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Groups > de.soc.politik.misc > #1268817

Re: 15 my liegt nicht im 'atmosphärischen Fenster'

From Thomas Heger <ttt_heg@web.de>
Newsgroups de.soc.politik.misc, de.sci.physik
Subject Re: 15 my liegt nicht im 'atmosphärischen Fenster'
Date 2023-05-05 07:51 +0200
Message-ID <kbjjq7Fpf9fU1@mid.individual.net> (permalink)
References (8 earlier) <kbc7qbFkubpU1@mid.individual.net> <kbeepfF13mhU1@mid.individual.net> <kbeu92F2hc0U1@mid.individual.net> <kbgtumFcr74U1@mid.individual.net> <kbiksqFkjjnU1@mid.individual.net>

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Am 04.05.2023 um 23:03 schrieb Jan Bruns:
> Am Thu, 04 May 2023 07:25:43 +0200 schrieb Thomas Heger:
>> Am 03.05.2023 um 13:18 schrieb Jan Bruns:
>
>> Man kann also nicht voraussetzen, dass alle Bürger einen Fußmarsch von 3
>> km in einer halben Stunde bewältigen.
>
> Nee, klar. Auch <=500m zur Bushalte ist für manche schon zuviel, aber
> dann hört's auch langsam auf, daß MIV noch eine Lösung ist.
>
>
>> So haben viele Ballungszentren bei weitem zu wenig Wohnraum für alle
>> dort beschäftigten, weswegen weite Arbeitswege für einen großen Anteil
>> der Arbeitnehmer unvermeidlich sind.
>
>> Hier sind Fußmärsche keine Option mehr und Fahrradwege auch nicht.
>
> Tja, aber MIV eben auch nicht.


Das beste wäre eine dezentrale Struktur eines Landes, wo es nicht nur 
einzelne Ballungszentren gibt, sondern große mittlere und kleinere 
Städte, die einigermaßen gleichmäßig verteilt sind.

Das würde insgesamt die Fläche besser nutzen und Belastungsspitzen im 
Wohnungsmarkt von Ballungszentren abbauen.

Genau das Gegenteil machen aber etwa Russland, England oder Frankreich, 
wo sich alles um Mega-Zentren gruppiert, in welchen sich alle 
wesentlichen Arbeitsplätze befinden.

Hier ist aber überhaupt nicht mehr möglich, dass alle Beschäftigten auch 
in der Nähe ihrer Arbeitsplätze wohnen, weswegen lange Strecken zur 
Arbeit zurückgelegt werden müssen.

Insgesamt besser wäre, wenn die Arbeitsplätze weiter hinaus aus den 
Metropolen ins Land wandern, da die Beschäftigten  nicht alle in die 
Metropolen ziehen können.

Aber da die Dinge nun mal so sind wie sie sind, müssen die 
Ballungszentren entsprechende Infrastrukturen bereitstellen, damit die 
Leute auch zur Arbeit kommen können.

Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten und die autogerechte Stadt wäre 
eine davon.

Allerdings hat sich gezeigt, dass das Konzept nicht mehr funktioniert, 
wenn die Metropolen mehr als eine bestimmte Anzahl an Einwohnern haben.

Aber viele Metropolen haben viel mehr Einwohner als die Straßen 
entsprechend Autos bewältigen können.

Die Folge sind Mega-Staus in vielen Riesenstädten der 3ten Welt, wo 
praktisch garnichts mehr läuft.

Alternativ wären Schnellbahnen denkbar, die weit ins Land hineinreichen 
und Massen schnell und einigermaßen preiswert transportieren können.

Dieser Ansatz wird in vielen Mega-Cities verfolgt (etwa Tokio) und 
funktioniert einigermaßen gut, ist aber teuer.

Was aber prinzipiell garnicht geht, das wären e-scooter, Postkutschen 
und Fahrradrikschas (oder was unsere Umweltschützer sich sonst so 
erträumen).

>
>> Da ÖPNV aber im ländlichen Raum nicht kostendeckend betrieben werden
>> kann bleibt an vielen Orten nur Individualverkehr.
>
>
> Sehe ich auch so, bsds. wenn man damit auch noch ordentlich getakteten
> ÖPNV meint. Auf dem Land geht's oft nicht wirklich anders als mit Auto.
> Deshalb finden sich da auch keine "Klimakleber".


Die findet man dort nicht, weil dort niemand die wieder abkratzen will 
vom Pflaster.

>
>> Hier ist nun die Frage, wie die Pendler in die Städte und dort an ihre
>> Arbeitsplätze kommen.
>
>
> Naja mit P+R halt.

'Gebrochene Verkehre' mit Auto plus ÖPNV sind nicht so schön, da es ja 
doppelten Aufwand bedeutet.

> Der Pendler setzt sich morgens in seine Karre, fährt damit zum
> nächstgelegenen Bahnhof, und von da im Blitztempo in mitten in die city.
>
> Wird halt noch zuwenig nachgefragt. Man muss erst die ganzen Parkplätze
> abbaun. Drüber geredet, daß P+R erstmal geschaffen werden müsste, hat man
> in den 90ern. Ob das dann passiert ist, mag jeder für sich selbst
> bewerten.


Das Angebot wird wohl nachgefragt, sofern vorhanden. Allerdings dürfte 
die Zahl der angebotenen Parkplätze deutlich niedriger sein als die 
potentielle Nachfrage.

Das liegt einfach daran, dass Parkplätze Geld kosten und bei P+R auf dem 
Arbeitsweg kein großes Budget fürs Parken (zusätzlich zur Fahrkarte) 
vorhanden ist.

P+R müßte also kostenlos oder zumindest preiswert angeboten werden, 
damit die Leute sich dafür interessieren. Aber dann blieben die 
Stadtrand-Kommunen auf den Kosten sitzen, weswegen sie nicht so gerne 
solche Parkplätze bauen.

Wenn sie aber kostendeckende Parkgebühren nehmen würden, dann fahren die 
Leute lieber gleich mit dem Auto in die Stadt.
...


TH

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