstrom 
> ist der TV weit entfernt (ca. 100W).

Du schreibst selber von Stromspitzen und deren Höhe haben rein gar nichts
mit der Anschlußleistung der Geräts geteilt durch die Netzspannung zu tun.
Sondern mit irgendwelchen fiesen Kapazitäten und Induktivitäten. Denn sonst
würde mein 16A-Marquardt-Schalter in der Steckdosenleiste für PC & Co ewig
halten (3kW zieht die Anlage nie im Leben). Tut er aber nicht. Bei Weitem.

Schau also mal nach, was der Triac so an Spitzen abkann - zur Referenz:
https://www.mouser.com/ds/2/848/bta208-600e-1222547.pdf - dann kannst Du ja
mal ein Speicheroszi mit Stromshunt dranhängen und im Betrieb den Stecker
ziehen. Oder Du modellierst Dir einen Wald- und Wiesentrafo mit einem der
zahllosen Online-Spice-Implementierungen und beaufschlagst den mit
Sägezahnimpulsen. Da kommen gerne mal 100A und 500V raus.

> Außerdem ist er dabei nach ein paar 
> Sekunden aus gegangen. Andernfalls wäre vmtl. auch der Stecker abgefackelt.

Der Stecker hört auf das Schmelz-/Stromintegral. Und wenn das groß genug
ist, fliegt vorher hoffentlich Deine Sicherung im Kasten.

Volker

-- 
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