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Groups > de.sci.physik > #158130
| From | Thomas Heger <ttt_heg@web.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.physik, de.soc.umwelt |
| Subject | Re: Das 1,5 Grad Ziel ist nicht mehr zu halten |
| Date | 2025-06-11 07:06 +0200 |
| Message-ID | <mash1sFtss3U1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | (9 earlier) <jues7bFlbg7U1@mid.individual.net> <tltj0g$1e3fn$1@dont-email.me> <jui1e1F5iq0U2@mid.individual.net> <manbk0F2uddU7@mid.individual.net> <1027efv$20564$1@gwaiyur.mb-net.net> |
Cross-posted to 2 groups.
Am Montag000009, 09.06.2025 um 21:59 schrieb Kai-Martin Knaak:
> On Mon, 9 Jun 2025 08:02:39 +0200, Thomas Heger wrote:
>
>
>> Aber die Wissenschaft ist ein streng hierarchisches System und total
>> 'vermachtet'.
>>
>> So sind die meisten Physiker auf Stellen beim Staat, in den
>> Rüstungsbetrieben oder den großen privaten Forschungseinrichtungen
>> angewiesen.
>>
>>
>> Daher sind die 'Profis' stets einem gewissen Druck ausgesetzt und müssen
>> sich wahrscheinlich an bestimmte und der Öffentlichkeit unbekannte
>> Spielregeln halten.
>
> Mit anderen Worten, die Physik-Profis sind Teil einer Verschwörung
> gegenüber dem Rest der Gesellschaft.
>
Eigentlich meinte ich etwas anderes:
'Soziotope' (wie 'Academia') funktionieren nach internen Gesetzen und
verlangen idR Kooperation und Übernahme ('Internalisierung') der
Gruppenwerte.
Das bedeutet, dass 'Dissidenten' in solchen Soziotopen grundsätzlich
nicht geschätzt und normalerweise 'gemobbt' werden.
Durch die lange (oft lebenslange) Mitgliedschaft der 'Insider' (aka
'Profis') in diesen Soziotopen verhärten sich speziell die älteren
Mitglieder in dem Bestreben, die Gruppe an sich und deren Werte aufrecht
zu erhalten.
Dieses Bestreben ist dann meist stärker als das, die eigentlich auch
noch vorhandenen 'sekundären Werte' der Gruppe (aka 'die eigentlichen
Ziele der jeweiligen Wissenschaft') voran zu bringen.
Anders ausgedrückt:
die Mitglieder im 'Club' tendieren nahezu zwangsläufig dazu, ihren
Status und dessen Erhalt als höher zu gewichten als den Fortschritt auf
dem jeweiligen Fachgebiet, je länger sie dabei sind und je älter sie
sind und je höher sie in der Hierarchie rangieren.
Dieses Schema ist selbstredend schädlich für das Fachgebiet, aber auch
menschlich verständlich.
Aber da Menschen nun mal Menschen sind, denken sie eben auch an sich, an
ihr Haus, an die Hypothek darauf, an die Wünsche der Ehefrau(-en), der
Kinder, deren Reitstunden und was es sonst noch so gibt und halten daher
lieber den Mund, wenn sie irgendwo Zweifel verspüren.
>> Außerdem ist das System der Unis auch strikt hierarchisch,
>
> Nicht wirklich.
> In einer strikt hierarchischen Organisation hat jede Person einen Chef,
> deren Anweisungen sie befolgt. Die einzige Ausnahme sitzt an der Spitze
> der Hierarchie. Beispiele für strikt hierarchische Institutionen sind die
> katholische Kirche oder ein typisches deutsches Ministerium.
In den Wissenschaften hätten wir die Unis, welche jeweils eine Spitze
haben. Aber diese Leitungsebene ist selbstredend wieder an Weisungen
gebunden, welche idR aus dem Bereich der Politik kommen (etwa dem
Kultusministerium).
Außerdem gibt es auch interne 'Selbstkontrolle' durch das Bestreben der
'Chefs', sich in ihrer jeweiligen Position zu halten und von den anderen
Leitungskräften und sonstigen 'pears' als würdig anerkannt zu werden.
> In Universitäten gibt es keine solche Spitzenposition. Schon gar nicht
> gibt es sie für die Physik weltweit. Tatsächlich ist die universitäre
> Hierarchie einigermaßen flach. In Bezug auf ihr Fachgebiet haben
> Professoren keinerlei Vorgesetzte. Und von Postdocs wird geradezu
> erwartet, dass sie sich von ihrem "Doktorvater" absetzen und fachlich
> ihren eigenen Weg gehen.
Das ist zwar nett, war aber nicht der Punkt.
Der Punkt war, dass Dissidenten im System 'weggemobbt' werden.
Siehe dazu etwa die causa 'Hadmuth Danish'.
>> ebenso der wichtige Bereich der Publikationen.
>
> Unter Verlagen gibt es keine formale Hierarchie, schon gar nicht eine
> strikte.
>
Verlage sind wirtschaftlich arbeitende Unternehmen, welche idR jemandem
gehören.
Diese Verlage übernehmen aber eine Art 'Filterfunktion', wofür ihnen
aber das Mandat fehlt.
TH
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Re: Das 1,5 Grad Ziel ist nicht mehr zu halten Thomas Heger <ttt_heg@web.de> - 2025-06-09 08:02 +0200
Re: Das 1,5 Grad Ziel ist nicht mehr zu halten Kai-Martin Knaak <kaimartin@invalid.invalid> - 2025-06-09 19:59 +0000
Re: Das 1,5 Grad Ziel ist nicht mehr zu halten Thomas Heger <ttt_heg@web.de> - 2025-06-11 07:06 +0200
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