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Groups > de.comp.lang.forth > #404
| Newsgroups | de.comp.lang.forth |
|---|---|
| Date | 2016-10-22 07:14 -0700 |
| Message-ID | <3aaceea2-1152-4055-bbba-70f130449645@googlegroups.com> (permalink) |
| Subject | Betriebssystem fuer eine Stackmaschine |
| From | Manuel Rodriguez <aa5@gmx.net> |
Alle gängigen Betriebssysteme MacOS, Windows, Linux sind in C geschrieben. Die Compiler übersetzen den Sourcecode in Assemblercode wie er auf Register-Maschinen der x86 Reihe von Intel gesprochen wird. Forth ist im Gegensatz dazu eine stackorientierte Sprache und Forth-Chips wie die Novix CPU können nicht über einen C-Compiler programmiert werden. Das hat zur Folge, dass im Forth Umfeld bis heute keine Betriebssysteme existieren und auch niemals programmiert werden. So musste die RTX2000 CPU der NASA leider ohne Linux Kernel in die Weiten des Weltraums aufbrechen. Aber kann ein Computersystem überhaupt funktionieren was kein Betriebssystem und auch keine Programmiersprache besitzt? Leider nein, ohne Betriebssystem kann man keine Anwenderprogramme entwickeln und ohne C-Compiler schonmal gar nicht. Aber warum hält die Forth-Community bis heute daran fest, ohne Betriebssystem und ohne C-Compiler zu arbeiten. Wo ist der Vorteil? Der Hauptgrund dürfte darin bestehen, dass geschichtlich in den 1960'er noch keine Hochsprachen und keine Betriebssysteme existieren. Wenn man also die Zeit von damals konservieren möchte, muss man auf derlei Luxus verzichten. Der Begriff Bare-Metal bezeichnet eine rückwärtsgewandte Haltung bei der Computer genau nach dem selben Prinzip programmiert werden wie vor 50 Jahren. Der Sinn dahinter besteht darin, dass man sich auf diese Weise jeder Modernität wiedersetzt und ein ewiger Rebell bleibt. Das macht den Reiz von Forth aus. Forth benötigt keine Betriebssysteme und keine Hochsprachen. Ein Forth System kommt auch gut ohne die X-Window Oberfläche, und ohne die glibc Bibliothek aus. Wenn ein Forth Programmierer Integer nach Float konvertieren möchte, schreibt er einfach seine eigene Routinen. Und wenn er eine grafische Ausgabe benötigt, entwickelt er den Grafikkartentreiber von Null auf neu. Das ist oftmals einfacher als sich bei den exitierenden Systemen zu bedienen, und lernen kann man dabei ebenfalls etwas.
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Betriebssystem fuer eine Stackmaschine Manuel Rodriguez <aa5@gmx.net> - 2016-10-22 07:14 -0700
Re: Betriebssystem fuer eine Stackmaschine Rafael Deliano <rafael_deliano@arcor.de> - 2016-10-22 17:37 +0200
Re: Betriebssystem fuer eine Stackmaschine Manuel Rodriguez <aa5@gmx.net> - 2016-10-24 09:58 -0700
Re: Betriebssystem fuer eine Stackmaschine Rafael Deliano <rafael_deliano@arcor.de> - 2016-10-25 19:31 +0200
Re: Betriebssystem fuer eine Stackmaschine anton@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl) - 2016-10-22 15:49 +0000
Re: Betriebssystem fuer eine Stackmaschine Bernd Paysan <bernd@net2o.de> - 2016-11-04 22:19 +0000
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