Path: csiph.com!weretis.net!feeder4.news.weretis.net!news.szaf.org!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Volker Neurath Newsgroups: ger.ct Subject: Re: Rasen ist wieder KavaliersDelikt. Date: Fri, 2 Mar 2018 22:10:12 +0100 Lines: 49 Message-ID: References: <426dc87c-e6d0-48a9-ab63-7998c7b2c357@googlegroups.com> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=utf-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net g3F0EtclQcVmwoMUzpZ3OQh0ryfm9moK7jExfWO9ToTHunia4= Cancel-Lock: sha1:i+WlxOgrjtEvY7XEFSGxPqyKbbs= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:52.0) Gecko/20100101 Thunderbird/52.5.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com ger.ct:342383 Am 02.03.2018 um 11:48 schrieb Martin Gerdes: > Frank Hucklenbroich schrieb: >> Das ist typische Fahrlässigkeit und Selbstüberschätzung, mit tragischen Folgen. > > Nein, das ist es nicht. Das ist keine Fahrlässigkeit. > > Es wurde damit argumentiert, daß ein bedingter Vorsatz vorgelegen habe. > Die Leute sind ganz bewußt und planvoll ins Auto gestiegen mit dem Ziel, > in der Stadt zu rasen. Das ist natürlich keineswegs eine fahrlässige > Handlungsweise, sondern Vorsatz (zu rasen, nicht Leute umzubringen). Man > kann es aber wissen, daß man andere Leute mindestens gefährdet, wenn > nicht verletzt oder gar tötet, wenn man in der Stadt mit zwei Tonnen > Blech herumrast. > >> Ich finde es nachvollziehbar, daß Juristen einen Unterschied machen >> zwischen Leuten, die vorsätzlich viel zu schnell fahren und dabei kommt >> jemand ums Leben, und Leute,, die ein Auto oder einen LKW in einen >> Weihnachtsmarkt fahren, mit klarer Tötungsabsicht. > > Das schon, und doch halte ich den Vorwurf lediglich der "fahrlässigen > Tötung" im vorliegenden Fall für zu schwach. > > Laß jemanden einen Radfahrer "übersehen" oder bei mäßig überhöhter > Geschwindigkeit die Herrschaft über sein Auto verlieren und so einen > Mitmenschen töten -- das will ich als "fahrlässige Tötung" akzeptieren. > > 170 in der Stadt ist so weit außerhalb des zulässigen Rahmens, daß ich > ein "Versehen" nicht akzeptieren will, desgleichen nicht ein privates > Autorennen. Das ist ohne Wenn und Aber Vorsatz -- und sei es aus dem > Augenblick geboren. Wer seine Emotionen nicht soweit im Griff hat, daß > er auf ein "Kräftemessen" verzichten kann, wenn neben ihm eine > gleichartige Protzkarre auftaucht, dem sollte man dauerhaft die > Fahrerlaubnis wegnehmen. > > Dazu kommt noch ein Weiteres: Selbst wenn ich voller Testosteron wäre > bis unter die Haarspitzen, könnte ich mit meinem 60-PS-Autochen kein > Rennen inszenieren. Das sieht schon ganz anders aus, wenn einer stets > und ständig 350 Pferdchen mit sich herumführt. > > Von einem hochmotorisierten Gefährt geht eine höhere Betriebsgefahr aus > als von einem Kleinwagen. Entsprechend höher sollten auch die > juristischen Anforderungen an den Fahrer des potentiell gefährlicheren > Fahrzeugs sein. > > Ich bin jedenfalls gespannt, was am Ende dabei herauskommt. > Full ACK