Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hermann Riemann Newsgroups: ger.ct Subject: Re: Zustand des Universums Date: Mon, 9 Feb 2026 09:54:51 +0100 Lines: 58 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=utf-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net BsmWZyz6smmwetvVmxkdPQGb+YVmPFfy2ehWfaT1aQeY509VO0 Cancel-Lock: sha1:lLhomiEDkc7CY2GJOUOTOpzmfgY= sha256:ooZ57WFsUZB3WBKL2RoxiwDLZ5GMms4HAFt8NqkBNjc= User-Agent: Mozilla/5.0 (X11; Linux x86_64; rv:68.0) Gecko/20100101 Thunderbird/68.2.1 In-Reply-To: Content-Language: de-DE Xref: csiph.com ger.ct:656607 Am 08.02.26 um 22:25 schrieb Stefan Ram: > Dr. Joachim Neudert schrieb oder zitierte: > :„Wir müssen also den gegenwärtigen Zustand des Universums als Folge eines > :früheren Zustandes ansehen und als Ursache des Zustandes, der danach kommt. > :Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt, mit > :denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie > :zusammensetzen, und die überdies umfassend genug wäre, diese Kenntnisse der > :Analyse zu unterwerfen, würde in der gleichen Formel die Bewegungen der > :größten Himmelskörper und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Einbegreifen? Um die Daten jedes Zustandes explizit zu speichern, müsste mehr Speicher zur Verfügung stehen, als Daten vorhanden sind. > : Nichts > :wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren > :Augen.“[1] > : > :Die Heisenbergsche Unschärfekorrelation hat dem Laplaceschen Dämon und > :damit deinem Bedürfnis nach Objektivität aber bereits ein Ende gemacht. > > In der Quantentheorie wird zwischen dem /Zustand eines Systems/ und > /Werten von Messungen/ an dem System unterschieden. > > Die Heisenbergsche Unschärferelation begrenzt die Genauigkeit, mit der > Meßwerte durch den Zustand bestimmt sind, aber sie begrenzt nicht die > Genauigkeit der Entwicklung des Zustands selber. Bei einer Halbwertszeit ist der genaue Zeitpunkt der Änderung und damit des Zustandes unbestimmt. Das die Unschärfe nicht durch einen noch unbekannte Regel bestimmt ist, kann auch nicht ausgeschlossen werden. > Dein obiges Zitat bezieht sich auf den "Zustand des Universums", > und der Zustand eines geschlossenen Systems ist auch in > der Quantentheorie durch den früheren Zustand genau bestimmt. > Die Frage der Objektivität ist in der Quantentheorie noch > nicht genau geklärt. Es ist umstritten, ob der Zustand eines > Systems nur unser Wissen über das System ausdrückt oder eine > von uns unabhängige Realität. Daher kann die Quantentheorie > solche philosophischen Grundfrage derzeit schlecht beantworten. Ob ein deterministisches System aus unbekannten Gründen nicht doch nicht deterministisch ist oder umkehrt nicht deterministisches System aus unbekannten Gründen nicht doch deterministisch ist, dürfte nicht feststellbar sein. -- bzw.: