Path: csiph.com!news.fcku.it!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Joerg Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Erfahrungen zu Brummschleifen Date: Tue, 19 Dec 2017 14:15:02 -0800 Lines: 73 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-15; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net AxQBh5NCUQP/WjN08sUvKw2nvooA0QNOG9gnuOeZLD+ZOS37lg Cancel-Lock: sha1:kqjmxiu47VYx7F2NsVe5OTRCkcU= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; en-US; rv:1.8.1.6) Gecko/20070728 Thunderbird/2.0.0.6 Mnenhy/0.7.6.666 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:238138 On 2017-12-19 02:34, Nikolaus Riehm wrote: > Hallo, > > bei mir im "Laborsetting" hat sich über die Zeit hinweg heimlich still > und leise eine Brummschleife eingeschlichen. Leider kann ich weder > sagen, seit wann die sich manifestiert hat, noch ob es an einem > spezifischen Gerät liegt. Vermutlich eine Summe aus mehreren Faktoren. > > Klemme ich die Oszi-Masse ans DUT (erdfrei an Trenntrafo) und habe > gleichzeitig eine NF-Kabelverdingung zum > Verstärker/Mischpult/PC/whatever (habe fast ausschließlich Audiogeräte > zur Reparatur), schwingt es massiv sowohl im Lautsprecher als auch im > Signal auf dem Oszi. Weder sinnvoll messen noch sinnvoll hören geht > mehr. Inzwischen muss ich mich entscheiden, ob ich etwas messen oder > hören will, beides gleichzeitig ist fast ausgeschlossen. > > Die Erfahrung hat gezeigt, dass man dem nur radikal auf die Schliche > kommt, also alles(!) abstrippen und peu à peu "re-connecten". Horror. > Hast Du mal ein FFT drueberlaufen lassen? Um zu sehen, ob es nicht doch von einem Schaltnetzteil kommt oder aus viel 100Hz plus Oberwellen besteht. Falls ja, dann laesst sich das danach mit einer B-Feld Sonde "jagen". Dafuer reicht eine glorifizierte handgewickelte Luftspule auf Klosettrollenpappe plus der Laptop Sound Eingang. Der sollte fuer all diese Messungen akkubetrieben werden. > Gibt es ein sparsameres Vorgehen bzw. lässt sich das sinnvoll > messtechnisch begleiten (wo fließt welcher "Massestrom")? Im Prinzip ja, aber nur bei Geraeten, die nicht viel Strom ziehen. Dazu brauchst Du eine Strommesszange mit BNC-Anschluss. Nicht eine aus Ferrit fuer HF, sondern Klappblechkern fuer 50Hz. Lohnt sich > eine konsequent sternförmige Masse/Erdführung für den gesamten > Labortischaufbau? Bei NF ja. Ich hatte dafuer frueher einen mehrere mm dicken Kupferstreifen mit zig reingeschnittenen Gewinden und Messingschrauben. Der ist leider beim Umzug floeten gegangen, musste vor der Containerverladung auf die Schnelle abgeschraubt werden. Ich brauchte den bei Kurzwellenfunk, weil es sonst zu gefaehrlichen Effekten kam. Lippen am Mikrofon angebrannt ging ja noch, aber als mal ein ganzer Unterarm innerlich heiss wurde, weil er neben einem Koaxkabel war, bekam ich leicht Panik. > ... Wo würde man da günstigerweise den Sternpunkt legen, > auf die Schuko-Leisten oder den Messplatz hin (quasi "sekundärseitig")? > Bei mir war der hinten unter der Tischplatte angeschraubt. Das ergibt vom Messgeraeteregal die kuerzesten Verbindungen und dort fuehrt auch der grosse Steckdosenkanal vorbei. Letzteren habe ich vor ein paar Jahren auf 20cm * 20cm erweitert, sodass keine Kabel mehr auf dem Boden liegen. Weniger offene unkontrollierbare Schleifen und nebenbei es das Staubsaugen erheblich. > Gruß und Dnak, Niko > Gnre geschehen :-) -- Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/