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Groups > de.sci.physik > #158735

Re: Probekerper

From Carla Schneider <carla_schn@proton.me>
Newsgroups de.sci.physik
Subject Re: Probekerper
Date 2025-08-25 12:48 +0200
Organization Mausgrau
Message-ID <68AC3F8D.EF39B796@proton.me> (permalink)
References (15 earlier) <Punkt-20250821131418@ram.dialup.fu-berlin.de> <68A7AFBE.45F0C5BD@proton.me> <108fa4b$2hg6i$1@gwaiyur.mb-net.net> <68AB7995.5CFFB759@proton.me> <Elektronenradius-20250825105057@ram.dialup.fu-berlin.de>

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Stefan Ram wrote:
> 
> Carla Schneider <carla_schn@proton.me> schrieb oder zitierte:
> >Kai-Martin Knaak wrote:
> >>Wie groß ist zum Beispiel das Volumen der Masse eines Elektrons?
> 
>   Masse muß nicht unbedingt in einer Kugel konstanter Dichte
>   vorliegen. Man kann nicht unbedingt von einem bestimmten
>   "Volumen" sprechen, wenn die Dichte der Masse beispielsweise
>   nach außen langsam abnimmt, was ja auch möglich sein könnte.
> 
> >Groesser als der klassische Elektronenradius, weil die Masse des
> >Elektrischen Feldes ausserhalb dieses Raums etwa der Elektronenmasse entspricht.
> >Die Frage ist natuerlich warum die Masse des Elektrons nicht groesser ist, schliesslich
> >ist innerhalb des klassischen Elektronenradius noch sehr viel mehr Feld.
> 
>   Du sprichst vielleicht das klassische Selbstmassen-Paradoxon
>   des Elektrons an, das darin besteht, daß das klassische Modell
>   für ein Elektron als punktförmige Ladung eine unendliche Selbst-
>   energie (und somit Masse) liefert.

Nicht wirklich, die Selbstenergie des Elektrons ist wieder etwas anderes.
Da geht es darum dass die Ladung des Elektrons bei einer Beschleunigung
mit dem eigenen Feld wechselwirkt was dann den gleichen 
Effekt wie eine Masse hat also eine Traegheitskraft bewirkt.

Ich meinte eigentlich nur die Masse des Elektrischen Feldes des Elektrons
ausserhalb des klassischen Elektronenradius. 
Elektrische Felder haben eine Energiedichte und damit auch eine Massendichte,
und das Elektron hat ein elektrisches Feld.

> 
>   Es wird beispielsweise von Max Abraham in seiner Arbeit
>   "Prinzipien der Dynamik des Elektrons" (1902) diskutiert,
>   wo die elektromagnetische Masse mit der Selbstenergie
>   des Elektrons verknüpft wird.

1902 wusste man noch gar nicht dass das Elektromagnetische Feld
eine Massendichte hat, er meint also auch diese Traegheitskraft durch
das Feld.


> 
>   Auch Hendrik Lorentz behandelt die Problematik der Eigenträgheit
>   und die Berechnung der Selbstkraft des Elektrons in seinem
>   berühmten Berliner Vortrag von 1904.
> 
>   Dieses Paradoxon wird heute im Rahmen der Quantenelektrodynamik
>   durch Renormierungstechniken behandelt, die zu den endlichen
>   beobachteten Werten für Masse und Ladung des Elektrons führen.
> 
>   Die klassische Problematik wird daher in modernen Lehrbüchern zur
>   theoretischen Physik oft im Zusammenhang mit der Entstehung und
>   Überwindung der Renormierungsprobleme erwähnt.
> 
>   Dabei wird das Elektrone als punktförmig behandelt, seine
>   Masse und Ladung sind renormalisierte physikalische Größen.
> 
>   Die Unendlichkeiten der Selbstenergie heben sich auf (oder werden
>   absorbiert), so daß korrekte Vorhersagen entstehen.
> 
>   Die Renormierung in der Quantenelektrodynamik ist durch das
>   Problem motiviert, daß in den Rechnungen für physikalische Größen
>   wie Masse und Ladung des Elektrons, sogenannte "Unendlichkeiten"
>   auftreten, die mit experimentellen Werten nicht vereinbar sind.
> 
>   Die Vorgehensweise besteht darin, die auftretenden Divergenzen
>   durch eine mathematische Regularisierung zunächst unter Kontrolle zu
>   bringen und anschließend physikalische Parameter wie Masse und Ladung
>   an die gemessenen Werte anzugleichen, indem diese als sogenannte
>   "renormierte" Größen statt der ursprünglichen "nackten" Parameter
>   verwendet werden.
> 
>   Die Rechtfertigung dafür besteht darin, daß die Theorie nach der
>   Renormierung exakte und überprüfbare Vorhersagen für alle
>   physikalisch meßbaren Größen liefert, die experimentell bestätigt
>   werden können; die Unendlichkeiten betreffen nur theoretische
>   Hilfsgrößen, nicht aber die beobachtbaren, renormierten Werte.

Wie immer das genau funktioniert, die Masse wird dabei 
sicher nicht punktfoermig sie ist eine Eigenschaft des Elektromagnetischen
Feldes. Wie sie genau verteilt ist kann man aber bisher nicht messen.

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Probekörper Kurt <kurt.bindl@t-online.de> - 2025-07-14 19:25 +0200
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