Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hans-Peter Diettrich Newsgroups: de.sci.electronics Subject: =?UTF-8?Q?Re:_Wettbewerb:_Gl=c3=bchl=c3=a4mpchen_blinken_lassen?= Date: Wed, 2 Aug 2017 00:47:58 +0200 Lines: 32 Message-ID: References: <598015ED.E3250296@hrz.tu-chemnitz.de> <59808414.499383C5@hrz.tu-chemnitz.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=windows-1252; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net mc2YxDtHkNEC4p/8ylwtgAq5fBvjlcmblEZHJtd2DrvUPBUqjn Cancel-Lock: sha1:JRHtjrS5ao8LIJB1OgKxxNfyYdk= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 5.1; rv:45.0) Gecko/20100101 Thunderbird/45.8.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:230756 Am 01.08.2017 um 16:54 schrieb Frank Müller: > Heute nennt sich das digitale Demenz, das Gehirn sieht es als unsinnig > an Dinge zu lernen die man jederzeit abrufen kann. Das war und ist so bei den meisten Schülern/Studenten, die lernen nur für die nächste Prüfung. In meinem Studium wurde ein Hype um CUU (Computer Unterstützter Unterricht) gemacht, und auch da konnte man das alte Problem erkennen, wie ein Lernerfolg zu ermitteln sei. Dabei ist die reine Abfrage von auswendig Gelerntem die einfachste Methode, mit der geringsten Aussagekraft - der Schüler verfügt über ein Gedächtnis und hat dort Stoff reingepackt. Bei der Anwendung des Wissens wird es schwierig, schon in so logischen Fächern wie Mathematik - wieviele Schüler scheitern denn schon an Textaufgaben, die mit dem Dreisatz zu lösen sind? Welchen Sinn macht es dann überhaupt, den Schülern einen Stoff vorzusetzen, den sie vermutlich nie werden anwenden können? Was nützen denn Fächer wie Geschichte oder Erdkunde, wenn ein Schüler nicht in der Lage ist bzw. dazu gebracht wurde, mit den gelernten Fakten mehr anzufangen, als sie nur wiederzugeben? Da hätte ich wirklich nichts dagegen, den Schülern die richtige Nutzung der verfügbaren Werkzeuge beizubringen (hands-on), für die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen, statt ihnen einzutrichtern, wie man Aufgaben auch ohne Computer und Internet lösen kann. Im Beruf wird ja auch nicht danach gefragt, ob eine Zahl im Kopf oder mit dem Taschenrechner ausgerechnet wurde, solange sie nur richtig ist. Die wissenschaftlichen Grundlagen wären dann etwas für Arbeitsgruppen, in denen die Schüler bestimmen, was sie wirklich wissen *wollen*, und dabei nicht von denen gebremst werden, die damit überfordert oder einfach nur desinteressiert sind. DoDi