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| Date | 2026-04-21 03:20 +0200 |
|---|---|
| From | "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> |
| Newsgroups | ger.ct, de.soc.politik.misc, de.talk.tagesgeschehen |
| Message-Id | <HNIrob73NnB@dergelaeuterte> |
| References | <10s5h49$lrsl$1@solani.org> <n4mvq0FpchbU2@mid.individual.net> <10s5kpo$klh3$1@solani.org> |
| Subject | Re: Der Untergang |
| Organization | ViperNews - www.vipernews.com |
Cross-posted to 3 groups.
neudert@5sl.org (Dr. Joachim Neudert) schrieb: > Und die Killerspiele! > So wie PacMan. Wenn das Einfluss gehabt hätte, würden wir heute alle > in abgedunkelten Clubs zu repetitiver Musik Pillen einwerfen. Folgendes hatte ich vor fast 40 Jahren in einer Mailbox (weiss noch einer, was das war?) geschrieben. Insbesondere der letzte Satz (des ersten Teils) ist heute brandaktuell: |Es gibt da in der Koelner Innenstadt einige Spielhallen. Hier |verkehren z.B. Mitmenschen, die zu Hause keinen Computer haben, |und jagen fuer teures Geld per Joystick diverse Helden ueber die |Bildschirme. |So weit - so gut ! |Es stimmt mich allerdings etwas nachdenklich, dass nach einer |Zeit, wo die Kriegsspiele verteufelt wurden und die |Automatenindustrie vorwiegend auf sogenannte 'Fun-Games' setzte |(in erster Linie Atari), die Betreiber der Spielhallen heute |einstimmig berichten, auf dem Unterhaltungssektor sei heute nur |noch mit den 'Rambo-Automaten' eine Mark zu verdienen. |Bei den Fun-Games wurde Geschicklichkeit verlangt - ab und zu |wurden hoechstens ein paar unpersoenliche Monster z.B. durch |Aufpumpen ausser Gefecht gesetzt. Damit holt man heute keinen |Spieler mehr hinter dem Ofen hervor, geschweige denn vom |Home-Computer weg! |Vor ein paar Jahren noch liess man Froesche von LKWs plattfahren |(Frogger) und wollte partout nicht auf imaginaere, mit ein paar |bunten Punkten dargestellte Raumschiffe (Galaga/Super-Cobra/etc.) |schiessen lassen, da ja der Spieler hier die imaginaeren darin |befindlichen moeglicherweise humanoiden Insassen gleich mit |umbrachte. |Heute ist es ueblich, dass auf den Bildschirmen stahlharte Rambos |mit unendlich munititionierten Schnellfeuergewehren umherlaufen, |die in der Realitaet erst garnicht aus den Startloechern kaemen, |wenn sie die in nur einer Spielrunde verfeuerte Munition |tatsaechlich mitfuehren muessten. Selbstverstaendlich hat der |moderne Kaempfer mindestens drei Leben, und wenn das nicht |reicht, kann man fuer eine Mark drei weitere kaufen und dann |wieder drei und wieder drei, bis der Kampf gegen den |uebermaechtigen Feind gewonnen ist (oder die Knete alle ist). |Geschossen wird auch nicht mehr auf bunte Punkte, sondern auf in |High-Resolution dargestellte menschliche Gegner, die bei einem |Treffer selbstverstaendlich filmreif auf der Stelle ins Gras |beissen. Verwundete gibt es nicht, und die Leichen auf dem |Schlachtfeld loesen sich nach dem Sterben sofort in Nichts auf, |wohl um den Spieler nicht zu verunsichern ob des Massakers, das |er anrichtet. |Selbstverstaendlich hat der Feind nur seine daemlichsten Rekruten |ins Feld geschickt, denn der Rambo am Joystick kann ruhig mal an |seiner Zigarette ziehen, auch wenn ihn der Gegner schon im Visier |hat. Selbstverstaendlich hinterlaesst der Gegner auch reichlich |vollgeladene Gewehre, Flammenwerfer und jede Menge Handgranaten, |bevor er stirbt, und Rambo kann diese dann wieder gegen den Feind |einsetzen! |Der absolute Renner ist z.Zt. der 'Operation Wolf': |Hier hat Rambo nur ein Leben pro Spielrunde, und das kostet auch |2 Mark, aber es gibt ja Rabatt: 3 Leben fuer 5 Mark! Da faellt |das Sterben leicht! Allein in der ersten Runde sind 30 Soldaten, |5 Hubschrauber und 6 LKWs zu vernichten. Ein Leichtes, denn Rambo |findet im Urwald laufend volle Magazine, die zufaellig in sein |Schnellfeuer-Gewehr passen, und wenn die mitgefuehrten sechs |Gewehrgranaten, die muehelos einen Panzer knacken, verschossen |sind, - auch davon liegen genung im Wald rum! |Mit dreissig Treffern (!) haucht Rambo sein Leben aus; das |koennen Treffer aus den gegnerischen Karabinern sein (die haben |ja schliesslich kein Schnellfeuergewehr), auch etliche vor den |Fuessen detonierende Handgranaten koennen es sein und mit |mehreren demonstrativ in der Brust steckenden Messern gibt Rambo |noch lange nicht auf! Klar: Im Vorspann hat man ihm mitgeteilt, |dass der boese, boese Feind Gefangene in einem Konzentrationslager |haelt, und seine Aufgabe ist es, diese zu befreien. Da kann er |schon mal zwei Mark fuer ein weiteres Leben ausgeben, denn es geht |ja um eine gute Sache! So bekommt er auch einen Punkeabzug, wenn |er nicht genug Gefangene rettet, denn der Sinn des Spiels ist es |ja keinesfalls, Menschen zu erschiessen, das bringt der Auftrag |halt so mit sich! | |Frage: Sind wir denn noch normal ? | |Den Automaten-Aufstellern kann man keinen Vorwurf machen, die |bieten das, was der Kunde verlangt; und der Kunde zahlt nur |ausgiebig, wenn er gewinnt, also muss man ihn gegen Trottel |kaempfen lassen, aber zuechten wir damit nicht heute die Dummis, |die morgen bereitwillig in ein Kriegsgeraet steigen, in dem |Bewusstsein, der Feind sei sowieso daemlich und die ueberhaupt |keine Vorstellung davon haben, was es heisst, in Wirklichkeit |Menschen zu toeten, geschweige denn selbst getoetet zu werden, |oder auch 'nur' ernsthaft verletzt ? |Ich gehoere zwar auch zu dem Jahrgang, der den Krieg nicht mehr |erlebt hat, jedoch hat man mir nicht die gaengige Story vom |Helden erzaehlt, und mir graut es vor dem Tag, wo die |Kriegsteilnehmer ausgestorben sind und die Automaten-Rambos |am (politischen) Ruder sitzen! Um das hier gings da: <https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Wolf> Eine Vision, was aus den Rambos mal werden koennte, hatte ich auch: |Toni Tornado | |Da sass er also das erste Mal allein in seinem Kampfhubschrauber! |Die Ausbildung war kurz, aber eingehend gewesen; es hatte ihn |gestoert, dass er immer so frueh hatte aufstehen muessen. Den |Hubschrauber flog er in kurzer Zeit recht gut, aber er hatte |ja frueher zu Hause viel Zeit in den Spielhallen verbracht, und |beherrschte fast alle gaengigen TV-Spiele; darunter waren auch |einige, wo man richtig wie im Hubschrauber sass, und Flug und |Landung simulierte. Er hatte das damals aus Lust am Spiel gemacht |und haette sich nie traumen lassen, dass ihm die Erfahrungen, die |er da gesammelt hatte, einmal in dieser Form zugute kommen |wuerden. Sollte er nur bald kommen, der Feind, er wuerde ihm |schon zeigen, wo's langgeht, schliesslich hatte Toni Tornado |immer den High-Score am 'Air - Wolf' gehalten, und auch am 'Chop |Lifter' war er unschlagbar gewesen. Mist nur, dass er hier so |daemliche Klamotten anziehen musste, in die Spielhalle war er |immer in Jeans und T-Shirt gegangen, da hatte man die noetige |Bewegungsfreiheit. Und dieser bescheuerte Blechhelm passte auch |nicht richtig! |Das Startsignal riss ihn aus seinen Gedanken. Jetzt wurde es |ernst: Sein erster Einsatz!!! Er brachte die Turbine auf |Leistung, und legte einen vorbildlichen Alarmstart hin. Naja, den |komischen Joystick in diesem Fluggeraet hatte er anfangs etwas |misstrauisch betrachtet - da gab es in der Spielhalle bessere - , |aber wenn man sich an die Bananenform gewoehnt hatte, ging es |ganz gut; insbesondere bei laengeren Kurvenfluegen stellte sich |ein gutes Gefuehl ein. Was ihm ja ueberhaupt nicht passte, war, |dass es hier nicht diese aufpeitschende Musik gab - wie hatte er |dabei mit geroeteten Augen und wundem Daumen stundenlang vor den |TV-Geraeten gesessen und die Gegner vom Schirm geputzt - aber der |Ausbilder hatte gesagt, die Kopfhoerer waeren fuer die |Befehlsuebermittlung gedacht und im uebrigen solle er froh sein, |wenn er die Turbine hoere, wenn das mal nicht mehr der Fall sei, |ginge es abwaerts! Naja, die Militaers kommen sicher auch noch |dahinter, dass man bei den Klaengen von z.B. Miami-Vice-Theme |wesentlich angriffslustiger wird; in ein TV-Geraet, das so einen |Laerm macht und ueberhaupt keine Musik, haette er keine Mark |investiert! Ueberhaupt waren die wohl etwas hinter dem Mond: |Hatten die ihm doch sowas wie ne 'eiserne Ration' mitgegeben - |Dosenbrot und Margarine aus der Tube und sowas - wo er doch |gewohnt war, immer nach dem Siegen sich in der Frittenbude |nebenan ne Currywurst reinzutun! |Scheisse !!!! - Wer schoss denn da schon auf ihn; er hatte |jedenfalls kein 'PLAYER-READY' bemerkt - Sauerei, verdammte!!! |Ging haarscharf an der Kanzel vorbei - sonst schossen die doch |anfangs nicht so genau !? Die zwoelf Raketen, die er ihnen |reinballerte, haetten das halbe Saarland ausradiert; naja, |vieleicht haette auch eine gereicht, und er hatte jetzt auch |keine mehr, aber in der zweiten Runde gibts sicher neue und die |da unten sollten ruhig mal sehen, an wen sie da geraten waren! |Auf ihn zu schiessen - tststs !!! Verflucht!!! - Schon wieder |einer! Woher kam der denn? Wieso war denn nichts zu erkennen, der |Feind ist doch nomalerweise immer farbig gekennzeichnet !? Da |haette er lieber gegen die Japaner gekaempft; die Leute von |TAITO, SEGA oder CAPCOM lassen sogar den Gegner, der gerade am |gefaehrlichsten ist, farbig aufblinken, damit man nicht auf den |verkehrten schiesst! Absolute Scheisse das hier: Die verstecken |sich ja richtig! Verdammt, was war das? Ein Treffer in der |Turbine! Jetzt muesste sich eigentlich der Hubschrauber |aufloesen, und er muesste einen neuen mit neuer Munition kriegen! |Aber was tut dieses daemliche Ding hier: Geraet ins Trudeln und |will abstuerzen. Aussteigen geht nicht, sagte der Ausbilder, weil |dann der Rotor Hackfleisch aus dir macht! Bloedes Feature, das, |echt! Scheisse-scheisse-scheisse !!! Der naechste Treffer haut |ihn aus dem Sitz; er verliert seinen Helm, aber komischerweise |hat er noch immer den Steuerknueppel in der Hand. Rauch in der |Kanzel - Verflucht, wo ist er denn? Wieso findet er ihn denn |nicht? Hier unten ist er doch sonst immer!! |Waehrend er noch nach dem Einwurfschlitz zum Nachmuenzen sucht, |schlaegt die Maschine auf! Das letzte, was er wahrnimmt, ist |das Scheppern von zerberstendem Blech ! | |------------- | |Das Scheppern des Weckers reisst Toni aus seinem Traum! Er liegt |im gestreiften Pyjama auf dem Bettvorleger und haelt seinen |koerpereigenen Joystick fest in der linken Hand. Der Nachttopf |war ihm wohl vom Kopf gerutscht, als er aus dem Bett fiel, und |mit dem Fuenfmarkstueck in seiner rechten Hand hatte er die Tuer |des Nachtkommoedchens total verkratzt.......... | | (C) SIGI 1988 -- > Nun ist ja die Gruppe hier sowieso eine Muellgruppe, > da kommt auf ein bischen mehr oder weniger Muell nicht an [Ottmar Ohlemacher in <1kp8w648cx7sv.apwi0xp699hy.dlg@40tude.net> -> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <- und immer nur ARD+ZDF gucken: <https://www.youtube.com/watch?v=W2l2kNQhtlQ>
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Der Untergang Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-20 15:35 +0000
Re: Der Untergang Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-04-20 17:41 +0200
Re: Der Untergang Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-04-20 16:38 +0000
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Re: Der Untergang Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2026-04-22 20:00 +0200
Re: Der Untergang Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2026-04-23 10:33 +0200
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