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Groups > de.sci.physik > #136614 > unrolled thread
| Started by | J J Panury <j.j.panury@t-online.de> |
|---|---|
| First post | 2021-01-05 11:21 +0100 |
| Last post | 2021-01-05 19:57 +0100 |
| Articles | 4 — 3 participants |
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Baustein-Laufmasche J J Panury <j.j.panury@t-online.de> - 2021-01-05 11:21 +0100
Re: Baustein-Laufmasche Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> - 2021-01-05 13:59 +0100
Re: Baustein-Laufmasche J J Panury <j.j.panury@t-online.de> - 2021-01-06 19:52 +0100
Re: Baustein-Laufmasche Hans-Bernhard Bröker <HBBroeker@t-online.de> - 2021-01-05 19:57 +0100
| From | J J Panury <j.j.panury@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2021-01-05 11:21 +0100 |
| Subject | Baustein-Laufmasche |
| Message-ID | <c5qoufh3fp2696kc9gn789glva1vq0eq5e@4ax.com> |
Hallo Physiker! Ich bin kein Physiker, sondern ein an "merkwürdigen Problemen" interessierter Laie. Jeder kennt "Domino-Day", kennt die "Laufmasche", die man als Kind aus vielen gleichen Quadersteinen aufbaute, um sie alsdann "ablaufen" zu lassen: Der erste Stein wurde gekippt, bis er von selbst weiter kippte und dabei den nächsten Stein anstieß, welcher dadurch dann seinerseits ins Umkippen kam und dabei den nächsten ... usw.usf. Kinderspiel. Bei näherer Betrachtung (anlässlich weitläufigen Nachdenkens über gewisse physikalische "Basisphänomene") erweist sich die Physik (und im weiteren dann zwangsläufig die Geometrie, also Mathematik) der "Laufmasche" als keineswegs unverzwickt. Am Anfang steht ein auf der kleinsten Seite stehender Quader, vielleicht gerade der schwarze Monolith aus "2001 - Odyssee im Weltraum" ... :) Dieser Quader kippt. Klar: Er wird genau dann frei kippen, wenn jedes Lot von der Oberseite jenseits der Kippkante auftrifft. Ab da kippt er also. Irgendwann wird die obere vordere Kante auf den nächsten Quader treffen. Und jetzt wird es interessant! Zuerst einmal muss der Impuls stark genug sein, den Quader zum Umkippen zu bringen. Aber das ist bei weitem nicht die ganze Show! Es ergeben sich weitere, für das Funktionieren der Laufmasche wahrscheinlich entscheidende Fragen. 1. Reicht es aus, wenn der anstoßende Quader mit dem gestoßenen *in Kontakt bleibt*, also die Kante der Anstoßers an der Fläche des Gestoßenen herabgleitet - bis schließlich eine stabile Lage erreicht ist, etwa wenn die Quader teilflächig auf einander liegen. Oder *muss* es zum Funktionieren einen Zeitraum - und sei er auch kurz - geben, in dem der Angestoßene dem Anstoßer voraus fällt, meint: Der Stoß durch den Anstoßer beschleunigt den Angestoßenen so stark (und die Abbremsung des Falls des Anstoßers ist so groß), dass es auf eine Art elastischen Stoß hinausläuft? (Wahrscheinlich läuft das auf die Frage hinaus, ob das Material wenigstens ein bisschen elastisch sein muss, damit es funktioniert.) 2. Ist die Geschwindigkeit der Laufmaschenfront beeinflussbar? Erste - intuitive - Antwort: Ja, und zwar durch den einzigen "freien Parameter", nämlich den Abstand der Quader. Aber stimmt das auch? 3. Müssen zur vollständige Beschreibung des Laufmaschenfortschritts zwei ... oder doch eher *drei* sukzessive Quader betrachtet werden? Auf letzteres deutet die Tatsache, dass im Moment des Anstoßes eines Quaders dessen Anstoßer noch in Bewegung ist - und also vielleicht indirekt am Anstoß des "übernächsten"Quaders beteiligt ist. Dies lässt sich sogar auf vier, fünf Quader erweitern, je nachdem, wie dicht die Quader stehen. 4. Es wird einen Quader-Mindestabstand geben, der die Laufmasche laufen lässt (... der trivialerweise größer/gleich der Kipp-Projektion sein muss). Lässt sich dieser Mindestabstand formulieren? Desgleichen einen maximalen Abstand (... der trivialerweise kleiner sein muss als die Quaderhöhe)? 5. Ist die Geschwindigkeit der Laufmaschenfront beeinflussbar durch Form oder durch Masse-Inhomogenität der "Quader" (in Anführungszeichen, weil es ja vielleicht gar nicht unbedingt Quader sein müssen, sondern andere, sozusagen laufmaschenoptimierte Körper)? Zu gern sähe ich mal einen Film des Vorgangs mit starker Zeitlupe! Die Laufmasche bräuchte ja nur drei, höchstens vier Steine lang zu sein.
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| From | Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2021-01-05 13:59 +0100 |
| Message-ID | <i5j659Fkr2sU1@mid.individual.net> |
| In reply to | #136614 |
J J Panury schrieb:
> Jeder kennt "Domino-Day", kennt die "Laufmasche", die man als Kind aus
> vielen gleichen Quadersteinen aufbaute, um sie alsdann "ablaufen" zu
> lassen: Der erste Stein wurde gekippt, bis er von selbst weiter kippte
> und dabei den nächsten Stein anstieß, welcher dadurch dann seinerseits
> ins Umkippen kam und dabei den nächsten ... usw.usf.
>
> Bei näherer Betrachtung (anlässlich weitläufigen Nachdenkens über
> gewisse physikalische "Basisphänomene") erweist sich die Physik (und
> im weiteren dann zwangsläufig die Geometrie, also Mathematik) der
> "Laufmasche" als keineswegs unverzwickt.
>
> Am Anfang steht ein auf der kleinsten Seite stehender Quader, [...]
>
> Dieser Quader kippt. Klar: Er wird genau dann frei kippen, wenn jedes
> Lot von der Oberseite jenseits der Kippkante auftrifft.
> Ab da kippt er also.
> Irgendwann wird die obere vordere Kante auf den nächsten Quader
> treffen.
>
> Und jetzt wird es interessant!
>
> Zuerst einmal muss der Impuls stark genug sein, den Quader zum
> Umkippen zu bringen. Aber das ist bei weitem nicht die ganze Show!
> Es ergeben sich weitere, für das Funktionieren der Laufmasche
> wahrscheinlich entscheidende Fragen.
>
> [...]
>
Der "Domino-Effekt" wird in einem Kapitel des Buches "Impact Mechanics"
von W.J. Stronge ausführlich behandelt. Eine ältere Version steht im
Netz frei zur Verfügung:
https://dlscrib.com/download/impact-mechanics-w-j-strongepdf_59e32bb608bbc59e28e653db_pdf
Dort anklicken: "Ich bin kein Roboter." und pdf downloaden.
Der Domino-Effect ist in den Abschnitten
10.2.2 The Domino Effect - Independent Interaction Theory
10.2.3 Domino Toppling - Successive Destabilization by
Cooperative Neighbors
behandelt. Vielleicht findest du dort einige Antworten.
Dieter Heidorn
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| From | J J Panury <j.j.panury@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2021-01-06 19:52 +0100 |
| Message-ID | <cj49vfpkpk1vkgvn06nq19mj2tbkumrr4j@4ax.com> |
| In reply to | #136617 |
Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> schrieb: >Der "Domino-Effekt" wird in einem Kapitel des Buches "Impact Mechanics" >von W.J. Stronge ausführlich behandelt. Eine ältere Version steht im >Netz frei zur Verfügung: > >https://dlscrib.com/download/impact-mechanics-w-j-strongepdf_59e32bb608bbc59e28e653db_pdf > >Dort anklicken: "Ich bin kein Roboter." und pdf downloaden. > >Der Domino-Effect ist in den Abschnitten > > 10.2.2 The Domino Effect - Independent Interaction Theory > 10.2.3 Domino Toppling - Successive Destabilization by > Cooperative Neighbors > >behandelt. Vielleicht findest du dort einige Antworten. Jau, das ist so ziemlich, was ich suchte! Mein Physik-Fachenglisch ist nun aber nicht *so* dolle ... Wenn etwas - hier ist es ein Dominostein - kippt, und man die Kippkante als Fuß- und Gelenkpunkt nimmt, haben wir eine Art Pendel, das von einer ~180°-Auslenkung startet. Das wird alles sehr ausführlich in dem Kapitel vorgerechnet. Interessant finde ich, dass, wie es die Hochgeschwindigkeitsfotos zeigen, doch immer mehr als nur ein Stein am Fallen eines Nächsten beteiligt ist, - weshalb auch zu Beginn die "Frontgeschwindigkeit" noch anwächst. Wie auch immer - ich finde das alles ziemlich interessant. Wenn man sich jetzt die einzelnen Steine sozusagen "vorgespannt" vorstellt, und dass zum Auslösen nur jeweils ein minimaler Impuls nötig sei, werden theoretisch ja ungeheure Frontgeschwindigkeiten möglich!
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| From | Hans-Bernhard Bröker <HBBroeker@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2021-01-05 19:57 +0100 |
| Message-ID | <i5jr4lFotp2U1@mid.dfncis.de> |
| In reply to | #136614 |
Am 05.01.2021 um 11:21 schrieb J J Panury: > Dieser Quader kippt. Klar: Er wird genau dann frei kippen, wenn jedes > Lot von der Oberseite jenseits der Kippkante auftrifft. Nein. Die Oberseite hat nichts damit zu tun. Entscheidend ist vielmehr, dass der Schwerpunkt des Klotzes sich genau senkrecht über dem Rand der Fläche befindet, auf der der Klotz zuvor flach gestanden hat. Bewegt man den Schwerpunkt über diesen Rand nach außen, kippt der Klotz um. > 1. > Reicht es aus, wenn der anstoßende Quader mit dem gestoßenen *in > Kontakt bleibt*, also die Kante der Anstoßers an der Fläche des > Gestoßenen herabgleitet - bis schließlich eine stabile Lage erreicht > ist, etwa wenn die Quader teilflächig auf einander liegen. > Oder *muss* es zum Funktionieren einen Zeitraum - und sei er auch kurz > - geben, in dem der Angestoßene dem Anstoßer voraus fällt, meint: Der > Stoß durch den Anstoßer beschleunigt den Angestoßenen so stark (und > die Abbremsung des Falls des Anstoßers ist so groß), dass es auf eine > Art elastischen Stoß hinausläuft? Nein, es kann sicherlich auch beim vollkommen inelastischen Stoß weiterkippen. Dafür muss man aber ggf. mehr Abstand haben, um Schwung zu holen, und den inelastischen Stoß sehr kreativ erzwingen, damit er nicht direkt zu an einander klebenden Klötzen führt. Die Trefferfläche muss sich also im Einschlagmoment zäh/klebrig, dann aber wieder hart/rutschig darstellen, damit die Klötze nach dem Einschlag aneinander abrutschen können. > 3. > Müssen zur vollständige Beschreibung des Laufmaschenfortschritts zwei > ... oder doch eher *drei* sukzessive Quader betrachtet werden? Mindestens 3 Quader, wahrscheinlich mehr; schon allein deshalb, weil in der Regel der 1. Klotz noch nicht ganz in Ruhe ist, wenn der 2. an den 3. stößt. Bei konstanten Abständen wird man letztlich eine Grenzwertbetrachtung machen müssen: wie sieht eine Bewegung eines Klotezs aus, die man um einen Zeitschritt delta-t versetzt auf drei oder mehr benachbarte Steine anwenden kann, so dass neben den Zwangsbedingungen (keine Durchdringung von Nachbarn oder der Unterlage) auch die Reib-Bedingungen und die Schwerkraft korrekt wirken, und
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