Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Stefan Reuther Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: DAB+ = ? Date: Sat, 2 Jan 2016 12:07:30 +0100 Lines: 43 Message-ID: References: <201601011111.a5859@b.maus.de> <56869408.4000008@arnowelzel.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=windows-1252 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net S9oL0cqu841Hy6MlmFIH+wUhwC6+ouQjca3XN7EGwE0yZ8LsKC Cancel-Lock: sha1:Y/rF0USknl5YATuaCFl5N5nlq6s= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:38.0) Gecko/20100101 Thunderbird/38.4.0 Hamster/2.1.0.1538 In-Reply-To: <56869408.4000008@arnowelzel.de> Xref: csiph.com de.sci.electronics:199058 Am 01.01.2016 um 15:58 schrieb Arno Welzel: > Wenn dereinst Menschen nicht mehr wissen, wie ein Radioempfänger auf > eine Sendefrequenz abgestimmt wird - ja und? > > So ein Wissen war doch früher nur nötig, weil es zur regulären Bedienung > des Gerätes gehört hat. Man musste verstehen, dass ein Sender auf einer > bestimmte Frequenz sendet und den Empfänger entsprechend einstellen. > > Wenn das dann eine Automatik macht, ist das Wissen schlicht überflüssig > und ich sehe keinen Verlust darin, wenn nur Techniker, die solche Geräte > entwickeln die Details noch kennen. > > Im Gegenteil: Ich finde es einen Fortschritt, wenn Medien auch für > Menschen ohne besonderes technisches Wissen nutzbar werden - und wenn > das bei Radioempfang bedeutet, dass ein Empfänger auf Knopfdruck alle > verfügbaren Sender sucht und jemand das einfach nur so benutzt ohne zu > hinterfragen, wie das technisch im Detail funktioniert - ja, dann ist es > halt so. Früher konnte man einen Radioempfänger noch aus einer Handvoll Dioden, Transistoren und Spulen selber bauen. Ich würde nicht soweit gehen, das vom heutigen Radiohörer zu verlangen. Die Technik macht das auch immer schwerer. Aber ein paar sinnvolle Grundlagen sollten jedem, der sich dafür interessiert, zugänglich sein. Unter anderem eben die Grundlage, dass DAB trotz aller Digitalität darauf basiert, dass irgendwo ein Sender steht, der auf einer im User-Interface nicht sichtbaren, aber konstanten Trägerfrequenz ein Signal aussendet. Das bedeutet nämlich für den Empfänger, dass zum Empfang eines DAB-Senders kein irgendwie gearteter Rückkanal notwendig ist, um einen Stream zu abonnieren, einen Unterträger auszuhandeln oder einen Sitzungsschlüssel abzurufen. Das bedeutet weiterhin, dass niemand, weder Sender, noch Bedarfsträger, erfahren, was ich gerade höre. Das ist ein Riesenunterschied zum IP-Stream, auch, wenn der sich vielleicht im gleichen UI versteckt und dank Flat das gleiche kostet. Firmen wie Facebook leben davon, dass User nicht wissen, was sie durch vermeintlich passiven Konsum von sich preisgeben. Das muss man ja nicht unterstützen. Stefan