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Groups > de.alt.folklore.computer > #55302 > unrolled thread
| Started by | Ralph Aichinger <ra@h5.or.at> |
|---|---|
| First post | 2026-06-04 08:14 +0000 |
| Last post | 2026-06-07 14:22 +0200 |
| Articles | 4 — 3 participants |
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Das Home-Assistant-Ökosystem: Wo *heute* aufregende Dinge passieren Ralph Aichinger <ra@h5.or.at> - 2026-06-04 08:14 +0000
Re: Das Home-Assistant-Ökosystem: Wo *heute* aufregende Dinge passieren Andreas Kohlbach <ank@spamfence.net> - 2026-06-05 20:41 -0400
Re: Das Home-Assistant-Ökosystem: Wo *heute* aufregende Dinge passieren Ralph Aichinger <ra@h5.or.at> - 2026-06-06 06:22 +0000
Re: Das Home-Assistant-Ökosystem: Wo *heute* aufregende Dinge passieren Arno Welzel <usenet@arnowelzel.de> - 2026-06-07 14:22 +0200
| From | Ralph Aichinger <ra@h5.or.at> |
|---|---|
| Date | 2026-06-04 08:14 +0000 |
| Subject | Das Home-Assistant-Ökosystem: Wo *heute* aufregende Dinge passieren |
| Message-ID | <10vrc5t$brsl$1@gwaiyur.mb-net.net> |
Diese NG ist natürlich sehr von Nostalgie dominiert. Ich möchte mal über was schreiben, was gerade aktuell vor Lebendigkeit übersprudelt: Das Home-Assistant-Ökosystem. Man muß es so nennen, denn es geht längst nicht nur um Home Assistant, die Smart-Home-Software, die sich mit immer neuen Ablegern (man könnte auch sagen "wie ein Krebsgeschwür metastasierend", wenn man böse ist) in immer mehr Bereiche ausdehnt: Home Assistant ist vermutlich gleich nach den kommerziellen Angeboten von Apple, Google, Amazon und eventuell Ikea die dominante Lösung für umfassende Heimautomatisierung. Derzeit gibt es geschätzt (die Telemetrie ist nicht verpflichtend) 2 Millionen Installationen weltweit, was ich schon eine ganze Menge finde, dafür, dass die kein Millionenschweres Werbebudget haben, und der Produkterlös (ein Cloud-Service, ein bißchen Hardware auf der HA läuft und Funkadapter, Merchandising wie T-Shirts) der Firma dahinter (Nabu Casa) dürfte jetzt auch im Bereich der Portokassa von Google oder Apple sein. https://www.home-assistant.io/ https://analytics.home-assistant.io/ OK, das wäre für sich schon bemerkenswert, aber ist nicht, was HA derzeit so spannend für mich macht, und Erinnerungen an die Entwicklung von Linux in den 1990er-, vielleicht 2000er-Jahren weckt, sondern die Dynamik wie sich Projekte rund um dieses Kernprojekt entwickeln, es als zentrale Basis für ein anderes Konzept von Computing verwenden: Um vieles von dem was multinationale Konzerne gern in die Cloud absaugen möchten lokal und selbstbestimmt zu erledigen. https://www.home-assistant.io/blog/2016/01/19/perfect-home-automation/ Da gibt es z.B. ESPHome, das für jeden, der schon mal Microcontroller programmiert hat eine wahre Offenbarung ist. Es ist eine "low-code"- Umgebung, mit der man mit wenigen Zeilen YAML und Lambdas, kurzen C++-Schnipseln nicht nur eine ganze Flotte von billigen ESP32-Microcontrollern programmieren, sondern auch updaten und in Home Assistant als "Zentrale" einbinden kann. Wobei alles ineinandergreift (z.B. kommt eine neue Version von ESPHome raus, man bekommt eine Benachrichtigung in Home Assistant, macht das Upgrade wenn man will, dann bietet die neue Version von ESPHome an die bestehenden Controller im Haus mit einer aktualisierten Software zu versorgen, kompiliert sie und gradet die Firmware up (geht "gradet up"?). Man kann Variablen zwischen Home Assistant und ESPHome mühelos hin- und herschicken, Texte und Bilder ausgeben, die Controller, die oft Bluetooth an Bord haben als Bluetooth-Proxies für andere Geräte verwenden, usw. Alles greift ineinander. Und alles ist billig, die ESPs kosten je nachdem zwischen 2 und vielleicht 30 Euros mit Displays oder Zusatzhardware wie PoE-Ethernet. Manchmal muß man ein paar Kabel anlöten, vieles geht aber auch mit Fertiggeräten. https://esphome.io/ Dann gibt es "Music Assistant", die Implementierung einer Multiroom-Audiomiddleware, die Tonquellen und Abspielgeräte verbindet. MA ist noch relativ neu, es wird immer noch relativ viel an auch sehr tief liegenden Schichten Umgebaut, aber funktioniert schon recht gut. Z.B. ist MA mit seinem BBC-Radio provider für mich derzeit die beste Möglichkeit BBC Radios zu hören (außerhalb von UK), seitdem die BBC das für nicht UK-ler zugenagelt hat. In MA funktioniert es einfach. Und durch die Integration in Home-Assistant kann man z.B. einen Funk-Lichtschalter vom Ikea einbinden, und wenn man den drückt, dann schaltet MA die Musik auf BBC Radio 6 um. Klingt einfach, war aber dank bescheuerter BBC-Webapp immer schon mühevoll zu realisieren, seitdem das ganze außerhalb von UK fast völlig gesperrt war fast unmöglich. Mit MA geht es mühelos. Mal schauen wie lang das geht ;) Schön auch, dass man sich auf Musik und Audio konzentriert, und nicht das ganze mit fragwürdigen Video-Erweiterungen verwässert. Man merkt es sind Leute am Werk, die das mit Liebe machen, und nicht unter Druck eines Product-Managers die Hardwarepalette zu erweitern oder Zeug zu verkaufen. https://www.music-assistant.io/ Als Abspaltung der Abspaltung (man sieht ein Muster hier, es ist ein lebendiges Ökosystem) gibt es neuerdings "Sendspin", ein Audio-Protokoll, das ähnlich wie die kommerzielle Lösung Sonos ein synchronisiertes Abspielen auf Audiogeräten aller Art in verschiedenen Räumen ermöglicht. Und zwar herstellerübergreifend. Von Bluetooth-Lautsprechern (mit einer in MA laufenden BT-Bridge) über kommerzielle Lösungen wie Sonos oder Wiim zu Eigenbau-Lautsprechern auf ESP-Home-Basis. Dabei kann Sendspin je nach Hardwaremöglichkeiten das ganze auf Millisekunden genau synchronisieren. https://www.sendspin-audio.com/ Dann gibt es z.B. WLED, eine anders als ESPHome "klassisch" entwickelte LED-Beleuchtungs-Firmware für ESPs, die diverse Treiberchipsets für LED-Treiber unterstützt und bunte Lichteffekte unterstützt, die in ESPHome alleine schwer abzubilden sind (z.B. lichtorgelartiges Geblinke ;). Das Ganze kann natürlich auch gut in Home Assistant integriert werden. https://kno.wled.ge/ Ich habe das Gefühl, dass Home Assistant mit seinem Ökosystem kurz vorm Durchbruch in den Massenmarkt steht (2 Millionen Installationen sind zwar viel, aber nix verglichen mit Google oder Apple), langsam bekommt man den Eindruck, dass erste kleinere Anbieter von Produkten die sich eher an technophile Leute wenden dieses Ökosystem nicht mehr ganz ignorieren wollen. Nein, derzeit ist es noch nicht im Mainstream angekommen, sondern wird bestenfalls noch bei Heise oder Golem gefeatured, nicht z.B. in Tageszeitungen oder dem ÖR-Fernsehen. Wird es den Durchbruch schaffen? Ich weiß es nicht. Aber wenn jemand die aufregende Zeit der 1990er wie Linux und Freie Software vom Geheimtipp zum Mainstream-Phänomen und Milliardenmarkt geworden ist noch mal erleben will: Hier ist die Gelegenheit dazu. Einfach in den HA-Discord-Server oder ins Forum reinschauen. https://www.home-assistant.io/help/ "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich oft." /ralph
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| From | Andreas Kohlbach <ank@spamfence.net> |
|---|---|
| Date | 2026-06-05 20:41 -0400 |
| Message-ID | <87ik7wv6u7.fsf@usenet.ankman.de> |
| In reply to | #55302 |
On Thu, 4 Jun 2026 08:14:54 -0000 (UTC), Ralph Aichinger wrote: > > Home Assistant ist vermutlich gleich nach den kommerziellen Angeboten > von Apple, Google, Amazon und eventuell Ikea die dominante Lösung > für umfassende Heimautomatisierung. Nostalgie? Retro? 1975? Dann X10 Protokoll. :-) <https://de.wikipedia.org/wiki/X10_(Protokoll)> Niemand braucht Amazon und Co. ;-) -- Andreas
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| From | Ralph Aichinger <ra@h5.or.at> |
|---|---|
| Date | 2026-06-06 06:22 +0000 |
| Message-ID | <1100eab$b8pd$1@gwaiyur.mb-net.net> |
| In reply to | #55330 |
Andreas Kohlbach <ank@spamfence.net> wrote: > Nostalgie? Retro? 1975? Dann X10 Protokoll. :-) > > <https://de.wikipedia.org/wiki/X10_(Protokoll)> Hat sowas jemand *in Europa* mal in der freien Wildbahn gesehen? /ralph
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| From | Arno Welzel <usenet@arnowelzel.de> |
|---|---|
| Date | 2026-06-07 14:22 +0200 |
| Message-ID | <1103nq4$2gjfo$1@dont-email.me> |
| In reply to | #55302 |
Ralph Aichinger, 2026-06-04 10:14: > Diese NG ist natürlich sehr von Nostalgie dominiert. Ich möchte mal > über was schreiben, was gerade aktuell vor Lebendigkeit übersprudelt: > Das Home-Assistant-Ökosystem. Man muß es so nennen, denn es geht längst > nicht nur um Home Assistant, die Smart-Home-Software, die sich mit immer > neuen Ablegern (man könnte auch sagen "wie ein Krebsgeschwür > metastasierend", wenn man böse ist) in immer mehr Bereiche ausdehnt: Das läuft hier auch schon einige Jahre: <https://arnowelzel.de/home-assistant> <https://arnowelzel.de/tag/home-assistant> > https://www.home-assistant.io/ > https://analytics.home-assistant.io/ > > OK, das wäre für sich schon bemerkenswert, aber ist nicht, was HA > derzeit so spannend für mich macht, und Erinnerungen an die Entwicklung > von Linux in den 1990er-, vielleicht 2000er-Jahren weckt, sondern die > Dynamik wie sich Projekte rund um dieses Kernprojekt entwickeln, es als > zentrale Basis für ein anderes Konzept von Computing verwenden: Um > vieles von dem was multinationale Konzerne gern in die Cloud absaugen > möchten lokal und selbstbestimmt zu erledigen. ACK. Und man bekommt sehr viele Dinge in Home Assistant eingebunden. Bei mir ist sogar der Füllstand der Tintentanks im per WLAN angebundenen MFC-Teil in Home Assistant sichtbar, womit ich auch sehr gut sehen kann, wie lange die Tinte jeweils hält. > https://www.music-assistant.io/ > https://www.sendspin-audio.com/ > https://kno.wled.ge/ Interessant - kannte ich noch nicht. Aber ich verfolge die Entwicklung auch nicht so im Detail neben dem halben Dutzend anderer Projekte, um die ich mich selber kümmere (<https://codeberg.org/askaaron>). -- Arno Welzel https://arnowelzel.de
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