Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Joerg Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Neues LTSpice Date: Thu, 25 Aug 2016 06:52:46 -0700 Lines: 67 Message-ID: References: <20160816211252.1cf50bc7@Achmuehle.WOR> <20160817234121.5d71dfba@Achmuehle.WOR> <20160819005513.66228bdd@Achmuehle.WOR> <20160820015723.04c90819@Achmuehle.WOR> <20160821020218.33b26578@Achmuehle.WOR> <20160822231622.538fda7d@Achmuehle.WOR> <5hc19d-hoe.ln1@hergen.dyndns.org> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net EAZj+oCZFm7PbpbxwcF+6QvndAI4GrbQsuNDfoK1QvCI8wOtqa Cancel-Lock: sha1:d0JuXpIF4jY5YIP6HqKFx1wIKV0= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; en-US; rv:1.8.1.6) Gecko/20070728 Thunderbird/2.0.0.6 Mnenhy/0.7.6.666 In-Reply-To: <5hc19d-hoe.ln1@hergen.dyndns.org> Xref: csiph.com de.sci.electronics:212993 On 2016-08-24 13:26, Hergen Lehmann wrote: > Am 23.08.2016 um 22:21 schrieb Joerg: > >>> Das SoC selbst entwickeln zu wollen, wäre mächtig sportlich. >>> Und mit einem fertigen SoC hast du wieder die NDAs am Hals. >> >> Was ist denn an einem NDA so schroecklich? > > Du darfst deinen Treiber-Quellcode danach nicht veröffentlichen. Das > wiederum steht in Konflikt mit der Lizenz des Linux-Kernel, welche eine > Veröffentlichung abgewandelter Varianten zwingend verlangt. > Dann sollte man dieses Lizenzmodell fuer Linux ueberdenken und wenigstens in solchen Details flexibler gestalten, anstatt immer nur mit dem Fuss aufzustampfen, denn sonst wird viel moderne Hardware verschlossen bleiben. Das ist einer der Gruende fuer die geringe Akzeptanz von Linux, die ueber viele Jahre nicht wirklich besser geworden ist, egal wie sich das Leute versuchen schoenzurechnen. > Das Ergebnis sind dann wahlweise haarsträubende Hilfskonstruktionen mit > fest an eine bestimmte Kernelversion gebundenen BLOBs oder eine > unvollständige Veröffentlichung, die nicht wirklich auf dem Gerät > lauffähig ist. > >> Doch es blieb bisher m.W. bei diesem einen Produkt. Dabei waere fuer >> Linux genau jetzt Gelegenheit, in die von Windows 10 gerissene Bresche >> vorzustossen. > > Da gerade ein Notebook-Neukauf anstand, habe ich es vor wenigen Wochen > mal mit einem Convertible (Acer Switch 12) probiert. > Obwohl die Hardware wirklich schön ist, habe ich das Ding nach ein paar > Tagen wieder zurück geschickt, weil Linux zwar lief (out-of-the-box mit > allen Treibern und secure boot!), aber keiner der gängigen Desktops > wirklich vollständig per Touchscreen bedienbar war. Ganz zu schweigen > von den Anwendungen. Die Toolbox-Icons von GIMP z.B. waren so winzig, > das sie selbst mit angeschlossener Maus kaum bedienbar waren. > > Kurz: Die Chance wurde verpasst. > Chance? Ich glaube kaum, dass sich Acer gross fuer den Linux-Markt interessiert. >> Klar. Deshalb sollten Linux-Leute besonders im kommerziellen Bereich (da >> wo man damit Geld verdienen moechte) auf diese Heersteller zugehen und >> das bei einigen Glaesern Hite oder OB besprechen. > > Das Problem ist, das "die Linux-Leute" mehrere tausend Personen sind. > Die bekommst du nicht zusammen an einen Tisch. Einmal GPL, immer GPL. > Wenn da ein Umdenken stattfinden soll, muss das von Seiten der > SoC-Hersteller kommen. Sooooo furchtbar weh kann es nicht tun, die APIs > offen zu legen, das eigentliche KnowHow steckt ja immer noch im Chip und > in der Firmware für die Koprozessoren (GPU,Mobilfunkmodem). > Man hat in dieser Hinsicht viel Angst vor der Konkurrenz, wenn auch teilweise unbegruendet. An der Strategie wird sich jedoch nichts aendern, wenn nicht ein erheblicher lukrativer Zusatzmarkt winkt und das tut er mit Linux derzeit nunmal nicht. Es ist ein Henne-Ei Problem. -- Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/