Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: "horst-d.winzler" Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: OT (Politik) Re: Semi-OT: PC won't start with USB-LPT plugged in Date: Tue, 15 Mar 2016 14:00:56 +0100 Lines: 86 Message-ID: References: <8nv4eblacn4iitvnvh5d67asl66ad81mvg@4ax.com> <9f38ebltdeafkelkgo9tuk0kil3029a8t4@4ax.com> <75scebl8i8mlhvck3tc089sja72mg7ac4r@4ax.com> <1pnfebtqigugpf21lc8vfqkj8kvc47892u@4ax.com> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=utf-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net 3F4vwN0ixEHjpGWPsIM5vgu5skt8qj3CaL7YiLhgSFKNeqgBYN Cancel-Lock: sha1:e2EJrOTH0QwXKFa/7+KfD7W34rs= User-Agent: Mozilla/5.0 (X11; Linux x86_64; rv:38.0) Gecko/20100101 Thunderbird/38.6.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:204463 Am 15.03.2016 um 12:11 schrieb Heinz Schmitz: > horst-d.winzler wrote: > >>> Arbeitsplätze sind eine Frage davon, wieviel >>> der Kunde für das Produkt zu zahlen bereit ist. > >> Richtig. Richtig ist aber auch, wieviel ein Kunde für eine Leistung >> überhaupt zahlen kann. Und da haben wir es mit einem immer größer >> werdend Unterschied im Einkommen zu tun. Und diese Einkommensschere hat >> ihre Ursache in einer politischen Weichenstellung. Sie ist keineswegs >> von einer gesellschaftlichen Notwendigkeit geleitet. > > In einem Land, das ganz wesentlich "Schwache" für ihr Schwachsein > belohnt, bleiben immer weniger Menschen übrig, die "sich was leisten" > können. Da muß ich doch mal nachfragen, wen du mit "Schwachen" meinst? Sind das die, die früher an den Fließbändern arbeiteten und deren Arbeitsplätze nach Südostasien ausgelagert bzw durch Bestückungsautomaten/Roboter ersetzt wurden? Das träfe auf viele Menschen Türkischer Nationalität zu. Diese Menschen sind aber von Anfang an als Einwanderer und eben nicht als Gastarbeiter hier her gekommen. Die Verantwortung dafür tragen die Unternehmen bzw die Politik. Oder sind das die Mitarbeiter, von denen man nie so genau wußte, wozu sie da waren, aber wenn sie mal nicht da waren, wußte man um deren Notwendigkeit. Die erledigten nämlich all die Arbeiten in einem Betrieb, die einfach so anfallen. Deren Erledigung aber für ein reibungsloses Arbeiten unerläßlich waren. Oder meinst du die Menschen, die im Tiefbau/Straßenbau tätig waren und die deshalb arbeitslos sind weil zB die Bahn an die Börse sollte? Und die Kommunen/Länder/Staat an den Ausgaben für die Erhaltung der Infrastruktur spart? > "Früher" war es selbstverständlich, dass man den Klempner holte. > Heute macht man es selbst. Der Klempner, wenn denn überhaupt > noch einer kommt, ist zu teuer. > > Ich erinnere mich an eine von Joschka Fischer kolportierte Äusserung > (da hatte er schon Ministeramt), dass "man" es sich heute nicht mehr > leisten könne, seine Wohnung renovieren "zu lassen". Da lohnt es, mal auf versteckte Geldabflüsse zu achten. zB ist da die Zinsbelastung von etwa 40% die inzwischen auf jedem Produkt lastet. Von weiterer Aufzählung sehe ich mal ab. > Wenn der offizielle Wirtschaftskreislauf zu teuer wird, weicht man > aus. Wenn der Klempner dem Maurer was repariert und der Maurer > ihm dafür ein Mäuerchen baut, haben sie beide mindestens soviel > gespart, wie es sie netto gekostet hat - gespart an Steuern. Steuern sind ein Sache. Wie sieht es aber mit diversen Nebenkosten aus? >>> Daher ist schon die Bezeichung "Arbeitsplatz" irreführend. >>> Richtiger müsste es "Bedarfsdeckungplatz" heissen. > >> Kannste nennen wie du willst. Fakt ist, daß für notwendige Arbeiten oft >> kein Geld vorhanden zu sein scheint. > > Wenn fast die Hälfte des Bundeshaushalts ins "Soziale" geht, bleibt > nicht viel mehr als die Hälfte übrig. > Wenn im Sport nicht gewonnen wird, tauscht man den Trainer aus > und/oder kauft gute Spieler zu. > In der Politik macht man weiter wie bisher, nur verstärkt :-). > > Bezüglich des sozialen Bereichs gebe ich dir völlig Recht. Allerdings jeder Politiker und/oder Wissenschaftler der sich hier um Transparents bemüht, sieht sich umgehend einer Phalanx der vereinten Mildtätikeitsindustrie gegenüber, die sofort aus allen Rohren schießt. Wer wollte da mit dem schnöden Geld argumentieren wo es doch um soziale Wärme geht? Jedenfalls kein Politiker der wiedergewählt werden will. BTW als Bahn und Post staatliche Unternehmen waren, hatten die die Aufgabe überschüssige Arbeitskraft vom Markt zu nehmen. Die Politik war damals der Ansicht, es sei besser Menschen für Arbeit und nicht für einen Müßiggang zu bezahlen. Ein Ziel der damaligen Staatsbetriebe war, dafür zu sorgen, das Wohlstand möglichst gleichmäßig über DE verteilt wurde. Konzentrationen an wenigen Orten sollte vermieden werden. Das dies auch militärische Gründe hatte, will ich nicht bestreiten. Ob diese damalige Logik heute noch möglich wäre, kann ich nicht beurteilen. -- mfg hdw