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Groups > de.sci.electronics > #354694
| From | Volker Bartheld <news2024@bartheld.net> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.electronics |
| Subject | Re: Farbzuverlässigkeit von LED-Lampen |
| Date | 2024-07-22 17:50 +0200 |
| Message-ID | <8bd42cdee1f8480b05b9ad5873ec2eca1bc0e88c.camel@bartheld.net> (permalink) |
| References | <v7lf3u$6bc6$1@solani.org> |
On Mon, 2024-07-22 at 13:17 +0200, Hannes Kuhnert wrote: > Neulich versuchte ich, LED-Lampen mit E27-Fassung mit Licht von 3000 K > zu erwerben. Die Wahl fiel auf „ultraeffiziente“ Lampen von Philips [...] > Beim Ausprobieren einer erschien sie arg gelb. Nicht grünstichig? Dann hast Du wohl eine andere Charge als ich oder bist weniger empfindlich. > Das Licht der angeblichen 3000-K-Lampe entspricht bei weitem nicht dem Licht > sonstiger 3000-K-Lampen, aber ziemlich genau dem Licht von 2700-K-Lampen. Kommt vor. > Kennt jemand dieses Problem oder ein ähnliches? Ja. Allein schon die Angabe einer Farbtemperatur für weiße LED ist reine Kaffeesatzleserei. Schon mal überlegt, wie man die Farbtemperatur eines Emitters bestimmt, dessen Spektrum nicht dem eines Schwarzstrahlers entspricht, wo zur eindeutigen Beschreibung die Angabe der Temperatur ausreicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz#Bedeutung Und weiße LEDs mit ihren sehr unterschiedlichen Leuchstoffen, wo der drunterliegende blaue Emitter mehr oder weniger stark durchschlägt, haben ein Spektrum, das weiter entfernt von dem eines Schwarzstrahlers kaum sein könnte. Aprospos "Spektrum": Wo isses denn, für die Philips-Teile? Auf https://www.lighting.philips.com/prof/highlighted-products/ultraefficientprof doch wohl nicht. S. auch https://www.youtube.com/watch?v=XeR2uPPCA2k. Wir haben also charakteristische Kurven für jede Temperatur (man stelle sich einfach einen mit dieser Temperatur glühenden Draht in einem schwarzen Kasten mit Loch vor und das Licht, das durch dieses Loch austritt): https://de.wikipedia.org/wiki/Plancksches_Strahlungsgesetz#/media/Datei:BlackbodySpectrum_loglog_de.svg Nun kann man also seminaiv die Formel fürs Spektrum eines Schwarzstrahlers nehmen, deren quadratische Abweichung vom Spektrum des Testobjekts für alle Wellenlängen bestimmen und den freien Parameter T (die Farbtemperatur) so wählen, daß die Abweichung minimal wird. Seminaiv deswegen, weil man das noch irgendwie mit der Empfindlichkeit des menschlichen Sehsystems gewichten muß. Die deutsche Wikipedia gibt sich etwas bodenständiger: https://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur#Berechnung_der_Farbtemperatur und konstatiert, man möge den Rot- und Grünanteil der Farbe ermitteln und mit den Farbörtern des schwarzen Strahlers im CIE-XYZ-Farbraum https://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur#/media/Datei:PlanckianLocus.png vergleichen. Ist man zu weit weg (RGB-Beleuchtung), soll auf die Angabe einer Farbtemperatur verzichtet werden. Und vermutlich kocht jeder Hersteller wieder sein eigenes Süppchen und bei Philips kommt für eine gegebenen LED eben 3000K raus, wo es nach der Rechnung eines anderen Herstellers eher 2700K sein müßten. Vorher weißt Du es nie genau, Du kannst also bestellen, visuell an einen Blatt weißem, hoffentlich aufhellerfreien Papier überprüfen und das Ding bei Nichtgefallen zurückfernabsatzen. > Kennt jemand ein Fabrikat von E27-Filamentlampen, das tatsächlich > ungefähr 3000 K bietet? Vielleicht sind die Philips Core Pro mit 3000K weniger gelb. Mit denen habe ich gute Erfahrungen gemacht, allerdings 4000K Kerzenlampen für die Küche. Sind inzwischen Raritäten und werden sukzessive durch die supereffizienten Dinger abgelöst, die außerdem eine schlechtere Farbwiedergabe haben. Das kann auf dem Papier immer noch 90+ (Ra) sein, aber einerseits sind die 14 Testfelder sowieso nicht wirklich berauschend und zum anderen schreibt die DIN 6169 sogar nur vor, aus den ersten acht(!) Werten das arithmetische Mittel zu bilden: https://de.wikipedia.org/wiki/Farbwiedergabeindex#Berechnung Das ist Altrosa, Senfgelb, Gelbgrün, Hellgrün, Türkisblau, Himmelblau, Asterviolett und Fliederviolett. Stark gesättigte Farben und "Hautfarbe"(!) oder Orange sind da gar nicht dabei. Aber sowas wie den TLCI (https://de.wikipedia.org/wiki/Television_Lighting_Consistency_Index) suchst Du bei Consumerprodukten vergebens und sowas wie ein Konica Minolta Spektrometer CL-70F oder ein Sekonic Spectromaster C800 findet sich auch nicht in jedem Haushalt. Wenn Du das ganze Thema etwas unterhaltsamer aufgearbeitet haben willst, empfehle ich MarkusPix: https://www.youtube.com/watch?v=XxDkACCWYnI Volker
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Farbzuverlässigkeit von LED-Lampen Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert@gmx.de> - 2024-07-22 13:17 +0200
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Re: Farbzuverlässigkeit von LED-Lampen Olaf Schultz <o.schultz@enhydralutris.de> - 2024-07-25 14:35 +0200
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