Path: csiph.com!news.swapon.de!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Thomas Heger Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: OT USA Date: Wed, 23 Nov 2016 22:35:34 +0100 Lines: 118 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net wSZtcy5Ua8sUNHZZSBCM+Ah422o23J0QLBkpttR1lcgtEMHu/5 Cancel-Lock: sha1:d7QYRD2kQvBOl/T0f68KiRdiQCM= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 5.1; rv:8.0) Gecko/20111105 Thunderbird/8.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:217267 Am 23.11.2016 15:00, schrieb Werner Holtfreter: >>>> So hatte ich mal - eher zufällig - herausgefunden, daß das Buch >>>> 'Mein Kampf' die (schlechte) Deutsche Übersetzung eines >>>> Englischen Textes ist, welcher unter dem Titel 'My Struggle' >>>> veröffentlicht wurde. - zumindest kann ich die Vermutung >>>> belegen. >>>> >>>> Das machen ich zwar GERNE nochmal, führt hier aber zu weit ab >>>> vom Thema. >>>> >>>> Aber im Zweifel nenne mir eine beliebige Seitenzahl und ich >>>> beweise meine These mit der genannten Seite (das Buch hat etwa >>>> 800 Seiten). >>> >>> Ich weiß zwar nicht, wie du beweisen willst, dass die englische >>> Fassung vor der deutschen existierte, aber du sollst deine Chance >>> haben: >>> >>> Seite 760, Kapitel 12 - Die Gewerkschaftsfrage: Text auf Deutsch "Die Gewerkschaftsfrage Das schnelle Wachstum der Bewegung zwang uns, im Jahre 1922 zu einer Frage Stellung zu nehmen, die auch heute nicht restlos gelöst ist. Bei unseren Versuchen, diejenigen Methoden zu studieren, die am ehesten und leichtesten der Bewegung den Weg zum Herzen der breiten Masse bahnen konnten, stießen wir immer auf den Einwand, daß der Arbeiter uns nie vollständig gehören könne, solange seine Interessenvertretung auf rein beruflichem und wirtschaftlichem Gebiet in den Händen Andersgesinnter und deren politischen Organisationen ruhe. Dieser Einwand hatte natürlich viel für sich. Der Arbeiter, der in einem Betrieb tätig war, konnte der allgemeinen Überzeugung nach gar nicht existieren, wenn er nicht Mitglied einer Gewerkschaft wurde. Nicht nur, daß seine beruflichen Belange dadurch allein geschützt erschienen, war auch seine Stellung im Betriebe auf die Dauer lediglich als Gewerkschaftsangehöriger denkbar. Die Majorität der Arbeiter befand sich in gewerkschaftlichen Verbänden. Diese hatten im allgemeinen die Lohnkämpfe durchgefochten und die tariflichen Verträge abgeschlossen, die dem Arbeiter nun ein bestimmtes Einkommen sicherstellten" Text auf Englisch "THE PROBLEM OF THE TRADE UNIONS Owing to the rapid growth of the movement, in 1922 we felt compelled to take a definite stand on a question which has not been fully solved even yet. In our efforts to discover the quickest and easiest way for the movement to reach the heart of the broad masses we were always confronted with the objection that the worker could never completely belong to us while his interests in the purely vocational and economic sphere were cared for by a political organization conducted by men whose principles were quite different from ours. That was quite a serious objection. The general belief was that a workman engaged in some trade or other could not exist if he did not belong to a trade union. Not only were his professional interests thus protected but a guarantee of permanent employment was simply inconceivable without membership in a trade union. The majority of the workers were in the trades unions. Generally speaking, the unions had successfully conducted the battle for the establishment of a definite scale of wages and had concluded agreements which guaranteed the worker a steady income. " Das Beispiel eignet sich nicht besonders gut, geht aber. Ich nehme jetzt nur mal diesen Abschnitt: "The general belief was that a workman engaged in some trade or other could not exist if he did not belong to a trade union. Not only were his professional interests thus protected but a guarantee of permanent employment was simply inconceivable without membership in a trade union." Der Deutsche Text lautet: "Der Arbeiter, der in einem Betrieb tätig war, konnte der allgemeinen Überzeugung nach gar nicht existieren, wenn er nicht Mitglied einer Gewerkschaft wurde. Nicht nur, daß seine beruflichen Belange dadurch allein geschützt erschienen, war auch seine Stellung im Betriebe auf die Dauer lediglich als Gewerkschaftsangehöriger denkbar." Jetzt trifft dieses Behauptung auf die Arbeitswelt in Deutschland (oder Österreich) schlicht nicht zu: "...permanent employment was simply inconceivable without membership in a trade union" Auf Deutsch (in meiner Übersetzung ) hieße das " ...ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis ( Anm. : für den Arbeiter) war überhaupt nicht vorstellbar ohne die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft". Das beschreibt ganz offensichtlich nicht die Arbeitswelt in Deutschland, wo man sehr wohl eine Arbeit fand, ohne Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein. Beschrieben wird tatsächlich die Situation der Arbeiter in der angelsächsischen Welt, etwa im Hafen von New York, wo man idT Mitglied einer Gewerkschaft sein mußte, wenn man dort arbeiten wollte. Dabei sind die Gewerkschaften eher sowas wie 'Gilden' der Arbeiter. Derartige Trade Unions gab es in Deutschland bisher noch nicht. Im übrigen bitte ich um Geduld für weitere Stellungnahmen zum Text, da es langsam spät wird. TH